Test Spanische Konkurrenz BQ Aquaris X2 im Test: Erschwinglich, praktisch, gut

vom 20.07.2018, 11:59
BQ Aquaris X2
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Spanien? Olé! BQ hat seine "Flaggschiffe" für 2018 ins Rennen gebracht. Im Gesamtkontext des Marktes sind die Smartphones eher obere Mittelklasse, in diesem Segment fühlt sich BQ aber auch wohl. Das Aquaris X2 ist Teil des Android-One-Projekts, folgt aktuellen Trends und zeigt im Test, was von moderner Mittelklasse zu erwarten ist. Dennoch: Die Begeisterungsstürme des Vorgängers kann es nicht entfachen.

2017 hat BQ seine X-Serie neu erfunden. Mit dem Aquaris X erschien eine Blaupause eines Mittelklasse-Smartphones, das gut und günstig konnte. Ein Jahr später ist das Handy etwas teurer geworden. Dafür sieht der Nutzer mehr Display bei weniger Rand, schießt Fotos durch eine Dual-Kamera und erhält ein technisches Update. Ob sich das gelohnt hat, zeigt dieser Testbericht.

Daten und Fakten: Das steckt im neuen Spanier

Vorab ein Blick auf das Datenblatt des Aquaris X2 – BQs Schreibweise lautet übrigens Aquaris X².  Da es noch eine Pro-Version des Handys gibt, wurden die Hardware-Möglichkeiten bei der Basisversion nicht ganz ausgereizt: So kommt statt dem Snapdragon 660, die minimal schwächere Version, der Snapdragon 636, zum Einsatz. Softwareseitig glänzt das Aquaris X2 durch Aktualität – Android One sei Dank.

 BQ Aquaris X2
 
BQ Aquaris X2
Display 5,65 Zoll, 1.080 x 2.160 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0 Oreo
Prozessor Qualcomm Snapdragon 636
Octa-Core / 8 x 1,8 GHz
RAM 3/4 GB
interner Speicher 32/64 GB
MicroSD ja (256 GB)
Kamera vorne/hinten 8 MP / 12+5 MP
Fingerabdruckscanner ja
Akku 3.100 mAh
induktives Laden nein
USB-Port USB 2.0 Typ-C
IP-Zertifizierung IP52 Schutz vor Spritzwasser
Abmessungen (mm) 150,7 × 72,3 × 8,25
Farben

Schwarz, Weiß, Gold

Einführungspreis 319 / 399 EUR (32 / 64 GB)
Aktueller Marktpreis 319 / 399  EUR (32 / 64 GB)

Design und Verarbeitung

Ist Kunststoff das neue Schwarz? BQ greift in die Retro-Kiste und setzt zu einem gewissen Teil auf ein Plastikgehäuse. Erfrischend anders könnte man in Zeiten sagen, in denen hauptsächlich Glas als Gehäusematerial eingesetzt wird. Ein großer Vorteil der Kunststoff-Rückseite des BQ Aquaris X2: Sie zieht keine schmierigen Fingerabdrücke an. Der Nachteil: die Plastikplatte fühlt sich weniger hochwertig an, als dies zum Beispiel bei Alu- oder Glas-Gehäusen der Fall ist.

Die Frage nach Glas oder Kunststoff mal beiseitegestellt; BQ hat sich bei der Verarbeitung der Materialien – zwischen Display und Kunststoff-Rückseite verläuft ein farblich abgegrenzter Aluminium-Rahmen – Mühe gegeben. Das Ergebnis lässt sich sehr gut sehen und spüren. Für das Prädikat "exzellent" reicht es aber nicht. Minimale Unregelmäßigkeiten bei der Einbettung der Dual-Kamera und beim Wechsel von der Rückseite zum Rahmen, schmälern das Bild, wenn das Handy genauer betrachtet wird.

In den sanft-güldenen Rahmen, im Test befindet sich die Farbvariante "White/Sand Gold", setzt der spanische Hersteller verschiedene Elemente, dabei fehlt es an nichts. Die Hybrid-SIM-Schublade und die haptischen Tasten besetzen die Seiten. Unten wird der USB-C-Port von einem Lautsprechergitter und dem Klinkenstecker flankiert. Lediglich auf dem oberen Rand sind eine Mikrofonöffnung und eine zarte Antennenlinie auszumachen.

BQ Aquaris X2 im Hands-On

Das Aquaris X2 ist ein Handschmeichler. Das Handy liegt gut in der Hand; hier hat auch das neue 18:9-Seitenverhältnis seinen Anteil dran. Die Tasten, einschließlich des rückseitigen Fingerabdrucksensors, sind wohl positioniert und leicht zu handhaben.

Auch ansonsten macht es Spaß, das Aquaris X2 zu bedienen,  das Display ist im Vergleich zum Vorgänger größer und vor allem länger geworden. Obwohl dieser Trend gerne mit "randlos" in Verbindung gebracht wird, verfügt das BQ-Smartphone noch über entsprechende Rahmen auf der Vorderseite. In der getesteten Version wird das Display von einem schlanken, aber sichtbaren weißen Rand umschlungen. Oben sitzen darin Sensoren, Kameras und ein LED-Blitz. Unterhalb des Displays ist das BQ-Logo eingelassen. Außerdem befindet sich die Benachrichtigungs-LED unter dem Display und nicht, wie sonst üblich, darüber.

BQ Aquaris X2 im Test: Hands-On

  • 1/16
    Das BQ Aquaris X2 von allen Seiten
    Bildquelle: Michael Stpp / inside handy
  • 2/16
    Das BQ Aquaris X2 von allen Seiten
    Bildquelle: Michael Stpp / inside handy

Das Gerät wirkt, wohl auch dominiert von der Farbvariante, ein wenig weiblich. Das soll nicht falsch verstanden werden. Das Aquaris X2 ist in Form und Verarbeitung sehr elegant, fast schon edel anmutend gefertigt. Intensiviert man die physische Handhabe, offenbart sich vor allem an den Materialwechseln zur Kunststoffrückseite eine Anfälligkeit, die sich durch Knarzen und Ächzen des Materials zeigt. Allerdings muss man erst einmal keine Angst haben, das Smartphone durchs Biegen zu zerstören. Das Handling lässt den Nutzer aber fast automatisch zu liebevoller Vorsicht neigen.

Trotz der zarten optischen Ansätze ist das Smartphone nicht unbedingt ein Leichtgewicht. 164 Gramm bringt der Spanier auf die Waage - und so weiß der Hosentaschenträger immerhin stets, dass sein Handy noch da ist. Diese Kenntnis ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn trotz voller Montur der Pool, See oder das Meer ruft: Denn wasserdicht ist das Aquaris X2 offiziell nicht. BQ weist lediglich auf eine IP52-Zertifizierung hin, dank der das Handy gegen Staub und Wassertropfen geschützt ist.

Lieferumfang

Das Aquaris X2 erscheint in einer Schachtel, einem Quader, bei dessen Anblick auch die letzten Zweifel ausgeräumt werden, dass es sich nicht um ein Gerät mit Android-One-Prädikat handelt.

Aufgemacht, liegt das Handy obenauf. Darunter, fein in Papphüllen verpackt, liegt der Lieferumfang, der aus folgenden Komponenten besteht:

  • USB-C-Kabel
  • Netzteil
  • Garantie-Bestimmungen/"Beipackzettel"

Tatsächlich fehlt ein Headset im Lieferumfang. Zieht man den Standard-Lieferumfang zurate, sorgt dieses Fehlen für Abzüge. Es kann aber auch die steile These angeführt werden, dass die meisten Smartphone-Nutzer mitgelieferte Kopfhörer ohnehin nicht nutzen, sondern auf altbewährtes Material aus dem Eigenbestand zurückgreifen. Für den Fall der Fälle: Ein Klinkenstecker-Eingang ist beim Aquaris X2 vorhanden.

Im Vergleich zur Vorjahres-Generation wurde das Design der Aquaris-X-Serie konsequent entwickelt. Weiterentwickelt wurde es jedoch nicht. Das Gerät ist und bleibt schick, der Durst nach  "etwas Neuem" wird aber nicht gestillt.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Display

Das BQ Aquaris X2 wird über ein 5,65 Zoll großes und in ein 18:9-Format langgezogenes Display bedient. Technologisch setzt der spanische Hersteller dabei auf ein LCD-Panel - "IPS LTPS LCD" um die Bezeichnung des Herstellers zu verwenden.

Dank Full-HD+-Auflösung (1.080 x 2.160 Pixel) erreicht die Anzeige somit eine Pixeldichte von 428 ppi. Für den Nutzer ergibt sich dadurch ein flüssiges, scharfes und kontrastreiches Bild.

Ins Schaufenster stellt BQ die Fähigkeit des Handy-Displays, besonders hell zu sein. Tatsächlich gibt es im Menü die "Erweiterte Helligkeit", die die maximal verfügbare Helligkeitsstufe noch einmal erhöhen soll. Im Praxistest bleibt die Funktion allerdings ihren Zweck schuldig. Wenn überhaupt wird ein minimaler Anstieg der Helligkeit beobachtet.

BQ Aquaris X2: Display
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Die Maximalhelligkeit an sich ist zufriedenstellend und deshalb ist diese Kritik an sich dünn – im Vergleich zum Anspruch aber existenzberechtigt. Dies wird nicht zuletzt deutlich, wenn es mit dem Handy in die Sonne geht.

Die Hintergrundeinstellungen für die Display-Darstellung selbst sind auf das Nötigste beschränkt. Technische Modifikationen, wie zum Beispiel die Farbtemperatur – ob komplett manuell oder per vordefiniertem Farbprofil – können vom Nutzer in den Einstellungen nicht vorgenommen werden.

Das Display des Aquaris X2 ist gut – aber nicht so gut, wie es der Hersteller verspricht.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

In Sachen Ausstattung ist das BQ Aquaris X2 erst einmal über jeden Zweifel erhaben. Das Handy bietet alles, was ein Mittelklasse-Smartphone mit sich bringen muss – und sogar ein paar Dinge darüber hinaus.



Bildquelle kleines Bild: Michael Stupp / inside handy | Autor: Michael Stupp
News bewerten:
 
8 / 10 - 4Stimmen

Themen dieser News: Testcenter, Android, BQ, Handys unter 400 Euro, Mobilfunk-News, Oberklasse-Smartphones, Smartphones, Unternehmen und Märkte

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen