Mobiles Bezahlen Google Pay startet in Deutschland: Diese Banken sind dabei

vom 20.06.2018, 08:38
NFC-Zahlung bei REWE
Bildquelle: REWE

Mobiles Bezahlen mit dem Android-Smartphone wird jetzt ganz offiziell Realität. Nachdem die vergangenen Wochen und Monate immer mehr Details durchsickerten, geht es heute los. Doch die Zahl der Partnerbanken ist erstaunlich niedrig.

Bislang hatten sowohl Google als auch Apple um Deutschland einen weiten Bogen um mobiles Bezahlen gemacht. Aus den seit Jahren brodelnden Gerüchten eines Starts von Apple Pay und Google Pay (vormals Android Pay) wird aber Realität: Der Bezahldienst, der kontaktloses Bezahlen im Einzelhandel mit dem Android-Smartphone ermöglicht, startet in Deutschland.  

Bezahlt werden kann von den Kunden nach Angaben von Google bei Aldi Süd, Hornbach, Kaufland, Lidl, McDonalds und Media Markt sowie Saturn, aber auch auf den Webseiten von Ryanair, deliveroo und Flixbus wird die Bezahlmethode akzeptiert. Um Google Pay nutzen zu können, ist jedoch nicht nur ein Händler und ein Android-Smartphone notwendig, sondern auch die richtige Bank.

Unterstützt werden derzeit nur Wirecard, Comdirect, Commerzbank und N26. Doch selbst bei Comdirect und Commerzbank sind nicht alle Karten dabei. So ist beispielsweise die Girocard nicht dabei, aber auch die Visa-Karten mit Brandings von TUI, Deutsche Bahn oder Tchibo fallen raus. Generell sind aber sowohl Mastercard als auch Visa bei Google Pay dabei. Demnächst sollen noch LBBW und Revolut folgen. Bei N26 und Revolut handelt es sich um reine Smartphone-Konten.

Google Pay
Bildquelle: Google

60 Prozent der Terminals im Handel sind umgestellt

Damit das Bezahlen mit dem Handy zum Erfolg werden kann, ist eine breite Abdeckung in der Bevölkerung notwendig. Im Zuge der Einführung von NFC-Kreditkarten hatten zahlreiche Geschäfte ihre Kartenterminals bereits umgestellt, so dass diese Märkte technisch bereit sind, Zahlungen per Handy anzunehmen. Diese würden ebenfalls per NFC erfolgen. Wie das Handelsblatt schreibt, liegt der Anteil der umgestellten Bezahl-Terminals bei 60 Prozent. NFC-Handys sind jedoch noch nicht lange ein Massenmarkt-Phänomen. Die inside handy Handydatenbank listet etwa 600 Handys mit NFC-Funktion - bei weit über 4000 gelisteten Geräten.

Zudem wären Banken und Google gut beraten, sich möglichst schnell flächendeckend handelseinig zu werden. Die Zielgruppe des mobilen Bezahlens dürfte primär in der jüngeren Bevolkerung zu finden sein, die ihr Bankkonto häufig bei Direktbanken wie der DKB oder gar reinen Handy-Banken wie N26 haben. Hier wäre die Zusammenarbeit für alle Beteiligten ratsam.

Nach diversen Flopps beim mobilen Bezahlen auch von Telekom und Vodafone ist derzeit als weiteres offizielles deutsches Produkt im Bereich des mobilen Bezahlens nur Payback Pay verfügbar. Hier wird wahlweise per NFC oder QR-Code bezahlt - akzeptiert wird die Bezahlmethode jedoch nur bei einigen Payback-Partnern. Durch einen großen Partner wie Google oder Apple könnte das mobile Bezahlen einen Durchbruch erlangen, wenn es konsequent angegangen wird. Von Apple Pay für Deutschland gibt es übrigens weiterhin keine Neuigkeiten. 



Quellen: Google Watchblog, Handelsblatt | Bildquelle kleines Bild: Google | Autor: Thorsten Neuhetzki
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