Kurztest

Das sinkende Prepaid-Flaggschiff

Datum: 19.05.2016 | Wertung: 56% | Produkt: Vodafone Smart Prime 7
Vodafone Smart prime 7 im Test

Als einziger deutscher Mobilfunknetzbetreiber hat Vodafone auch Handys unter der eigenen Marke im Angebot und möchte damit vor allem seinen Prepaid-Kunden eine günstige Alternative bieten. Mit dem Smart prime 7 kommt nun der erste Vertreter der neuen Modellgeneration für knapp 130 Euro im Prepaid-Bundle oder 150 Euro ohne SIM-Karte auf den Markt. Wieviel Smartphone man für diesen Preis bekommt, soll der Kurztest von inside-handy.de zeigen.

Design und Verarbeitung

Vodafone rüstet sein neues "Prepaid-Flaggschiff", wie das Unternehmen das Gerät bezeichnet, mit einem klassischen Materialmix aus. Ein Metall-Rahmen trifft auf Kunststoffrück- und Glasvorderseite. Diese Kombination hat man so schon tausendfach gesehen, gilt sie doch als "sichere Bank", ein kostengünstiges Smartphone herzustellen, das zugleich edel wirkt. Vodafone schickt das Smart prime 7 in zwei Farbkombinationen ins Rennen: Weiß/Rosé-Gold sowie Schwarz/Silber.

Dies ist Vodafone mit dem Smart prime 7 gelungen. Mit nicht einmal 8 Millimetern macht das Gehäuse einen angenehm flachen Eindruck. Die Rückseite, die Vodafone mit einem Carbon-ähnlichen Muster versehen hat, gibt dem Gehäuse den nötigen Grip. Das Glas, das die Vorderseite bedeckt, ist leicht abgerundet und von einem schützenden Kunststoffrahmen umgeben, der verhindern soll, dass das Handy einem Glasschaden zum Opfer fällt.

Dass das Vodafone Smart prime 7 von ZTE hergestellt wird, ist an keiner Stelle zu sehen: weder im Inneren, noch außen auf der Verpackung. Für das Smartphone spricht seine hochwertige Verarbeitung: Die Rückabdeckung sitzt straff auf dem Gerät, Spaltmaße erlaubt sich das Vodafone-Smartphone nicht.

Vodafone Smart prime 7: Hands-On

  • 1/10
    Das Vodafone Smart prime 7 ist das „Prepaid-Flaggschiff“ von Vodafone, …
  • 2/10
    … es verfügt über ein 5 Zoll großes Display, das in einfacher HD-Auflösung auflöst.

Mit seinen Maßen von 144 x 72,1 x 7,99 mm und dem Gewicht 128 g liegt das Smart prime 7 gut in der Hand, ohne zu massiv oder zu filigran zu wirken.

Das Design des Vodafone Smart prime 7 macht die Arbeit mit dem Gerät angenehm. Das Smartphone gefällt und auch die hochwertige Verarbeitung weiß – vor allem zu diesem Preis – zu begeistern. Trotzdem fehlt es dem Gerät an dem "gewissen Etwas", weshalb es über 3,5 Sterne nicht hinaus kommt.

Wertung: 3,5 von 5 Sternen

Display

Vodafone hat dem Smart prime 7 ein 5 Zoll großes Display mit auf den Weg gegeben, das über eine einfache HD-Auflösung von 720 x 1.280 Pixel verfügt. Dies bringt das IPS-Display auf eine Pixeldichte von guten 294 ppi, bei der einzelne Pixel nicht mehr zu erkennen sind. Die Farbdarstellung ist sehr natürlich.

Bei der Blickwinkelstabilität zeigt sich das Smart prime 7 zufriedenstellend. Auch von der Seite betrachtet sind Texte und Bilder noch gut zu erkennen.

Bei den Einstellungsmöglichkeiten verfährt Vodafone nach dem Friss-oder-Stirb-Prinzip: Es gibt schlichtweg keine. Wem die Farben des Displays nicht zusagen, der wird damit leben müssen. Andere Hersteller zeigen, dass es auch besser geht.

Das Display des Vodafone Smart prime 7 ist genau das: Ein Display. Mit Besonderheiten – weder im positiven noch im negativen – kann es nicht aufwarten. Schwach sind die fehlenden Einstellungsmöglichkeiten.

Wertung: 2,5 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Mit der Hardware-Ausstattung spielt das Vodafone Smart prime 7 in der absoluten Einsteigerklasse: Ein Snapdragon 210 treibt das Handy nicht gerade zu Höchstleistungen, ein sparsam gewählter Arbeitsspeicher von 1 GB tut sein Übriges, die Rechenleistung des "Prepaid-Flaggschiffs" im Zaum zu halten.

Dies zeigt auch der AnTuTu-6-Benchmark, der im Rahmen des Tests von inside-handy.de bei jedem Testgerät durchgeführt wird. Mit schwachen 21.943 Punkten positioniert sich das Vodafone Smart prime 7 am unteren Ende der Riege der Smartphones, die inside-handy.de mit dem AnTuTu-6-Benchmark getestet hat.

Den schlimmsten Fauxpas hat sich Vodafone jedoch mit der Speicherausstattung geleistet. So unterteilte der Netzbetreiber die ohnehin schon knapp bemessenen internen Speicher von 8 GB in zwei Partitionen. Eine nicht beschreibbare für das System und eine, auf der alle Apps, Fotos, Videos und sonstigen Daten lagern müssen. Diese ist mit noch 4 GB höchstens nur noch als Witz zu bezeichnen, denn die meisten Werbe-USB-Sticks verfügen heute über die gleiche oder gar eine höhere Speicherkapazität. So überrascht es nicht, dass das Telefon inmitten einer Partie Asphalt 8 – auch diese gehört zum Standard-Testrepertoire von inside-handy.de – verkündete, dass der interne Speicher zur Neige geht. Ohne Speicherkarte wird die Nutzung des Smartphones nicht viel Freude bereiten, diese darf beim Smart prime 7 immerhin bis zu 64 GB groß sein.

Fehlermeldung des Vodafone Smart prime 7
Bildquelle: inside-handy.de

Ein gutes Stichwort ist Asphalt 8: Das actiongeladene 3D-Spiel lief auf dem Testgerät erfreulich flüssig, entlockte der Hardware jedoch hier und dort dann doch einen Ruckler. Bei der normalen Bedienung des Android-Betriebssystems bleiben diese jedoch in der Regel aus, auch der Start von Apps dauert nicht viel länger, als bei stärker ausgestatteten Handys.

Während Vodafone als Netzbetreiber regelmäßig Milliardenbeträge in die Aufwertung seines Netzes investiert, bekleckert man sich als Hardware-Hersteller nicht gerade mit Ruhm, was die Telefonie mit den hauseigenen Smartphones betrifft. So war der andere Gesprächsteilnehmer sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunknetz der Telekom glasklar zu verstehen, sowohl bei Verwendung des Freisprechmodus als auch beim normalen Telefonieren am Ohr. Umgekehrt wurde die Gesprächsqualität vom Gegenüber jedoch als blechern, brüchig und abgehackt beschrieben. Dem Testgerät lag eine SIM-Karte von Vodafone bei, die für diese Tests verwendet wurde.

Verbindungsmöglichkeiten des Vodafone Smart prime 7

Feature Ja Nein Funktion

HSPA

▲    Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ ▲    Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE ▲    Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG ▲    Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA   ▼  Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC ▲    Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   ▼  Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (Smart TV)
AirPlay   ▼  Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (Apple TV)
MHL   ▼  Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   ▼  Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version ▲    4.1
WLAN-Standards ▲    802.11 a/b/g/n
Qi   ▼  Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM   ▼  Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel

Dass man zum Preis von gerade einmal knapp 150 Euro keine Extravaganzen erwarten kann, dürfte klar sein. Und so muss man etwa auf einen Fingerabdruck-Sensor verzichten. Mobiles Bezahlen über NFC bietet das Telefon trotzdem – nur eben ohne die biometrische Sicherung.

Die Ausstattung des Smart prime 7 ist recht sparsam gewählt, dem Preis aber durchaus angemessen. Nur beim internen Speicher hätte Vodafone etwas freigiebiger sein dürfen.

Wertung: 2,5 von 5 Sternen

Kamera

Kameras gehören zur Grundausstattung eines jedes Smartphones und so kommt auch das Vodafone Smart prime 7 natürlich nicht ohne aus. Während Vodafone die Rückseite des Geräts mit einer 8-Megapixel-Kamera bestückt hat, landen Selfies mit einer Auflösung von bis zu 5 Megapixel im Kasten.

Während die Kamerasoftware leicht zu bedienen ist und auch für Profis und Wagemutige einiges an manuellen Einstellungen zulässt, gelingen gute Bilder trotzdem nicht immer auf Anhieb. Der vorhandene Autofokus gibt sich teilweise etwas träge.

Die Bilder weisen zum Teil auch bei gutem Licht Artefakte auf, die Qualität der Bilder ist bestenfalls durchschnittlich. Schmerzlich vermisst man hier einen optischen Bildstabilisator, denn wenn man nicht eine äußerst ruhige Hand hat, wirken Fotos schnell verwackelt und unscharf.

Kamerabilder des Vodafone Smart prime 7
Bildquelle: inside-handy.de

Einzig Makroaufnahmen sind ein Silberstreif am sonst recht tristen Firmament der Kameraausstattung des Vodafone Smart prime 7. Diese Aufnahmen sind sehr scharf und brillant.

Dies kann man von den Videoaufnahmen nicht gerade sagen. Schnelle Bewegungen sind für die Kamera genauso problematisch wie plötzliche Lichtwechsel.

Fotofreunde werden am Vodafone Smart prime 7 nicht allzuviel Spaß haben. Wer sich etwas Zeit nimmt, wird mit der Kamera wohl das eine oder andere brauchbare Resultat einfangen können, doch die Gefahr, dass spontane Schnappschüsse misslingen ist durchaus gegeben.

Wertung: 2,5 von 5 Sternen

Software und Multimedia

Auf den ersten Blick findet man bei Vodafone ein Android-System vor, das sehr nahe am Original ist. Auf den zweiten Blick offenbaren sich jedoch einige Anpassungen, die Vodafone am System vorgenommen hat. So gibt es die Wahl zwischen einem normalen Android-Launcher und einer "vereinfachten" Oberfläche, die mit weniger Verknüpfungen und größeren Flächen bestechen möchte, und sich so vor allem an Smartphone-Einsteiger ohne Android-Erfahrung richten dürfte.

Einfacher Modus des Vodafone Smart prime 7
Bildquelle: inside-handy.de

Daneben hat Vodafone auch jede Menge Apps für Vodafone-Dienste auf sein Smartphone vorinstalliert. Neben der obligatorischen (und tatsächlich nützlichen) MeinVodafone-App gibt es so auch Call+ und Message+. Diese Dienste sollen die SMS und Telefonfunktion um zusätzliche Features bereichern. Message+ ist eine hybride Messaging-Lösung, die Nachrichten über die Daten-Flatrate überträgt, sofern beide Nutzer Message+ nutzen. Somit funktioniert das System ähnlich wie Apples iMessage. Der Nachteil: Obwohl Call+ und Message+ jedermann im Play-Store zur Verfügung stehen, ist die Verbreitung dieser Apps sehr gering. Ihre Stärken gegenüber der (ebenfalls installierten) Standard-SMS- und -Telefonapps können die Apps auf diese Weise nicht ausspielen. Immerhin: Call+ und Message+ sind hübsch designt, doch dies liegt bekanntlich auch im Auge des Betrachters.

Die große Anzahl an Vodafone-eigenen Apps hat auch im Hinblick auf den internen Speicher einen weiteren Nachteil: Werden diese geupdatet, landen die aktualisierten App-Pakete nicht etwa auf der geschützten System-Partition. Jedes Update einer vorinstallierten App erzeugt eine Kopie der App im verfügbaren internen Speicher. Schon aus diesem Grund wäre weniger hier mehr gewesen. Glücklicherweise lassen sich die meisten Vodafone-Apps deaktivieren und werden so auch nicht mehr automatisch geupdatet.

Einen eigenen Musikplayer setzt Vodafone nicht ein. Hier wird voll und ganz auf das ohnehin obligatorische Google Play Musik gesetzt. Immerhin: Einen Equalizer hat das Android-System von Vodafone im Angebot, mit dem man die Musik an seine eigenen Vorlieben anpassen kann.

Richtig überzeugend ist sie nicht, die Software-Ausstattung des Vodafone Smart prime 7. Immerhin steht mit dem Google Play Store einer der größten App-Stores zur Verfügung, an Auswahl wird es dem geneigten Vodafone-Kunden also nicht fehlen.

Wertung: 3 von 5 Sternen

Akku

Erst in letzter Minute wurde die Akkukapazität des Smart prime 7 noch von 2.350 auf 2.540 mAh angehoben, wie von Vodafone zu erfahren war. Doch auch damit konnte das Smartphone nur eine durchschnittliche Punktzahl in dieser Kategorie verdienen.

Nach einem achtstündigen "Arbeitstag" im Testparcours von inside-handy.de kam das Gerät noch auf 44 Prozent – dieser umfasst neben einem 30-minütigen Telefonat auch 30 Minuten Videostreaming via YouTube in HD, 30 Minuten Radiostreaming mit TuneIn sowie eine 30-minütigen Partie Asphalt 8. Außerdem wird auch der AnTuTu-6-Benchmarktest durchgeführt und die Aufnahme diverser Fotos und Videos. Eine 16-stündig Standby-Phase verbrauchte noch einmal 7 Prozent, sodass am Ende 37 Prozent übrig blieben.

Auch beim Akku kann das Vodafone Smart prime 7 nicht positiv überraschen, sondern verbleibt in der Durchschnittlichkeit. Das ist aber nicht schlimm, denn über den Tag kommt man mit dem Akku trotzdem locker.

Wertung: 3 von 5 Sternen

Fazit

Testsiegel des Vodafone Smart prime 7

Mit dem Smart prime 7 liefert Vodafone ein Einsteigergerät, das mit einem Preis von 129 Euro (im Paket mit einer Vodafone-Prepaid-Karte) nicht zu teuer ist. Punkten kann es besonders mit seinem Design und seiner guten Verarbeitung, die zu gefallen weiß.

Was die Leistung angeht, so ist das Vodafone Smart prime 7 eher mittelmäßig, was aber nicht bedeutet, dass man kein vollwertiges Smartphone erhält. Flaggschiffe, die hier mit einer großen Leistungsfähigkeit punkten, kosten gerne mal das Vier- bis Fünffache von dem, was Vodafone für das Smart prime 7 verlangt. In seiner Preisklasse ist die Leistungsfähigkeit des "Prepaid-Flaggschiffs" durchaus angemessen, auch wenn die von Vodafone selbst gewählte Bezeichnung nicht ganz passend ist, denn selbst unter den von Vodafone angebotenen Prepaid-Smartphones findet sich mit dem Smart ultra 6 ein performanterer Kollege.

Gesamtwertung: 3 von 5 Sternen

Pros des Vodafone Smart prime 7

  • Günstiger Preis
  • Ansprechendes Design

Contras des Vodafone Smart prime 7

  • Akku nicht austauschbar
  • Kamera nur durchschnittlich
  • Viele Vodafone-Apps vorinstalliert
  • Zu knapper interner Speicher

Preis-Leistung

Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Vodafone Smart prime 7 ist für ein Drei-Sterne-Gerät angemessen. Mit 129 Euro beziehungsweise 149 Euro (ohne CallYa-Karte) ist das Smart prime 7 aber definitiv auch kein ausgewiesenes Schnäppchen. Gerade die Kamera könnte viele Foto-Fans enttäuschen. Wer auf der Suche nach einem schlanken Smartphone für ein bisschen Unterhaltung und WhatsApp ist und dazu die Vorzüge des Vodafone-LTE-Netzes genießen möchte, kommt bei dem Gerät jedoch auf seine Kosten.

Alternativen

Um den Preis von 150 Euro herum gibt es einige Alternativen, die Interessenten des Vodafone Smart prime 7 in Betracht ziehen sollten. So bieten diese in der Regel für wenig mehr Geld eine höhere Leistung, oder ein Leistungsprofil, das andere Schwerpunkte setzt. Hier hat man die Qual der Wahl:

Autor: Stefan Winopal

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