Samsung Galaxy A9 Hands-On: Vier Kameras, doch was noch?

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Samsung Galaxy A9 (2018) Hands-On Bild 9
Bildquelle: Michael Büttner

Das vierte Galaxy-A-Familienmitglied im Jahr 2018 toppt das Galaxy A7 2018 bei der Anzahl der Kameras auf der Rückseite. Mitsamt der Frontkamera zwängt Samsung damit insgesamt fünf Kameras in das Gehäuse des Galaxy A9, dem neuen Mittelklasse-Smartphone.

Die Rückseitigen Module bieten unter anderem:

  • Eine Low-Light-Funktion in der vier zu einem Pixel zusammengeführt werden
  • Eine Ultra-Weitwinkelkamera, die auch im Panoramamodus genutzt wird
  • Einen 2-fach optischen Zoom durch eine Telebrennweite in einer der Kameras
  • Tiefeninformationen für verstellbare Schärfentiefe bei Porträts

Samsung Galaxy A9 – technische Daten

Der Rest der technischen Daten ist dabei auf gutem Mittelklasse-Niveau. Alle Daten im Detail sind im Datenblatt des Samsung Galaxy A9 aufgefürt. Die wichtigsten Eckpunkte der technischen Ausstattung finden sich hier:

 Samsung Galaxy A9 (2018)
 Samsung Galaxy A9 2018 Schwarz Front
Display6,3 Zoll, 1.080 x 2.220 Pixel
Betriebssystem-VersionAndroid 8.0 Oreo
ProzessorQualcomm Snapdragon 660
4 x 2,2 GHz, 4 x 1,8 GHz
RAM6 GB
interner Speicher128 GB
MicroSDja (bis zu 512 GB)
Kamera vorne/hinten24 Megapixel /
24 + 5 + 10 + 8 Megapixel (Quad Kamera)
Fingerabdruckscannerja
Akku3.720 mAh
USB-PortUSB 2.0 Typ-C
IP-Zertifizierung-
Abmessungen (in mm)162,5 x 77 x 7,8
FarbenSchwarz, Blau, Pink
Einführungspreis599 €
Aktueller MarktpreisMarktstart November

Design

Die Front des Galaxy A9 wirkt auf den ersten Blick unauffällig und so ist es auch. Wer die großen Aufreger sucht, muss das Smartphone herumdrehen und auf die Rückseite blicken, die um einiges interessanter gestaltet ist. Die Front bietet kleine aber deutliche Balken ober- und unterhalb des Displays. Dazu rundet Samsung die Ecken des Panels ab und wandelt somit beim Frontdesign auf ganz sicheren Pfaden. Ähnlich sieht es beim Rahmen aus. Hier setzt Samsung ebenfalls auf bekannte Rundungen und metallischen Glanz.

Auf der Rückseite hat Samsung dagegen einiges ausprobiert und musste zum Teil deutliche Anpassungen wegen der massiven Kamera-Ausstattung unternehmen. Die ganze Batterie sitzt in einem Modul und glotzt aus dem Gehäuse heraus. Das Ganze liegt in der linken oberen Ecke der Rückseite. Darunter positioniert Samsung den LED-Blitz, der dadurch etwas ausgeschlossen wirkt. Der Fingerabdrucksensor sitzt nicht im Rahmen, sondern zentral auf der Rückseite. Samsung hat ihn als Quadrat mit abgerundeten Ecken ausgearbeitet.

Eine Besonderheit befindet sich dann doch im Rahmen: Auf der linken Gehäuseseite zeigt sich ein unscheinbarer Taster, der schon beim ersten in die Hand nehmen nur eine Vermutung zulässt: Bixby hat es in die Galaxy-A-Klasse geschafft. Damit ist das Galaxy A9 das erste Gerät unterhalb der Galaxy-S-Klasse, das in den „Genuss“ des Assistenten kommt.

Samsung Galaxy A9 Hands-On

6,3 Zoll misst das Display des Galaxy A9 in der Diagonalen. Das spürt man auch vom Fleck weg. Das neue Mittelklasse-Flaggschiff liegt etwas unelegant in der Hand und die gefühlt enorme Breite lässt es unhandlich wirken. Dabei ist es nicht nur breit, sondern auch ellenlang. So verkürzt keine Notch die Außenmaße und die Flächen ober- und unterhalb des Panels tun ihr übriges. Streicht man über die Ränder dessen erfühlt man eine leichte Krümmung, jedoch auch einen Kunststoffrahmen der das Display vom Metallgehäuse trennt. Das ist eine bekannte und etablierte Bauweise in der Mittelklasse. Das Galaxy A9 kostet jedoch knapp 600 Euro und muss sich somit mit anderen Maßstäben messen lassen.

Dreht die Hand das Galaxy A9 kommt der glänzende Rahmen und die weitere Verarbeitungsqualität ins Spiel: Sie ist beim Rahmen, den Öffnungen darin und der Glasplatten auf Vorder- wie Rückseite Samsung-typisch auf hohem Niveau. Dazu kommt, dass das Galaxy A9 sehr stabil ist. Das wundert etwas, müsste es sich doch wegen der schieren Größe etwas verbiegen lassen. Doch nichts bewegt sich und es gibt einen Daumen nach oben.

Einen Daumen nach unten gibt es mal wieder für die herausstehenden Kamera-Ränder. Sie sind etwas scharfkantig und allein der Buckel, den sie erzeugen, wirkt ungelenk. Das Problem ist jedoch: Die Kameratechnik benötigt Platz. So gibt es optische und physikalische Grenzen, die Samsung nicht ausschalten kann. Eine Lösung der herausragenden Kameras wäre, dass man kleinere Sensoren verbauen würde. Damit würde jedoch die Qualität leiden. So entscheidet man sich für das geringere Übel.

Ein Übel, das sich ebenfalls zur Zeit durch alle Hersteller-Portfolios zwängt, ist die fingerabdruckempfindliche Glasoberfläche auf der Rückseite. Schon nach wenigen Minuten mit dem Samsung Galaxy A9 wird das Wischtuch gezückt und die ersten Fett- und Schmutzflecken entfernt. Hier ist man zwar nicht allein auf dem Markt, jedoch wäre eine schmutzabweisende Beschichtung toll gewesen.

Software, Geschwindigkeit und Kamera

Beim ersten Ausprobieren wird klar, dass es sich beim Galaxy A9 nicht um eine lahme Ente handelt. Der letzte Geschwindigkeitsrausch kommt jedoch auch nicht auf. Der Prozessor setzt Befehle über das Display oder die Buttons flott um. Die Wartezeiten sind kurz. Bei der Kamera wird ebenfalls kein High-End-Niveau erreicht – zumindest was die Steuerung angeht. Hier klickt und wischt man sich zwar flüssig aber ebenfalls nicht in High-Speed durch die Menüs und die mannigfaltigen Funktionen. Eine Einschätzung der Qualität der Bilder ist hier noch nicht möglich, der Funktionsumfang begeistert jedoch.

Das Samsung Galaxy A9 im Test

In den kommenden Wochen wird das Galaxy A9 durch die vielseitigen Tests von inside handy gejagt. Danach wird auch klar sein, wie gut die Kamera wirklich ist, ob der mit 3.800 mAh große Akku tatsächlich hält, was die Kapazität verspricht und wie sich Bixby in der Galaxy-A-Klasse schlägt. Dann wird es auch eine Antwort auf die zentrale Frage geben: Sind vier Kameras in der Mittelklasse einen Marktpreis von knapp 600 Euro wert?

Samsung Galaxy A9 (2018)

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  • Samsung Galaxy A9 (2018) Hands-On Bild 9: Michael Büttner
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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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