Im Magazin Smartphone-Speicher optimieren Micro-SD-Karten: Speicher erweitern und Apps verschieben – so geht's

vom 14.09.2017, 10:13
Samsung-Speicherkarte, Vodafone SIM-Karte und Nubia Z11
Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de

Der interne Speicher von Android-Handys ist oft etwas, mit dem die Hersteller geizen, um ein Smartphone günstiger anbieten zu können. Schnell ist dann der Speicher voll. Eine SD-Karte ist eine Möglichkeit, den Speicher auch nach dem Kauf noch aufzustocken. Die inside-handy.de-Redaktion erklärt, wie sich der Speicher erweitern lässt, welche Möglichkeiten Android zur Speichernutzung bietet und wie man die SD-Karte als internen Speicher verwendet.

Die Qual der Wahl – Welche SD-Karte ist die Richtige?

Eigentlich alle Android-Handys von Samsung, Sony, Huawei und Co. setzen heute auf Micro-SD-Speicherkarten. Diese sind kleiner als normale SD-Karten, wie sie häufig in Digital-Kameras eingesetzt werden. Auch viele Notebooks und Desktop-PCs verfügen heute über einen Steckplatz für SD-Karten. Micro-SD-Karten, die Eigenschreibweise der Hersteller lautet übrigens microSD, sind zu den großen SD-Karten kompatibel und können mit einem entsprechenden Adapter auch von den jeweiligen Lesegeräten gelesen und auch beschrieben werden.

Micro-SD-Karten gibt es bereits seit 2005. Dementsprechend groß ist das Spektrum der Speicherkapazitäten. Waren ursprünglich 16 MB auf den Karten unterzubringen, sind heute Speicherkapazitäten von 32 oder 64 GB und mehr handelsüblich. Die größten erhältlichen Micro-SD-Karten beherbergen bis zu 256 GB, obwohl theoretisch bis zu 2 TB möglich sein sollen. Ab einer Speichergröße von 4 GB wird die Bezeichnung "microSDHC" verwendet, was für "Micro Secure Digital High Capacity" steht, ab 32 GB laufen die Speicherkarten unter der Bezeichnung "microSDXC", wobei die letzten zwei Buchstaben für "Extended Capacity" stehen. Diese Karten kommen für die Speichererweiterung vom Samsung Galaxy und Co. am ehesten in Frage, man sollte hier nach dem persönlichen Speicherplatzbedarf auswählen. Eine gute Wahl sind aktuell Speicherkarten mit 64 GB, diese bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das wichtigste Auswahlkriterium für eine Micro-SD-Karte ist neben der Speicherkapazität auch die Geschwindigkeit. Gerade für Multimedia-Anwendungen, aber auch wenn Apps auf die SD-Karte ausgelagert werden sollen oder diese womöglich zum internen Speicher addiert werden soll, ist eine hohe Leistung gefragt. Der SD-Standard sieht hier verschiedene Klassen vor, mittlerweile auch verschiedene Klassensysteme. So ist neben der normalen Klassifizierung seit 2010 auch die UHS-Klassifizierung (Ultra High Speed) Standard. Dieses System beginnt dort, wo die normalen Geschwindigkeitsklassen aufhören, Class 10 entspricht somit der UHS-Klasse 1. Diese Klasse gewährleistet eine minimale Übertragungsgeschwindigkeit von 10 MB/Sekunde und ist heute auch die Regel für Micro-SD-Karten. Wer den Speicher seines Android-Smartphones aufrüsten will, sollte nach einer solchen Karte Ausschau halten, denn es gilt: Je schneller, desto besser. Wer zum Beispiel 2K- oder 4K-Videos aufzeichnen will, sollte auf aktuelle SD-Karten mit UHS 3 setzten. 

So kommt die Micro-SD-Karte ins Smartphone

Die Wege, den Speicher des eigenen Android-Handys mit einer Micro-SD-Karte zu erweitern, sind so vielfältig, wie die verschiedenen Hersteller. Häufig verfügen Handys mit einem Metallgehäuse über ein seitliches Schubfach, das mithilfe eines mitgelieferten Werkzeugs öffnen lässt. Handys mit nur einer SIM-Karte verfügen oft über getrennte Schubfächer für Speicher- und SIM-Karte, aber auch hybride Schubfächer sind nicht ungewöhnlich. Dual-SIM-Geräte bringen oft einen kombinierten Leser mit, sodass der Nutzer zwischen Dual-SIM-Funktion und Speichererweiterung wählen muss.

Lässt sich der Rückdeckel des Smartphones öffnen, befinden sich die Einschübe für SIM- und Speicherkarten oftmals dort. Hier ist es des Öfteren auch möglich, eine zweite SIM-Karte und eine Micro-SD-Speicherkarte parallel zu verwenden.

Am Beispiel des HTC 10, Nubia Z11 und Lenovo Moto G4 Plus zeigt die Redaktion von inside-handy.de, wie man das Schubfach findet, es öffnet und Micro-SD- und SIM-Karten einlegt

SD-Karten: Einsetzen

  • 1/12
    Am Beispiel vom HTC 10, dem Nubia Z11 und dem Lenovo Moto G4 wird demonstriert, wie Micro-SD-Karten eingesetzt werden. Dazu schaltet man das Gerät zunächst aus.
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de
  • 2/12
    Das HTC 10 verfügt über einen eigenen Einschub für die Micro-SD-Karte. Dieser ist mit einem Werkzeug zu öffnen, das der Hersteller in aller Regel mitliefert.
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de

Android-Apps auf die SD-Karte verschieben

Seit Android 2.3.5 lassen sich Apps auf die SD-Karte verschieben, um internen Speicherplatz freizugeben. Da sich nicht alle Apps auf die Speicherkarte verschieben lassen, kann dies oftmals nützlich sein um Apps nutzen und aktualisieren zu können, die diese Möglichkeit nicht bieten. Das Vorgehen ist mit Android-Bordmitteln recht simpel:

  1. In den Systemeinstellungen muss der Punkt "Apps" aufgerufen werden. Je nach Hersteller kann der Punkt auch "Anwendungen" oder ähnlich heißen. Manchmal muss danach noch ein gesonderter Punkt "Apps verwalten" aufgerufen werden.
  2. Alle heruntergeladenen und vorinstallierten Apps werden nachfolgend aufgelistet. Hier muss nun die App gewählt werden, die auf der SD-Karte landen soll.
  3. Im Info-Fenster der App erscheint ein Button "Auf SD-Karte verschieben". Ist der Button ausgegraut oder wird gar nicht angezeigt, so lässt sich die App entweder nicht auf die SD-Karte verschieben oder liegt sogar schon dort.
  4. Liegt die App auf der SD-Karte wird oftmals auch ein Button "Auf Telefon verschieben" angezeigt, mit dem der Transfer rückgängig gemacht werden kann.

Am Beispiel des Huawei Ascend P7 mit Android 4.4.2 KitKat und der EMUI-Oberfläche in Version 3 zeigt die Redaktion, wie das Vorgehen aussieht.

SD-Karten: Apps verschieben

  • 1/5
    Zunächst muss die Einstellung "Apps verwalten" gewählt werden. Diese heißt auf anderen Smartphones unter Umständen anders.
  • 2/5
    Anschließend wird die App gewählt, die verschoben werden soll.

Die Funktion, Apps auf SD-Karten zu verschieben hat in Android eine wechselvolle Geschichte. So kann es sein, dass einzelne Android-Versionen die Funktion überhaupt nicht anbieten oder die Hersteller der Geräte diese deaktiviert haben. So muss im Einzelfall ausprobiert werden, ob Apps auf der Micro-SD-Karte gespeichert werden können – oder nicht.

Micro-SD-Karte als internen Speicher formatieren

Mit Android 6.0 Marshmallow hielt eine neue, nützliche Funktion in die Android-Welt Einzug: das verwenden einer Speicherkarte als internen Speicher. Im Gegensatz zum bisherigen vorgehen, Apps manuell auf die Speicherkarte auszulagern, bietet dies viele Vorteile. Die Handhabung ist so wesentlich leichter, weil sich Android um alles kümmern kann. Außerdem lassen sich so auch Apps auf der SD-Karte ablegen, die ansonsten nicht auf dem externen Speichermedium installiert werden könnten.

Auf den ersten Blick scheinen die Vorteile dieser Methode zu überwiegen, doch es gibt auch Faktoren, die man beachten sollte. So lässt sich eine Speicherkarte, die einmal als interner Speicher formatiert wurde, nicht mehr ohne weiteres in einem anderen Smartphone verwenden. Hierzu muss der Vorgang zunächst rückgängig gemacht werden, wobei alle Daten, die nicht vorher auf den internen Speicher des Geräts, in einen Cloud-Speicher oder auf den heimischen PC gesichert wurden verloren gehen.

Voraussetzung dafür, dass die Erweiterung des internen Speichers reibungslos funktioniert, ist eine schnelle Micro-SD-Karte. Ist diese in das Smartphone eingelegt, kann man die recht gut versteckte Funktion zum Formatieren der Speicherkarte als internen Speicher wie folgt finden:

  1. In den Systemeinstellungen muss der Punkt "Speicher" aufgerufen werden. Je nach Hersteller kann der Punkt auch anders heißen.
  2. Dort wählt man das Speichermedium aus. Hat mein eine Samsung-Speicherkarte eingelegt, heißt dieses zum Beispiel "SD-Karte von Samsung".
  3. Ein Klick öffnet den Inhalt der Speicherkarte. Im Menü, welches sich hinter den drei Punkten verbirgt, ist der Punkt "SD-Karte als internen Speicher formatieren"
  4. Ein Assistent erscheint, der durch den Vorgang führt. Wie der Name der Funktion schon andeutet, muss die SD-Karte im Zuge der Erweiterung des internen Speichers neu formatiert werden. Alle zu diesem Zeitpunkt auf der Karte vorhandenen Daten gehen folglich verloren. Ein Klick auf "Löschen und formatieren" stößt den Formatierungsvorgang an.
  5. Anschließend prüft Assistent, ob die SD-Karte überhaupt schnell genug für die Verwendung als interner Speicher ist. Auch wenn sie das nicht ist, kann man fortfahren, aber das Smartphone könnte hierdurch verlangsamt werden.
  6. Nachdem dies überprüft wurde, bietet der Assistent an, Daten die bisher auf dem internen Speicher des Telefons lagen auf den "neuen" internen Speicher auf der SD-Karte zu transferieren. Sobald dies abgeschlossen ist, steht der neue Speicher bereit.

Am Beispiel des Lenovo Moto G4 Plus mit Android 6.0.1 Marshmallow zeigt die Redaktion, wie das Vorgehen aussieht.

SD-Karten: Als intern formatieren

  • 1/10
    In den Einstellungen des Lenovo Moto G4 Plus wird der Punkt "Speicher uns USB" gewählt. Dieser kann bei anderen Herstellern anders heißen.
  • 2/10
    Die unter "Portabler Speicher" aufgeführte "SD-Karte von Samsung" wird durch antippen ausgewählt.

Um den Vorgang rückgängig zu machen und die SD-Karte wieder in einem anderen Smartphone einsetzen zu können sind etwa dieselben Schritte notwendig. Dies, und eine Datensicherung, sollte man unbedingt durchführen, wenn man auf ein anderes Handy wechselt.

Aufregende Fotos dank Langzeitbelichtung ›


Bildquelle kleines Bild: Stefan Winopal / inside-handy.de | Autor: Stefan Winopal
News bewerten:
 
10 / 10 - 1 Stimme

* Dieser Link führt auf eine kommerzielle Seite außerhalb von inside-handy.de. Wenn dort Umsatz erzielt wird, erhält unser Verlag von dem dortigen Anbieter eine Provision. Durch diese Provision erhalten wir einen Beitrag zur Finanzierung unseres Angebots, um es weiterhin für alle Leser kostenfrei erhalten zu können.

Themen dieser News: Tipps & Tricks, Android, Mobilfunktechnik

Kommentar schreiben


 
 
VERWANDTE NEWS

alle News ansehen