Neuer Kabel-Standard bringt Gigabit-Internet und killt analoges Kabel-TV

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Internetkabel von Unitymedia
Bildquelle: Unitymedia
Um Kunden noch schnellere Internetanschlüsse bereitstellen zu können und das eigene Netz effizienter zu betreiben, plant unter anderem der Kabelnetzbetreiber Unitymedia, im kommenden Jahr den neuen Kabelstandard DOCSIS 3.1 einzuführen. Im Vergleich zum aktuellen Standard DOCSIS 3.0 bedeutet das Netz-Upgrade auf die neue Version "einen technologischen Quantensprung", wie Unitymedias Netzwerk-Chef, Reik Elftmann, am Dienstag in Köln sagte.

„DOCSIS 3.1 ist für alle Kabel-Ingenieure ein echter Mehrwert, weil es die Nutzung von technologischen Parametern möglich macht, die wir uns schon lange gewünscht haben“, sagte Reik auf einer Veranstaltung des Verbands Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA). „DOCSIS 3.1 bringt bedeutende Neuerungen und beseitigt Limitierungen im Netz“, so Reik weiter. Bevor die vielen neuen Möglichkeiten freigeschaltet werden, hat Unitymedia in den zurückliegenden Monaten umfangreiche Tests durchgeführt. Voraussichtlich im kommenden Jahr sollen dann in ersten Städten Breitbandzugänge mit bis zu 1 Gbit/s im Downstream angeboten werden.

DOCSIS 3.1 macht vieles im Kabelnetz besser

Die technischen Änderungen, die mit DOCSIS 3.1 in einem Kabelnetz einhergehen, sorgen unter anderem dafür, dass sich die Netzkapazität signifikant erhöht und in diesem Zusammenhang die Stabilität und Robustheit des Netzes verbessert wird. Die verbesserte Übertragungsqualität sorgt dafür, dass mehr Daten mit einer schnelleren Geschwindigkeit durch das Kabelnetz transportiert werden können, die Effizienz also deutlich verbessert wird. Mit Blick auf das Nutzungsverhalten der Kabelkunden sei das auch dringend notwendig, meint Unitymedias Strategie-Chef Dieter Pfaenderer. „Die Kapazitäten im Netz müssen immer weiter ausgebaut werden. In den vergangenen Jahren haben wir jedes Jahr ein Plus von 50 Prozent beim Bandbreitenbedarf gemessen.“

Das sei letztlich aber nicht ungewöhnlich, da es sich um einen natürlichen Mehrverbrauch handele. „Das Leben verlagert sich zunehmend in die Virtualität – mit immer höheren Geschwindigkeiten.“ Unter anderem der Trend zu ständig neuen und hochauflösenderen Streaming-Angeboten sei nicht aufzuhalten und das Ende der Fahnenstange längst nicht erreicht. So bereite man sich bei Unitymedia schon jetzt darauf vor, dass in nicht allzu ferner Zukunft nicht mehr 4K-Übertragungen als Standard gelten, sondern Inhalte in 8K-Qualität.

Berücksichtigt werden müsse zudem, dass zukünftig mehr Menschen immer häufiger im Home Office arbeiten und in diesem Zusammenhang zum Beispiel verstärkt auf Videokonferenz-Systeme setzen werden. Auch das Online-Gaming werde durch VR-Anwendungen revolutioniert. „Es wird ein völlig neues Eco-System entstehen“, ist sich Pfaenderer sicher. Dadurch werde der Breitband-Hunger ständig weiter steigen.

Entwicklung von DOCSIS 2.0 zu DOCSIS 3.1

Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke

In Deutschland wird damit gerechnet, dass in den kommenden Jahren rund 30 Millionen Kunden auf Basis eines DOCSIS-3.1-Anschlusses mit Gigabit-Anschlüssen im Internet surfen können. Rein theoretisch wäre es auch möglich, Gigabit-Anschlüsse auf Basis von DOCSIS 3.0 zu realisieren. Da DOCSIS 3.1 aber deutlich unempfindlicher auf Störungen im Signal ist, wird auf den neuen Kabelstandard gesetzt. Langfristig ist es möglich, Breitband-Zugänge auf Basis von DOCSIS 3.1 Full Duplex mit bis zu 10 Gbit/s im Down- und Upstream zu realisieren. Da DOCSIS 3.1 abwärtskompatiebl ist, bleibt das bestehende DOCSIS-3.0-Netz weiter aktiv.

Diese Änderungen kommen auf Bestandskunden von Unitymedia zu

Eine wichtige Botschaft für alle Bestandskunden hatte Pfaenderer auf der ANGA-Veranstaltung auch im Gepäck: Wer von einem bestehenden Unitymedia-Anschluss auf einen Gigabit-Anschluss wechselt, braucht dafür ein neues Kabelmodem. Auch von der von Unitymedia vertriebenen Horizon-Box wird es ein Nachfolgemodell geben, das im Gegensatz zum aktuell erhältlichen Modell auch DOCSIS 3.1 unterstützt. Übrigens: Auch die Abschaltung sämtlicher analoger Kabel-TV-Sender im Netz von Unitymedia ist ein Vorbote der Einführung von DOCSIS 3.1. Der Fokus soll zukünftig auf digitalen Sendern liegen, da analoge Programme schlichtweg zu viel wertvollen Platz im Kabelnetz blockieren.

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