BQ Aquaris X2 im Test: Erschwinglich, praktisch, gut

17 Minuten
BQ Aquaris X2
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

2017 hat BQ seine X-Serie neu erfunden. Mit dem Aquaris X erschien eine Blaupause eines Mittelklasse-Smartphones, das gut und günstig konnte. Ein Jahr später ist das Handy etwas teurer geworden. Dafür sieht der Nutzer mehr Display bei weniger Rand, schießt Fotos durch eine Dual-Kamera und erhält ein technisches Update. Ob sich das gelohnt hat, zeigt dieser Testbericht.

Daten und Fakten: Das steckt im neuen Spanier

Vorab ein Blick auf das Datenblatt des Aquaris X2 – BQs Schreibweise lautet übrigens Aquaris X².  Da es noch eine Pro-Version des Handys gibt, wurden die Hardware-Möglichkeiten bei der Basisversion nicht ganz ausgereizt: So kommt statt dem Snapdragon 660, die minimal schwächere Version, der Snapdragon 636, zum Einsatz. Softwareseitig glänzt das Aquaris X2 durch Aktualität – Android One sei Dank.

BQ Aquaris X2
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Display 5,65 Zoll, 1.080 x 2.160 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0 Oreo
Prozessor Qualcomm Snapdragon 636
Octa-Core / 8 x 1,8 GHz
RAM 3/4 GB
interner Speicher 32/64 GB
MicroSD ja (256 GB)
Kamera vorne/hinten 8 MP / 12+5 MP
Fingerabdruckscanner ja
Akku 3.100 mAh
induktives Laden nein
USB-Port USB 2.0 Typ-C
IP-Zertifizierung IP52 Schutz vor Spritzwasser
Abmessungen (mm) 150,7 × 72,3 × 8,25
Farben Schwarz, Weiß, Gold
Einführungspreis 319 / 399 EUR (32 / 64 GB)
Aktueller Marktpreis 319 / 399  EUR (32 / 64 GB)

Design und Verarbeitung

Ist Kunststoff das neue Schwarz? BQ greift in die Retro-Kiste und setzt zu einem gewissen Teil auf ein Plastikgehäuse. Erfrischend anders könnte man in Zeiten sagen, in denen hauptsächlich Glas als Gehäusematerial eingesetzt wird. Ein großer Vorteil der Kunststoff-Rückseite des BQ Aquaris X2: Sie zieht keine schmierigen Fingerabdrücke an. Der Nachteil: die Plastikplatte fühlt sich weniger hochwertig an, als dies zum Beispiel bei Alu- oder Glas-Gehäusen der Fall ist.

Die Frage nach Glas oder Kunststoff mal beiseitegestellt; BQ hat sich bei der Verarbeitung der Materialien – zwischen Display und Kunststoff-Rückseite verläuft ein farblich abgegrenzter Aluminium-Rahmen – Mühe gegeben. Das Ergebnis lässt sich sehr gut sehen und spüren. Für das Prädikat „exzellent“ reicht es aber nicht. Minimale Unregelmäßigkeiten bei der Einbettung der Dual-Kamera und beim Wechsel von der Rückseite zum Rahmen, schmälern das Bild, wenn das Handy genauer betrachtet wird.

In den sanft-güldenen Rahmen, im Test befindet sich die Farbvariante „White/Sand Gold“, setzt der spanische Hersteller verschiedene Elemente, dabei fehlt es an nichts. Die Hybrid-SIM-Schublade und die haptischen Tasten besetzen die Seiten. Unten wird der USB-C-Port von einem Lautsprechergitter und dem Klinkenstecker flankiert. Lediglich auf dem oberen Rand sind eine Mikrofonöffnung und eine zarte Antennenlinie auszumachen.

BQ Aquaris X2 im Hands-On

Das Aquaris X2 ist ein Handschmeichler. Das Handy liegt gut in der Hand; hier hat auch das neue 18:9-Seitenverhältnis seinen Anteil dran. Die Tasten, einschließlich des rückseitigen Fingerabdrucksensors, sind wohl positioniert und leicht zu handhaben.

Auch ansonsten macht es Spaß, das Aquaris X2 zu bedienen,  das Display ist im Vergleich zum Vorgänger größer und vor allem länger geworden. Obwohl dieser Trend gerne mit „randlos“ in Verbindung gebracht wird, verfügt das BQ-Smartphone noch über entsprechende Rahmen auf der Vorderseite. In der getesteten Version wird das Display von einem schlanken, aber sichtbaren weißen Rand umschlungen. Oben sitzen darin Sensoren, Kameras und ein LED-Blitz. Unterhalb des Displays ist das BQ-Logo eingelassen. Außerdem befindet sich die Benachrichtigungs-LED unter dem Display und nicht, wie sonst üblich, darüber.

BQ Aquaris X2 im Test: Hands-On

Das Gerät wirkt, wohl auch dominiert von der Farbvariante, ein wenig weiblich. Das soll nicht falsch verstanden werden. Das Aquaris X2 ist in Form und Verarbeitung sehr elegant, fast schon edel anmutend gefertigt. Intensiviert man die physische Handhabe, offenbart sich vor allem an den Materialwechseln zur Kunststoffrückseite eine Anfälligkeit, die sich durch Knarzen und Ächzen des Materials zeigt. Allerdings muss man erst einmal keine Angst haben, das Smartphone durchs Biegen zu zerstören. Das Handling lässt den Nutzer aber fast automatisch zu liebevoller Vorsicht neigen.

Trotz der zarten optischen Ansätze ist das Smartphone nicht unbedingt ein Leichtgewicht. 164 Gramm bringt der Spanier auf die Waage – und so weiß der Hosentaschenträger immerhin stets, dass sein Handy noch da ist. Diese Kenntnis ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn trotz voller Montur der Pool, See oder das Meer ruft: Denn wasserdicht ist das Aquaris X2 offiziell nicht. BQ weist lediglich auf eine IP52-Zertifizierung hin, dank der das Handy gegen Staub und Wassertropfen geschützt ist.

Lieferumfang

Das Aquaris X2 erscheint in einer Schachtel, einem Quader, bei dessen Anblick auch die letzten Zweifel ausgeräumt werden, dass es sich nicht um ein Gerät mit Android-One-Prädikat handelt.

Aufgemacht, liegt das Handy obenauf. Darunter, fein in Papphüllen verpackt, liegt der Lieferumfang, der aus folgenden Komponenten besteht:

  • USB-C-Kabel
  • Netzteil
  • Garantie-Bestimmungen/“Beipackzettel“

Tatsächlich fehlt ein Headset im Lieferumfang. Zieht man den Standard-Lieferumfang zurate, sorgt dieses Fehlen für Abzüge. Es kann aber auch die steile These angeführt werden, dass die meisten Smartphone-Nutzer mitgelieferte Kopfhörer ohnehin nicht nutzen, sondern auf altbewährtes Material aus dem Eigenbestand zurückgreifen. Für den Fall der Fälle: Ein Klinkenstecker-Eingang ist beim Aquaris X2 vorhanden.

Im Vergleich zur Vorjahres-Generation wurde das Design der Aquaris-X-Serie konsequent entwickelt. Weiterentwickelt wurde es jedoch nicht. Das Gerät ist und bleibt schick, der Durst nach  „etwas Neuem“ wird aber nicht gestillt.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Display

Das BQ Aquaris X2 wird über ein 5,65 Zoll großes und in ein 18:9-Format langgezogenes Display bedient. Technologisch setzt der spanische Hersteller dabei auf ein LCD-Panel – „IPS LTPS LCD“ um die Bezeichnung des Herstellers zu verwenden.

Dank Full-HD+-Auflösung (1.080 x 2.160 Pixel) erreicht die Anzeige somit eine Pixeldichte von 428 ppi. Für den Nutzer ergibt sich dadurch ein flüssiges, scharfes und kontrastreiches Bild.

Ins Schaufenster stellt BQ die Fähigkeit des Handy-Displays, besonders hell zu sein. Tatsächlich gibt es im Menü die „Erweiterte Helligkeit“, die die maximal verfügbare Helligkeitsstufe noch einmal erhöhen soll. Im Praxistest bleibt die Funktion allerdings ihren Zweck schuldig. Wenn überhaupt wird ein minimaler Anstieg der Helligkeit beobachtet.

BQ Aquaris X2: Display
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Die Maximalhelligkeit an sich ist zufriedenstellend und deshalb ist diese Kritik an sich dünn – im Vergleich zum Anspruch aber existenzberechtigt. Dies wird nicht zuletzt deutlich, wenn es mit dem Handy in die Sonne geht.

Die Hintergrundeinstellungen für die Display-Darstellung selbst sind auf das Nötigste beschränkt. Technische Modifikationen, wie zum Beispiel die Farbtemperatur – ob komplett manuell oder per vordefiniertem Farbprofil – können vom Nutzer in den Einstellungen nicht vorgenommen werden.

Das Display des Aquaris X2 ist gut – aber nicht so gut, wie es der Hersteller verspricht.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

In Sachen Ausstattung ist das BQ Aquaris X2 erst einmal über jeden Zweifel erhaben. Das Handy bietet alles, was ein Mittelklasse-Smartphone mit sich bringen muss – und sogar ein paar Dinge darüber hinaus.

Angeführt wird die Technikzentrale von einem Snapdragon 636 – der 660er ist dem X2 Pro vorbehalten – und 3 GB Arbeitsspeicher. Das X2 soll später noch in einer Version mit 4 GB RAM erscheinen, diese ist dann auch mit 64 GB Speicherplatz versehen. In diesem Test wird allerdings nur die Version mit 3 und 32 GB Speicher betrachtet. Von diesen 32 GB sind beim ersten Start des Handys noch 20,5 GB verfügbar – damit kann man als Nutzer also planen. Der Hybrid-Schacht erlaubt eine Speichererweiterung per Micro-SD-Karte – allerdings nur, wenn das Handy nicht gleichzeitig mit zwei SIM-Karten betrieben werden soll.

BQ Aquaris X2 im Test: Benchmark-Tests

Im Benchmark-Test reiht sich das Aquaris X2 ins Mittelfeld ein. Im Test von AnTuTu (Version 7) erreicht das Smartphone 116.637 Punkte. Es bleibt damit hinter Mittelklasse-Konkurrenten wie dem Nokia 7 Plus zurück, schlägt andere Kandidaten – Nokia 6.1 oder Samsung Galaxy A6+ – aber in Sachen Prozessorgeschwindigkeit deutlich. Ein direkter Konkurrent des BQ Aquaris X2 heißt Sony Xperia XA2.

Interessant für die großräumige Einordnung der Leistung im Benchmark-Test ist die Leistung älterer Flaggschiff-Smartphones. Demzufolge ist das X2 so stark wie das Samsung Galaxy S6 Edge oder das iPhone 6s, Vergleichbarkeit der ungleichen Systeme immer vorausgesetzt.

Das Aquaris X2 zeigt also gesundes Mittelmaß im Leistungstest, ohnehin sollte die gebotene Schnelligkeit für den Alltagsnutzer reichen. Die subjektiv beobachtete Performance ist exzellent. Das Aquaris X2 nimmt sich auch unter Volllast keine Ruhepause, die dann als Ruckler auffallen würde.

Umfeld Modell Benchmark-Wert
Testgerät BQ Aquaris X2  116.637
 direkte Konkurrenten Nokia 7 Plus 138.440
Huawei P20 Lite 87.260
Sony Xperia XA2 Ultra 88.945
 ehemalige Spitzenmodelle HTC U11+ 216.125
Huawei Mate 10 Pro 212.419
Razer Phone 208.107
 aktuelle Referenz (Android) LG G7 ThinQ 262.448
OnePlus 6 268.802
HTC U12+ 279.006

Dass sich das Smartphone bei aufwendigen Anwendungen – zum Beispiel Spiele, Videostream über längere Zeit oder Benchmark-Tests – strecken muss, offenbart sich durch einen merklichen Temperaturanstieg auf der Rückseite und im jeweiligen Akkuverbrauch. Dazu aber weiter unten mehr.

Sensoren und Konnektivität

Die Ausstattung auf Prozessor, dessen Performance und den Speicher zu reduzieren, ist aber ein fataler Fehler. Wie so oft steckt nämlich auch beim Handy der Teufel im Detail. Und so sind es die Merkmale unter dem Radar, die häufig für Differenzen zwischen den Smartphone-Modellen sorgen.

Die Verbindungstabelle dokumentiert, welche klassischen Verbindungstypen das BQ Aquaris X2 unterstützt:

Feature Vorhanden Funktion
HSPA Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE Mobilfunkstandard, Down-max 300 Mbit/s, Up-max: 50 MBit/s
USB-OTG Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher (nicht ab Werk vorhanden)
NFC Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Kabellose Display-Übertragung Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (z.B. Miracast/AirPlay/Google Cast)
MHL Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version 5.0
WLAN-Standards IEEE 802.11 a/b/g/n/ac
Qi Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones

Es zeigt sich, dass BQ nicht kleckert, sondern klotzt: Bluetooth 5.0, WLAN ac und zwei Frequenzbereiche (2,4 GHz und 5 GHz) – das Aquaris X2 ist auf der Höhe der Zeit und für die Zukunft gerüstet. In Sachen Ortungstechnologien wird das chinesische Beidou (BDS) ausgegrenzt, dafür zeigen sich die Spanier pro-europäisch und verbinden das Aquaris X2 mit dem europäischen Satelliten-Navigationssystem GALILEO. Der USB-C-Anschluss kann nicht nur zum Laden und zum schnellen Datentransport, sondern auch als On-The-Go-Speicher und DisplayPort-Anschluss genutzt werden.

Zurück zum Thema „auf der Höhe der Zeit“: Ein Feature, das 2018 fast in keinem Smartphone, das etwas auf sich hielt, fehlte, ist die Gesichtserkennung. Bei BQ spielt die neuartige Entsperrmethode per Frontkamera keine Rolle. Möglichweise könnte das Feature per Software-Update nachgeschoben werden. Allerdings würde es vermutlich keine hochsensible Angelegenheit werden, sondern lediglich ein Entsperren per Frontkamera. Das Feature wird nicht schmerzlich vermisst. Da der Fingerabdrucksensor allerdings auf der Rückseite angebracht ist, ist die Gesichtserkennung zum Entsperren nützlich, wenn das Handy beispielsweise flach auf einem Tisch liegt.

Beim Telefonieren macht das BQ Aquaris X2 eine gute Figur. Die Funktion zeigt sich wenig störanfällig, das Gespräch ist weitgehend stabil. Eine negative Auffälligkeit: In dem Moment, in dem das Telefonat zwischen normalem und Freisprech-Modus hin und hergeschaltet wird, hört der Gesprächspartner einige Sekunden lang ein unerfreuliches Echo – hier benötigt das Handy offenbar etwas zu lange, um Lautsprecher und Mikro aufeinander abzustimmen.

Das BQ Aquaris X2 ist in der Mittelklasse zu Hause. Die entsprechenden Erwartungen werden durch die Performance und die Ausstattung übertroffen. Abzüge gibt es für den unterdurchschnittlichen Speicherplatz und kleinere Ärgernisse, wie kleine Problemchen beim Telefonieren.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Kamera

Schon im vergangenen Jahr setzte BQ bei der Kamera auch auf die Expertise von Samsung. Transparent gibt der Hersteller auch 2018 preis, welche Technik in der Kamera des Aquaris X2 steckt. Dazu setzt auch BQ bei seinem Top-Smartphone-Duo auf eine Dual-Kamera, die sich wie folgt zusammensetzt und vorne durch eine normale Frontkamera ergänzt wird:

  • Erste Kamera: 12 Megapixel (Samsung S5K2L8), f/1.8, 1,29µm je Pixel
  • Zweite Kamera: 5 Megapixel (Samsung S5k5E8)
  • Frontkamera: 8 Megapixel (Samsung S5K4H7), f/2.0, 1,12µm je Pixel

Unterstützt wird dieser Kamera-Aufbau von allerlei technischen und softwaregesteuerten Zusatzfunktionen wie einem Phase-Detection-Autofokus, der besonders schnell scharf stellt, einem mehrfarbigen LED-Blitz, Auto-HDR und im Pro-Modus die Möglichkeit, Fotos im RAW-Format zu verarbeiten. Die Daseinsberechtigung der zweiten Kamera soll insbesondere bei der Porträtfotografie zur Geltung kommen.

In der folgenden Galerie wird die Kamera des BQ Aquaris X2 anhand von Beispielfotos bewertet:

BQ Aquaris X2: Kamerabilder

Die Kamera macht insgesamt also einen soliden Eindruck und steht über dem, was in der Mittelklasse erwartet werden kann. Bei Dunkelheit fällt vor allen Dingen auf, dass die Software auf Rauschminimierung getrimmt ist. Dennoch sind Fotos bei Nacht – wie bei den meisten Smartphone-Kameras – nur geringfügig brauchbar.

Kamera-App

Die App-Steuerung hinter dem Fotoapparat ist in vier Ebenen unterteilt – Manuell, Porträt, Auto, Panorama – und bietet jeweils verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Die App ist übersichtlich aufgebaut und beinhaltet Modifikationsmöglichkeiten, die in der Mittelklasse nicht alltäglich sind. VideoAuch im Videobereich steht die Kamera des Aquaris X2 einigen Flaggschiffen in nichts nach. Die maximale Videoqualität liegt bei 4K-Auflösung und 30 FPS (Bildern pro Sekunde). Aus der Hand gefilmt, fallen nur minimale Wackler auf – obwohl BQ keinen optischen Bildstabilisator propagiert. Vom Zoomen während der Aufnahme sollte aber Abstand genommen werden, dies läuft nicht ganz so sauber.

Bei der Kamera wittert das BQ Aquaris X2 Flaggschiff-Luft. Kleine Schwächen – insbesondere bei Dunkelheit – sind zu verschmerzen. Insgesamt macht das Handy hier einen richtig guten Job.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Software und Multimedia

Welcome to the Google-World – BQ-Smartphones halten mit der X2-Serie Einzug ins das Google-Projekt Android One. Aber was ändert sich für Nutzer, die den Spaniern schon länger die Treue halten? Tatsächlich fast nichts: Android One verspricht zügige und aktuelle Updates, eine nahezu unberührte Benutzeroberfläche, basierend auf der zum Markteintritt aktuellen Android-Version. Das alles bietet und verspricht das Aquaris X2. Das alles bot aber auch schon das Aquaris X vor Jahresfrist. Die Update-Versprechen wurden rückblickend eingehalten. Das Aquaris X2 erscheint mit Android 8.1 und dem Sicherheits-Level von Mai 2018 – was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als aktuell bezeichnet werden darf. Die Benutzeroberfläche ist gewohnt flach gehalten.

BQ Aquaris X2 im Test: Screenshots

Das Einstellungsmenü ist in seiner Struktur Geschmackssache. Was die einen als erfreulich kleinteilig bezeichnen, dürfte für andere schon zu verschachtelt sein. Bei der App-Auswahl gibt es unter Android One wenig zu bemängeln: App-Dopplungen oder Bloatware finden sich auf dem X2 nicht. Die einzige App, die vorinstalliert ist und die nicht zum Android-One-Portfolio gehört, heißt „BQ Plus“ und dient als Service-App und Versicherung rund um das Handy. Allerdings ist die Einrichtung kostenpflichtig. Da es sich aber nicht um eine Drittanbieter-App handelt, gehört sie nicht zur klassischen Bloatware.

Sound und Multimedia

Wer noch klassisch Musik vom Speicher über den Player hört, dem steht Google Play Musik zur Verfügung. In der Regel wird heutzutage aber auf den favorisierten Streamingdienst gesetzt. Die datensparende Alternative hierzu bietet BQ mit dem UKW-Radio an. Ganz egal, welcher Quelle der Ton entstammt, aus den Lautsprechern des Aquaris X2 ertönt ein annehmbarer, aber keinesfalls hervorragender Sound.

BQ Aquaris X2: Musik und Radio
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Ob es nun an der verbauten Technik liegt, oder an der Gehäusekomposition: Beim Musikgenuss mit dem X2 sollte auf externe Quellen wie Kopfhörer – ein beiliegendes Headset gibt es nicht – oder angeschlossene beziehungsweise Bluetooth-Lautsprecher gesetzt werden.

Auf dem Aquaris X2 kommt Android One mit Anroid Oreo in aktueller Ausführung zum Einsatz. Neben der Aktualität ist das System mit all seinen Stärken aber auch mit seinen Schwächen gesegnet. Im Soundbereich gibt es Verbessrungesbedarf, die Basis steht und überzeugt zum Beispiel durch ein FM-Radio.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Akku

Das Display kommt ohne viel Schnickschnack aus, der Prozessor ist prädestiniert dafür, nicht allzu viel Strom zu fressen und die Software ist Google-geschult und puristisch. Eigentlich besitzt das BQ Aquaris X2 die idealen Voraussetzungen für ein gutes Akku-Ergebnis.Allerdings zeigt das Handy im Test dann doch einen gewissen Energiehunger. Die Eckdaten weisen einen Verbrauch von 44 Prozent in den ersten 8 Stunden unter stetiger Belastung und weiteren 12 Prozent nach darauffolgenden 16 Stunden im Standby-Betrieb auf. Das geht, so zeigt es auch die Konkurrenz in der Mittelklasse, besser.

Der Akkutest in der Chronik

Uhrzeit Aktivität Akku vorher Akku nachher
09:05 Beginn des Akkutests 100%
09:10 30 Minuten Audiostream (Spotify) 100% 97%
10:51 AnTuTu-Benchmark-Test 96% 93%
11:37 30 Minuten Spielen (Asphalt 8: Airborne) 90% 82%
12:48 30 Minuten Telefonieren 80% 78%
14:10 Fotos, intensive Nutzung, Apps 78% 72%
15:38 Upload der Testfotos und Screenshots 72% 70%
16:02 30 Minuten Videostream 68% 56%
17:05 Ende Intensiv-Phase 56%
+1, 09:09 Ende Standby-Phase 56% 44%
12:07 60 Minuten Aufladen 31% 92%

Es fällt auf, dass vor allem die Spiele- und die Video-Streaming-Session an der Akku-Ladung genagt haben wie ein nimmersattes Eichhörnchen nach dem Winterschlaf.Der Abstieg von 56 auf 44 Prozent Ladung während der Standby-Phase ist per se nicht schlecht, aber auch nicht überdurchschnittlich gut. Was gut ist, ist die Schnellladefähigkeit des Handys: Nach einer Stunde am Stecker schießt die Anzeige ausgehend von knapp 30 Prozent auf über 90 Prozent hoch. Eine vergleichsweise kurze Zeit am Netz reicht also, um das Aquaris X2 wieder mit Energie für einen Arbeitstag zu füllen. Kabellos kann das Handy aber leider nicht geladen werden.

Beim Akku hat das Aquaris X2 noch Luft nach oben. Hier sollte ausgelotet werden, was mit dem Gerät genau gemacht wird. Unter erheblicher Last auf Display und Prozessor purzeln die Prozente nämlich nur so vom Ladebalken runter.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

 Modell  Kapazität (mAh) Akkustand Verbrauch
Arbeitstag (8h) Nacht im Standby (16h) Intensivtest (8h) Standby (16 h)
BQ Aquaris X2 3.100 56 44 44 12
Alternativen
Samsung Galaxy A6+ 3.500 70 60 30 10
Motorola Moto G6 3.000 53 47 47 6
Huawei P Smart 3.000 65 54 35 11
Huawei Mate 10 Lite 3.340 67 56 33 11
Nokia 7 Plus 3.800 66 53 34 13
Referenz
LG X power2 4.500 83 74 17 9

Fazit

Ein schmuckes und solides Mittelklasse-Smartphone schickt BQ 2018 ins Rennen. Das Aquaris X2 vollzieht die konsequente und aktuellen Trends folgende Entwicklung der X-Serie. In nahezu allen Bereichen hat BQ das Gerät der ersten Generation verbessert. Allerdings: Alles darunter wäre auch enttäuschend gewesen. Festzuhalten ist, dass BQ eine tolle Dual-Kamera, eine unverändert gute und aktuelle Software-Ausstattung und leider nur einen schmalen Akku an den Start schickt. Das Line-Up passt in die gehobene Mittelklasse und dürfte die allermeisten Smartphone-Nutzer zufriedenstellen. Die Software-Aktualität müssen BQ und Google weiter unter Beweis stellen, die Voraussetzungen sind aber gut. Viel Kritik gibt es also wahrlich nicht beim neuen Spanier.

BQ Aquaris X2 im Test: 4 von 5 Sternen

Insgesamt klingen die Lobeshymnen in diesem Jahr aber dennoch etwas leiser als beim Einstand der Aquaris-X-Reihe 2017. Grund ist der zu erwartende Entwicklungsschritt, den BQ zwischen 2017 und 2018 nicht allein vollzogen hat.

Gesamtwertung: 4 von 5 Sternen (~79 Prozent)

Tops des BQ Aquaris X2

  • Gute Dual-Kamera
  • Android One
  • UKW-Radio

Flops des BQ Aquaris X2

  • Plastikrückseite
  • Akku-Leistung
  • Keine Qi-Lademöglichkeit

Preis-Leistung

Die Neuheiten in der 2018er-Version des Aquaris X haben auch Auswirkungen auf den Preis. Mit knapp 320 Euro ist das Handy beim Marktstart um 20 Euro teurer als der Vorgänger. Der Aufschlag mag gerechtfertigt sein, sorgt aber insgesamt dafür, dass die Extra-Auszeichnung für das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr vergeben werden kann. Allerdings bietet das Gerät weiterhin ein überaus faires Verhältnis von Preis und dem, was der Kunde dafür an Technik und Technologie bekommt.

Das Aquaris X2 ist erschwinglich, praktisch, gut.

Alternativen

Die Mittelklasse auf dem Smartphone-Markt ist hart umkämpft. Die Preis-Leistungs-Klasse mit den Handys zwischen 200 und 400 Euro bietet zahlreiche Ansätze der Hersteller, um die Gunst der Kunden zuerhaschen.

Bildquellen:

  • BQ Aquaris X2: Michael Stupp / inside handy
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Neue Ford-Technologie könnte Ampeln überflüssig machen

Daran, dass vernetzte Fahrzeuge die Zukunft sind, dürfte im Jahr 2018 niemand mehr zweifeln. Bereits heute werden unterschiedliche (Feld-)Versuche durchgeführt, in denen die neue Technologie auf Herz und Nieren getestet wird. Wie diese eingesetzt werden kann, um rote Ampeln in die Geschichtsbücher zu verfrachten, zeigt nun Ford.
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Michael liebt Technik und vor allem Smartphone-Tests. Seit 2012 ist er mit Unterbrechung bei inside handy und schreibt über die neueste Technik. Zu seinen Aufgaben gehören das Ausprobieren von neuen Handys sowie das Betreuen der Social-Media-Auftritte. Seine Freude an der Technik wird nur von seiner Liebe für den Fußball übertroffen – besonders für den Verein seines Herzens, den 1. FC Köln. Er spielt aktiv im Verein und digital an der PlayStation. Wenn er nicht mit Ballsport oder Schreiben beschäftigt ist, verreist er gerne und betätigt sich als Chefredakteur des Gin-Magazins.

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