Vodafone, O2, Congstar & Ortel Mobile: Homespot-Tarife im Vergleich

12 Minuten
Congstar Homespot
Bildquelle: inside-handy.de / Hayo Lücke
Ob zu Hause oder unterwegs: Smartphones machen es möglich, zu jeder Zeit an jedem Ort mobil im Netz unterwegs zu sein. Nicht immer steht zu Hause oder in der Gartenlaube eine DSL-Leitung zur Verfügung. Hier sind Homespots, die per LTE Daten übertragen, eine gute Alternative. Die Redaktion von inside handy hat die Angebote in Deutschland zusammengestellt.

Was ist ein Homespot?

Sogenannte WLAN-Sticks für den reinen WLAN-Gebrauch und LTE-Sticks für die Nutzung des Mobilfunknetzes unterwegs gibt es schon seit langer Zeit, richtig zuverlässig arbeiten sie allerdings nicht immer. Hat man keinen Mobilfunkvertrag gebucht, der ein hohes Datenvolumen beinhaltet, wird man in der Regel peinlich genau darauf achten, das Volumen möglichst gut über den Monat zu verteilen. So wird es oft schwierig, verbrauchsintensive Inhalte wie Videos oder Ähnliches zu nutzen, wenn man keine WLAN-Verbindung zur Hand hat. Auch ist es schlecht, das Handy für die Heimnetz-Versorgung zu nutzen, wenn mehrere Personen in einem Haushalt wohnen.

Eine Alternative bieten Homespots. Das bedeutet, dass Kunden einen kleinen Router kaufen und einen passenden Tarif buchen. Die SIM-Karte wird dann in den Router eingelegt und bietet so Internet zum Beispiel in Gebieten ohne DSL-Zugang. Nützlich ist dies beispielsweise bei einem Umzug, wenn noch kein WLAN vorhanden ist, man gänzlich auf einen DSL-Vertrag verzichten möchte oder an Orten, an denen nicht permanent eine schnelle Internetleitung benötigt wird. Auch für Schrebergarten, Campingplatz oder die Baustelle sind die Homespots eine gute Alternative, wenn kein fester Anschluss gelegt werden kann oder soll. Einzig auf die LTE-Abdeckung des gewählten Anbieters sollte geachtet werden.

Die Redaktion von inside handy hat sich die Offerten von Vodafone, Congstar. Ortel Mobile und O2 näher angesehen.

Vodafone GigaCube: Tarife, Hardware, Details

Vodafone hat sich schon seit geraumer Zeit mit seinem GigaCube auf dem Markt etabliert. Den Router kann der nicht erwerben, sondern lediglich mit beziehungsweise ohne einen Mobilfunkvertrag mieten. Kunden können mit dem GigaCube innerhalb Deutschlands mit LTE-Geschwindigkeit surfen. Videos werden auf eine SD-Qualität von 480p komprimiert.

Vodafone erlaubt es den Nutzern des GigaCube, den Spot an vielen verschiedenen Orten zu nutzen. Der GigaCube ist also nicht an eine bestimmte Adresse gebunden und eignet sich somit auch für Reisen innerhalb der Bundesrepublik und somit beispielsweise auch für Zirkus-Reisende oder Schausteller.

Tarife

Vodafone erweitert sein Portfolio und will nun auch Power-Nutzern einen ansprechenden Tarif anbieten können. Fortan stehen nun nicht mehr nur die Tarife GigaCube und GigaCube Flex zur Verfügung, die sich im Wesentlichen darin unterscheiden, dass Kunden entweder nur bei Nutzung oder aber einen monatlichen Grundpreis zahlen. Darüber hinaus gibt es nun auch die beinahe grenzenlose Surf-Option GigaCube Max. Die generellen Eigenschaften der Verträge sind wie folgt:

  Datenvolumen

Geschwindigkeit

Anschlussgebühr

Laufzeit

Preis (reduziert) Preis (regulär)

GigaCube

50 GB bis zu 200 MBit/s 49,99 Euro (einmalig) 24 Monate 24,99 Euro 

34,99 Euro

GigaCube Flex

50 GB bis zu 200 MBit/s 49,99 Euro (einmalig) 24 Monate 24,99 Euro 34,99 Euro

GigaCube Max

200 GB bis zu 200 MBit/s 49,99 Euro (einmalig) 24 Monate 44,99 Euro 54,99 Euro

Zu beachten ist, dass sich der einmalige Preis für den GigaCube erhöht wenn sich Kunden für die Flex-Variante entscheiden: Knapp 50 Euro werden fällig, während beim Tarif Vodafone GigaCube nur 1 Euro für die Hardware fällig wird.  Außerdem wissenswert: Sind die 50 GB verbraucht, wird nur noch eine Geschwindigkeit von höchstens 32 KBit/s geboten. Mehr Datenvolumen ist allerdings über SpeedPlus nachbuchbar. Zur Auswahl stehen vier verschiedene Optionen: Die erschwinglichste Option liegt bei einmalig 2,99 Euro mit 1 GB, die teuerste Variante kostet 24,99 Euro. Dafür erhalten Kunden dann aber zusätzlich 25 GB Datenvolumen. Buchbar ist zusätzliches Datenvolumen ausschließlich über center.vodafone.de über den GigaCube selbst.

Der reduzierte Grundpreis ergibt sich ausschließlich für Kunden, die bereits einen Red- oder Young-Mobilfunkvertrag bei Vodafone abgeschlossen haben und diesen mit dem GigaCube-Tarif koppeln wollen. Der Konzern gewährt diesen Kunden einen GigaKombi-Rabatt in Höhe von 10 Euro. Der Tarif GigaCube Max wird über die Vodafone-Homepage auch ohne GigaKombi-Rabatt zu reduzierten Konditionen angeboten.

GigaCube Max mit doppeltem Datenvolumen

Wer den GigaCube Max bis zum 17. August bucht, kann durch seine Kurzentschlossenheit profitieren, denn Vodafone verdoppelt für diese Kunden das Datenvolumen abermals. Statt 100 GB im LTE-Netz der Düsseldorfer stehen dann 200 GB zum Surfen zur Verfügung. Der Preis bei dieser Promotion bleibt der Gleiche.

Telefonie- und SMS-Nutzung werden beim GigaCube gänzlich ausgeschlossen. Alle Details rund zum GigaCube und den Tarifmöglichkeiten sind auf der Webseite von Vodafone nachlesbar. 

O2 HomeSpot: Tarife, Hardware, Details

Es besteht die Möglichkeit, auch das Netz von Telefónica mit einem Homespot zu nutzen. O2 hat ebenfalls einen HomeSpot in petto, der entweder gemietet oder erworben werden kann. Bislang handelt es sich beim Homespot-Angebot von O2 um Testtarife, mit denen der Mobilfunkanbieter überpüfen will, wie gut eine solche Offerte von Kunden angenommen beziehungsweise wahrgenommen wird. Auch o2 bietet die Möglichkeit,den Spot unabhängig von einem bestimmten Surfbereich zu nutzen. Das heißt, Nutzer können den HomeSpot von O2 auch mit auf Reisen nehmen und flexibel gebrauchen. Gerade im O2-Netz stellt sich jedoch die Frage, ob das Netz am jeweiligen Standort schon entsprechend ausgebaut ist.

Tarife

Zur Wahl stehen Kunden zwei Tarife, die sich nur in ihrer Laufzeit unterscheiden. Wie die Option O2 HomeSpot Flex bereits verrät, sind Kunden mit diesem Tarif nicht längerfristig gebunden, sondern können jeden Monat kündigen. Dafür muss die Hardware allerdings auch zu einem Preis von 121 Euro erworben werden.

Der Tarif O2 HomeSpot verlangt im Gegensatz eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten; dafür  muss der LTE-Router mit nur 1 Euro eher symbolisch bezahlt werden. 

  Datenvolumen

Geschwindigkeit

Anschlussgebühr

Laufzeit

Preis (1 Monat Laufzeit Preis (24 Monate Laufzeit)

O2 HomeSpot 

50 GB bis zu 150 MBit/s 29,99 Euro 24 Monate 29,99 Euro 24,99 Euro

O2 HomeSpot Flex

50 GB bis zu 150 MBit/s 29,99 Euro 1 Monat 29,99 Euro 34,99 Euro

Sobald das inkludierte Datenvolumen aufgebraucht ist, wird die Geschwindigkeit auf 32 KBit/s gedrosselt – das heißt, Internetzugang besteht nach wie vor, mit dieser sehr langsamen Geschwindigkeit wird die normale Nutzung aber nahezu unmöglich. Webseiten wie YouTube und Co. lassen sich dann kaum noch in Anspruch nehmen. Diejenigen, die den Rest des Monats weiterhin schnell surfen wollen, können ein Datenpaket nachbuchen. Mit O2 Data lassen sich für 15 Euro 15 GB extra kaufen. Das zusätzliche Datenvolumen hat eine Vertragslaufzeit von einem Monat. O2-Kunden, die bereits einen Mobilfunk-Vertrag haben, können diesen mit dem Homespot-Tarif kombinieren und sich so einen Rabatt über 10 Euro auf die monatliche Grundgebühr sichern.

Der O2 HomeSpot LTE Router lässt sich nur innerhalb der Grenzen Deutschlands nutzen; Telefonate sind über das normale Mobilfunknetz nicht möglich. Alle Details zu den Homespot-Tarifen stehen auf der Webseite von O2 bereit.

Ortel Mobile: Tarife, Hardware, Details

Die Telefónica-Tochter Ortel Mobile hat im Juli 2018 einen eigenen Homespot-Tarif eingeführt, der auf Prepaid-Basis realisiert wird. Damit hebt sich Ortel von seinen Mitbewerbern ab, bei denen das Angebot nur auf Vertragsbasis zu haben ist. Eingesetzt wird – wie für eine Telefónica-Tochter zu erwarten, das O2-Netz. Erhältlich ist der Router samt SIM-Karte leider nur im Handel bei entsprechenden Partnern von Ortel Mobile

Hardware

Zum Einsatz kommt der Wistron WNC WLD71-T1, ein Router der sonst in Deutschland nicht zum Einsatz kommt, sondern offenbar über die Telefónica-Marke Movistar  aus Spanien importiert wird. Der Router kostet einmalig 69,99 Euro. Die Prepaid-SIM-Karte ist bereits eingelegt und versiegelt.

Der Tarif

Für 29,99 Euro bekommen die Kunden 28 Tage lang Zugriff auf das O2-Netz. Mit einer Datenrate von bis zu 21,6 MBit/s können Daten heruntergeladen werden. Nach 40 GB wird die Zugangsgeschwindigkeit jedoch auf 56 kBit/s gedrosset. Kunden, die mehr Datenvolumen benötigen, können weitere 10 GB für 14,99 Euro nachbuchen. Der Tarif kann bundesweit genutzt werden, es muss lediglich eine Stromsteckdose vorhanden sein – und natürlich das O2-Netz.

  Datenvolumen

Geschwindigkeit

Anschlussgebühr

Laufzeit

Preis (regulär)

Ortel Mobile

40 GB bis zu 21,6 MBit/s 69,99 Euro (einmalig) 28 Tage 29,99 Euro 

Congstar Homespot: Tarife, Hardware, Details

Die Telekom-Tochter Congstar hat ebenfalls ein eigenes Homespot-Angebot in petto und nutzt für die Realisierung das Netz der Deutschen Telekom, die selbst kein Homespot-Angebot hat.

Hardware

Congstar bietet seinen Kunden einen großen Alcatel-Router zum Kauf an. Er kostet einmalig 85 Euro. Alternativ können Kunden das neue Gerät für zwei Jahre zu je 3,50 Euro im Monat bei 1 Euro Anzahlung erworben werden. Bei Buchung mit dem neuen congstar Homespot XL in der Variante mit 24 Monaten Mindestvertragslaufzeit reduziert sich der Preis auf einmalig 49 Euro oder zwei Jahre lang je 2 Euro im Monat bei 1 Euro Anzahlung. Die SIM-Karte, die für die Nutzung eines Homespots mit einem Congstar-Tarif mitgeliefert wird, ist auch mit LTE-WLAN-Routern von Drittanbietern kompatibel. 

Tarife

Der Datenpass Homespot S wurde von Congstar aus dem Sortiment genommen und der Tarif Homespot M als Einsteigeroption angeboten. Hinzu kam dafür die LTE-DSL-Alternative Homespot XL. Die Homespot-Tarife von Congstar staffeln sich weiterhin, sodass sich nun insgesamt drei Tarif-Optionen für Kunden ergeben:

  Datenvolumen Flex Datenvolumen Regulär

Geschwindigkeit

Anschlussgebühr

Laufzeit

Preis 

Homespot M

20 GB 30 GB bis zu 20 MBit/s 10 bzw. 30 Euro 24 Monate 20 Euro/Monat
Homespot L 40 GB 50 GB bis zu 40 MBit/s 10 bzw. 30 Euro 24 Monate 30 Euro/Monat
Homespot XL 80 GB 100 GB bis zu 40 MBit/s 10 bzw. 30 Euro 24 Monate 40 Euro/Monat

Im Gegensatz zu Vodafone, Ortel Mobile und o2 müssen Congstar-Kunden sich entscheiden, wo sie ihren WLAN-Cube nutzen wollen. Denn für zugehörige SIM-Karten wird nur ein Surfbereich freigeschaltet, an dem das LTE-Netz nutzbar ist. Der ermöglicht zwar die Mitnahme des Cubes zum Nachbarn und vermutlich auch noch im Schrebergarten in der eigenen Stadt, aber keine weiteren Reisen. Möglich ist allerdings ein Wechsel des Surfbereichs, der jedoch 20 Euro kostet. Insgesamt können 32 Geräte mit dem WLAN-Cube verbunden werden.

Bei verbrauchtem Datenvolumen kann mit der SpeedOn-Option für 10 Euro zusätzliche 10 GB Volumen nachgebucht werden. Andernfalls besteht für den restlichen Monat weiterhin Internetzugang, jedoch wird die Geschwindigkeit auf maximal 384 Kbit/s gedrosselt. Während Telefonate über das Mobilfunknetz nicht möglich sind, können SMS sehr wohl versendet werden – pro Nachricht verlangt Congstar 9 Cent. Erwähnt sei außerdem, dass für die Flex-Varianten nur eine monatliche Laufzeit gilt, während die reguläre Vertragsvariante über 24 Monate läuft. Daran orientiert sich auch die einmalige Anschlussgebühr: Bei der Flex-Variante liegt der Preis höher als bei Kunden, die sich zwei Jahre lang an den Homespot-Tarif binden.

Die Tarife und der WLAN-Cube respektive LTE-WLAN-Router können über die Webseite von Congstar ergattert werden.

Fazit

Die großen deutschen Mobilfunkanbieter sind hinsichtlich der Homespot-Angebote recht gut aufgestellt. Die Angebote Vodafone, Congstar und O2 ähneln sich in weiten Teilen, nur kleinere Details machen den Unterschied. So kommt es zunächst darauf an, in welchem Netz der jeweilige Nutzer surfen möchte. Mit der Vodafone und Congstar funkt man in den am besten ausgerüsteten Netzen Deutschlands; doch auch O2 bietet mit dem Netz von Telefónica nur ein marginal schlechteres Netz, hält man sich in Ballungszentren auf. Darüber hinaus spielt auch eine Rolle, ob man den Homespot nur an einem oder mehreren Orten nutzen möchte.

Mit Ortel Mobile bietet auch ein Provider seine Dienste auf Prepaid-Basis an. Das ist interessant für alle, die Probleme haben, einen Vertrag zu bekommen oder die keinen Vertrag abschließen wollen. Leider ist das Angebot nur schwer zu bekommen, da es ausschließlich über ausgewählte stationäre Partner vertrieben wird.

Vodafone und O2 setzen beide auf eine flexible Nutzung ihrer Homespots an den Ortschaften der Wahl. In den Tarifen beider Anbieter sind 50 GB Datenvolumen inkludiert, jedoch bietet Vodafone eine Spitzen-Geschwindigkeit von bis zu 300 MBit/s, die in keiner anderen Option zu finden sind. Auch preislich liegen die Mobilfunkanbieter auf einem ähnlichen Niveau und überschreiten die Grenze von 35 Euro nicht.

Mit den neuen Streaming-Angeboten – Vodafone GigaCube Max und Congstar Homespot XL – haben Vodafone und Congstar einen exklusiven Vorteil gegenüber O2 in petto. Mit den Tarifen sprechen die Mobilfunkanbieter explizit Vielnutzer an, die Inhalte gerne streamen. Das Datenvolumen ist an das Nutzerverhalten angepasst und auch der Preise liegen noch in einem grünen Bereich, ohne in nicht nachvollziehbare Sphären abzudriften.

Alle Offerten haben hingegen folgende Dinge gemeinsam: Sie sind nur innerhalb Deutschlands nutzbar und bieten LTE-Netz. Der Nachteil aller Homespots gegenüber WLAN beziehungsweise einer DSL-Leitung ist, dass im Monat nur ein bestimmtes Datenvolumen zur Verfügung steht. Benötigt man mehr Volumen, entstehen zwangsweise auch mehr Kosten.

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