Test Jiayu S3 im Test Gelungener Preis-Angriff auf die Oberklasse

vom 01.05.2015, 11:00
Jiayu S3 im Test

Der Name Jiayu ist hierzulande noch kaum bekannt. Das chinesische Unternhemen schickt sich allerdings an, den Markt mit günstigen Smartphones aufzumischen. Dass das funktionieren kann, zeigt das rund 280 Euro teure Jiayu S3 Advanced, das im ausführlichen Test nicht nur mit hervorragender Technik punkten konnte.

Jiayu verkaufte das S3 bislang in zwei verschiedenen Varianten, die Basic und Advanced genannt werden. Die beiden Modelle unterscheiden sich allerdings kaum voneinander: Die Advanced-Version verfügt lediglich über 3 GB Arbeitsspeicher, während das S3 Basic mit 2 GB auskommen muss. Zudem verfügt das Advanced im Gegensatz zum Basic über NFC. Das schlägt sich auch preislich nieder: Während das Basic schon für 249 Euro zu haben ist, kommt das Advanced zu einem Preis von 279 Euro. Beim Testgerät handelt es sich um das S3 Advanced. Der Verkauf der Basic Variante wurde in Deutschland jedoch bis auf weiteres eingestellt, da die Nachfrage nach der Advanced-Version nach Angaben Jiayus deutlich größer ist. Bisher werden die Jiayu-Smartphone vor allem über einen eigenen Online-Shop des Herstellers vertrieben.

Verarbeitung und Design

Der Firma Jiayu wurde des Öfteren vorgeworfen, das Design anderer Smartphones, vor allem des Apple iPhones, zu kopieren. Beim S3 besteht allerdings keine Verwechslungsgefahr mit Apple-Produkten. Mit seinen Maßen von 153 x 75,5 x8,9 Millimetern wirkt das Jiayu S3 ganz schön wuchtig. Das Gewicht von knapp 160 Gramm trägt zu diesem Eindruck bei. Dabei fallen die Ränder rund um das 5,5-Zoll-Display nicht einmal besonders breit aus. Die Front ist eher unauffällig gehalten und wird von Gorilla-Glas 3 vor Kratzern geschützt.

Die abnehmbare Rückseite besteht aus einem recht weichen Kunststoff. Sie reicht um die Seiten herum bis zu dem schmalen Rahmen, der das Display umfasst. Das Abnehmen der Rückseite gestaltet sich problemlos. Doch obwohl sie fest auf dem Gehäuse sitzt, kommt das Gefühl auf, dass sie mit der Zeit an Halt verlieren könnte.

Unter der Rückseite befindet sich der auswechselbare 3.100-mAh-Akku, ein Steckplatz für eine Micro-SD-Karte und zwei Steckplätze für Micro-SIM-Karten. Das Jiayu S3 kann also mit zwei Rufnummern beziehungsweise zwei Tarifen gleichzeitig betrieben werden.

Jiayu S3: Hands-On Bider

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    Das S3 von Jiayu im Test
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    Das S3 von Jiayu im Test

Obwohl die Rückseite einen etwas unsoliden Eindruck macht, gibt es an der Verarbeitung grundsätzlich nichts auszusetzen. Zwar kann es bei festem Zupacken schon mal zu einem leichten Knarzen kommen und die Hardware-Tasten hätten etwas griffiger ausfallen können; insgesamt ist das Gehäuse jedoch sauber und solide verarbeitet.

Beim Design hält sich Jiayu weitgehend bedeckt. Größe und Gewicht fallen zwar recht hoch aus, stehen aber in einem guten Verhältnis zueinander. An der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern, die Rückseite hätte aber etwas griffiger und solider ausfallen können.

Wertung: 4/5

Display

Ein 5,5 Zoll großes IPS-Display ziert die Vorderseite. Die Auflösung beträgt 1.080 x 1.920 Pixel, also Full-HD, und sorgt für eine knackig scharfe Darstellung. Die Pixeldichte liegt mit 401 ppi zwar unter jener von Smartphones mit Quad-HD-Displays, wie sie mittlerweile bei Flaggschiffen zum Einsatz kommen, liegt aber immerhin ein ganzes Stück höher als die des iPhone-Retina-Displays, das auf 326 ppi kommt.

Einzelne Bildpunkte sucht man auf dem S3-Display jedenfalls vergebens, da muss schon zur Lupe gegriffen werden. Dementsprechend klar werden auch Schriften angezeigt.

Jiayu S3 Advanced: Einstellungsoptionen für das Display
Bildquelle: inside-handy.de

Display-Einstellungsoptionen und Display aus verschiedenen Blickwinkeln

Farben werden wie von IPS-Displays gewohnt kräftig und dennoch natürlich wiedergegeben. Schwarz- und Weiß-Wert sind in Ordnung. In Sachen Blickwinkelstabilität kann das Display vollkommen überzeugen: Zwar dunkelt das Display etwas ab, wenn der Betrachtungswinkel geändert wird, Farben bleiben jedoch unverfälscht und das Gesamtbild gut erkennbar.
Auch die maximale Display-Helligkeit ist gut und reicht aus, um das Display auch im Freien bei Sonnenschein ablesen zu können. Die automatische Helligkeitsregulierung arbeitet etwas sprunghaft und lässt sich nicht manuell nachjustieren.

Bildkonfiguration mit MiraVision

Mit MiraVision, einer Engine aus dem Hause Mediatek, bietet das Jiayu S3 ungewöhnlich umfassende Möglichkeiten, die Darstellung des Displays anzupassen: Neben zwei vorgegebenen Profilen (Standard und Lebendig) kann der Nutzer hier Einfluss auf Kontrast, Sättigung, Schärfe und Farbtemperatur nehmen.

Auch wenn das Display keine Spitzenauflösung bietet, ist das Bild gestochen scharf und die Farbdarstellung sehr gut. Einziges kleines Manko ist die automatische Helligkeitsregulierung, die zwar funktioniert, jedoch nicht nachjustiert werden kann. Dafür verfügt das Gerät über ungewöhnlich viele Anpassungsfunktionen.

Wertung: 5/5



Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Andreas Krambrich
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Themen dieser News: Testcenter, Alternative Hersteller, Handys unter 400 Euro, Smartphones

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