BlackBerry im MWC-Gespräch: Etabliert in der Nische

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Die Tastatur des BlackBerry KEYone
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
BlackBerry Mobile hatte auf dem Mobile World Congress 2018 (MWC) keinen großen Auftritt. Das Unternehmen, dessen Markenlizenz dem chinesischen Unternehmen TCL gehört, präsentierte auch kein neues Smartphone. Die Redaktion hatte dennoch die Gelegenheit, mit der PR-Managerin des Labels für den EMEA-Raum (Europa – Naher Osten [Middle East] – Afrika), Camille Geré, über Ausrichtung und Zukunft zu sprechen.

Die Messe in Barcelona nutzt BlackBerry Mobile in direkter Nachbarschaft zu TCL und Alcatel fast nur, um Präsenz zu zeigen. Ausgestellt wurden die neuesten Handys – das BlackBerry Motion und das KEYone in den verschiedenen Ausführungen. Zum bestehenden Ensemble gibt es allerdings Deutschland-Relevante Neuigkeiten: Die auf der CES Anfang des Jahres vorgestellte KEYone Bronze Edition wird im Frühjahr auch hierzulande erhältlich sein. Zuletzt hieß es noch, dass die Version nicht für den deutschen Markt bestimmt sei. Wie Camille Geré gegenüber inside-handy.de bestätigte, habe in dieser Hinsicht ein Umdenken stattgefunden.

Die bronzefarbene Variante unterscheidet sich vom Basismodell beim Speicher – 4 GB statt 3GB RAM und 64 statt 32 GB Datendepot – und von der hier gleich ausgestatteten Black Edition durch den größeren Akku und den Dual-SIM-Slot.

Die drei erwähnten Modelle beschreiben das vergangene Jahr des Herstellers ganz gut: Das BlackBerry Motion einmal ausgeklammert, setzte BlackBerry vor allem auf konsequente Modellpflege.

BlackBerry beherrscht die Tastatur-Nische

Geré zufolge ist das KEYone mit nun einem Jahr auf dem Buckel durchentwickelt. Für 2018 stellte die PR-Managerin zwei neue Smartphones in Aussicht, für beide ist ein Start auch auf dem deutschen Markt geplant. Das Alleinstellungsmerkmal der haptischen Tastatur soll dabei beibehalten werden. Denkbar ist nun, dass BlackBerry bald einen KEYone-Nachfolger präsentiert – etwa ein KEYtwo – und im Herbst die Modellpflege-Variante nachschiebt.

KEYone: Das steckt hinter der Modellpflege-Entwicklung

Innerhalb eines Jahres hat BlackBerry Mobile – immer unter der Fahne von TCL – ganze drei Versionen des KEYone herausgebracht. Dahinter steckte der Plan, stets neue Kunden zu akquirieren: Es sei nie der Plan gewesen, einen Nutzer der ersten Silver-Edition dazu zu bringen, sein KEYone durch die Black- oder aktuell die Bronze-Edition zu ersetzen. Es sei immer die Intention gewesen, durch die neuen Versionen ein Stück mit der Zeit gegangen zu sein und neue, potenzielle Käufer anzusprechen, wie Camille Geré im Gespräch betonte.

2018 werden zwei neue Smartphones mit Tastatur erscheinen

2017 wurde aus BlackBerry-Sicht mit ordentlich Rückenwind abgeschlossen: Anstatt in 10 bis 15 Märkten, wurde das KEYone in mittlerweile über 50 Ländern an den Start und in den Handel gebracht. Für 2018 bestätigte Camille Geré mindestens zwei neue Tastatur-Smartphones, möglicherweise werde sich ein sogenanntes „Full-Touch“-Handy im späteren Jahresverlauf noch dazu gesellen.

Eine Schwierigkeit dabei, die freilich nur BlackBerry hat: Die Tastaturen müssen für verschiedene Länder komplett umgestaltet werden, was mehr heißt, als nur von QWERTY zu QWERTZ zu wechseln: So gibt es seit Kurzem unter anderem KEYone-Varianten mit arabischer oder kyrillischer Tastatur.

Etabliert – auch dank Googles Android

Mit diesem Rückenwind soll das Jahr nun angegangen werden. Hierfür ist es von Vorteil, dass BlackBerrys aktuelle Modelle KEYone und Motion kürzlich in Googles Zertifizierungsliste „Android Enterprise Recommended Programm“ aufgenommen wurden. Große Hersteller wie Samsung oder HTC fehlen beispielweise in dieser Liste, was Geré als weitere Bestätigung des BlackBerry-Weges ansieht.

Die Marketing-Managerin erläuterte, dass die Aufnahme in das Programm das Resultat einer konstanten und engen Partnerschaft mit Google gewesen sei. Die eigenen Software-Lösungen, die sich vorrangig den Sicherheits-Funktionen annehmen, hätten ihren Teil zur Google-Empfehlung beigetragen. Insgesamt stelle die Aufnahme für BlackBerry eine Bestätigung dafür dar, dass die Entscheidung pro Android-Smartphones die richtige gewesen sei. Es gebe daher auch keine Alternativen zum eingeschlagenen Weg.

Ob die Google-Recommendation auch für die kommenden BlackBerry-Handys Bestand haben würde, wollte Geré nicht endgültig bestätigen, allerdings gehe man derzeit davon aus. Zumindest würde BlackBerry die Vorgaben in Sachen Update-Garantien auch weiter beibehalten wollen.

Das Gespräch mit Camille Geré führten David Gillengerten und Michael Stupp.

Hier mehr zu den ambitionierten Zielen BlackBerrys lesen

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