Test Markante Mittelklasse Nokia 6.1 im Test: Android One in Alu-Rüstung

vom 01.06.2018, 08:37
Nokia 6.1
Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Auf dem MWC 2018 hat HMD Global, Lizenznehmer der Marke Nokia, mit zahlreichen Neuankündigungen für Aufsehen gesorgt. Das "Mittelklasse-Flaggschiff" Nokia 7 Plus startete mit ordentlichen Vorschusslorbeeren. Das Einsteigermodell Nokia 1 soll die Vorzüge von Android Go widerspiegeln. Sprichwörtlich "dazwischengemogelt" hat sich das Nokia 6 (2018) oder auch: Nokia 6.1. Der Test zeigt, was von dem Android-One-Smartphone zu erwarten ist.

HMD Global hat viele Namen für das neue Smartphone der soliden Mittelklasse. Ob Nokia 6 (2018), Nokia 6.1, "New Nokia 6" oder "Nokia 6 mit Android One" – das Smartphone soll mit ansprechender Technik zum attraktiven Preis überzeugen. So viel zur Werbung. Wofür das Nokia 6 (2018) aber tatsächlich zu gebrauchen ist, zeigt dieser Testbericht.

Hierfür wurde das Handy in einen Marathon geschickt, der einen 24 Stunden Alltagsnutzung simulieren soll. Den Rahmen bildet dabei der Akkutest. Währenddessen sowie im Vor- und Nachgang wird das Handy aber auf Herz, Nieren und vor allem auf Funktion geprüft.

Die Eckdaten des Nokia 6 (2018):

  • Betriebssystem: Android 8 Oreo (Android One)
  • Display: 5,5 Zoll Full HD
  • Qualcomm Snapdragon 630 Octa-Core-Prozessor
  • Arbeitsspeicher: 3 GB
  • Speicherplatz: 32 GB (verfügbar: 19,51 GB)
  • Kamera: 16 Megapixel hinten, 8 Megapixel vorne
  • Akku: 3.000 mAh
  • UVP zum Marktstart: 279 Euro

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Design und Verarbeitung

Das Gehäuse des Nokia 6 (2018) wird von HMD Global nach eigenen Angaben aus einem Aluminumblock herausgefräst. Damit will man High-End-Feeling in die Mittelklasse bringen. Dabei entsteht ein kantiges Smartphone, das bei der Formgebung entfernt an das Lumia 930 erinnert. Besonders der Rahmen mit seinen abgeflachten Ebenen und die Rückseite, die eine leichte Wölbung enthält, zeigen die Verwandtschaft zum ehemaligen Spitzenmodell aus grauer Vorzeit. Die Ränder aller Metallflächen wurden abgefräst und sind in einem anderen Ton eingefärbt.

Beim Testgerät für diesen Testbericht wird die Farbgebung von einem matten Schwarz dominiert. Akzente an den Rändern bringt der Hersteller durch eine glänzende Kupfer-Einfärbung. Am Rand wird diese Farbe teilweise durch die Antennenlinien unterbrochen, was den Eindruck erweckt, dass die Farbe hier abgeblättert sei.

Neuerungen gegenüber dem alten Nokia 6 finden sich vor allem auf der Rückseite: So hat HMD Global jetzt einen Fingerabdrucksensor in das Heck eingelassen und das Kameramodul deutlich in die Länge gestreckt. So sitzt die LED nun weiter weg von der eigentlichen Kamera und dazwischen prangt nun auch hier ein Zeiss-Logo. Damit hat das Design der Kamera Ähnlichkeit mit dem im Nokia 8, kommt jedoch ohne zweites Objektiv.

Hands-On des Nokia 6 (2018)

Nimmt man das neue Nokia 6 in die Hand, fühlt es sich in den ersten Sekunden ungewöhnlich an. In Zeiten abgerundeter und glattgelutschter Smartphones muss sich die Hand erst an die geraden Linien und die flachen Rahmenteile gewöhnen. Lässt man sich darauf ein, wird schnell klar, dass sich HMD Global beim Material nicht hat lumpen lassen. Massiv und satt liegt das Smartphone in der Hand. Die zum Vorgänger unveränderten Bedienelemente lassen sich gut erreichen und auch deren Haptik sagt dem Nutzer: "Ich bin ein vollwertiges Smartphone und kein Billigheimer!"

Damit lügt es bei der Anfassqualität auch nicht. Ungewollt scharfe Grate oder Kanten sind nicht zu spüren und das Material des Rahmens, wie auch der Rückseite fassen sich hochwertig an. Die Kamera ist dabei etwas erhaben, der Fingerabdrucksensor etwas vertieft in die Rückseite eingelassen. Damit ist ein Verwechseln von Kamera und Fingerabdrucksensor, wie beispielsweise bei Samsungs 2017er-Spitzenmodellen Galaxy S8 und Galaxy Note8, nicht möglich. Ganz plan auf den Tisch ablegen kann man das neue Nokia-Smartphone wegen der Kamera jedoch nicht.

Nokia 6.1 im Test: Hands-On

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    Hands-On-Bilder des Nokia 6.1 alias Nokia 6 (2018)
    Bildquelle: Michael Stupp / inside handy
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    Hands-On-Bilder des Nokia 6.1 alias Nokia 6 (2018)
    Bildquelle: Michael Stupp / inside handy

Etwas schade ist bei aller Euphorie, dass es HMD Global nicht geschafft hat, die Navigationsleiste unter das Display zu setzen. Dort wäre genug Platz und es böte sich mehr Raum für Display-Inhalte. Gerade mit dem installierten Android One und den zugehörigen Android-Navigationstasten entsteht so ein dicker Balken auf dem Display, der nicht sein müsste.

Auch wenn das Gehäuse aus "einem Stück Aluminium gefräst" recht kantig ist, so ergibt sich doch ein angenehmes Handling. Leider neigt das feine Material dazu, schnell kleine Kratzer zu offenbaren. Eine Hülle ist empfehlenswert.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Display des Nokia 6 (2018)

Das Nokia 6.1 besitzt ein "Display von der Stange", um diese ausgediente Plattitüde nochmals zu verwenden. Große OLED-Künste oder Rekord-Auflösungen sucht man beim Nokia 6 (2018) vergebens. Selbst beim Format bleibt der Hersteller konservativ und vertraut auf ein 16:9-Seitenverhältnis.

HMD Global setzt hier ein 5,5 Zoll großes und in Full HD (1.080 x 1.920 Pixel) auflösendes IPS-LCD-Panel ein. Geschützt wird es von Gorilla Glas 3. An sich ist an den technischen Begebenheiten – abgesehen von der Luft, die entsprechend der Güteklasse noch nach oben ist – wenig zu kritisieren. In der Praxis gibt es aber Erscheinungen, die für Negativpunkte sorgen. So ist zum Beispiel die maximale Helligkeitsstufe des Displays nicht ausreichend hell, um das Display bei heller Sonne noch gut zu lesen. Auch die automatische Helligkeitssteuerung ist hier und da noch etwas langsam.

Wenn die umgebende Helligkeit dem Blick auf das Display nicht im Weg steht, zeigt sich unter anderem, dass das Nokia 6.1 über eine ausreichend gute Blickwinkelstabilität verfügt.

Ein ordentliches, wenn auch der Mittelklasse angepasstes Display dient als Haupt-Interaktionsfläche des Nokia 6 (2018). Die große Schwäche ist die fast unmögliche Bedienung und Lesbarkeit bei direkter Lichteinstrahlung auf das Display.

Einzelwertung: 3,5 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Das Nokia 6 (2018) alias Nokia 6.1 muss den Vergleich mit bekannten Mittelklasse-Vertretern wie zum Beispiel dem Samsung Galaxy A6 nicht scheuen. Tatsächlich sind diese beiden Geräte beim Betrachten des Datenblatts recht gut vergleichbar. Das Nokia 6 (2018) wird von einem Snapdragon 630 angefeuert. Der Mittelklasse-Prozessor von Qualcomm wird von 3 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Für langfristige Datenlagerung steht ein Depot von 32 GB zur Verfügung – hiervon sind beim ersten Start aber nur noch gut 20 GB verfügbar.



Bildquelle kleines Bild: inside handy | Autor: Michael Stupp
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Themen dieser News: Testcenter, Hands-On, Handys unter 400 Euro, Mobilfunktechnik, MWC Barcelona, Nokia, Smartphones, Unternehmen und Märkte

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