Gerücht Nougat-NachfolgerAndroid 8: Aus für die Blobs – Google spendiert Emojis neues Design

vom 18.05.2017, 14:17
Android Oreo
Bildquelle: Oreo, Android

Noch ist Nougat gar nicht überall angekommen, da steht die nächste Version von Android schon in den Startlöchern. Aktuelle Spekulationen lassen auf den Namen Android Oreo schließen, auch wenn Google offiziell nur von Android O spricht. Erste Details zu neuen Funktionen von Android 8 sind seit der Google I/O bereits bekannt, so gibt es Pläne, für eine bessere Update-Verteilung. Der Beta-Test läuft jetzt. Außerdem neu: ein neues Emoji-Design.

In der Keynote der Entwickler-Konferenz Google I/O hat der Android-Konzern einige weitere Ausblicke auf die kommende Version des führenden Smartphone-Betriebssystems Android gegeben.

Unter anderem mit von der Partie war ein neues Design für die hauseigenen Emojis. Die sogenannten Blobs erinnerten im Vergleich zu den Smileys der Konkurrenz nicht an Menschen, sondern an merkwürdig geformte Kreise. Nun sollen sie der Vergangenheit angehören: Wie Google bekannt gab, hat man die Neugestaltung der Emojis abgeschlossen und man werde sie mit Android O ins Betriebssystem einfügen.

Vergleich Emojis Android 7 Android O Beta
Bildquelle: Google

Die neuen Gesichter haben nun zum Teil eine rundlichere Form und mehr Details sowie eine bessere Farbabstimmung als noch ihre Vorgänger. Damit beerben die neuen Emojis die Blobs, die 2013 mit Android 4.4 eingeführt wurden und seid Android 5 Lollipop weite Verbreitung fanden.

Vergleich Kuss Emojis Android
Bildquelle: Google

Mit Android O werden auch bisher nicht implementierte Smileys veröffentlicht. Darunter ist zum Beispiel ein Zauberer, eine Bretzel und ein Kotz-Emoji. 

Neue Emojis Android O
Bildquelle: Google

Es gab auch weitere Neuerungen von der der Entwickler-Konferenz Google I/O: So seien die meisten neuen Features zwei Bereichen zuzuordnen, entweder "Fluid Experiences" (etwa "Flüssige Erlebnisse") oder "Vitals" (etwa "Vitalzeichen").

Neben der bereits gezeigten Bild-in-Bild-Funktion gehören zum Bereich "Fluid Experiences" auch die "Notification Dots" (Übersetzt etwa "Benachrichtigungspunkte"). Ähnlich wie im Apple-Betriebssystem iOS wird bei einer aktiven Benachrichtigung in einer App an dieser ein kleiner Punkt angebracht, der das Vorhandensein von Benachrichtigungen signalisieren soll. Auch viele Drittanbieter-Launcher oder Startprogramme von Geräte-Herstellern haben dieses Feature bereits bei iOS abgekupfert, Google hat der Funktion in Android O jedoch seinen eigenen Twist gegeben. So werden bei einem langen Gedrückthalten eines App-Symbols nicht nur die bekannten Schnellaktionen angezeigt, sondern auch die zugehörige Benachrichtigung. Die Farbe für den Benachrichtigungspunkt extrahiert Android übrigens aus dem App-Symbol, sodass es ganz schön bunt auf dem Bildschirm werden dürfte.

Notification Dots bei der Google I/O
Bildquelle: Vlad Savov / The Verge

Eines der großen Themen der Google I/O ist auch maschinelles Lernen. Eine Stelle an der man die Technologie in Android einbringt, um die Bedienung zu vereinfachen, ist das Auswählen von Text. So soll Android O automatisch Adressen oder Eigennamen erkennen und als Aktion direkt passende Apps vorschlagen, bei einer Adresse zum Beispiel Maps. Die Verarbeitung geschieht dabei vollständig auf dem Smartphone und es werden keine Daten an Google-Server übertragen.

Im Bereich "Vitals" sind vor allem Verbesserungen für die Sicherheit und die Gesundheit des Systems zusammengefasst. Wie Android-Managerin Stephanie Saad Cuthbertson bei der I/O-Keynote hervorhob, scannt Google bereits jetzt jede installierte App auf potenzielle Bedrohungen. In Android O wird dies besser sichtbar gemacht durch Google Play Protect. Außerdem setzt Android O Apps striktere Limits wodurch ein besseres Energiemanagement gelingen soll. Alles in Allem wird auch das System Beschleunigt und der Systemstart soll deutlich schneller gelingen als bisher.

Google Play Protect bei der Google I/O
Bildquelle: Vlad Savov / The Verge

Android Go für die nächste Milliarde

Mit Android O wird auch Android Go Einzug halten, eine spezielle Konfiguration für Einstiegsgeräte mit nur 1 GB Arbeitsspeicher oder weniger. Dadurch soll gewährleistet werden, dass das Betriebssystem auch auf diesen sehr preiswert herzustellenden Systemen flüssig und ansprechend läuft. Doch das Projekt geht noch weiter: Google hat einige seiner Apps angepasst um Datenvolumen und Rechenleistung zu sparen. So steht auf diesen Systemen zum Beispiel YouTube Go zur Verfügung, eine spezielle Version der YouTube-App. Auch der Google Play Store erhält eine Anpassung und hebt auf diesen Systemen vor allem Apps hervor, die auf den Umgang mit sparsam vorhandenen Systemressourcen optimiert sind.

Gewissermaßen ist Android Go damit die Fortführung von Googles Hardware-Projekt Android One, bei der die Entwicklung eines möglichst günstigen Smartphones für Entwicklungsmärkte angeschoben wurde.

Android Go bei der Google I/O
Bildquelle: Vlad Savov / The Verge

Beta von Android O nun erhältlich

Schon bei der Entwicklung von Android Nougat hatte es eine offene Beta-Version gegeben, bei der Entwickler und interessierte Nutzer sich die neueste Betriebssystem-Version vorab auf ihr Gerät holen konnten. Bei der Entwickler-Konferenz Google I/O fiel nun der Startschuss für die Beta-Phase von Android O.

Um am Beta-Programm teilzunehmen bedarf es nur eines berechtigten Geräts. Dies sind derzeit ausschließlich neuere Geräte, die unter der Ägide des Android-Entwicklers erschienen sind. Im Einzelnen sind das Nexus 5X, das Nexus 6P und der Nexus Player (Set-top-Box) berechtigt sowie das Pixel C (Tablet), Pixel und Pixel XL.

Hat man sich für das Beta-Programm angemeldet wird das Update über die reguläre Update-Funktion eingespielt. Die Anmeldung kann über android.com/beta erfolgen.

Bessere Update-Verteilung dank "Project Treble"

Die oft mangelahfte Update-Versorgung bei Android-Smartphones ist die Achillesferse des Betriebssystems. Obwohl Google für ausbleibende Sicherheitspatches und Versions-Aktualisierungen nicht final haftbar gemacht werden kann, liegt es doch schon an der Android-Entwicklung, dass Hardware-Partner ihre eigenen Bedürfnisse offenbar nur schwer auf die Google-Vorfertigung setzen können.

Unter Android O soll sich das sichtbar ändern. Im Android Developers Blog zeigen die Entwickler nun anschaulich, wie das künftig verbessert werden soll. Und zwar durch einen modularen Aufbau des Systems. Unter dem Namen "Project Treble" soll es ermöglicht werden, dass Updates nicht mehr abhängig von Treibern der einzelnen Hardware-Komponenten, wie zum Beispiel Chip-Herstellern, sind. Hierfür gibt es künftig ein "Vendor Interface" also eine Aktualisierungsebene, die nur die Fragmente von Android und dem Hersteller selbst betrifft. Somit wird das ganze Prozedere dahingehend verschlankt, dass ein Hersteller nur noch sich selbst und Google im Blick haben muss, wenn es heißt, ein Update fertigzustellen.

Project Treble soll allerdings erst auf Smartphones vorhanden sein, die mit Android O ausgeliefert werden - Aktuelle Smartphones, unter anderem also auch das Samsung Galaxy S8, werden demnach wohl nicht in den Genuss kommen.

Project Treble in Android O
Bildquelle: Android Developers

Offizielles Video gibt erste Einblicke in Android O

Die Gerüchte um Android 8 respektive O häufen sich. In einem offiziellen Video erklärt Google-Mitarbeiter Nasir Khan, worauf Nutzer sich im Nougat-Nachfolger einstellen können. Das Ganze ist noch sehr technisch und rudimentär gehalten. Allerdings gibt es bereits einiges an Aufschluss. So geht es vor allem um neue Benachrichtigungskanäle und neue Limits sowie Steuerungsmöglichkeiten für Hintergrund-Apps. Diese sollen vor allem den Akku schonen, Gerüchte dahingehend gibt es schon länger. Diese erhalten nun Bestätigung.

Die Benachrichtigungen sollen unter Android O effizienter werden und gruppiert dargestellt werden können. Dies betrifft zum Beispiel die parallele Nutzung von mehreren Messenger-Apps. Ein weiterer Aspekt ist der Bild-in-Bild-Modus, der die Dual-Window-Funktion ergänzt. In der YouTube-App von Google kann bereits ein Vorgeschmack auf das Feature erhalten werden.

Autofill-Funktion in neuer Android-Version demonstriert

Der Passwort-Manager 1Password hat in einem Video demonstriert, was mit der Funktion Autofill – die bereits aus dem Browser bekannt ist – unter dem Nougat-Nachfolger alles möglich ist. Künftig könnte beispielsweise das Entsperren von Apps durch die Autofill-API in Kombination vereinfacht werden.

Im Klartext bedeutet dies, dass der komplette Anmeldesatz wie Nutzername und Passwort durch den Passwort-Manager automatisch bereit gestellt werden. 1Password zeigt am Beispiel von Twitter, wie der automatisierte Anmeldeprozess vonstatten gehen könnte. Im Beispielvideo zu sehen ist das Eingangsportal von Twitter, bei dem anstelle der manuellen Anmeldung eben jene durch die 1Password-App erfolgt. Sobald die entsprechenden Daten hinterlegt und entweder durch den Fingerabdruck oder aber durch ein sogenanntes hinterlegtes Masterpasswort freigeschaltet wurden, reicht künftig ein Fingertipp, um sich einzuloggen.

1Password Twitter Android 8 / O Beispiel
Bildquelle: AgileBits

Diese bequeme Vorgehensweise, die Passwort-Manager wie 1Password bieten, soll Nutzern die wiederholte Eingabe von Nutzernamen, Passwörtern, Telefonnummern und ähnlichem ersparen.

Sony soll verbesserten Bluetooth-Standard für Android O liefern

Über einen Blog-Beitrag an Android-Entwickler hat Google nun bekannt gegeben, dass das neue Android-Betriebssystem die verbesserte LDAC-Bluetooth-Technologie von Sony erhalten soll. Diese spielt besonders bei der kabellosen Übertragung von Musik auf Kopfhörer oder Boxen eine große Rolle. Bisher hat der Bluetooth-Standard A2DP sich auf Smartphones durchgesetzt, bei dem Daten mit einer Bitrate von 328 kBit/s an Bluetooth-Geräte übertragen werden. Durch eine Komprimierung der Daten kommt es hier allerdings zu einer Reduzierung der Audioqualität. Sonys neuer Bluetooth-Standard LDAC soll Daten mit einer Bitrate von 990 kBit/s an Kopfhörer und Co. verlustfrei übertragen können.

Sony selbst spendiert hauseigenen Geräten den LDAC-Standard bereits seit längerer Zeit, zum Beispiel bei neueren MP3-Playern der Walkman-Reihe. Sollte Google für Android O den LDAC-Bluetooth-Standard integrieren, kann eine Verbesserung der Audio-Qualität jedoch nur mit einem passenden Bluetooth-Empfänger realisiert werden. Da Sony die Rechte am LDAC-Standard hält, sind das wohl nur hauseigene Sony-Produkte, wie Kopfhörer oder Bluetooth-Boxen. Der LDAC-Standard soll für alle Android-Smartphone-Hersteller in der AOSP-Code-Bibliothek bereitstehen und kann künftig kostenlos in die Geräte integriert werden.

Gegensteuerung, intelligente Zwischenablage und mehr

Laut dem Bericht soll Google bei dem neuen Betriebssystem eine neue Form der Gegensteuerung entwickeln, die Besitzer von aktuellen Huawei-Smartphones bereits kennen: So soll Android in Zukunft bestimmte Apps und Funktionen starten, wenn auf dem Bildschirm ein Buchstabe oder eine simple Form vom Nutzer gezeichnet wird. Ein C würde zum Beispiel die Liste mit den zuletzt angerufenen Kontakten aufrufen. Es ist noch nicht bekannt, ob die Funktion auch im Standby – also bei deaktiviertem Display – auf dem Homescreen oder in jeder geöffneten App funktioniert.

Zudem soll Google die Zwischenablage künftig intelligenter gestalten und so das Kopieren von Textbausteinen einfacher machen. Die neue Funktion namens "Copy Less" soll die in einer App angezeigte Information automatisch in die Zwischenablage kopieren, wenn parallel ein Messenger genutzt wird und darin ein Stichwort eingegeben wird. Venture Beat macht die Funktion anhand eines Beispiels deutlich: Wird im Messenger ein Satz mit "It's at" begonnen, wird die gerade angezeigte Adresse aus der zuletzt aufgerufenen App Yelp automatisch hinzugefügt. Es ist aber unklar, ob das Tool für Android oder für Googles Gboard-Tastatur kommen wird.

Eine dritte Funktion kennt man bereits von Apples iOS: Beim Senden einer Adresse über einen Messenger wird dem Empfänger automatisch ein Link zu einer Kartenanwendung – sehr wahrscheinlich Google Maps – generiert. Ob das Feature in allen Messenger-Apps oder nur in denen von Google selbst funktionieren wird, ist derzeit nicht bekannt. Venture Beat betont, dass die vorgestellten Neuerungen zwar nach Auskunft mit Googles Plänen vertrauten Quelle in Arbeit sind, letztendlich können sie aber noch auf eine spätere Android-Version verschoben oder ganz eingestellt werden.

Android 8 könnte Oreo heißen

Grund für das Gerücht um die Namensgebung ist ein Post von dem Android-Chef Hiroshi Lockheimer auf Twitter. Dieser veröffentlichte ein GIF von einer drehenden Oreo-Torte.

Noch ist unklar, ob Lockheimer mit dem GIF tatsächlich einen Hinweis auf den Namen verrät, oder ob er sich nur einen Scherz erlaubt. Kurz davor veröffentlichte der Mitarbeiter von Android ein Foto von Pocky-Gebäck, einer anderen Süßigkeit aus den USA, die vergleichbar mit Mikado-Sticks sind. Dazu schrieb Lockheimer "#2018", was als Anspielung auf die Android 9.0 zu verstehen ist.

Sollte Android die Version 8.0 tatsächlich Oreo nennen, müsste Google erst die Rechte vom Hersteller Mondelēz erhalten. 2013 hat Google schon einmal mit dem Süßwarenhersteller Nestlé zusammengearbeitet und Android 4.4 KitKat veröffentlicht. Der endgültige Name für Android 8.0 O wird wahrscheinlich erst einige Wochen vor dem Release bekannt gegeben.

Android O in Sicht – So schlägt sich Android N auf dem Markt

Mehr als ein halbes Jahr nach der offiziellen Bekanntgabe, ist Android 7.0 Nougat laut Googles aktuellem Verteilungsplan auf nur 2,8 Prozent der Android-Geräte vertreten. Doch schon im Mai soll auf der Entwicklerkonferenz I/O die neue Version des Betriebssystems präsentiert werden. Das Unternehmen übernimmt bei den Bekanntgaben von den Betriebssystemen wie Apple bei iOS einen Jahresturnus. 

Nougat wird jetzt auf Sony-Geräten in Deutschland verteilt ›


Quellen: Twitter, Venture Beat | Bildquelle kleines Bild: Google | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Android, Android Nougat, Android Updates, Google, Mobilfunk-News

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