Im Magazin Tipps und Tricks Das Smartphone richtig vor Hitze schützen

vom 13.04.2018, 17:01
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Gutes Wetter macht gute Laune, die Sonne scheint und die Leute zerrt es geradezu nach draußen. Mit dabei ist natürlich das Smartphone, Tablet oder auch der E-Book-Reader. Doch für unsere täglichen Begleiter kann das Sonnenbad zum Super-Gau werden, denn Hitze und Elektronik vertragen sich nicht. Die Redaktion von inside-handy.de klärt über die Gefahren auf, gibt Tipps zum Sonnenschutz, sowie Hilfestellung und Handlungsanweisungen bei Überhitzung des Handys.

Die Wochenendtemperaturen sollen die 30 Grad-Marke knacken, mit satten acht Sonnenstunden am Tag. Laue Winde, Vogelgezwitscher und der Ausblick auf den See im Ort locken die Sonnenanbeter aus dem Haus. Erst wird in die Badesachen und danach in das luftige Sommeroutfit geschlüpft. Schnell noch Handy, Schlüssel, Sonnenbrille, Hut, Handtuch und Sonnencreme eingepackt und schon startet der Erholungstag. Obwohl das Sonnenbad gewollt und genossen wird, schützen die Sonnenbrille, -Milch und der –Hut den Körper vor den Gefahren. Doch auch dem Smartphone setzt die Sonne zu und das mit gravierenden Folgen. Die Redaktion von inside-handy.de warnt vor den Gefahren und gibt Tipps um Fehlfunktionen, Probleme oder gar den Hitze Tod des Smartphones zu verhindern.

Warum schadet Hitze Smartphones, Tablets und Co?

Generell gilt für alle elektronischen Komponenten: “je kühler, desto besser“. Die Elektronen in den Schaltkreisen fühlen sich am wohlsten bei lauen Temperaturen. Smartphones, Tablets, E-Book-Reader und Co. bevorzugen Zimmertemperatur mit rund 20 Grad Celsius. Sie halten jedoch auch höheren Temperaturen stand. Natürlich sind hierbei immer die Herstellerangaben zu beachten. Apple gibt an, dass seine iPhones Temperaturen bis zu 35 Grad Celsius problemlos verkraften, Samsung-Geräten sollen angeblich bis zu 50 Grad Celsius nichts ausmachen. Outdoor-Smartphone-Hersteller wie zum Beispiel Caterpillar, Cyrus und Blackview werben sogar mit der Temperaturbeständigkeit ihrer Modelle. Sowohl im Minus- wie auch im Plusbereich der Temperaturskala.

Cyrus CS28, Outdoor, Smartphone
Bildquelle: inside-handy.de

Doch die meisten Handys sind nicht sonderlich robust und Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius werden schnell problematisch. Brutzeln die Smartphones also in der prallen Sonne zum Beispiel auf der Fensterbank wie Bratwürste auf dem Grill, entstehen schnell unreparierbare Schäden. Betroffen sind von der Hitze vor allem das Display, der Akku und der Prozessor. Hier sollten Nutzer wahrlich Vorsicht wahlten lassen, denn manche dieser Defekte sind irreversibel.

Diese allgemeinen Gefahren lauern

Überspitzt gesagt, ist die freie Wildbahn nicht der natürliche Lebensraum eines Smartphones. Die elektronischen Begleiter mögen es kühl und trocken. Außerdem halten sie sich bevorzugt in der Nähe einer Steckdose auf. Doch gerade im Frühling und Sommer ist das Handy als ständiger Begleiter laufend unterwegs. Und auf Reisen lauern neben der Hitze auch zahlreiche andere Gefahren.

Cyrus CS28, Outdoor, Smartphone
Bildquelle: inside-handy.de

Zum einen Staub, Sand und Dreck. Viele Hersteller versehen ihre Smartphones mittlerweile mit einer IP68-Zertifizierung. Eben diese bestätigt den Schutz vor Wasser und Staub. Vor allem Staub und Sand sind für die Handys problematisch. Der oberflächliche Dreck kann einfach abgewischt werden, doch in der 3,5-Millimeter-Klinke für den Anschluss der Kopfhörer und dem Slot für das Ladekabel setzt sich der Schmutz fest. Hier kann er zu Fehlfunktionen führen und eine Reinigung wahre Wunder vollbringen.

Zum anderen natürlich Nässe beziehungsweise Feuchtigkeit. Während man bei Sommer und Wasser direkt anfängt vom Meer zu träumen, kann jedoch auch ein klassischer Regenschauer das Smartphone durchtränken. Hier hilft nur einfaches trocknen lassen und das Beste hoffen. Auf keinen Fall sollte zum Föhn gegriffen oder das Handy auf der Heizung platziert werden. Denn dabei entsteht wieder eine Menge Wärme. 

Hitze-Gefahr für das Display

Das Display des Smartphones ist besonders anfällig bei direkter und dauerhafter Sonneneinstrahlung. Durch die Hitze der Sonne können die Flüssigkeitskristalle im Display-Panel zu Schaden kommen. Daraus entstehen flirrende und verschwommene Darstellungen auf dem Bildschirm des Handys. Die können nur vorübergehend auftreten oder im schlimmsten Fall irreparabel sein. Auch bei einer Hülle zum Schutz des Gehäuses ist Vorsicht geboten. Besteht die Schutzhülle aus Kunststoff kann es sein, dass sie schmilzt. Das ist davon abhängig, welches Plastik für die Hülle verwendet wurde.

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Bildquelle: inside-handy.de

Displayschutz

Damit das Display die aufgenommen Urlaubsfotos weiterhin gestochen scharf darstellt, sollte es vor der Sonne geschützt werden. Dazu kann das Handy zum Beispiel in der Hosentasche verstaut werden. Das Abdecken mit einem Handtuch oder anderem Kleidungsstück kann den Bildschirm vor dem Schlimmsten bewahren. Wird das Smartphone in das Handtuch oder T-Shirt eingewickelt, sinkt zudem das Risiko von Verschmutzungen. Wird die Schutzhülle vorher entfernt kann sie weder schmelzen, noch staut sich Wärme darin an. Ideal platziert ist das abgedeckte Smartphone natürlich im Schatten. Die Redaktion von inside-handy.de rät dazu, nach Möglichkeit mehrere oder sogar alle Maßnahmen parallel umzusetzen, damit das Display weiterhin wie gewohnt erstrahlt und keine Fehlfunktionen die sonnige Stimmung trüben. 

Hitze-Gefahr für Akku und Prozessor

Nicht nur das Display sondern auch Akku und Prozessor leiden unter Sonne beziehungsweise zu viel Hitze. Beim Akku ist die Situation ähnlich wie bei einem Sonnenbrand: Am ersten Tag bemerkt man ihn manchmal noch gar nicht, doch dann zieht sich die Hautreizung über mehrere Tage. Wird der Akku also zu heiß, machen sich die Probleme meist erst im Nachhinein bemerkbar. Nach und nach fällt auf, dass dem Smartphone schnell der Saft ausgeht und es länger zum Aufladen braucht als üblich. Bei Smartphones mit wechselbaren Akku, kann dieser leicht getauscht werden und das Problem ist beseitigt. Die neuen Smartphones besitzen aber häufig einen fest verbauten Akku, der nicht einfach so getauscht werden kann.

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Bildquelle: inside-handy.de

Ein weiteres Bauteil, das nicht ausgewechselt werden kann, ist der Prozessor. Er agiert ähnlich wie das menschliche Gehirn und steuert die versteckten Vorgänge im Smartphone. Sonnt sich das Smartphone zu lange und überhitzt, bekommt der Prozessor quasi einen Sonnenstich. Davon kann sich die zentrale Recheneinheit ähnlich wie der menschliche Körper schnell wieder erholen und wie gewohnt weiter arbeiten. Schmorrt im Inneren jedoch die Hardware durch, stirbt das Handy den Hitze-Tod.

Akku- und Hardwareschutz

Um tragische Todesfälle zu vermeiden, hat die Redaktion von inside-handy.de Schutzmaßnahmen zusammengestellt. Sowohl Akku, wie auch der Prozessor können aktiv dafür sorgen, dass sich das Smartphone von innen erhitzt. Schließt der Nutzer hingegen die aktiven Anwendungen wie zum Beispiel die Musikwiedergabe, entspannt sich der Akku etwas. Dadurch heizt er nicht noch zusätzlich, während ihm die Sonne auf den Bauch scheint. Ähnlich verhält es sich mit dem Prozessor beim Schließen der im Hintergrund aktiven Apps. Bei den warmen Temperaturen wird alles schnell anstrengender als üblich, so geht es dem Smartphone auch. Daher sollte es sich gerade an heißen Tagen etwas ausruhen.

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Bildquelle: inside-handy.de

Hersteller und Anwendungen können helfen. Apples iPhones reagieren auf die Überhitzung mit einer Warnmeldung im Display. Bei Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad Celsius möchte das iPhone ausgeschaltet werden und sollte im Schatten platzierert werden. Die Warnung des Herstellers sollte wahrgenommen werden. Während bei Android-Geräten im Gegensatz zu Apple-Smartphones der Nutzer selbst ein Auge auf die Temperatur des Smartphones haben muss. Verschiedene Apps stehen im Play Store von Google zum Download bereit, die die Temperatur innerhalb des Smartphones messen und anzeigen. Bei der Überhitzung sollte das Smartphone sofort ausgeschaltet werden. Natürlich sollte hier das Handy wieder abgedeckt und schattig platziert werden. Doch auf keinen Fall im Auto!

Gefahrenzone: Auto

Immer wieder wird in den Medien davor gewarnt, Kinder und Tiere bei warmen Temperaturen im Auto zu lassen. Selbst kurze Zeiträume können hier lebensgefährlich sein. Der Grund dafür ist, dass das Auto sich in der prallen Sonne und an warmen Tagen extrem aufheizt. Neben der Außentemperatur strahlt der Motor zusätzlich Wärme ab. Die Armaturen in den PKWs sind meist dunkel oder gar schwarz. Damit ziehen sie die Hitze nicht nur magisch an, sondern speichern sie auch. Autoarmaturen können bis zu 70 Grad Celsius heiß werden.

Smartphones und Handys lenken immer mehr Fußgänger im Straßenverkehr ab
Bildquelle: DEKRA

Neben der Gefahr für Mensch und Tier kann auch das Smartphone darunter leiden. Liegt es zum Beispiel auf den aufgeheizten Armaturen an der Windschutzscheibe des Beifahrersitzes, könnte es genauso gut auf dem Herd oder dem Backofen platziert sein. Zudem benutzen viele Leute das Handy als Navigationsgerät beim Autofahren. Dazu wird häufig eine Smartphone-Halterung mittels Saugnapf an der Windschutzscheibe befestigt und das Handy eingespannt. Auch hierbei ist der smarte Alltagsbegleiter im Sommer hohen Temperaturen ausgesetzt. Daher empfiehlt die Redaktion von inside-handy.de die Smartphone-Halterung in der Nähe eines Lüftungsschlitzes zu platzieren, damit auch das Handy den klimatisierten Innenraum genießen kann. Die Gefahrenzone Auto sollte im Sommer keinesfalls unterschätzt werden. Doch was soll man tun, wenn das Smartphone bereits überhitzt ist?

Kühlen Kopf bewahren, beim heißen Handy

Das Smartphone lag im Auto auf dem aufgeheizten Armaturenbrett oder am Baggersee in der Sonne im Sand. Kaum nimmt man es in die Hand, will man es wieder fallen lassen. Durch die Temperaturen hat sich das Smartphone aufgeheizt und ist nun so heiß wie die Fritten an der Freibadbude. Jegliche Taste wird mehrmals gedrückt und dennoch reagiert das Display gar nicht mehr, obwohl es noch den Sperrbildschirm anzeigt. Sowohl der Fingerabdrucksensor, wie auch der Powerbutton zeigen keine Redaktion. Langsam schleicht sich die Panik an, denn das Smartphone dient nicht mehr nur zum Kommunizieren, sondern ist bis zum Rand mit privaten Daten gefüllt. Bilder, Videos, Kontakte und der Kalender sind im Alltag fast unverzichtbar. Was also nun?

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Bildquelle: inside-handy.de

Die Redaktion von inside-handy.de rät dazu, erstmal einen kühlen Kopf zu bewahren. Das Smartphone hat sich eindeutig einen Sonnenstich zugezogen und reagiert nicht mehr. Dennoch muss noch nicht vom schlimmsten Fall, dem Hitze-Tod, ausgegangen werden. Erste Hilfemaßnahmen müssen eingeleitet werden. Zunächst einmal sollte der Patient an einen kühleren Ort transportiert werden, vor Ort in den Schatten oder in einen Raum mit Zimmertemperatur. Absolut kontraproduktiv ist Kühlen, sowohl in der mitgebrachten Kühlbox, sowie dem Gefrierschrank zu Hause oder im Wasser des Freibades. Damit wird das Smartphone einer weiteren Temperatur-Extremsituation ausgesetzt und das endgültige Handy-Aus ist kaum mehr abzuwenden. Nachdem das Smartphone etwas abgekühlt ist, kann das Ausschalten noch einmal versucht werden. Danach sollte das Handy mit Hitzeschlag erstmal eine Zeit lang ruhen, mit etwas Glück fährt es danach, zuverlässig wie immer, wieder hoch.

Das Handtuch wird am See neben den Freunden ausgebreitet, der Boden unter den nackten Füßen hat sich bereits aufgeheizt, leise Musik läuft im Hintergrund und der Geruch von frisch Gegrilltem liegt in der Luft. Schnell wird das Sommeroutfit abgestreift, die Haut eingecremt und die Sonnenbrille, sowie der Hut aufgesetzt. Das Smartphone wird ausgeschaltet, aus der Hülle genommen, in das T-Shirt eingewickelt und im Schatten des Rucksacks abgelegt. Einfach entspannen, durchatmen und die Sonne genießen. Genauso sollten Sommertage sein.

Das steckt hinter der IP-Zertifizierung ›


Bildquelle kleines Bild: inside-handy.de | Autor: Marina Ebert
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Themen dieser News: Tipps & Tricks, Mobilfunk-News, Mobilfunktechnik

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