USB-C: Der Standard der Zukunft

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Darstellung eines USB-Typ-C-Anschluss
Bildquelle: Foxconn via USB Implementers Forum
USB ist populär. Selbst nicht-technik-affine Nutzer verwenden täglich USB-Sticks oder laden mittels USB-Kabel den Smartphone-Akku mit Strom auf. Handy-, Tablet- oder Laptop-Nutzer registrieren gelegentlich auch Begriffe wie USB 2.0 oder 3.0, Interessierte sind vielleicht bei Recherchen auch schon auf den neuen USB Typ-C gestoßen. Dieser ist allerdings für alle Nutzer von Bedeutung, dürfte er sich doch zum Standard der Zukunft entwickeln.

Eine runde Sache:  USB Typ-C

Zuallererst: Der Typ-C ist ein Steckerformat, das verschiedene Datenübertragungsprotokolle unterstützt. So kann USB Typ-C Protokolle wie das ältere USB 2.0 oder das aktuelle USB 3.1 Gen-2 senden.

Die bisher gängigen USB-Steckverbinder für Mobilgeräte, wie Mini- und Micro-USB, haben neben all ihren technischen Vorteilen einen praktischen Nachteil: Die Stecker passen nur in eine Richtung, man könnte auch sagen, sind nicht verdrehsicher. Der USB-Typ-C verschafft hier Abhilfe. Das punktsymmetrische Steckerformat kann nicht falsch eingesteckt werden. Ein weiterer baulicher Vorteil des neuen Standards ist, dass der Stecker klein, dabei aber stabil ist. Wiederholtes Ein- und Ausstecken führt nur langsam zu einer Abnutzung. Perfekt fürs Smartphone. Doch den USB Typ-C zeichnen noch mehr Eigenschaften aus.

Smartphone mit USB-C-Anschluss

Das kann der neue USB

Der besonders offensichtliche Vorteil des USB Typ-C ist die bereits erwähnte Verdrehsicherheit des Steckers. Doch USB Typ-C ermöglicht eben auch, Host und Client miteinander zu tauschen. Ist das Smartphone über USB-C also am Tablet angeschlossen, um zunächst ein Video von dort auf das Tablet zu übertragen, kann anschließend genauso der Auftrag erfolgen, die Lieblingssongs vom Tablet auf das Smartphone zu senden und zwar ohne etwas umzustecken. Gleichwertig funktioniert USB-C bei der Energieversorgung. Ladequelle und Peripheriegerät, welches geladen werden soll, können im laufenden Ladeprozess problemlos miteinander getauscht werden.

Klein und damit platzsparend ist der bereits bekannte Micro-USB-Anschluss auch und doch birgt ihm gegenüber der USB Typ-C einen weiteren Vorteil: Typ-C unterstützt nicht nur das Protokoll USB 2.0, sondern auch die neuen Generationen. Gegebenenfalls führt dies zu einer schnelleren und sichereren Übertragungsleistung. Dafür dienen die zusätzlich eingefügten Leitungen des USB Typ-C. Zwei neue Adernpaare und eine weitere Masseverbindung machen es möglich.

Soweit die gut erklärbaren Neuerungen und Vorteile des Standards der Zukunft gegenüber älteren USB-Generationen. Etwas komplizierter sieht es mit der folgenden Innovation aus.

Der USB Typ-C ermöglicht Umwandlungen von Leitungen durch sogenannte “Alternate Modes”. Man könnte auch formulieren: Typ-C unterstützt eine alternative Betriebsart von bestehenden Leitungen. Zukünftig muss also beispielsweise ein Bildschirm, der über HDMI angeschlossen wird, eben nicht mit dem vorgesehenen HDMI-Kabel verbunden werden. Er kann stattdessen über die Umwandlung der Leitungen mithilfe von USB-C angeschlossen werden. Im Alltag kann das bedeuten, dass Anwender mehrere Funktionen allein durch eine USB-C-Kabelverbindung ausüben können: ein Tool für verschiedene Anwendungen. So setzt Microsoft bei ihrem Continuum-Konzept bereits auf den Standard. Mittels USB-C-Kabel wird das Handy an einen Adapter angeschlossen, an den wiederum Monitor, Maus und Tastatur angeschlossen werden können. Das Smartphone wird so zu einem PC.

Diese Schnellladefunktionen gibt es

Energieversorgung war schon immer eine der Hauptfunktion von USB. Während herkömmliche USB-2.0-Anschlüsse zum Beispiel 2,5 Watt übertragen kann, schafft USB Typ-C – unabhängig vom verwendeten Datenübertragungsprotokoll – 15 Watt. Um diese schnelle Ladung zu gewährleisten, muss allerdings darauf geachtet werden, dass sowohl das Ladegerät, das Kabel als auch das Endgerät dies unterstützt. Mit USB Power Delivery (USB PD) können sogar bis zu 100 Watt geliefert werden. Das ist insofern spannend, als dass das Laden von beispielsweise Notebooks über USB bisher praktisch nicht möglich war. Das Protokoll USB PD berechnet, wie viel Strom über das Kabel übertragen werden darf. Unterstützen Kabel, Host und Client eine maximal mögliche Stromversorgung, wird diese auch übertragen. Power Delivery ermöglicht demnach eine schnelle Energieversorgung.

Für Smartphone-Nutzer dürfte das USB Battery Charging (USB BC) interessanter sein. USB BC erlaubt bis zu 7,5 Watt und ist damit ausreichend, Handys in kurzer Zeit mit Energie zu versorgen.

Schnellladefunktion darf sich zum Beispiel Quick Charge aus dem Hause Qualcomm nennen. Quick Charge ist beispielsweise bei den Smartphones HTC 10 oder LG G5 integriert, die auf USB-C als Übertragungsweg setzen. Andere Hersteller haben für ihre Smartphones andere Schnelllade-Techniken entwickelt, wie OnePlus beispielsweise mit Dash Charge. Der Akku kann so innerhalb von 20 Minuten zu 80 % aufgeladen werden.

So funktioniert Musikhören auch ohne Kopfhöreranschluss

Benutzerfreundlichkeit, Haptik, Design, Schnelligkeit: Die Hersteller legen gerade was Smartphones anbelangt einen Zahn zu. So gibt es beispielsweise Handys auf dem Markt, die den allseits bekannten 3,5-mm-Kopfhöreranschluss nicht mehr verbaut haben. Bekannteste Beispiele sind das Moto Z oder das HTC 10 evo. Firmen, die diese Aktualität ebenfalls anstreben, streichen den Anwendern selbstverständlich nicht die Freude am Hören. Durch USB-C kann der fehlende Kopfhöreranschluss indirekt realisiert werden. Soll ein Audiosignal weitergegeben werden, gibt ein Adapter die Signale zum Kabel hin weiter. Sowohl analoge als auch digitale Signale können über Adapter übertragen werden. Doch auch ohne Adapter können spezielle Headsets und Kopfhörer mit USB-Typ-C-Anschluss ohne Klinkenbuchse für Hörvergnügen sorgen.

USB-C: Fazit

USB-C bietet viele Vorteile gegenüber den Vorgängergenerationen. Mehr Leistung in der Datenübertragung, schnellere Energieversorgung, die Fähigkeit zur alternativen Inbetriebnahme. Und doch lässt sich ein Nachteil des Standards nicht verleugnen: Um bestimmte Features zu nutzen, sind spezielle Kabel nötig. Beispielsweise unterstützen nicht alle Kabel die mögliche Lieferung von bis zu 100 Watt per USB Power Delivery. Würden alle Geräte Power Delivery unterstützen, das Kabel aber nicht, wird die maximale Energieversorgung über 15 Watt geliefert. Demgegenüber überwiegen die Vorteile von USB-C. Beseitigt das USB Implementers Forum hier und da noch ein paar Ungereimtheiten, dürfte der Standard der Zukunft USB Typ-C heißen.

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