Test Alternative zu Galaxy S9 und Co. Nokia 8 Sirocco im Test: So gut ist Nokias Design-Flaggschiff

vom 28.08.2018, 10:59
Nokia 8 Sirocco

Nokia hat auf dem Mobile World Congress 2018 (MWC) sein aktuelles Flaggschiff vorgestellt. Das Nokia 8, das mit dem neuen Sirocco seinen Meister findet, wird somit abgelöst und rutscht in die zweite Reihe. Doch kann das Nokia 8 Sirocco mit seiner abgerundeten Rückseite im Galaxy-S-Stil im Test überzeugen?

Das Nokia 8 Sirocco ist laut HMD Global das "Lead-Flagship" und damit etwas oberhalb des normalen Nokia 8 angesetzt. Da auf absehbare Zeit die viel gehandelten Nokia 9 und Nokia 10 wohl nicht auf den Markt kommen werden, bleibt das Sirocco wohl vorerst an der Spitze des Nokia-Portfolios. Die technischen Daten und die Details zur Ausstattung zeigt inside handy in einem Übersichtsartikel zu allen Neuerungen Nokias vom MWC 2018.

Nokia 8 Sirocco - Die technischen Daten

 Nokia 8 Sirocco
   
nokia_8_sirocco_vergleichsbild
Bildquelle: Nokia
Display 5,5 Zoll, 1.440 x 2.560 Pixel
Betriebssystem-Version Android 8.0 (Oreo)
Prozessor Qualcomm Snapdragon 835 Octa-Core (4 x 2,36 GHz, 4 x 1,9 GHz)
RAM 6 GB
interner Speicher 128 GB
MicroSD nein
Kamera vorne/hinten 5 Megapixel / 12 + 13  Megapixel (Dual-Cam)
Fingerabdruckscanner ja
Akku 3.260 mAh
induktives Laden ja
USB-Port USB 3.1 Typ-C
IP-Zertifizierung IP67
Abmessungen 140,93 x 72,97 x 7,5 mm
Farben

Schwarz

Einführungspreis 749 Euro
Veröffentlichung   April 2018

Design und Verarbeitung

Das Nokia 8 Sirocco besitzt drei Aufreger in Sachen Design: Die Kamera-Positionierung, die abgerundete Front sowie Rückseite und das Display-Format. Doch eins nach dem anderen.

Das 5,5 Zoll große Display nimmt im 16:9-Format in einem flachen Gehäuse Platz, das an allen möglichen Ecken und Enden abgerundet ist. So ist das Panel mitsamt dem Schutzglas an den Längsseiten wie das Galaxy S8 und Galaxy S9 von Samsung oder auch die Porsche-Design-Version des Huawei Mate 9 abgerundet und läuft in einen schmalen Rahmen aus Edelstahl. Das Material wird für das gesamte Gerüst des Nokia 8 Sirocco gewählt. Die kurzen Seiten der Front sind ebenfalls abgerundet, jedoch läuft das Display hier nicht mit ums Eck. Auf der Rückseite sieht es ähnlich aus. Mit deren Rändern bildet sich an den Längsseiten des Nokia 8 Sirocco ein lediglich 2 Millimeter dünner Rahmen. Insgesamt ist das Smartphone 7,5 Millimeter dick, wobei dabei der Kamera-Buckel noch nicht mit eingerechnet ist.

Er ist der zweite Design-Punkt der genauer unter die Lupe genommen werden muss. Der aus zwei Modulen bestehende Bildwandler glotzt deutlich aus der Rückseite heraus. Das wäre noch kein Problem, wenn nicht die unglückliche Positionierung des Moduls dazu kommen würde. Es befindet sich am oberen Rand des Smartphones und wirkt wie falsch eingebaut. So entsteht oberhalb des Moduls eine enger Korridor auf der Rückseite, der zu klein ist, um einen neuen Akzent zu setzen, jedoch zu groß, damit man die Konstruktion als "aus einem Guss" bezeichnen könnte. Designerisch ist hier noch viel Luft nach oben.

Nokia 8 Sirocco: Pressebilder

  • 1/5
    Das Nokia 8 Sirocco mit seinem 5,5 Zoll Display im 16:9 Format
    Bildquelle: hmd global
  • 2/5
    Auf der abgerundeten Rückseite befindet sich eine Dual-Kamera...
    Bildquelle: hmd global

Die dritte Entscheidung Nokias bezüglich des Designs ist wohl eher technisch bedingt: Das Display wird im 16:9-Format verbaut. Damit bewegt man sich im Flaggschiffbereich als letzter der etablierten Hersteller in diesem etwas antiquierten Format. Da die meisten Multimedia-Inhalte in diesem Format vorhanden sind und da es jahrelang zum Standard gehört hat, sollte hier die Kritik leise sein. Von der technischen Seite her ist sie das auch. Doch das Design wirkt durch das Format doch etwas angestaubt - trotz der vielen tollen Rundungen und pfiffigen Display-Rand-Eskapaden.

Unboxing des Nokia 8 Sirocco

Das Nokia 8 Sirocco wird im typischen Nokia-Böxchen geliefert. Fast quadratisch liegt es auf dem Tisch und präsentiert auf der Front das abgerundete Display des Smartphones. Wird da Paket geöffnet zeigt sich obenauf das Flaggschiff in einer typischen Folienhülle. Daneben wird in einem schmalen Pappquader das Zubehör transportiert. Darin wird neben den Kopfhörern, dem Ladeadapter und dem Daten- / Stromkabel auch ein Adapter für den USB-Typ-C-Port auf Klinke mitgeliefert. Damit können ältere Lautsprecher oder Kopfhörer angeschlossen werden. Unter dem Smartphone befindet sich ein dicker Stapel Anleitungen und Garantiebestimmungen. Hier muss sich Nokia die Frage gefallen lassen, ob es nötig ist, soviel Papier für ein Gerät zu drucken, nur damit der Lieferumfang nicht auf den Markt individualisiert werden muss. Löblich dagegen: Das Nokia 8 Sirocco wird mit einer transparenten Schutzhülle geliefert und bekommt somit ab Werk ein stabiles Mäntelchen gegen Stürze und Unachtsamkeiten. Der Lieferumfang ist somit komplett und übererfüllt die Ansprüche, die normalerweise an ein Testgerät gestellt werden. Etwas schade ist die Papierverschwendung.

Hands-On des Nokia 8 Sirocco

Ein Handy mit dem gleichen Display-Kurven wie das Galaxy S8 und Galaxy S9 müsste sich ja ähnlich anfühlen wie die Spitzenmodelle der Konkurrenz. Tut es auch. Doch nur solange man nur eine Rahmenseite des Nokia 8 Sirocco anfasst. Sobald die Hand das gesamte Smartphone umgreift wird der Eindruck sofort vom vergleichsweise breiten Aufbau zerstört. Ohne Frage, das Nokia 8 Sirocco fühlt sich gut an, die Materialien und die Rundungen haben ihren Charme und man glaubt HMD Global sofort wenn behauptet wird, dass beim Bend-Test 225 Kilo nötig sind, um das 8 Sirocco zu verbiegen. Doch an die Haptik der schlanken Konkurrenz kommt es nicht heran. Und das alles nur wegen des etwas breiteren Rahmens. Nimmt man den mal beiseite, gefällt das Nokia 8 Sirocco fast auf ganzer Linie. Fingerabdrücke sind zwar omnipräsent, jedoch ist das ein Problem, mit dem alle Glasgehäuse zu kämpfen haben. Und diese sind aktuell im Flaggschiff-Bereich absolut in der Überzahl.

Nokia 8 Sirocco Hands-On

  • 1/9
    So sieht das Nokia 8 Sirocco aus.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
  • 2/9
    Das Gerät besitzt einen 5,5-Zoll Display...
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Der Eindruck kommt zum einen von den feinen Rundungen, zum anderen von den Materialien, die unter anderem Gorilla Glass 5 und das schon erwähnte Edelstahl enthalten. Selbst an der gerade noch gescholtenen Kamera können die fein abgeschliffenen Kanten gefallen. Das Auge sollte eben nicht immer mitessen.

Noch ein Wort zum 2-mm-Rahmen: Wer etwas empfindlich gegenüber harten Kanten ist, sollte das Nokia 8 Sirocco vor dem Kauf dringend einmal in die Hand nehmen. Die dünnen Rahmenenden sind nichts für Nutzer, die eher einen Handschmeichler bevorzugen. Hier zeigt das Nokia-Flaggschiff seine Diva-Qualitäten und man muss sich erst einmal an die kleinen Handauflageflächen gewöhnen.

Wer das 16:9-Format mag und lieber ein klassisches Smartphone haben möchte anstatt eines der langgezogenen neuen Spitzenmodelle, der kommt am Nokia 8 kaum vorbei. Hier gibt es ein frisches Flaggschiff im "alten" Format und State-of-the-Art-Gehäuse. Einzig die Kamerapositionierung und der spitze Rahmen haben das Potenzial, Nutzern auf den Nerv zu gehen.

Teilwertung: 4,5 von 5 Sternen

Display

Das Panel des Nokia 8 Sirocco ist auf einige Arten besonders. Nicht nur die abgerundeten Kanten und das Format stechen ins Auge, auch die Auflösung ist mit 1.440 x 2.560 Pixeln mittlerweile außergewöhnlich. Dass man nicht auf QHD+ setzt ist klar, muss man dafür schließlich ein Display mit mindestens 18:9-Format aufbringen.

In den klassischen Kriterien wie Farbdarstellung, Schwarz-Weiß-Wert und Schärfe leistet sich das Display keine Schwächen. Das P-OLED-Panel überzeugt in den bauartbedingten Stärken. Auch die Ablesbarkeit bei seitlicher Draufsicht kann gefallen. Die Farben bleiben stabil und die Abdunklung hält sich in engen Grenzen.

Nokia 8 Sirocco im Test - Display-Einstellungen

  • 1/8
    Die Display-Einstellungen des Nokia 8 Sirocco im Test bei inside handy.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy
  • 2/8
    Die Display-Einstellungen des Nokia 8 Sirocco im Test bei inside handy.
    Bildquelle: Michael Büttner / inside handy

Die automatische Helligkeitsregelung ist Highlight und Abgrund zugleich: In der Regel läuft die Anpassung an die Umgebungshelligkeit rasant und flüssig. Das Nokia 8 Sirocco kommt sehr schnell und präzise auf den korrekten Punkt. Die Helligkeit passt sich dabei vom extrem dunklen bis zum extrem hellen Bereich an. So kann im Kino wie auch im gleißenden Sonnenlicht das Smartphone gut abgelesen werden. Wechselt die Umgebungshelligkeit jedoch zu schnell, kommt selbst das blitzschnelle Nokia 8 Sirocco nicht mehr mit und springt einfach an den richtigen Punkt. Das ist bei länger andauernden, jedoch abrupt wechselnden Umgebungshelligkeiten ein tolles Feature, wechselt jedoch die Umgebung zu schnell hin und her, springt die Helligkeit des Nokia 8 Sirocco ebenfalls mit. Hier wäre eine etwas trägere Einstellung angebracht.



Bildquelle kleines Bild: Michael Büttner / inside handy | Autor: Michael Büttner
News bewerten:
 
9 / 10 - 18Stimmen

Themen dieser News: Nokia, Android, Mobilfunk-News, Oberklasse-Smartphones, Smartphones, Test

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen