Im Magazin Speicher optimieren Smartphone-Speicher erweitern und Apps auf SD-Karte verschieben – so geht's

vom 26.01.2018, 11:12
Samsung-Speicherkarte, Vodafone SIM-Karte und Nubia Z11
Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de

Der interne Speicher von Android-Handys ist oft etwas, mit dem die Hersteller geizen, um ein Smartphone günstiger anbieten zu können. Schnell ist dann der Speicher voll. Eine SD-Karte ist eine Möglichkeit, den Speicher auch nach dem Kauf noch aufzustocken. Die inside-handy.de-Redaktion erklärt, wie man Apps auf die SD-Karte verschieben, die SD-Karte als internen Speicher verwenden und den internen Speicher erweitern kann.

Die Qual der Wahl – Welche SD-Karte ist die Richtige?

Eigentlich alle Android-Handys von Samsung, Sony, Huawei und Co. setzen heute auf Micro-SD-Speicherkarten. Diese sind kleiner als normale SD-Karten, wie sie häufig in Digital-Kameras eingesetzt werden. Auch viele Notebooks und Desktop-PCs verfügen heute über einen Steckplatz für SD-Karten. Micro-SD-Karten, die Eigenschreibweise der Hersteller lautet übrigens microSD, sind zu den großen SD-Karten kompatibel und können mit einem entsprechenden Adapter auch von den jeweiligen Lesegeräten gelesen und beschrieben werden.

Micro-SD-Karten gibt es bereits seit 2005. Dementsprechend groß ist das Spektrum der Speicherkapazitäten. Waren ursprünglich 16 MB auf den Karten untergebracht, sind heute Speicherkapazitäten von 32 oder 64 GB und mehr handelsüblich. Die größten erhältlichen Micro-SD-Karten beherbergen bis zu 256 GB, obwohl theoretisch bis zu 2 TB möglich sein sollen. Ab einer Speichergröße von 4 GB wird die Bezeichnung "microSDHC" verwendet, was für "Micro Secure Digital High Capacity" steht, ab 32 GB laufen die Speicherkarten unter der Bezeichnung "microSDXC", wobei die letzten zwei Buchstaben für "Extended Capacity" stehen. Diese Karten kommen für die Speichererweiterung vom Samsung Galaxy und Co. am ehesten in Frage, man sollte hier nach dem persönlichen Speicherplatzbedarf auswählen. Eine gute Wahl sind aktuell Speicherkarten mit 64 GB, diese bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das wichtigste Auswahlkriterium für eine Micro-SD-Karte ist neben der Speicherkapazität auch die Geschwindigkeit. Gerade für Multimedia-Anwendungen, aber auch wenn Apps auf die SD-Karte verschoben oder diese womöglich zum internen Speicher addiert werden sollen, ist eine hohe Leistung gefragt. Der SD-Standard sieht hier verschiedene Klassen vor, mittlerweile auch verschiedene Klassensysteme. So ist neben der normalen Klassifizierung seit 2010 auch die UHS-Klassifizierung (Ultra High Speed) Standard. Dieses System beginnt dort, wo die normalen Geschwindigkeitsklassen aufhören, Class 10 entspricht somit der UHS-Klasse 1. Diese Klasse gewährleistet eine minimale Übertragungsgeschwindigkeit von 10 MB/Sekunde und ist heute auch die Regel für Micro-SD-Karten. Wer den Speicher seines Android-Smartphones aufrüsten will, sollte nach einer solchen Karte Ausschau halten, denn es gilt: Je schneller, desto besser. Wer zum Beispiel 2K- oder 4K-Videos aufzeichnen will, sollte auf aktuelle SD-Karten mit UHS 3 setzten. 

So kommt die Micro-SD-Karte ins Smartphone

Die Wege, den internen Speicher des eigenen Android-Handys mit einer Micro-SD-Karte zu erweitern, sind so vielfältig, wie die verschiedenen Hersteller. Häufig verfügen Handys mit einem Metallgehäuse über ein seitliches Schubfach, das mithilfe eines mitgelieferten Werkzeugs öffnen lässt. Handys mit nur einer SIM-Karte verfügen oft über getrennte Schubfächer für Speicher- und SIM-Karte, aber auch hybride Schubfächer sind nicht ungewöhnlich. Dual-SIM-Geräte bringen oft einen kombinierten Leser mit, sodass der Nutzer zwischen Dual-SIM-Funktion und Speichererweiterung wählen muss.

Lässt sich der Rückdeckel des Smartphones öffnen, befinden sich die Einschübe für SIM- und Speicherkarten oftmals dort. Hier ist es des Öfteren auch möglich, eine zweite SIM-Karte und eine Micro-SD-Speicherkarte parallel zu verwenden.

Am Beispiel des HTC 10, Nubia Z11 und Lenovo Moto G4 Plus zeigt die Redaktion von inside-handy.de, wie man das Schubfach findet, es öffnet und Micro-SD- sowie SIM-Karten einlegt.

SD-Karten: Einsetzen

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    Am Beispiel vom HTC 10, dem Nubia Z11 und dem Lenovo Moto G4 wird demonstriert, wie Micro-SD-Karten eingesetzt werden. Dazu schaltet man das Gerät zunächst aus.
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de
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    Das HTC 10 verfügt über einen eigenen Einschub für die Micro-SD-Karte. Dieser ist mit einem Werkzeug zu öffnen, das der Hersteller in aller Regel mitliefert.
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de

Android-Apps auf die SD-Karte verschieben

Seit Android 2.3.5 lassen sich Apps auf die SD-Karte verschieben, um internen Speicherplatz freizugeben. So einfach wie es klingt, ist dies allerdings nicht. Zunächst müssen nämlich einige Faktoren beachtet beziehungsweise erfüllt werden. So lassen sich nicht alle Apps auf die SD-Karte verschieben. Einige Android-Anwendungen, insbesondere die Google-Dienste, können schlichtweg nicht kopiert werden – das sieht ihre Programmierung nicht vor. Doch auch bei Apps, die auf der SD-Karte installiert werden können, muss man vorsichtig sein. Solche Anwendungen starten nach der Installation auf Speicherkarten oftmals etwas langsamer; die Geschwindigkeit hängt dabei von dem Tempo der Micro-SD-Karte ab.

Sollte die Speicherkarten-Geschwindigkeit stimmen und die betroffene Anwendung keines schnellen Starts bedürfen, so muss lediglich ein weiterer Faktor bedacht werden, bevor man die Apps auf die SD-Karte verschieben kann. Alle Smartphones können nämlich nur Speicherkarten bis zu einer bestimmten Größe nutzen. Übertrifft die Kapazität der Karte allerdings diesen Wert, wird diese zumindest im entprechenden Gerät unbrauchbar. Gleichwohl gilt, dass so etwas meist lediglich bei älteren Geräten oder alternativen Smartphones aus China geschieht.

Wurden alle Voraussetzungen erfüllt, ist das eigentliche Verschieben der Android-Apps auf die SD-Karte recht simpel:

  1. In den Systemeinstellungen den Punkt "Apps" aufrufen. Je nach Hersteller kann der Punkt auch "Anwendungen" oder ähnlich heißen. Manchmal muss danach noch ein gesonderter Punkt "Apps verwalten" aufgerufen werden.
  2. Alle heruntergeladenen und vorinstallierten Apps werden nachfolgend aufgelistet. Hier nun die App auswählen, die auf der SD-Karte landen soll.
  3. Im Info-Fenster der App erscheint ein Button "Auf SD-Karte verschieben" - alternativ muss man beispielsweise auf "Speicher " und danach auf "ändern" klicken. Ist der Button ausgegraut oder wird gar nicht angezeigt, so lässt sich die App entweder nicht auf die SD-Karte verschieben oder liegt sogar schon dort.
  4. Liegt die App auf der SD-Karte wird oftmals auch ein Button "Auf Telefon verschieben" angezeigt, mit dem der Transfer rückgängig gemacht werden kann.

Am Beispiel des Huawei Ascend P7 mit Android 4.4.2 KitKat und der EMUI-Oberfläche in Version 3 zeigt die Redaktion, wie das Vorgehen aussieht.

SD-Karten: Apps verschieben

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    Zunächst muss die Einstellung "Apps verwalten" gewählt werden. Diese heißt auf anderen Smartphones unter Umständen anders.
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    Anschließend wird die App gewählt, die verschoben werden soll.

Die Funktion, Apps auf SD-Karten zu verschieben, hat in Android eine wechselvolle Geschichte. So kann es sein, dass einzelne Android-Versionen die Funktion überhaupt nicht anbieten oder die Hersteller der Geräte diese deaktiviert haben. So muss im Einzelfall ausprobiert werden, ob Apps auf der Micro-SD-Karte gespeichert werden können oder nicht.

Bilder auf die SD-Karte verschieben

Wer die Apps doch lieber im internen Telefonspeicher behalten möchte, hat eine andere Möglichkeit den festen Speicher zu erweitern beziehungsweise zu bereinigen. Die Lösung ist dabei, platzraubende Dateien wie Songs, Videos und Bilder auf die SD-Karte zu verschieben. Dafür muss zunächst eine beliebige Dateimanager-Anwendung auf das Handy geladen werden – bei manchen Smartphones und Herstellern ist diese vorinstalliert. Öffnet man das Programm, reicht es aus, die entsprechende Datei in den eigenen Ordnern finden (Fotos landen üblicherweise im Ordner "DCIM") und in einen beliebigen Ordner auf der SD-Karte zu verschieben. Der gesamte Vorgang entspricht dabei der Ausschneiden-Einfügen-Vorgehensweise auf einem Computer.

Es macht allerdings nur bedingt Sinn, wenn man Bilder auf die SD-Karte verschiebt, zukünftige Fotos und Videos allerdings erneut auf dem internen Speicher landen. Somit muss an dieser Stelle noch ein weiterer Schritt durchgeführt werden. Die Rede ist dabei davon, den Speicherort für die Kamera-Anwendung zu ändern. Dazu zuerst die Kamera-App öffnen und den Menüpunkt "Einstellungen" auswählen. Hier muss man als Nutzer eventuell scrollen, bis der Punkt "Speicher" angewählt werden kann. Nun noch das Häkchen von "Interner Speicher" auf "SD-Karte" beziehungsweise "Wechselspeicher" ändern und schon landen die Fotos auf der externen Speicherkarte.

SD-Karte als internen Speicher formatieren

Mit Android 6.0 Marshmallow hielt eine neue, nützliche Funktion in die Android-Welt Einzug: das verwenden einer SD-Karte als internen Speicher. Im Gegensatz zum bisherigen vorgehen, Apps manuell auf die Micro-SD-Karte auszulagern, bietet dies viele Vorteile. Die Handhabung ist so wesentlich leichter, weil sich Android um alles kümmern kann. Außerdem lassen sich so auch Apps auf die SD-Karte verschieben, die ansonsten nicht auf dem externen Speichermedium installiert werden könnten.

Auf den ersten Blick scheinen die Vorteile dieser Methode zu überwiegen, doch es gibt auch Faktoren, die man beachten sollte. So lässt sich eine Speicherkarte, die einmal als interner Speicher formatiert wurde, nicht mehr ohne weiteres in einem anderen Smartphone verwenden. Hierzu muss der Vorgang zunächst rückgängig gemacht werden, wobei alle Daten, die nicht vorher auf den internen Speicher des Geräts, in einen Cloud-Speicher oder auf den heimischen PC gesichert wurden verloren gehen.

Voraussetzung dafür, dass die Erweiterung des internen Speichers reibungslos funktioniert, ist eine schnelle Micro-SD-Karte. Ist diese in das Smartphone eingelegt, kann man die recht gut versteckte Funktion zum Formatieren der SD-Karte als internen Speicher wie folgt finden:

  1. In den Systemeinstellungen muss der Punkt "Speicher" aufgerufen werden. Je nach Hersteller kann der Punkt auch anders heißen.
  2. Dort wählt man das Speichermedium aus. Hat man eine Samsung-Speicherkarte eingelegt, heißt dieses zum Beispiel "SD-Karte von Samsung".
  3. Ein Klick öffnet den Inhalt der Speicherkarte. Im Menü, welches sich hinter den drei Punkten verbirgt, ist der Punkt "SD-Karte als internen Speicher formatieren" - das erschienene Menü kann alternativ mit einem Klick auf das Rädchen-Symbol neben der SD-Karte geöffnet werden.
  4. Ein Assistent erscheint, der durch den Vorgang führt. Wie der Name der Funktion schon andeutet, muss die SD-Karte im Zuge der Erweiterung des internen Speichers neu formatiert werden. Alle zu diesem Zeitpunkt auf der Karte vorhandenen Daten gehen folglich verloren. Ein Klick auf "Löschen und formatieren" stößt den Formatierungsvorgang an.
  5. Zuvor prüft ein Assistent, ob die SD-Karte überhaupt schnell genug für die Verwendung als interner Speicher ist. Auch wenn sie das nicht ist, kann man fortfahren, aber das Smartphone könnte hierdurch verlangsamt werden.
  6. Nachdem dies überprüft wurde, bietet der Assistent an, Daten die bisher auf dem internen Speicher des Telefons lagen auf den "neuen" internen Speicher auf der SD-Karte zu transferieren. Sobald dies abgeschlossen ist, steht die SD-Karte als interner Speicher bereit.

Am Beispiel des Lenovo Moto G4 Plus mit Android 6.0.1 Marshmallow zeigt die Redaktion, wie das Vorgehen aussieht.

SD-Karten: Als intern formatieren

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    In den Einstellungen des Lenovo Moto G4 Plus wird der Punkt "Speicher uns USB" gewählt. Dieser kann bei anderen Herstellern anders heißen.
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    Die unter "Portabler Speicher" aufgeführte "SD-Karte von Samsung" wird durch antippen ausgewählt.

Um den Vorgang rückgängig zu machen und die SD-Karte wieder in einem anderen Smartphone einsetzen zu können, sind etwa dieselben Schritte notwendig. Dies, und eine Datensicherung, sollte man unbedingt durchführen, wenn man auf ein anderes Handy wechseln möchte.

Aufregende Fotos dank Langzeitbelichtung ›


Bildquelle kleines Bild: Stefan Winopal / inside-handy.de | Autor: Redaktion inside handy
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Themen dieser News: Tipps & Tricks, Android, Mobilfunktechnik

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