LG Signature R: Möbelstück, Soundbar und Ausroll-Fernseher in einem

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LG Signature R
Bildquelle: LG
LG hielt auf der CES eine recht erwartbare Pressekonferenz. Kurz wurde das LG V40 nochmal präsentiert, dann gab es einen 5G-Ausblick. Zum Schmunzeln brachte man die Menge mit einer Bier-Brau-Kapselmaschine. Und am Ende gab es doch noch einen Hingucker: den neuen Fernseher der LG-Signature-Serie.

Zunächst ist da nur ein schwarzer Kasten. Eine groß dimensionierte Soundbar. Etwas klobig, aber wer es mag. Das Gerät steht auf stylischen Füßen und eignet sich so als Möbelstück im modernen Wohn-, Schlaf- oder Arbeitszimmer.

LG Signature OLED TV R: Riesen-TV zum Einrollen

Dann aber der Aha-Effekt: Auf Knopfdruck fährt ein 65 Zoll großer Bildschirm aus der schwarzen Box heraus – die niemals eine 65-Zoll-Fläche beherbergen könnte. Zauberei? Mitnichten. LG präsentiert hier einen rollbaren OLED-TV, der hübsch im Soundbar-Gehäuse verstaut werden kann, wenn er dem Hintergrund die Sicht nimmt: der LG Signature OLED TV R9.

Damit erreicht LG einerseits, dass der Fernseher als Möbelstück weniger Dominanz und mehr Eleganz erzeugt. Andererseits ist dem Unternehmen ein Coup geglückt, den Fernseher anders zu begreifen und nicht nur auf die größer-heller-smarter-Schiene zu stellen.

Kunden des zweifellos teuren Geräts werden bei jedem Ausfahren und einrollen ihres Fernsehers einen Aha-Effekt erzeugen. LG darf sich als Pionier auf dem Gebiet der rollbaren Fernseher feiern lassen.

Was teuer ist, soll nicht verschleißen

Starre Technik, die beweglich ist – in dem Fall also ein Fernsehbildschirm, der sich einrollen lässt – ist immer ein Wagnis. Laut LG Display, der Schwesterfirma, die den Roll-OLED-Screen entworfen und gefertigt hat, besteht aber erst einmal kein Grund zur Sorge: Rund 50.000 Rollvorgänge soll das Display in jedem Fall unbeschadet überstehen. Wahrscheinlicher ist es also, dass andere Technik-Komponenten, wie etwa Prozessoren oder die LEDs selbst, den Geist aufgeben, bevor der Fernseher an seinem Highlight-Feature kränkelt.

Der Preis – wohl Minimum ein mittelhoher vierstelliger Betrag – ist noch nicht bekannt. Es wird aber spekuliert, LG könnte ein Preisschild dran kleben, auf dem sich eine acht  vor drei Nullen befindet. Ebenso wenig wie der genaue Verkaufsstart. LG listet den Signature R9 auf seiner US-Seite, allerdings ohne jede Option zum Reservieren oder Vorbestellen. Sicher ist nur: Bei dem gezeigten Möbelstück handelt es sich nicht mehr nur um ein Konzept, sondern um ein marktfertiges Modell, das noch 2019 in die Läden kommen soll.

Bier brauen mit der Kapselmaschine

Der ausrollende Fernseher ist aber nicht alles, was LG mit auf die CES gebracht hat. Ein weiterer Hingucker ist eine Bier-Zapfanlage nach dem Vorbild einer Kapsel-Kaffeemaschine. Allerdings hinkt der Vergleich beim zweiten Hinsehen: Das Prinzip ist noch gleich: Kapsel und Wasser rein und Brau-Vorgang starten. Während der Kaffee in diesem Fall nur ein paar Sekunden braucht um mit feiner Crema aus dem Ausguss zu kommen, ist das Bier im LG HomeBrew erst nach zwei Wochen fertig zum Zapfen. Das liegt einerseits in der Natur des Getränks, entzieht dem Automaten andererseits jedoch den Zauber und dämpft die Erwartungen für „Bier auf Knopfdruck“.

Unter falscher Flagge

Keine Rolle auf der Pressekonferenz spielte ein neues Smartphone von LG – das LG V40 wurde zwar vorgeführt, ist aber bereits einige Monate alt. Und dennoch sickerte ein vermeintlicher Neuzugang durch, das LG Q9 – eine neue Mittelklasse? Mitnichten. LG wirft hier einfach nur das im Sommer als LG G7 fit vorgestellte Gerät unter neuem Namen auf den koreanischen Markt. Die Daten – ein Snapdragon 821 und Android 8.1 – sind ebenfalls nicht mehr taufrisch.

Ohne konkret zu werden hat LG außerdem angekündigt, dass die 2019er-Flaggschiffe weiterhin mit Qualcomm-Prozessoren ausgeliefert werden. Der Snapdragon 855 wird die Smartphones, die laut Nomenklatur auf die Namen LG G8 und LG V50 – jeweils mit dem Anhang „ThinQ“ – tragen werden, antreiben. Hintergrund: LG macht seine Handys in diesem Jahr kompatibel mit 5G-Mobilfunk.

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