Test Randloses China-Handy Xiaomi Mi Mix 2 im Test: Mehr Display, weniger Datenschutz

vom 10.11.2017, 17:02
Xiaomi Mi Mix 2
Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Der Vorgänger des Xiaomi Mi Mix 2 hat die Mobilfunkwelt aufgerüttelt. Mit seinem randlosen Design in einer Zeit, in der dicke Balken nicht nur ober- und unterhalb des Displays Standard waren, zog es die Blicke der Fans, Experten und Konkurrenten auf sich. Xiaomi hat mit der zweiten Generation noch einen draufgelegt und ein Flaggschiff präsentiert, das auf dem Papier ein echtes Preis-Leistungs-Monster ist. Doch es gibt so einige Probleme im Test.

Vorneweg: Xiaomi hat gerade seinen Marktstart in Spanien gefeiert - zum ersten Mal in einem Land in Westeuropa. Damit muss der Hersteller aus Fernost mit einigen neuen Vorgaben klar kommen. So sind LTE-Bänder, technische Gegebenheiten und nicht zuletzt der Datenschutz nicht mit den chinesischen Verhältnissen zu vergleichen. Das Testgerät, das der Redaktion von inside-handy.de freundlicherweise von Gearbest zur Verfügung gestellt wurde, kann jedoch getrost als chinesisches Original angesehen werden. Deutsche Versionen des Smartphones wird es wohl erst mit dem offiziellen Marktstart Xiaomis hierzulande geben. Bis dahin muss der Nutzer noch mit Einschränkungen leben.

Unboxing des Mi Mix 2

Xiaomi verpackt das Mi Mix 2 in einem schmucken anthraziten Karton, auf dessen Front nur der Schriftzug "MIX" zu finden ist. Schon der erste Eindruck macht damit klar: Hier ist kein billiger China-Schrott, sondern ein edles Flaggschiff eines selbstbewussten Unternehmens untergebracht. Hebt sich der Deckel von der Box werden die dicken Wandstärken deutlich und eine Papp-Zwischenlage kommt zum Vorschein, die das darunter liegende Smartphone noch einmal bedeckt. Folgt es dem Deckel zeigt sich das Mi Mix 2 in einer Schale aus Kunststoff und in einer Schutzfolie eingeschlagen. Daneben befinden sich in Vertiefungen eingelassen der Netzadapter und das USB-Kabel. In der Testversion des Mi Mix 2 ist der Netzadapter nicht mit dem deutschen Steckdosenstandard konform. Hier muss Xiaomi nachbessern, will man den ersten Shitstorm aus Spanien direkt zum Marktstart verhindern. Unter dem Smartphone und dessen kleiner Wanne verstecken sich noch einige Kleinigkeiten. So ist dort ein Pappschuber zu finden, der den üblichen Papierkram enthält, jedoch auch eine Schutzhülle und einen Adapter von USB-Typ-C auf Klinke preisgibt.

Xiaomi Mi Mix 2 - Unboxing

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    Xiaomi Mi Mix 2 - Unboxing
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de
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    Xiaomi Mi Mix 2 - Unboxing
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Design und Verarbeitung

Im inaktiven Zustand wird nicht so recht deutlich, warum die Mi-Mix-Reihe und damit auch die vorliegende zweite Generation so viel Aufmerksamkeit erhaschen kann: Vorne und hinten Glas, dazu ein Metallrahmen und ein auf der Rückseite unterhalb der Kamera verbauter Fingerabdrucksensor. Standard möchte man meinen. Doch schon beim Anheben wird klar: Hier steckt einiges drin. Das Gehäuse besteht zum Teil aus Keramik und der Rahmen aus Metall. Dazu wirkt gerade die hintere Glasfläche extrem dick. Der erste Eindruck täuscht nicht. Das Mi Mix 2 ist mit 185 g ein Schwergewicht und hier folgt auch schon eine erste Einschränkung in der positiven Grundstimmung. Das Gewicht kooperiert nur schlecht mit dem ab und an etwas rutschigem Gehäuse. Das Smartphone liegt jedoch meist sicher in der Hand.

Das Designerlebnis ändert sich schlagartig, wenn der Bildschirm des Mi Mix 2 aktiviert wird. Dann zeigt sich die Front in weiten Teilen illuminiert und die schmalen Ränder werden deutlich. Dabei ist das Mi Mix 2 mitnichten völlig randlos. An den Längsseiten sowie an der Oberkante sind schmale Ränder zu entdecken. An der Unterseite des Displays befindet sich zusätzlich ein etwas breiterer Rand. Er ist zu vergleichen mit den Rändern des LG G6 oder V30. Mit diesen und dem neuen iPhone X hat es auch die abgerundeten Display-Ecken gemein. Das macht einen frischen und modernen Eindruck und liegt so auch voll im Trend. Insgesamt also ein designerisch beeindruckender Auftritt, auch wenn die hohen Erwartungen durch die Werbebilder nicht erfüllt werden. Dort werden die Ränder um einiges dünner dargestellt, als sie in der Realität sind.

Xiaomi Mi Mix 2 - Hands-On

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    Bilder des Xiaomi Mi Mix 2 im Hands-On während des Tests von inside-handy.de
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    Bilder des Xiaomi Mi Mix 2 im Hands-On während des Tests von inside-handy.de
    Bildquelle: Michael Büttner / inside-handy.de

Die Verarbeitung lässt kaum Raum zu meckern, allerdings gibt es das Eine oder andere Detail, das negativ ins Auge sticht. So ist die Kameraeinfassung auf der Rückseite etwas grobschlächtig geraten und die Aussparung für den USB-Typ-C-Port etwas scharfkantig. Alles in allem jedoch kann die Verarbeitung überzeugen. Knarzen oder andere Geräusche sind auch beim Verbiegen oder bei der Torsion des Gehäuses nicht zu hören. Dazu wirkt das gesamte Konstrukt massiv und robust.

Das Design des Mi Mix 2 ist beeindruckend, allerdings ist der Zauber der ersten Generation etwas verschwunden. Die Konkurrenz schläft eben nicht und hat ebenfalls randlose Smartphones auf den Markt geworfen. Die Verarbeitung liegt ebenfalls auf einem guten Niveau und es kommt mit sehr wenig Kritik aus der Begutachtung.

Einzelwertung: 4,5 von 5 Sternen

Display – groß, randlos, dunkel

Das Display des Xiaomi Mi Mix 2 ist wohl das herausragende Verkaufsargument der Chinesen. Trotzdem besitzt das Panel einige kleine Schwächen, die etwas überraschen. Auf dem Papier kommt es jedoch hervorragend weg: knapp 6 Zoll Diagonale, FHD+-Auflösung mit 1.080 x 2.160 Pixeln und ein Seitenverhältnis von 2:1, dazu kommt ein Kontrast von 1.500:1 und eine Pixeldichte von gut 400 ppi. Damit dürfte wenig schief gehen. Tut es auch nicht. Bis auf eine recht derbe Schwäche: Die maximale Display-Helligkeit kann nicht mit dem guten Eindrücken bei Schärfe, Kontrast und den Farben mithalten. So richtig strahlend ist das Display also nicht. Dazu kommt, dass die Automatik, die das Display an die Umgebungshelligkeit anpasst, ebenfalls immer ein wenig zu dunkel regelt. In vielen Situationen regelt der Nutzer also per Hand nach, was auf Dauer den Spaß am Display trübt. Der Umstand ist umso ärgerlicher, als dass die Regelung selbst flüssig und von dunkel zu hell sehr schnell regelt. Andersherum lässt Xiaomi das Mi Mix 2 etwas verzögert reagieren, was im Alltag jedoch ein ständiges Hoch- und Herunterregeln verhindert und so Sinn ergibt.



Bildquelle kleines Bild: Michael Büttner / inside-handy.de | Autor: Michael Büttner
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Themen dieser News: Testcenter, China-Handys, Oberklasse-Smartphones, Phablets, Smartphones, Xiaomi

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