HTC U 11 Life im Test: Dreimal top und dreimal flop

19 Minuten
HTC U11 Life
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Seit Mitte November treibt das HTC U11 Life sein Unwesen auf dem deutschen Markt und geht für die Taiwaner auf Kundenfang. Mit ordentlichen technischen Spezifikationen geht es in den Test der inside-handy.de-Redaktion. Zum Einsatz kommt das etwas schwächer aufgestellte Modell, das im freien Markt angeboten wird. Die Version mit 4 GB Arbeitsspeicher und verdoppeltem Hauptspeicher wird exklusiv über den Online-Shop von HTC angeboten.

Die technischen Daten des U11 Life im Überblick:

  • Display: 5,2 Zoll / 1.080 x 1.920 Pixel / Gorilla Glas
  • Prozessor: Snapdragon 630 / Octa-Core / 2,2 GHz
  • Speicher: 3 oder 4 GB RAM / intern: 32 oder 64 GB (erweiterbar)
  • OS: Android One auf Basis von 8 Oreo
  • Hauptkamera: 15,9 Megapixel / Blende 1:2
  • Frontkamera: 15,8 Megapixel / Blende 1:2
  • Akku: 2.600 mAh

Design und Verarbeitung

Beim Aussehen des HTC U11 Life bauen die Taiwaner voll auf die Designsprache des Flaggschiffs U11. Eine hochglänzende Rückseite und ein insgesamt von Rundungen geprägtes Design zeugen von der nahen Verwandtschaft der beiden Smartphones. Das muss man mögen. Wer ein schlichtes, geradliniges oder puristisches Design bevorzugt, sollte sich woanders umsehen. Wem Hochglanzflächen zusagen und das Einheitsdesign der Konkurrenz mit metallischen Oberflächen zuwider ist, wird mit dem HTC U11 Life zumindest designerisch sehr gut bedient. Fans randloser Displays sollten ebenfalls die Finger vom U11 Life lassen: Weder an den Längs-, noch an den Querseiten des Gehäuses ist der Platz zwischen Rahmen und Panel klein genug, um ihn als modern zu bezeichnen.

HTC hat zwei weitere Design-Spezialitäten verbaut, die jedoch auch funktionell eine gewichtige Rolle spielen: Zum einen wurde auf die Klinkenbuchse verzichtet und zum anderen der USB-Typ-C-Port nicht wie üblich in die Mitte des unteren Rahmens platziert. Ersteres wird noch bei der Multimedia-Leistung und der Software eine Rolle spielen. Dass der Steckplatz für den Strom-, Musik- und Daten-Fluss nach rechts verschoben ist, mag ein weiterer Ausdruck der Unangepasstheit HTCs sein, nötig war es wohl nicht. Anstatt des Lochs für den elektronischen Anschluss findet sich in der Mitte der Lautsprecher wieder.

HTC U11 Life – Hands-On

Haptik und Material

Ein Griff an das U11 Life und man merkt sofort: HTC hat sein Flaggschiff U11 in mehr als nur einer Hinsicht zum Abspecken geschickt. Abseits der auf Mittelklasse-Niveau reduzierten Hardware ist das Handy selbst auch wesentlich kleiner, leichter und handlicher. Mit gerade einmal 142 Gramm wiegt es knapp 30 Gramm weniger als das schwere U11. Der Unterschied wird sofort beim Anheben deutlich. Teilweise wirkt das Smartphone sogar etwas zu leicht und man vermutet direkt dünne Materialstärken und ein wenig robustes Telefon. Biegt man das HTC U11 Life mit leichtem Druck, zeigt sich dann auch, dass hier nicht gerade Stahlträger verbaut sind: Die Radien, die durch das Verbiegen erreicht werden, können sich sehen lassen. Ebenso weich gibt sich die Rückseite, die sich etwas eindrücken lässt und ebenfalls keinen hochwertigen Eindruck macht. Bei aller Kritik: Das Gute an der Materialwahl ist, dass sich das U11 Life jederzeit wieder in seine Ausgangsform zurückbiegt und ein Zerbrechen sehr unwahrscheinlich ist.

Ein weiterer Vorteil ist mit der Reduzierung des Flaggschiffes einhergegangen: Es liegt wunderbar in der Hand. Dank des 5,2 Zoll „kleinen“ Displays und dem abgerundeten Rücken ist das HTC U11 Life ein absoluter Schmeichler für die Hände. Selbst Menschen mit kurzen Fingern können alle Buttons ohne Schwierigkeiten erreichen. Dazu kommt, dass der Fingerabdrucksensor nicht auf dem Rücken ertastet werden muss, sondern leicht zu erreichen unter dem Display Platz findet. Zwei Kleinigkeiten werden sehr kritische Zeitgenossen stören: Die kleine Kante, die sich zwischen dem Rahmen und dem etwas herausragendem Rückdeckel auftritt und die Kamera, die in einem günstig wirkenden Plastikring aus der Rückseite heraussteht.

Das feminine Design und das sehr leichte Gehäuse sind Geschmackssache. Das weiche Material und die dünnen Wandstärken sind einem Mittelklasse-Smartphone jedoch nicht würdig. Das gilt auch für die breiten Ränder um das Display herum. Pluspunkte sammelt das U11 Life bei der Handhabung und dem angenehmen Anfassgefühl.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Display

HTC stattet sein U11 Life mit einem Super-LCD-Panel aus und spendiert der 5,2 Zoll großen Anzeige eine Full-HD-Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixeln. Damit liegt die Schärfe nicht nur theoretisch satt im grünen Bereich. Auch die Farben können mit Natürlichkeit überzeugen. Sobald der Nachtmodus aktiv ist, ist davon nichts mehr zu spüren, jedoch ist die Herausnahme der blauen Anteile gewollt und schont die Augen. Der Blaulichtfilter ist dabei per Hand einstellbar. Die zweite Möglichkeit, ihn zu aktivieren, ist eine Automatik, die von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang den Tagmodus aktiv lässt und dazwischen wechselt. Die Ablesbarkeit bei schräger Draufsicht kann ebenfalls gefallen. Das Display dunkelt zwar relativ früh ab, jedoch bleiben Farben und Schärfe lange stabil.

HTC U11 Life
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Doch es gibt auch Kritik: Wer die Farben des Panels per Hand oder per vordefinierter Einstellungen anpassen will, schaut in die Röhre. Nutzer, die auf eine diskrete Helligkeitsautomatik wert legen, werden ebenfalls enttäuscht. Das Panel braucht einiges an Zeit, um die Automatik anzuwerfen um dann in teilweise großen Schritten sichtbar zu regeln. Das hat HTC schon besser gelöst. Auf Besonderheiten wie Druckstärkeerkennung, ein gebogenes Panel oder abgekantete Ränder muss der Nutzer ebenfalls verzichten.

Das Display des HTC U11 Life ist ein klein bisschen besser als durchschnittlich, enttäuscht jedoch bei den Sekundärtugenden automatische Helligkeitsregelung und manuelle Einstellungen. Trotzdem lässt das Display im Alltag kaum Wünsche offen. Somit setzt es hier eine durchschnittlich gute Wertung.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Die technischen Daten im Inneren des HTC U11 Life werden von Qualcomms Snapdragon 630 angeführt. 3 GB Arbeitsspeicher unterstützen ihn bei der Bewältigung der Rechenaufgaben. Dazu kommen 32 GB interner Speicher, der theoretisch und mittels Micro-SD-Karte um bis zu 2 TB erweitert werden kann. Im Test kommt also die etwas schwächere Variante zum Einsatz. HTC bietet neben der hier besprochenen Version noch ein Modell mit der Speicherkombination 4 und 64 GB an. Sie unterscheidet sich jedoch im weiteren Verlauf des Datenblattes nicht von der „kleinen“ Version.

HTC U11 Life – Benchmark-Werte

HTC U11 Life im Benchmark-Test

HTC legt traditionell viel Wert auf die Performance der hauseigenen Smartphones. Das Bestreben spiegelt sich auch im HTC U11 Life wider: Der AnTuTu-Benchmark-Test in der Version 6.2.7 spuckt gut 74.000 Punkte aus. Damit sticht man Konkurrenten in diesem Bereich zum Teil deutlich aus. Samsungs Galaxy A5 (2017), LGs Q6 oder Huaweis Mate 10 Lite werden locker abgehängt. Das Motorola Moto 4X kann mit gut 70.000 Punkten gerade so mithalten. Somit bewegt man sich in der Theorie auf ganz sicherem Terrain.

Benchmark-Tests im Vergleich

Umfeld Modell Benchmark-Wert
Testgerät HTC U11 Life 74.383
     
  Samsung Galaxy A5 (2017) 61.515
direkte Konkurrenten LG Q6 43.941
  Huawei Mate 10 Lite 62.673
     
  Huawei P10 Lite 61.115
ehemalige Mittelklassemodelle TP-Link Neffos X1 44.968
  Motorola Moto X4 70.411
     
  Motorola Moto Z2 Force 181.823
aktuelle Referenz (Android) OnePlus 5T 180.828
  Huawei Mate 10 Pro 176.482

In der Praxis läuft das HTC U11 Life sauber durch die Menüs, Einstellungen und Alltagsanwendungen. Das war jedoch zu erwarten. Beim anspruchsvolleren Aufgaben wie dem Spielen des Rennspiels „Asphalt 8: Airborne“ wird jedoch auch deutlich, dass es dem Mittelklasse-Gerät auch bei Leistungsspitzen ordentlich abliefern kann. Somit ist leistungstechnisch nicht nur im Alltag alles im grünen Bereich.

Konnektivität

Bei den Verbindungsmöglichkeiten konzentriert sich HTC auf das Wesentliche. Mit Bluetooth 5.0 und Dual-WLAN mit 2,4 und 5 Ghz setzt man auf die aktuellen Standards, die eine sehr schnelle Datenübertragung und große Reichweiten möglich machen. Doch auch an andere Geräten und Speichermöglichkeiten hat man bei HTC gedacht: So kann per NFC und Miracast mit Bluetooth-Lautsprechern oder auch Fernsehern kommuniziert werden und per USB-OTG lassen sich Daten von beispielsweise einem USB-Stick auf das Handy übertragen.

Feature Vorhanden Funktion

HSPA

▲  Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ ▲  Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE ▲  Mobilfunkstandard, Down-max: 600 Mbit/s, Up-max: 100 MBit/s
USB-OTG ▲  Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA ▼  Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher (nicht ab Werk vorhanden)
NFC ▲  Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Kabellose Display-Übertragung ▲  Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (z.B. Miracast/AirPlay/Google Cast)
MHL ▼  Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung ▼  Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version ▲  5.0
WLAN-Standards ▲  IEEE 802.11 a/b/g/n/ac
Qi ▼  Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones

HTC Edge Sense – Der Kniff kommt in die Mittelklasse

Alleinstellungsmerkmale sind im Smartphone-Markt mittlerweile eine Seltenheit geworden. Apple hat sein iOS, Samsung abgerundete Display-Kanten und Huawei seine Schwarz-Weiß-Kameras. Auch HTC will hier etwas bieten und stellte mit dem U11 das erste Smartphone mit druckempfindlichem Rahmen vor. Damit lassen sich Funktionen aufrufen, ohne das Display zu berühren. Diese Funktion wurde nun auch in das abgespeckte Modell U11 Life übernommen. Voreingestellt ist beim Testmodell der Schnellstart der Kamera – auch aus dem Sperrbildschirm heraus – und das Öffnen des Google Assistant beim längeren „Gequetscht halten“ des Smartphones.

Die Druckempfindlichkeit lässt sich dabei von sanft bis hart einstellen. So wird verhindert, dass der Rahmen bei groben Menschen ständig Funktionen auslöst. Trotzdem braucht es eine Zeit lang, bis man sich an den aktiven Rahmen gewöhnt hat. Dann macht die Funktion Spaß, jedoch hält sich der Mehrwert in Grenzen. Die zu startenden Apps können frei definiert werden. Damit lässt sich nicht nur beim Fotografieren Zeit sparen, sondern auch beim Aufrufen von Musik- oder Video-Diensten oder dem schnellen Zugriff auf beispielsweise Fotos oder der liebsten News-Seite.

HTC U11 – Edge Sense in Bildern

Einzelne Funktionen in Apps können mit Ausnahme der Kamera-App bisher nur über ein Beta-Programm programmiert werden. Bei Youtube ein Video mit einem Rahmendruck zu starten ist beispielsweise kein Problem. Somit gestaltet HTC das System ausbaufähig, womit sich der Nutzer wohl auf weitere Verbesserungen per Update freuen darf.

Telefonqualität

Die Gesprächsqualität beim U11 Life kann als durchschnittlich bezeichnet werden. Solange das Smartphone am Ohr ist verstehen sich beide Telefonisten deutlich, jedoch ohne glänzende Audio-Qualitäten. Beim Freisprechen unterdrückt HTC Hintergrundgeräusche bis zu einem alltagstauglichen Maße. Plärrt zu viel Wind oder Stadtverkehr ins Mikrofon muss jedoch mit Einschränkungen gerechnet werden.

Das HTC U11 ist schnell und gut ausgestattet. Mit der Edge-Sense-Funktion besitzt HTC außerdem ein Alleinstellungsmerkmal, das jedoch nicht vor Mehrwert strotzt. Mit einer solide ausgestatteten Konnektivitätsliste und einer in diesem Marktsegment überdurchschnittlichen Performance hat sich das HTC U11 Life in dieser Kategorie eine gute Wertung verdient.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Kamera

HTC stattet sein U11 Life mit zwei auf den erster Blick gleichen Kameras aus. Doch es gibt einige Unterschiede zwischen dem Front- und dem rückseitigen Modul. Die Selfie-Kamera wird für viele Nutzer immer wichtiger und baut wie die Hauptkamera auf 16 Megapixel Auflösung und eine Blende von 1:2,0. Auf einen optischen Bildstabilisator, wie es ihn im Heck des Smartphones gibt, muss jedoch verzichtet werden. Auch 4K-Videoaufnahmen werden von der Frontkamera nicht unterstützt. Das Modul auf der Rückseite steht jedoch für derlei Bewegtbildmaterial bereit.

HTC baut also auf eine starke Kamera-Ausstattung, die jeweils auf das Nutzerverhalten angepasst wird. Die Hauptkamera kann dabei mit sehr ordentlichen Ergebnissen aufwarten. Speziell schnelle Shots im Vorbeigehen sind scharf, besitzen kräftige Farben und können mit einer guten Belichtungseinstellung punkten. Makros mag die Kamera dagegen nicht sehr: Hier verrutscht der Fokus oft und die falschen Bildteile sind verschwommen. Wenn der Fokus sitzt, spielt die Kamera mit den tollen Farben jedoch mit den Muskeln.

HTC U11 Life – Testfotos

Die Frontkamera zeichnet ebenfalls scharf, jedoch lässt sie einiges an Dynamik vermissen. So brennen schnell Hintergründe aus oder das Gesicht wird zu dunkel dargestellt. Das wäre kein ganz so großes Problem, wenn sich die Belichtung im Selfie-Modus einstellen liese, jedoch muss man sich hier auf die Automatik verlassen. Auch die in der Rückkamera schön gelöste Belichtungskorrektur wird bei der Frontkamera nicht eingesetzt.

Die Kamera-App HTCs kommt im altbekannten Look daher und hält kaum negative Überraschungen bereit. Der manuelle Modus lädt zum Spielen ein und die integrierten Filter und Spezialmodi zeigen, dass HTC nicht nur Profi-Fotografen ins Boot holen will. Die App ist auch in ihrer Übersichtlichkeit rund und bietet eine intuitive Steuerung.

Auf Dual-Kamera-Optionen muss beim HTC U11 Life verzichtet werden. Die Taiwaner konnten sich noch nicht durchringen eines ihrer aktuellen Modelle mit entsprechender Hardware auszustatten.

HTC U11 Life – Kamera-App

Bei der Kamera setzt HTC auf eine starke Einzelkamera und verzichtet auf Show-Effekte, die einige Konkurrenten bieten und damit Dual-Kamera-Optionen simulieren. Das tut der Kamera gut, die eine sehr solide Leistung abliefert.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Software und Multimedia

Neben den Sensoren für Edge Sense im Rahmen des Mittelklasse-Smartphones gibt es noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Das HTC U11 Life kommt mit Android One zum Kunden. Das basiert auf Android 8 Oreo hat jedoch ein paar Anpassungen abbekommen. Viele Smartphones, die das neue System in sich tragen, gibt es nicht. In Deutschland ist das HTC U11 Life das erste Modell mit dem abgespeckten mobilen Betriebssystem Android One in dieser Form.

Android One – Ein Fest für Puristen

Zu den Vorteilen Android Ones gehören die schnelle Update-Versorgung und die Ressourcen-schonende Behandlung der Hardware. Die Software soll so auch aus weniger performanten Prozessoren viel Leistung herausholen, verzichtet jedoch auch auf einige Features des „ausgewachsenen“ Bruders.

Beim HTC U11 Life wirkt sich das Ganze so aus: Die Bedienung der Software gerät sehr flüssig und die Übersicht ist dank abgespecktem Umfang und dem Verzicht auf jegliche Zusatzsoftware hervorragend. Für Puristen gibt es kaum bessere Plattformen in der Android-Welt als das U11 Life. Keine App oder Funktion wird auf dem Smartphone doppelt angeboten. Dabei gelingt es HTC und Google, gemeinsam Software so zu integrieren, dass beide Konzerne ihren Teil beisteuern können, ohne dass der Nutzer merkt unter welcher Flagge er gerade unterwegs ist.

Neben der Geschwindigkeit und der Reduzierung auf das Wesentliche soll Android One einen Sicherheitsschub bringen: Durch schnellere Update-Möglichkeiten wird dank monatlicher Sicherheits-Aktualisierungen seitens Google das U11 Life immer auf dem neuesten Stand gehalten. Ein Zustand der den meisten Nutzern sehr entgegen kommen dürfte. Da HTC auch dafür bekannt ist, einige Modelle länger mit Updates auszustatten, darf man davon ausgehen, dass auch das U11 Life noch einige Zeit mit den monatlichen Sicherheits-Patches aber auch mit dem einen oder anderen Android-Update versorgt wird.

HTC U11 Life – Menü und Einstellungen

Top-Kopfhörer und Eimer-Sound

Ärger, Frust und Euphorie lagen bei der Multimedia-Leistung selten so nah beieinander wie beim HTC U11 Life. Zuerst die schlechten Nachrichten: Das U11 Life kommt ohne Klinkenbuchse und mit einem plärrenden Lautsprecher zum Kunden. Wer also des Öfteren Musik oder Videos ohne Kopfhörer konsumieren will, sollte Abstand von HTCs neuer Mittelklasse nehmen. Auch Freunde von Klinken-Kopfhörern und Lautsprechern, die per Klinke verbunden werden, müssen mit einer kleinen Zusatzausgabe rechnen. Grund: In der Box liegt kein Adapter bei. Der kostet zur Zeit knapp 13 Euro. Nicht viel, jedoch erwähnenswert.

Was ist also so toll an der Multimedia-Leistung des HTC U11 Life? Es ist die Kombination aus der sehr guten Software zur Anpassung des Sounds, einem 24-Bit-DAC und den original-Kopfhörern, die individuell eingestellt auf die Ohren des Nutzers eine hervorragende Figur machen. Einziger Kritikpunkt sind die etwas zischelnden Höhen bei Maximallautstärke. Hier wird jedoch auf hohem Niveau gemeckert, da es wenige Original-Kopfhörer auf dem Smartphone-Markt gibt, die diese Leistung mitgehen können.

Die Software ist ein Fest für Puristen und die Klangqualität der beigelegten Kopfhörer ist sehr stark. Kritikpunkte sind in diesem Bereich der miese Lautsprecher und wiederum die Software, die zwar schön schlank aber auch fast ohne Highlights auskommt.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Akku

Der Akkutest beinhaltet in den ersten acht Stunden eine aktive Nutzung des Smartphones mit jeweils 30 Minuten spielen, Video streamen, Radio hören und telefonieren. Dazu werden in dieser Zeit Screenshots und Testbilder erstellt, Uploads und Downloads getätigt und im Internet gesurft. Nach der ersten Phase schließt sich eine zweite an, in der die Standby-Zeit von 16 Stunden durchlaufen wird in der nichts mit dem Smartphone getan wird.

 Modell  Kapazität (mAh) Akkustand  Verbrauch 
Arbeitstag (8h) Nacht im Standby (16h) Intensivtest (8h) Standby (16 h)
Testgerät
HTC U11 Life 2600 64 55 36 9
direkte Konkurrenz
Huawei Nova 2 2950 64 49 36 15
Samsung Galaxy A3 (2017) 2350 66 45 34 21
Sony Xperia XA1 2300 57 46 43 11
ehemalige Mittelklassemodelle
BQ Aquaris X5 2900 65 60 35 5
Coolpad Max 2800 57 26 43 31
ZTE Blade V7 2540 50 42 50 8
aktuelle Referenzen
iPhone X 2716 64 57 36 7
Samsung Galaxy S8 3000 58 51 42 7
OnePlus 5T 3300 72 59 28 13

Der mit 2.600 mAh vergleichsweise kleine Akku hält das HTC U11 Lite knapp zwei Tage am Leben. In den ersten acht Stunden des Tests verlor er 36 Prozentpunkte seiner maximalen Kapazität. Nach der Standby-Zeit standen noch 55 Prozent auf der Uhr. Damit erreicht der Akku eine stabile Wertung. Trivial austauschbar ist der Energiespeicher nicht und auf eine kabellose Lademöglichkeit muss der Nutzer ebenfalls verzichten. Das Durchhaltevermögen zeigt sich dennoch als respektabel und somit kann HTC auch in dieser Kategorie ein gutes Ergebnis einfahren.

Teilwertung: 4,5 von 5 Sternen

Fazit

Das HTC U11 Life hat klare Stärken und auch sehr klare Schwächen. Es gilt also genau hinzusehen und abzuklären, was man selbst von einem Smartphone erwartet. Das HTC U11 Life erreicht mit dem soliden Prozessor und der schlanken Software ein tolles Leistungsniveau und kann durch Alleinstellungsmerkmale wie dem Quetschrand Edge Sense und der hervorragenden Sound-Ausstattung gefallen. Dazu kommen eine solide Kamera sowie ein ebenso solider Akku. Was dem HTC U11 Life fehlt ist die Bestätigung der musikalischen Qualitäten auch am Lautsprecher. Dazu kommt das Design, das nicht jedem zusagen und das durch ständige Fingerabdrücke verhunzt wird. Das Material des Gehäuses ist ebenfalls nicht auf dem Niveau, das man von HTCs Mittelklasse gewohnt ist. Trotz der Kritik stimmen einige tolle Features und eine sehr starke Performance in einigen Bereichen positiv. Das HTC U11 Life ist nicht für jeden Geschmack, jedoch wird es seine Liebhaber finden. 

HTC U11 Life Testsiegel

Pros des HTC U11 Life

  • Leistungsstarke Mittelklasse
  • gute Kamera
  • starke Musikwiedergabe per Kopfhörer
  • flinke Konnektivitätsstandards

Contras des HTC U11 Life

  • Plastik-Gehäuse
  • mieser Lautsprecher
  • Durchschnitts-Display

Preis-Leistung

Das HTC U11 Life wird in zwei Versionen vertrieben, die sich im Preis um knapp 45 Euro unterscheiden: Die Version mit 64/4 GB kostet knapp 380 Euro und ist nur im HTC-Onlinestore zu haben. Das Modell mit 32/3 GB kostet knapp 335 Euro und wird im freien Markt, also bei Amazon, Saturn, Media Markt und Co. vertrieben. Die hier getestete Version mit der etwas geringeren Ausstattung kann als potent beschrieben werden, was die Zusatzausgabe für die Version mit 4 GB Arbeitsspeicher unattraktiv wirken lässt. Bleibt der größere Speicher als Argument für die HTC-Exklusiv-Version. Doch auch hier ist der Mehrwert eingeschränkt. Da das Datendepot sowieso erweitert werden kann, reichen die 32 GB Grundspeicher wohl den meisten Nutzern.

Doch sind die 335 Euro überhaupt gerechtfertigt? Wird mit der Konkurrenz verglichen, zeigt sich, dass der Preis fair ist und sich durch den zu erwartenden Preisverfall auch noch etwas günstiger geben wird. In diesem Marktbereich der ambitionierten Mittelklasse-Smartphones sind Preise über 350 Euro keine Seltenheit und so erscheint das Angebot, das HTC geschnürt hat, gerade wegen der Zusatz-Features wie Edge Sense gerechtfertigt.

Alternativen

Im Preisbereich des HTC U11 Life befinden sich so viele Smartphones auf dem Markt, dass schnell die Übersicht verloren geht. Nicht nur eine schier unendliche Anzahl an Modellen von verschiedensten Herstellern, auch die jährlichen Modellpflege-Maßnahmen erschweren die Suche nach geeigneten Alternativen. Die geeignetsten Mittel hierfür sind die Bestenlisten von inside-handy.de, die nach aktuellem Preis aufgeschlüsselt, die besten Smartphones in den unterschiedlichen Preisbereichen aufzeigen:

Für Nutzer, die den drückbaren Rahmen als unabdingbar empfinden, sind, da es sich um ein Alleinstellungsmerkmal von HTC entwickelten Handys handelt, die Geräte der Taiwaner die einzigen Alternativen. HTC hat jedoch bisher nur die U-11-Familie mit dieser Option ausgestattet. Dazu kommen in abgespeckter Form die beiden von HTC entwickelten Google-Smartphones Pixel 2 und Pixel 2 XL:

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Bildquellen:

  • HTC U11 Life: Michael Büttner / inside-handy.de
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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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