Nokia Lumia 930: Der Rocky Balboa unter den Smartphones

Datum: 08.07.2014 | Wertung: 97% | Produkt: Nokia Lumia 930
Nokia Lumia 930

Das Nokia Lumia 930 dürfte wohl das letzte High-End-Gerät unter Nokias Flagge sein. Dabei macht es den Anschein, als hätten die Finnen die besten Ingenieure und Designer zusammengetrommelt, um das Lumia 930 perfekt zu machen. Der Test zeigt, was den Handy-Spezialisten gelungen ist, was noch verbessert werden muss und warum das Lumia 930 den Boxring als Sieger nach K.O. verlassen kann.

Verarbeitung und Design

Gegenüber dem Lumia 920 oder Lumia 925 hat sich optisch einiges verändert. Zwar sieht man dem 10,5 Millimeter flachen Lumia 930 immer noch an, dass es zur Lumia-Familie gehört, allerdings sind die Rundungen verschwunden und härtere Kanten hinzugekommen. Die kleine Schublade für die Nano-SIM-Karte auf der Oberseite lässt sich endlich ohne zusätzliches Werkzeug öffnen. Der Metall-Rahmen vermittelt einen soliden und hochwertigen Eindruck. Das setzt sich auch auf der Rückseite fort: Die Materialwahl fällt hier auf Kunststoff, was den hochwertigen Eindruck aber nicht trübt. Im Gegenteil: Streicht man mit den Fingern über den Rücken des Lumia 930, weiß man, warum Kunststoff so gut als Material für Smartphones geeignet ist. Die leicht angeraute Oberfläche vermittelt einen weichen Eindruck und schmeichelt der Hand.

Insgesamt wirkt die Verarbeitung noch etwas besser als bei den Lumia-Smartphones zuvor. Das fängt bei der Bohrung für den Klinkenstecker an, geht über das zu den Seiten hin flacher werdende Display weiter und hört bei den Tasten aus Aluminium auf, die alle einen sehr angenehmen Druckpunkt aufweisen. Vor allem der zweistufige Kamera-Taster sorgt für einen Wow-Effekt.

Nokia Lumia 930: Hands-On-Fotos

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    Das Nokia Lumia 930 verfügt über einen ...
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    5 Zoll großen Full-HD-Bildschirm.

Was gleich geblieben ist: Nokia setzt nach wie vor auf poppige Farben. Zwar ist das Lumia 930 auch in Schwarz oder Weiß erhältlich, der Fokus liegt allerdings auf der neonleuchtenden orangen und grünen Variante. Zudem setzt Nokia weiterhin auf Masse: Bereits das Lumia 920 brachte stolze 188 Gramm auf die Waage. Zwar ist das Lumia 930 knapp 20 Gramm leichter, gehört in seine Kategorie aber zu den Schwergewichten. Im Vergleich: Das Galaxy S5 bringt trotz leicht größerem Display 145 Gramm, das HTC One M8 trotz Alu-Body 160 Gramm auf die Waage.

Das Design ist erfrischend anders als man es von Samsung, Sony und Co. kennt. Nokiahat im Laufe seiner Lumia-Geschichte gezeigt, dass man Smartphones bauen kann, die nicht alle gleich aussehen. Zudem ist die Verarbeitung perfekt.

Wertung: 5/5

Display

Der von Gorilla Glass 3 geschützte OLED-Bildschirm, der im Lumia 930 zum Einsatz kommt, ist 5 Zoll groß und löst in Full-HD auf. Im Vergleich zum LC-Display eines Lumia 920, das in HD-Qualität auflöst, kommen Farben deutlich intensiver rüber. Welche Vor- und Nachteile ein OLED-Display gegenüber einem LCD-Panel sonst noch hat, ist im großen Display-Special nachzulesen.

Auch ist das Display des Lumia 930 etwas heller. Die höhere Auflösung wird aber nur bei genauem Hinsehen sichtbar. Dank Nokias ClearBlack-Technologie werden schwarze Hintergründe auch dann noch tief schwarz dargestellt, wenn die Displaybeleuchtung hochgeregelt ist.

Der Blickwinkel ist sehr stabil, was bedeutet, dass man Inhalte auch noch sehr gut und nahezu ohne Helligkeitsverlust erkennen kann, wenn das Smartphone um 45 Grad geneigt ist. Die automatische Helligkeitsregelung funktioniert sehr schnell und erfreulicherweise stufenlos.

Der Touchscreen des Testgerätes reagierte sehr sensibel, präzise und verzögerungsfrei auf die Fingereingabe. Im Menüpunkt "Berührung" lässt sich in den Einstellungen die Berührungsempfindlichkeit einstellen. Der Nutzer hat die Wahl zwischen "Normal" und "Hoch". Zweiteres erlaubt es, den Touchscreen mit Handschuhen zu bedienen. Gleichzeitig wird durch diese Option aber auch mehr am Akku gezehrt. Unter diesem Punkt der Einstellungen hat man auch die Möglichkeit, die Option ein- bzw. auszuschalten, die es erlaubt, den Bildschirm im Standby-Modus mit einem Doppeltipp aus dem Schlaf zu holen.

Im Menüpunkt "Anzeige" lassen sich die "Lesbarkeit bei Sonnenlicht" und die "Helligkeit im Stromsparmodus" ein- und ausschalten. Zudem gelangt man zum Farbprofil, wo man die Farbtemperatur, den Farbton und die Farbsättigung des Displays definieren kann. Darüber hinaus lässt sich das Helligkeitsprofil anpassen. Bedeutet: Die Helligkeit des Bildschirm im Automatik-Modus kann höher oder niedriger geregelt werden.

Zwar gibt es aktuell auch Top-Smartphones mit Quad-HD-Displays, allerdings reicht ein Full-HD-Bildschirm auf einer Größe von 5 Zoll allemal aus. Nur weil es höher auflösende Displays gibt, wäre es unfair und unverständlich, bei einem derart guten Bildschirm, wie er im Lumia 930 zum Einsatz kommt, Punkte abzuziehen.

Wertung 5/5

Ausstattung und Leistung

Als Motor setzt Nokia auf den Snapdragon 800 von Qualcomm. Dessen vier Kerne takten mit jeweils 2,2 GHz. In Kooperation mit 2 GB Arbeitsspeicher lässt sich das Lumia 930 absolut flüssig bedienen. Das allein hängt aber nicht nur vom Prozessor ab. Dank der an die Hardware angepassten Software läuft im Prinzip jedes Windows-Phone flüssig und ohne zu ruckeln. Eine stärkere CPU wirkt sich lediglich auf die Ladezeiten aus, die beim Lumia 930 etwas kürzer sind, als beim Lumia 920 oder 1020.

Ein interner Speicher von 32 GB (29 GB nach Abzug des Betriebssystems) muss Nutzern des Lumia 930 ausreichen. Eine Erweiterung mittels Micro-SD-Karte ist nämlich nicht möglich.

Erfreulich ist, dass LTE und NFC mit an Bord sind und das Lumia 930 induktiv über ein entsprechendes Ladegerät kabellos aufgeladen werden kann. Das funktionierte im Test mit einer Qi-Ladestation von RavPower ohne Probleme. Ein Tipp für Leser, die darüber nachdenken, sich ein Lumia 930 anzuschaffen: Es wird eine Nano-SIM-Karte benötigt. Wer nur eine Mini- oder Micro-SIM-Karte hat, kann diese auch mit Hilfe dieser Anleitung zurechtschneiden.

Weniger erfreulich ist, dass Nokia auf einen MHL-Anschluss und USB on the go verzichtet. Dafür kann man das Lumia 930 aber via Miracast mit dem heimischen Smart-TV koppeln.

An Verbindungsmöglichkeiten bietet das Lumia 930:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE X   Mobilfunkstandard, Down-max 100 Mbit/s
USB-OTG   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA X   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC X   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL   X Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Qi X   QI-Ladestandard ermöglich kabelloses Aufladen
Bluetooth-Version X   4.0
WLAN-Standards X   802.11 b/g/n/a/ac


Die Sprachqualität während eines Telefonats bewegt sich auf einem sehr guten Niveau. Durch den Lautsprecher auf der Rückseite klingt der Gesprächspartner deutlich und laut, weshalb einem Einsatz als Freisprecheinrichtung im Auto nichts im Weg steht. Ähnlich gut kam man selbst auch beim Gegenüber an.

Zwar fehlt dem Lumia 930 ein MHL-Anschluss, dafür lässt sich der Bildschirm aber kabellos via Miracast auf den Fernseher transportieren. Es ist positiv hervorzuheben, dass LTE, NFC und der QI-Ladestandard an Bord sind, allerdings wird - trotzt 32 GB Speicher - ein Micro-SD-Kartenslot vermisst.

Wertung 4,5/5

Kamera

Hinter der 6-Linsen-Optik von Zeiss befindet sich ein 20-Megapixel-Sensor - samt PureView-Technologie und Blende f/2.4. Zu den weiteren Eigenschaften der Kamera gehören eine optische Bildstabilisierung (OIS), ein 2-facher verlustfreier Zoom, zwei LEDs, die Aufnahmen auch bei Dunkelheit erlauben sowie die Möglichkeit, Full-HD-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde aufzuzeichnen. Zudem sollen gleich vier Mikrofone eine Surround-Sound-Aufnahme erlauben.

Zwar fehlt dem Lumia 930 nicht mehr viel zu einer kompakten Digitalkamera, sodass es eine sehr gute Alternative ist; vor allem, weil man seine Digitalkamera nicht immer dabei hat.

Außenaufnahmen werden bei guten Lichtverhältnissen sehr gut. An der Schärfe sowie an den Farben gibt es nichts auszusetzen. Zudem sind - auch auf großen Bildschirmen - viele Details sichtbar. Auch bei Nahaufnahmen liefert die Kamera extreme Schärfe und viele Details ab. Bei Innenaufnahmen gesellt sich schon mal ab und an etwas Farbrauschen dazu, aber auch hier liefert die Kamera für ein Smartphone überdurchschnittlich gute Bilder ab.

Bei Dunkelheit spielt die Kamera-Software mit dem ISO-Wert und der Verschlusszeit, weshalb unter anderem auch deswegen sehr gute Bilder gelingen. Allerdings ist Rauschen dabei in Kauf zu nehmen.

Im Automatik-Modus kann ein ISO-Wert von bis zu 4.000 erreicht werden. Jedoch bedeutet ein höherer ISO-Wert nicht gleich ein besseres Bild. Je höher die Zahl ist, desto weniger Licht benötigt man zwar beim Fotografieren, allerdings wird bei zunehmendem ISO-Wert in der Regel auch die Bildqualität schlechter - die Körnung beziehungsweise das Rauschen nimmt deutlich zu.

Daher empfiehlt es sich, hin und wieder den manuellen Modus auszuprobieren und alle Parameter selbst einzustellen. Dabei lässt sich die Belichtung, die Verschlusszeit, der ISO-Wert, sowie der Weißabgleich und der Fokus ähnlich wie bei einer digitalen Spiegelreflexkamera einstellen. Positiv herauszuheben dabei: Das Ergebnis sieht man sofort auf dem Display. Wird es zu dunkel, kommen die beiden LEDs auf der Rückseite ins Spiel und leuchten einen bis zu 3 Meter langen Raum gut aus.

Nokia Lumia 930: Kamera-Testfotos

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    Feld in Koblenz
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    Baum im goldenen Schnitt

Mit dem Lumia 930 gemachte Testaufnahmen gibt es hier in voller Auflösung

Im Lumia 925 kam erstmals der "Smart Cam"-Modus von Nokia zum Einsatz. Dieser ist als Erweiterung der Kamera auch beim Lumia 930 an Bord. Nokia Smart Cam ermöglicht es, zehn Fotos nacheinander aufzunehmen und die Bilder mit Optionen wie "Bestes Bild", "Action-Modus", "Bewegungsfokus", "Gesichter ändern", und "bewegte Objekte entfernen" zu bearbeiten - auch nachträglich.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Kamera-Software von Nokia: Neben Nokia Cinemagraph, das animierte GIFs erstellt, gibt es das Creative Studio, mit dem man seine Fotos mit Filtern überziehen und rudimentäre Bildbearbeitung durchführen kann. Zudem gibt es den Nokia Beamer, mit dessen Hilfe man seine Fotos auf andere Bildschirme mit Internetverbindung übertragen kann. Dazu besucht man beispielsweise an seinem Laptop oder einem anderen Smartphone die Seite beam.nokia.com und scannt den QR-Code ab. Danach kann man im Browser den Bildschirm des Lumia 930 sehen.
Weitere Apps sind der Nokia Storyteller und Nokia Glam Me. Mit letzterem kann man sein Porträt, das man mit der 1,2-Megapixel-Frontkamera geschossen hat, mit Filtern überziehen kann. Mithilfe von Nokia Refocus lässt sich der Fokuspunkt auf einem Foto auch nach der Aufnahme noch bestimmen.

Fotos lassen sich in verschiedenen Größen und Formaten abspeichern. Zunächst einmal hat der Nutzer die Wahl zwischen einem 4:3- und einem 16:9-Verhältnis. Zum anderen lassen sich Bilder wahlweise als JPEG in 5 Megapixeln oder 5 und 16 Megapixeln (beim 4:3-Verhältnis 5 und 19 Megapixel) abspeichern. Wer seine Fotos im Nachhinein mit Camera Raw oder anderen Programmen selbst bearbeiten will, kann auch die Einstellung "JPEG (5 Megapixel) + DNG (16 Megapixel) auswählen.

Im Kamera-Bereich macht Nokia keiner so schnell etwas vor. Mittlerweile ist das Unternehmen zu einem Kamera-Spezialisten im Smartphone-Bereich geworden und stattet seine Top-Smartphones ein ums andere Mal mit exzellenter Linsentechnik uns Software aus.

Wertung 5/5

Software und Multimedia

Wie auf allen Lumia-Smartphones kommt auch auf dem 930 Windows Phone in der Version 8.1 als Betriebssystem zum Einsatz. Nokia erweitert dieses mit seiner Lumia-Cyan-Software. Während Android oft herstellerseitig von Nutzeroberflächen wie Sense oder TouchWiz überzogen wird, darf Windows Phone auf allen Smartphones, die das System nutzen, in seiner Reinform existieren. Nicht zuletzt deswegen erlaubt es eine wesentlich bessere Verzahnung von Soft- und Hardware.

Mit der neuen Windows-Phone-Version liefert Microsoft viele wichtige Details und Funktionen, die das Betriebssystem endgültig aus den Kinderschuhen heben.

So wurde das von WP-Nutzern seit langem verlangte Info-Center installiert. Man kann nun vom oberen Bildschirmrand eine Benachrichtigungsleiste herunterziehen, hinter der sich nicht nur Schnelleinstellungen verbergen, sondern auch alle Nachrichten zusammenlaufen.

Darüber hinaus haben Nutzer nun die Möglichkeit, die Live-Kacheln auf dem Startbildschirm in zwei oder drei Spalten anzuordnen. Zudem kann ein individuelles Hintergrundbild verwendet werden, das durch transparente Live-Kacheln hindurch sichtbar ist.

Auch lässt sich nun die Lautstärke für Apps separat von der Lautstärke fürs Klingeln bei Anrufen und bei Benachrichtigungen regeln. Weitere neue Funktionen sind die lernende Word-Flow-Tastatur sowie die aufgebohrten Einstellungen und Optimierungen im WLAN-, Daten- und Speicherbereich. Wie diese genau aussehen und welche neuen essentiellen Funktionen Windows Phone 8.1 noch mit sich bringt, ist im Special "Alle Details zu Windows Phone 8.1" nachzulesen.

Nokia Lumia 930: Screenshots Windows Phone 8.1

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    Homescreen des Lumia 930
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    Enstsperrbildschirm

Mittlerweile steht man als Windows-Phone-Nutzer Android- oder iOS-Nutzern in Nichts nach. Das Betriebssystem ist erwachsen geworden und bietet dem Nutzer deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten als noch vor vier Jahren, als die erste WP-Version den Markt betrat. Auch in Sachen Apps gibt es kaum noch Nachteile gegenüber dem Play Store von Google oder App Store von Apple.

Kritik erntet lediglich der Bereich "Einstellungen". Die Liste mit diesen ist von WP 7 bis hin zu WP 8.1 immer länger und somit unübersichtlicher geworden. Die Einstellungen sind weder themenspezifisch noch alphabetisch geordnet. So findet man Einstellungen zum Display (Bildschirmsperre) sowohl an vierter Position in der Liste, als auch an Position 18 (Helligkeit) und 38 (Berührungsempfindlichkeit). Man muss also ziemlich viel rauf- und runterwischen, bis man die entsprechende Einstellung gefunden hat - auch als erfahrener Nutzer.

Der Musikplayer des Nokia Lumia 930 befindet sich nicht mehr im Musik+Video-Hub des Geräts sondern in der App "Musik". In einer Bibliothek sind gespeicherte Musikstücke unter den Kategorien Künstler, Alben, Songs, Genres und Wiedergabelisten gespeichert. Über den Handylautsprecher wird Musik sehr laut wiedergegeben und es ist ein Hauch von Bass zu vernehmen. Bei voll aufgedrehter Lautstärke neigen Höhen etwas zum Verzerren. Zwar gibt es einen Equalizer mit Voreinstellungen wie Jazz, Rock, mehr Bässe oder weniger Gesang sowie frei justierbare Höhen und Tiefen in verschiedenen Frequenzbereichen, allerdings ist dieser nicht über die Musik-App erreichbar, sondern nur über die Einstellungen des Geräts.

Unüblicherweise legt Nokia dem Lumia 930 kein Headset bei. Da die beiliegenden Kopfhörer in nur wenigen Fällen wirklich gut sind, wird das viele Nutzer sicherlich nicht weiter stören.

Des Weitere gibt es mit dem Nokia MixRadio eine Anwendung, mit der Nokia und Microsoft sich einen Vorteil in Sachen Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz von iOS und Android verschafften. Nutzer bekommen die Möglichkeit, ihre Lieblingskünstler als Favoriten festzulegen und erhalten einen an sie angepassten Musik-Mix, den sie auch offline verfügbar machen können - was unterwegs das Datenvolumen nicht beansprucht. Zudem lassen sich weitere Mixe aus den verschiedensten Genres offline verfügbar machen.

Nokia MixRadio

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    Nokia MixRadio
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    Nokia MixRadio

Neben einem UKW-Radio, das nicht am Datenvolumen zehrt, verbaut Nokia im 930 gleich vier Mikrofone mit Rauschreduzierung. So lässt sich auch mal ein Song auf einem Konzert in Surround-Sound aufzeichnen und im Nachhinein in einer überraschend guten Qualität abspielen.

Spiele wie Rail Rush oder Asphalt 7 Heat laufen flüssig und brachten die CPU zu keiner Zeit aus der Ruhe. Die Wärmeentwicklung auf der Rückseite hält sich in Grenzen.

Zu der weiteren Software, die das Lumia 930 begleitet, gehört Nokias Karten-Software Here, mit der man ein kostenlose Navigation mitgeliefert bekommt und das kostenlose Office-Paket, mit dem Word, Excel und Powerpoint-Dateien erstellt, bearbeitet und in der OneDrive-Cloud abgespeichert werden können.

Abzug gibt es für die unübersichtliche Einstellungs-Liste und das fehlender Headset.

Wertung 4,5/5

Akku

Nokia stattet das Lumia 930 mit einem 2.420 mAh starkem Akku aus. Die Batterie muss sich im Test bei dauerhaft aktiviertem Bluetooth, WLAN und GPS sowie E-Mail-Push einem 30-minütigen Gespräch, 30 Minuten Musikhören per Webstream sowie 30 Minuten Spielen und einer 30-minütigen HD-Video-Wiedergabe über YouTube stellen. Hinzu kommt die Aufnahme mehrerer Fotos und Videos und das Surfen auf verschiedenen Webseiten.

Akkulaufzeit Nokia Lumia 930
Bildquelle: inside-handy.de

Akkulaufzeit des Nokia Lumia 930

Nach knapp 9,5 Stunden waren noch 51 Prozent Ladung übrig. Bei über 13 Stunden im Standby verlor der Akku des Lumia 14 Prozent und war damit insgesamt noch bei 37 Prozent. Der erste Wert geht in Ordnung, der Verbrauch im Standby könnte aber etwas niedriger sein. Schaltet man aber WLAN, Bluetooth und/oder GPS aus wenn man es nicht benötigt, sind sicherlich auch im Standby noch einige Prozentpunkte herauszukitzeln.

Einen Tag fernab jeder Steckdose lässt der Akku des Lumia 930 also zu. Bei moderatem Gebrauch dürften auch zwei Tage drin sein.

Wertung 4,5/5

Fazit

Nokia wusste wie man gute Handys baut und weiß heute auch, wie man ein sehr gutes Smartphone zu Stande bringt. Nicht nur deshalb hat sich Microsoft den Teil des Konzerns zu eigen gemacht.

Das Lumia 930 ist Nokias Star in der Familie und so präsentiert es sich auch. Mit auffälligen Farben, einem edlen Alurahmen und erstklassiger Verarbeitung hält man nach dem Kauf ein hochwertiges Smartphone in den Händen.

Das Display beeindruckt, auch wenn es nicht mit der höchstmöglichen Auflösung daher kommt. Full-HD bei 5 Zoll Diagonale reicht allemal aus, vor allem wenn Nokias ClearBlack-Technologie für ein sattes Schwarz sorgt und die automatische Helligkeitsregelung stufenlos und pfeilschnell arbeitet.

Der Prozessor leistet in Kombination mit dem 2 GB großen Arbeitsspeicher hervorragende Arbeit. Bei gleichen Voraussetzungen kommt so manch Android-Smartphone aus der Puste, nicht aber das Lumia 930. Verzögerungen und lange Ladezeiten treten - wenn überhaupt - nur äußerst selten auf. Auch nicht dann, wenn man das Gerät mit Apps vollstopft und viele Anwendungen parallel laufen lässt.

Bitter nötig waren die zahlreichen Funktionen, die Microsoft mit Windows Phone 8.1 ausliefert. Nun kann auch ein Lumia gegen die Konkurrenz mit Google und iOS auf dem Boxmantel in den Ring steigen und über die volle Distanz gehen. Es kommt aber ganz auf den Nutzer an, aus welcher Ecke der Sieger letztendlich kommt. Das Lumia 930 hat das Zeug dazu, in der höchsten Klasse den Titel einzuheimsen.

Auch die starke Kamera und der ausdauernde Akku tragen einen Teil dazu bei. Zwar liegt kein Headset dem Lieferumfang bei, dafür aber ein Maxdome-Gutschein für ein 6-Monate-Paket im Wert von knapp 50 Euro.

Gut 500 Euro muss man einem Verkäufer überreichen, um ein Lumia 930 sein eigenen nennen zu können. Damit ist das Gerät vom Preis her mit den Spitzenmodelle von Sony, Samsung und HTC vergleichbar.

Nokia Lumia 930 Testsiegel

Pro

  • Top Verarbeitung
  • Beeindruckende Kamera
  • Viel gute und nützliche Software
  • Sehr gute Performance
  • Brillantes Display

Contra

  • Akku nicht austauschbar
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Einstellungs-Menü unübersichtlich
  • Kein Headset im Lieferumfang

Alternativen

In Anbetracht dessen, dass auch das Lumia 925 (hier im Test) in Kürze mit Windows Phone 8.1 versorgt wird, ist es wohl nicht nur wegen des tiefen Preises eine Alternative. Das Gerät ist bereits ab rund 270 Euro zu haben und hat wie das Lumia 930 LTE an Bord. Allerdings ist das Display mit 4,5 Zoll etwas kleiner und löst in HD auf.

In die gleiche Preiskategorie wie das Lumia 930 fällt das Top-Modell von HTC. Das One M8 (hier im Test) ist ab rund 500 Euro erhältlich und bietet nahezu die gleiche technische Ausstattung - verpackt in einem Unibody aus Metall. Einen Vorteil hat das M8: Der Speicher ist erweiterbar. Der Nachteil: Die Kamera ist schlechter als die des Lumia 930.

Wem ein 16 GB großes Datendepot genügt und wer auf eine hochwertige Verarbeitung setzt, der kann auch zum rund 100 Euro teureren iPhone 5s (hier im Test) greifen. Allerdings muss man sich dann auch mit einem 4-Zoll-Display begnügen.

Autor: Blasius Kawalkowski

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