Mit dem Handy im Ausland surfen Daten Roaming: Diese Tipps sorgen für mehr Freude im Urlaub

vom 11.08.2017, 07:42
Mädchen am Strand mit Handy
Bildquelle: Deutsche Telekom

Smartphones und Tablets werden mehr und mehr dafür verwendet, das mobile Internet zu nutzen. Vor jeder Urlaubssaison ist es für Mobilfunknutzer wichtig, genauer zu schauen, wie im Urlaub Geld beim so genannten Daten-Roaming gespart werden kann. Die an dieser Stelle aufgeführten Tipps und Tricks sollen dabei helfen, Roaming-Gebühren vor allem außerhalb der Europäischen Union (EU) zu umgehen. Denn in der EU sind die Gebühren mittlerweile abgeschafft.

Seit Mitte Juni gilt innerhalb der EU das Prinzip "Roam like at home". Mobilfunkkunden können im EU-Ausland ihren Inlands-Tarif mit ihrer SIM-Karte weiter benutzen und ohne Aufpreis surfen und telefonieren. Diese Kostenfalle ist somit zumindest deutlich entschärft worden. Sie birgt aber auch Risiken: Wenn man nämlich aus Bequemlichkeit das Daten-Roaming nun ständig aktiviert hat und bei einer Reise in ein Land außerhalb der EU vergisst, es wieder zu deaktivieren, kann es umso teurer werden. In diesem Artikel gibt die Redaktion von inside-handy.de Tipps und Hinweise zur Handy- und Tablet-Nutzung im Ausland.

Weltzonen: So teilen Telekom, Vodafone und Telefónica die Erde ein

Neben dem EU-Ausland, das in der Regel als solches geführt wird, teilen die Mobilfunkunternehmen die Welt in verschiedene Preiszonen auf, die aus verschiedenen - vor allem partnerschaftlichen - Gründen nicht immer mit der geographisch-politischen Einteilung übereinstimmen.

Vodafone

Der Mobilfunkkonzern mit Deutschlandsitz in Düsseldorf hat die EU, beziehungsweise die dort gültigen Tarifbestimmungen außerdem noch auf Island, Norwegen und Liechtenstein erweitert. Darüberhinaus hat Vodafone die Länderzonen "Europa 1", "Europa, USA, Kanada", "Welt1" und "Welt2" definiert.

Welche Länder zu welcher Zone gehören und wie teuer telefonieren und surfen gegebenenfalls ist, hat Vodafone in einem Dokument (PDF) aufgeschlüsselt.

Telekom

Bei der Telekom gibt es über die Einteilung hinaus noch die Unterscheidung der Länder in "LTE Roaming-Partner" und allen anderen Ländern. Insgesamt differenziert die Telekom klassisch in "Ländergruppe 1", "Ländergruppe 2" und "Ländergruppe 3". Unterschieden wird zudem, ob Verbindungen im Ausland oder von Deutschland ins Ausland gewählt werden.

Welche Länder, wann zu welcher Ländergruppe gezählt werden, kann auf der Übersichtsseite der Telekom eingesehen werden.

Telefónica Deutschland / O2

Bei Telefónica und den zahlreichen Untermarken ist das Ganze schon etwas komplizierter. So gibt es hier beispielsweise auch auf Spezial-Roaming fokussierte Anbieter wie Ay Yildiz oder Ortel Mobile, die teilweise von den generellen Roaming-Bestimmungen der Hausmarke O2 abweichen.

Bei O2 hat Telefónica die Leitlinie vorgegeben und gliedert die Welt sogar in vier Zonen. Zone 1 umfasst die EU-Staaten zuzüglich einiger Übersee-Gebiete wie zum Beispiel Französisch-Guayana und den europäischen Ländern Liechtenstein, Norwegen und Island. Das als "Zone 2" deklarierte Roaming-Tarifgebiet umfasst Andorra, Isle of Man und die Schweiz. In Zone 3 befinden sich schließlich die restlichen europäischen Länder - vorwiegend aus Osteuropa - außerdem die USA, Kanada, Russland und die Türkei. Alle Länder, die nicht in Europa liegen und auch nicht der Zone 3 zugeordnet sind, sammeln sich in Zone 4.

Einteilungen und Preise hat O2 auf einer Übersichtsseite aufgelistet

Kostenfallen: Hier ist Vorsicht beim Roaming angesagt - auch in der EU

Der Sinn der Regulierung der Roaming-Bestimmungen in der EU war, dass Mobilfunkkunden sich beim Reisen innerhalb der Gemeinschaft keine Sorgen mehr darüber machen müssen, in Kostenfallen zu tappen. Nun hat auch die EU selbstredend Grenzen. An diesen ist natürlich äußerste Vorsicht geboten, damit sich das Handy nicht ungewollt in das nächste Netz einwählt und es teuer wird. Nun lauern diese Grenzen jedoch auch innerhalb der vermeintlich sicheren EU. So fährt man beispielsweise auf der Fahrt nach Italien gerne durch die Schweiz oder macht beim Südfrankreich-Urlaub einen Tagestrip in Monaco. Diese beiden Länder und einige weitere Szenarien sind Beispiele dafür, wo auch innerhalb Europas Kostenfallen lauern, denn mit diesen Regionen haben die Mobilfunkanbieter nicht immer passende Roaming-Abkommen, die entstehende Kosten gedeckelt halten.

Eine Herausforderung, die so langsam am Horizont auftaucht, ist der Brexit. Wie es ab März 2019 weitergeht, wenn Großbritannien aus der EU-Gemeinschaft und somit auch den einheitlichen Roaming-Bestimmungen ausscheidet, ist noch nicht abschließend geklärt. Auch die Mobilfunkunternehmen werden sich dann mit den britischen Anbietern über das GB-Roaming unterhalten müssen. Vorerst dürfte Großbritannien an den passenden Platz in den jeweiligen Ländergruppen einsortiert werden.

Daten-Roaming aktivieren und deaktivieren

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    Zunächst geht es in die Einstellungen, dort wird auf den Menüpunkt "mehr" geklickt.
    Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de
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    Nun geht es weiter mit "Mobilfunknetze"
    Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de

Roaming bei Schiffsreisen und in Satelliten-Netzen

Aufpassen müssen außerdem auch Schiffsreisende. Damit die Mittelmeer-Kreuzfahrt nicht teurer als ohnehin schon wird, sollte lieber immer mal wieder ein Blick auf den Roaming-Status des Handys oder Tablets geworfen werden. Das Bordnetz ist ein unabhängiges, teilweise von den Redereien betriebenes Mobilfunknetz, das allerdings nichts mit Mobilfunknetzen zu Land zu tun hat. 

Je nach Betreiber des Netzes fallen Minutenpreise im Bordnetz von bis zu 7 Euro an. Beim Surfen wird in 100-KB-Schritten erhoben, 100 KB kosten dabei 2,50 Euro, die Hochrechnung, was das nur für ein kurzes YouTube-Video bedeutet, sollte besser verschwiegen werden.

Auch auf einigen wenigen Flügen gibt es ein Bordnetz (Inflight), in dem mit ähnlichen Preisen jongliert wird wie auf dem Schiff. Das Satelliten-Netz, bekannte Anbieter sind Orbcomm, Iridium, Thuraya oder Globalstar, ist in der Regel ein wenig günstiger. Dennoch sollten Schiffs-, Inflight- oder Satelliten-Netze nur im Notfall zum surfen oder telefonieren verwendet werden.

6 Tipps zur Handy-Nutzung im Ausland

Damit nach dem Urlaub keine böse Überraschung per Handy-Rechnung hereingeflattert kommt und die Erholung gleich wieder zunichte gemacht wurde, können einige Schritte unternommen werden um den Datenstrom entweder ganz zu unterbinden oder zumindest möglichst klein und effizient zu halten.

Mobile Daten deaktivieren

Jedes Smartphone und Tablet bietet in den Einstellungen die Möglichkeit, mobile Datenverbindungen komplett zu deaktivieren. Wer jegliches Risiko einer hohen Rechnung oder von zu schnell verbrauchtem Prepaid-Guthaben ausschließen möchte, sollte sich zu diesem Schritt entschließen. Ohnehin kann es ganz angenehm sein, das Handy im Ausland mal gar nicht zu nutzen - gerade im Urlaub, wenn mal die Chance auf eine digitale Entschleunigung besteht.

WLAN-Hotspots nutzen

Wer nicht nur einen Tagesausflug ins Ausland plant, sondern längerfristig außerhalb der deutschen Landesgrenzen unterwegs ist, hat die Möglichkeit auf WLAN-Hotspots zurückzugreifen, um Roaming-Gebühren zu umgehen. Neben kostenpflichtigen Hotspots kommen in Hotels, Cafés oder Einkaufszenten immer häufiger auch WLAN-Zugangspunkte zum Einsatz, die gratis nutzbar sind. Einfacher lässt sich das oft teure Daten-Roaming nicht umgehen.

Ausländische Prepaid-Karte nutzen

Bei einer intensiven Internetnutzung im Ausland ist es ratsam, vor Ort eine Prepaid-Karte für das Tablet oder Handy zu kaufen und auf diese eine passende Daten-Option zu buchen. Um im Ausland etwaigen Sprach-Barrieren bei der Kommunikation mit Shop-Mitarbeitern aus dem Weg zu gehen, kann es sinnvoll sein, die Prepaidkarte schon vor dem Urlaub im Internet zu bestellen. Alternativ stehen im Ankunftsbereich an vielen Flughäfen spezielle Automaten, an denen Prepaid-SIM-Karten wie eine Cola-Dose gezogen werden können.

SIM-Karten
Bildquelle: Pixabay

Vorsicht: Kostenfalle WLAN-Hotspot

Clever kann auch die Idee sein, ein Smartphone oder Tablet mit in den Urlaub zu nehmen, das ausgestattet mit einer SIM-Karte eines örtlichen Providers als WLAN-Hotspot eingerichtet wird. Mehrere WLAN-fähige Geräte können dann über diesen WLAN-Hotspot mobil im Internet surfen. Doch Achtung: Häufig sind Smartphones und Tablets so eingerichtet, dass sie bei aktiven WLAN-Verbindungen auch umfangreiche App-Updates oder Cloud-Dienste für Daten-Uploads nutzen. Das kann dafür sorgen, dass wertvolles mobiles Datenvolumen sehr schnell aufgebraucht ist. Vor dem Urlaub sollten entsprechende Funktionen auf Smartphone oder Tablet entsprechend überprüft und bei Bedarf vorübergehend deaktiviert werden.

Hintergrundaktualisierung ausschalten

Anders als früher sind Handys heutzutage mobile Alleskönner, die gerne mit der Außenwelt kommunizieren. Viele Apps senden im Hintergrund oft völlig unbemerkt vom Nutzer Daten, um neue Informationen zu beziehen. In der Regel sollte sich die Datenkommunikation im Hintergrund zwar in Grenzen halten, doch je mehr Apps im Hintergrund aktiv sind, desto stärker fällt der unbewusste Datenverkehr ins Gewicht.

Deswegen ist es nicht nur beim Aufenthalt im Ausland ratsam, die Hintergrundaktualisierungen einzuschränken oder komplett auszuschalten. Für iPhone-Nutzer ist das in den Einstellungen über die Menüpunkte "Allgemein" > "Hintergrundaktualisierung" möglich. Android-Nutzer müssen über die Einstellungen zu den Punkten "Datennutzung" oder "Datenverkehrsverwaltung" navigieren und haben anders als iPhone-Nutzer sogar die Möglichkeit, zu bestimmen, welche Apps sich nur über WLAN oder auch über eine klassische mobile Datenverbindung neue Daten beschaffen dürfen.

Daten komprimieren

Wird häufig ein Browser verwendet, um das mobile Internet zu erkunden, sollte geprüft werden, ob es möglich ist, eine Option zu aktivieren, bei der eine Datenkomprimierung zum Einsatz kommt. Im Chrome-Browser ist das beispielsweise unter "Einstellungen" > "Datensparmodus" > "An" möglich. Alternativ kann es helfen, Komprimierungs-Apps wie Onavo Extend zu nutzen. Dann werden alle Daten zunächst über einen speziellen Server geschickt und dabei komprimiert. Die Folge: Der Datenverbrauch sinkt und mobiles Internet mit Höchstgeschwindigkeiten ist länger möglich.

Roaming-Option buchen

Wer kein Dual-SIM-Smartphone nutzt und entsprechend keinen Tausch der SIM-Karte vornehmen möchte, mit dem Handy oder Tablet aber trotzdem mobil bleiben will, kann bei den meisten deutschen Mobilfunk-Providern spezielle Roaming-Optionen buchen; etwa für einen Tages- oder Wochen-Zugang. Für einen bestimmten Betrag wird dann ein gewisses Datenvolumen freigeschaltet, das innerhalb eines festgelegten Zeitraums versurft werden kann. Seit dem Ende der Roaming-Gebühren innerhalb der Europäischen Union (EU) sind solche Roaming-Optionen vor allem für Fernreisen von Relevanz. Hier wird teilweise auch nicht mehr je Land, Region oder Kontinent unterschieden, sondern es gibt Welt-Pässe und dergleichen. Für etwas mehr Geld können die erworbenen Leistungen im Gültigkeitszeitraum dann weltweit in Anspruch werden.

Zwei Mädchen mit Handy im Urlaub am Strand
Bildquelle: O2

Weitere Tipps und Tricks rund um die Smartphone-Nutzung im Urlaub

Die inside-handy.de-Redaktion hat in zahlreichen Artikeln Tipps gesammelt, wie das Smartphone in den schönsten Tagen des Jahres sinnvoll genutzt werden kann. Am schönsten ist es natürlich, wenn das Handy für ein paar Tage einfach mal ausgeschaltet bleibt.

Die besten Daten Flats im Telekom-Netz ›


Bildquelle kleines Bild: Michael Stupp / inside-handy.de | Autor: Redaktion inside-handy.de
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Themen dieser News: Roaming, LTE, Mobiles Internet, Mobilfunk-News, Mobilfunktarife, Mobilfunktechnik, Tipps & Tricks

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