Samsung Galaxy A7 (2018) im Test: Der komische Kauz mit den wackeligen Augen

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Das Samsung Galaxy A7 (2018) in einer Hand
Bildquelle: David Gillengerten / inside handy
Der südkoreanische Hersteller Samsung hat seine neue Mittelklasse vorgestellt und öffnet damit sein Preis-Leistungs-Segment für Innovationen. Beim Galaxy A7 (2018) kommt zum ersten Mal eine Kamera mit drei Objektiven zum Einsatz sowie ein ungewöhnlicher Fingerabdruck-Sensor. Jedoch, nicht alles ist neu: Viele Facetten des Samsung Galaxy A7 (2018) sind schon von anderen Mittelklasse-Modellen des Herstellers bekannt. Ob das Gesamtpaket dennoch überzeugen kann, zeigt der Test.

Samsung möchte mit seinem neuen Mittelklasse-Modell, dem Galaxy A7 (2018), „neue Perspektive eröffnen“. Dazu verbaut der Hersteller erstmalig eine dreifache Kamera auf der Rückseite des Handys. Hinzu kommt noch ein Fingerabdruck-Sensor, der sich seitlich im Power-Button befindet. Abseits dieser Neuerungen bietet das Smartphone aber nur noch Hardware von der Stange. Dafür ist der Preis mit 349 Euro UVP ebenfalls nur durchschnittlich hoch.

 Samsung Galaxy A7 (2018)
 
Samsung Galaxy A7 (2018) kleinQuelle: Samsung
Display6,0 Zoll, 1.080 x 2.220 Pixel
Betriebssystem-VersionAndroid 8.0 Oreo
ProzessorExynos 7885, Octa-Core /
4 x 2,2 GHz, 4 x 1,6
RAM4 GB / 6 GB
interner Speicher64 GB / 128 GB
MicroSDja (bis zu 512 GB)
Kamera vorne/hinten24 Megapixel / 24 Megapixel (Weitwinkelobjektiv) + 5 Megapixel (Bokeh-Effekt) + 8 Megapixel (Ultra-Weitwinkelobjektiv)
Fingerabdruckscannerja
Akku3.300 mAh
induktives Ladennein
Abmessungen (mm)159.8 x 76.8 x 7.5
FarbenSchwarz, Blau, Gold
Einführungspreis349 Euro
Aktueller MarktpreisAb Marktstart hier verfügbar
Zum vollständigen Datenblatt

Design und Verarbeitung

Glasrücken und Metallseiten: Das Samsung Galaxy A7 (2018) ist aktuell das günstigste Handy des südkoreanischen Herstellers, das den Flaggschiff-Trend aufgreift. Im Gegensatz zu den Top-Modellen der Galaxy-S-Reihe sind die Gehäuseränder des Mittelklasse-Modells aber nicht abgeflacht. Außerdem steht die Vorderseite sichtbar vom Metallrahmen ab. Die gläserne Rückseite ist derweil oberklassetypisch anfällig auf Fingerabdrücke. Es braucht nur wenige Minuten und das Glas ist überzogen mit einer leichten Fettschicht.

Ansonsten hat Samsung bei seinem neuesten Preis-Leistungs-Handy aber dieselbe Vorlage angelegt, die auch beim Galaxy A6 (2018) sowie Galaxy A8 (2018) zum Einsatz kam. Das Smartphone wirkt damit recht breit und massiv. Der Eindruck täuscht jedoch. Das Galaxy A7 (2018) ist gerade einmal 170 Gramm leicht. Eine IP-Zertifizierung und damit Schutz gegen Staub und Wasser besitzt es nicht.

Das Samsung Galaxy A7 (2018) im Hands-On

Den Eindruck, den das neue Mittelklasse-Smartphones aus dem Hause Samsung hinterlässt, fällt gemischt aus. Einerseits besitzt es das gleiche Gehäuse-Design, wie es der südkoreanische Hersteller schon erstmalig beim Galaxy A8 (2018) verwendete. Ein wenig mehr Variation wäre hier wünschenswert. Andererseits kann das Smartphone vor allem auf der Rückseite eigene Akzente setzen – der Tripel-Kamera und dem fehlenden Fingerabdruck-Sensor sei Dank. Samsung schafft es, die drei Objektive in einem Block ansehnlich zu verarbeiten. An dieser visuellen Einheit auf dem Rücken des Handys könnten sich auch andere Hersteller ein Beispiel nehmen.

Innovation Nummer zwei, der Fingerabdruck-Sensor im Power-Button, fällt im Vergleich zu den Kameras gar nicht so auf. Die Einlassung an der rechten Gehäuseseite kann man auf den ersten Blick leicht übersehen. Die Handhabung bereitet derweil ein paar Probleme: Denn die Einlassung liegt ein wenig tiefer als man erwartet. Es hat im Test ein paar Stunden gedauert, bis die Bedienung des Sensors reibungslos von der Hand ging. Und es gibt noch ein Problem mit dem Fingerabdruck-Power-Button: Er wirkt billig verarbeitet und hat einen laut hörbaren Druckpunkt.

Die Haptik des Handys ist durchwachsen. Einerseits liegt es – wie für die aktuelle Samsung-Mittelklasse typisch – breit in der Hand. Andererseits fühlt es sich aufgrund seines Gewichts etwas zu leicht an für seine Größe. Dieser merkwürdige Eindruck beißt sich jedoch komplett mit dem guten Verarbeitungsstandard, den Samsung gewohntermaßen an den Tag legt. Ränder und Übergänge des Smartphones sind dem Hersteller wieder fehlerfrei gelungen. Auch die hohe Stabilität spricht für Qualität.

Das Samsung Galaxy A7 (2018) im Unboxing

Weiße Verpackung, blauer Schriftzug: Die Box, in der das Galaxy A7 (2018) beim Kunden ankommt, ist typisch für Samsung. Öffnet man den Deckel des Kartons, versteckt sich dahinter direkt das Handy. Eine Ebene tiefer befinden sich die Dokumente des Smartphones wie die Schnellstart-Anleitung. Darunter lagern die Kopfhörer, der Netzadapter sowie das Micro-USB-Kabel für die Stromversorgung. In einem Extratütchen liefert Samsung noch den Öffner für das SIM-Kartenfach mit. Weitere Dreingaben wie eine Schutzhülle oder Ähnliches gibt es nicht.

Das steckt im Karton:

  • Samsung Galaxy A7 (2018)
  • Micro-USB-Kabel 2.0
  • Netzadapter
  • Kopfhörer
  • Schnellstart-Anleitung
  • Garantiekarte
  • SIM-Karten-Werkzeug

Merkwürdiges Mittelklasse-Modell: Das Samsung Galaxy A7 (2018) ist ein komischer Kauz. Einerseits gelingt es Samsung, Teile des Handys gut in Szene zu setzen – wie die dreifache Kamera auf der Rückseite. Andererseits lässt der neue Fingerabdruck-Sensor zu wünschen übrig. Auch das breite Gehäuse bei wenig Gewicht sowie die abdruckanfällige Rückseite fallen negativ aus. Der Rest ist gewohnte Samsung-Qualität.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Display

Keine Überraschung: Auch beim Galaxy A7 (2018) verbaut Samsung – wie in der gesamten Mittelklasse aus 2018 – ein 18:9-Display. Das ist 6 Zoll groß und löst mit Full-HD+ (1.080 x 2.220 Pixel) auf. Die Pixeldichte beträgt 411 ppi. Ebenfalls typisch für den südkoreanischen Hersteller: Das verbaute Panel setzt auf die Super-AMOLED-Technologie. Damit soll eine besonders scharfe, farbintensive Darstellung von Inhalten möglich sein. Das lässt sich auch beim Galaxy A7 (2018) bestätigen: Das Bild des Displays ist hochwertig und farbenfroh.

Besonders hervorzuheben ist die Helligkeitsregulierung. Sie erledigt ihre Aufgaben schnell und stellt den Bildschirm wahlweise ausreichend dunkel oder hell dar. Auch die maximale Helligkeit kann überzeugen. Das Smartphone besitzt wie fast alle Samsung-Modelle ein Always-On-Display. Im Gegenzug verzichtet es auf eine Benachrichtigungs-LED.

Starke Leistung des Mittelklasse-Modells: Die Displayqualität bewegt sich auf hohem Niveau. Der einzige Kritikpunkt ist, dass Samsung beim Galaxy A7 (2018) auf die Benachrichtigungs-LED verzichtet. Wer stets up to date bleiben will, muss auf das akkufressende Always-On-Display zurückgreifen.

Einzelwertung: 4,5 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Der Rechenkern des Galaxy A7 (2018) ist der Exynos-7885-Prozessor aus Samsungs eigener Produktion. Der Octa-Core taktet mit bis zu 2,2 GHz. Dazu kommen 4 GB Arbeits- und 64 GB Hauptspeicher. Letzterer ist mittels Micro-SD-Karte um bis zu 512 GB erweiterbar. Dank dieser technischen Ausstattung hebt sich das A7 von Samsungs unterer Mittelklasse, dem Galaxy A6 und A6+ (2018), ab. Diese Modelle werden nämlich mit dem deutlich schwächeren Samsung Exynos 7870 und Qualcomm Snapdragon 450 ausgestattet. Theoretisch müsste sich das Galaxy A7 (2018) mehr im Bereich der gehobenen Mittelklasse rund um das Galaxy A8 (2018) aufhalten.

Das Samsung Galaxy A7 (2018) im Benchmark-Test

Ob das auch der Fall ist, zeigt der Leistungstest von AnTuTu in der Version 7.1.0. Der Benchmark gibt dabei an, wie hoch die maximale Performance eines Handys sein kann. Beim Galaxy A7 (2018) erreicht der Punktezähler einen Wert von 122.588 Punkten. Damit befindet sich das Smartphone in direkter Nachbarschaft zum Samsung Galaxy A8 (2018), das im Test 120.486 Punkte erreichte. Beide Smartphones rangieren im Feld der gehobenen Mittelklasse.

UmfeldModellBenchmark-Wert
TestgerätSamsung Galaxy A7 (2018)122.588
Huawei P20 Lite87.260
direkte KonkurrentenSamsung Galaxy A8 (2018)174.032
Nokia 7 Plus138.440
 Huawei P10 lite61.115
ehemalige SpitzenmodelleSamsung Galaxy A5 (2017) )61.515
Huawei Mate 10 Lite ) 62.673
OnePlus 6 )268.802
aktuelle Top-Andorid-HandysSamsung Galaxy S9+ )249.185
HTC U12+ )263.483

Im Alltag enttäuscht die Performance des Handys jedoch ein wenig. Während es im Parallelbetrieb zu keinen merklichen Aussetzern kommt, sorgen Spiele für einige Ruckler. Der Exynos 7885 hat offensichtlich Probleme damit, grafisch anspruchsvolle Spiele wie “Asphalt 9” auf dem 6 Zoll großen Display verzögerungsfrei darzustellen. Beim Galaxy A8 (2018), das mit demselben Prozessor sowie einem 5,6-Zoll-Bildschirm ausgestattet ist, lief es merklich flüssiger. Eine Gemeinsamkeit haben beide Modelle: Sie erhitzen sich bei Spielen und anderen anspruchsvollen Apps spürbar auf der Rückseite.

Telefonieren und Konnektivität

Mit dem Samsung Galaxy A7 (2018) bohrt der südkoreanische Hersteller seine Verbindungsstandards in der Mittelklasse auf. So kommt erstmals Bluetooth 5.0 bei einem Handy unter 400 Euro zum Einsatz. Auch die Up- und Download-Geschwindigkeiten wurden verbessert. Da es sich beim Mittelklasse-Modell um ein Duos-Gerät handelt, verbaut der südkoreanische Hersteller hier wieder „richtiges“ Dual-SIM. Sie bietet zwei SIM-Karten-Fächer und einen Slot für eine Micro-SD-Karte. Kompromisse wie bei einer Hybrid-Lösung geht Samsung nicht ein.

 Samsung Galaxy A7 (2018)
HSPA
HSPA+
LTE (Down-max Mbit/s)▲ (300 MBit/s)
USB-OTG
DLNA
NFC
Kabellose Display-Übertragung
MHL
Infrarot-Fernbedienung
Bluetooth-Version5.0
WLAN-Standardsa/b/g/n/ac
QI
Dual-SIM

Die Telefonqualität des Samsung Galaxy A7 (2018) lässt teilweise zu wünschen übrig. Schuld daran sind die Lautsprecher des Smartphones. Sowohl Hörmuschel als auch der Audio-Ausgang an der Unterseite des Handys klingen flach und blechern. Die verbauten Mikrofone können jedoch mit guter Aufnahmequalität überzeugen. An Oberklasse-Niveau kommen sie aber nicht heran.

Samsung verbessert die Ausstattung seiner Mittelklasse mit dem Galaxy A7 (2018) spürbar. 64 GB interner Speicher und Bluetooth 5.0 sind eine willkommene Neuerung. Bei der Performance schwächelt das Smartphone jedoch spürbar. Besonders Zocker werden wenig Freude mit dem Modell haben. Die Telefonfunktion hinterlässt derweil einen gemischten Eindruck.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Kamera

Die Triple-Kamera des Samsung Galaxy A7 (2018) ist das Kern-Feature des Smartphones. Daran lässt der Hersteller in seiner Werbung keinen Zweifel. Das System besteht aus drei Sensor-Objektiv-Modulen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen:

  • Hauptkamera: 24 Megapixel und Blende 1:1,7
  • Ultra-Weitwinkel: 8 Megapixel und Blende 1:2,4 (für Aufnahmen mit 120° Winkel)
  • Tiefenschärfe: 5 Megapixel und Blende 1:2,2 (für Bokeh)

Die Frontkamera ist für Selfie-Verrückte ausgelegt und bietet eine ebenfalls stattliche 24-Megapixel-Auflösung. Jedoch kommt hier nur ein fixierter Fokus zum Einsatz. Mit einer Blende von 1:2,0 ist das Objektiv auch für schlechtes Licht gerüstet.

Wie die Kamerabilder des Samsung Galaxy A7 (2018) in der Galerie schon zeigen: Der südkoreanische Hersteller hat in der Theorie alles richtig gemacht. Die neuartigen Objektive heben sich angenehm von dem bisherigen Monochrom-Tele-Einheitsbrei der Mittel- und Oberklasse ab. Sowohl die Ultra-Weitwinkel-Kamera als auch das Objektiv für den Bokeh-Effekt machen ihren Job gut. Die Hauptkamera derweil sorgt für hochwertige Bilder bei Tageslicht und durchschnittliche Fotos bei schlechtem oder künstlichem Licht.

Der Pferdefuß des Galaxy A7 (2018) ist aber der fehlende Bildstabilisator. Bei Fotos macht sich die fehlende Stabilität negativ bemerkbar. Teilweise verwackeln Schnappschüsse arg, bei schlechtem Licht gelingen Bilder nur mit ruhiger Hand. Das gilt auch für Videos: Wer hier kein Stativ verwendet, wird viel Geruckel und Unschärfe ertragen müssen. Das ist schade, denn die Reaktionszeiten und der Ton der Clips sind hervorragend.

Auch auf der Front fehlt die Bildstabilisierung. Selfies sind deshalb teilweise ebenfalls arg verwackelt. Wenn ein Selbstporträt einmal gelingt, sieht es jedoch gut aus. Ein Lob muss dem LED-Blitz des Samsung Galaxy A7 (2018) zugesprochen werden. Sowohl hinten als auch vorne trifft er die richtige Helligkeit für ein gutes Foto. Nur die Konzentration in der Mitte ist etwas störend.

Samsung Galaxy A7 (2018) – Die Kamera-App

Vollgestopft bis oben hin: Die Kamera-App des Samsung Galaxy A7 (2018) bietet viele Möglichkeiten, Bilder und Videos anzufertigen. Insgesamt 13 unterschiedliche Modi unterstützt die Anwendung. Dazu kommen noch einige Einstellungen, die je nach Funktion wechseln. Bei so viel Angebot verliert man schon einmal schnell die Übersicht.

Die unterstützten Funktionen reichen von einem ganz passablen „Automatisch“-Modus, über eine Beauty-Funktion bis hin zur Pro-Option. Eine Neuerung ist der sogenannte Szenenoptimierer. Er erkennt automatisch Motive und passt die Einstellungen dahin gehend an. Im Test funktionierte das gut. Oftmals dauerte es aber ganz schön lang, bis sich Samsungs intelligente Kamera entschieden hat, was sich da so vor ihrer Linse befindet.

Im Video- und Selfie-Bereich gibt es derweil keine Überraschungen: Ein Zeitraffer und eine Zeitlupe sorgen für besondere Bewegtbilder. Die AR-Amojis und Gruppen-Selfies ergänzen die Selbstporträt-Sparte. Interessant ist der Modus „Selfie-Fokus“, bei dem ein eingebauter Bokeh-Effekt zum Einsatz kommt. Leider ist die Frontkamera aber nicht immer ganz sicher, was nun Teil des Gesichts oder Teil der Szenerie ist.

Am falschen Ende gespart: Die dreifache Kamera des Samsung Galaxy A7 (2018) hätte wirklich gut sein können. Leider macht die fehlende Bildstabilisierung dem innovativen Trio einen Strich durch die Rechnung.

Einzelwertung: 3,5 von 5 Sternen

Software und Multimedia

Die Erfahrung zeigt: Samsung hinkt bei Software-Updates immer hinterher. Das ist auch beim Galaxy A7 (2018) der Fall. Es wird mit Android 8.0 ausgeliefert. Android 8.1 oder das neue Android 9 Pie sind zum Testzeitpunkt nicht verfügbar. Die hauseigene Nutzeroberfläche Experience 9 überzeugt derweil dank sauberem Design. Darüber hinaus ist sie auch noch leicht und umfassend anpassbar.

Es befindet sich keine Bloatware auf dem Samsung Galaxy A7 (2018). Neben der obligatorischen Google-Software kommen auch eigene Anwendungen des südkoreanischen Herstellers zum Einsatz. Die doppeln sich teilweise mit ihren Google-Pendants wie beim Mail-Programm und beim App-Marktplatz, teilweise bieten sie jedoch auch eigenständige Leistungen wie den Samsung Game Launcher oder Smart Things. Zusätzlich ist die volle Office-Breitseite von Microsoft vorinstalliert.

Musikalisch ist das Mittelklasse-Handy von Samsung ein zweischneidiges Schwert. Einerseits strotzt es dank Dolby Atmos und Adapt Sound nur so vor umfangreichen Musik-Einstellungen. Andererseits enttäuscht der Lautsprecher auf der Unterseite. Der Klang ist teilweise blechern und neigt dazu, zu übersteuern. Wer Musik hören möchte, sollte das mit den beiliegenden Kopfhörern tun oder dank 3,5-Millimeter-Eingang eigene Geräte anschließen.

Updates dauern lange bei Samsung – das muss dem Käufer eines Galaxy A7 (2018) bewusst sein. Wer also zeitnah die neueste Android-Version haben will, wird enttäuscht. Dank Experience 9 und vorbildlicher Musik-Software rettet sich das Handy noch auf eine gute Einzelwertung.

Einzelwertung: 4 von 5 Sternen

Akku

„Mit 3.5000 mAh ist der Li-Ion-Akku des Samsung Galaxy A6+ angesichts der 6 Zoll großen Displaydiagonale nicht gerade üppig bemessen“: Dieses Zitat ziert den Akku-Abschnitt des Tests zum Galaxy A6+ (2018). Für das Galaxy A7 (2018) muss dieser Satz noch einmal wiederholt und teilweise noch betont werden: Mit 3.300 mAh ist der Akku des Galaxy A7 angesichts des 6-Zoll-Displays wirklich nicht üppig bemessen.

Um den Akku des Galaxy A7 (2018) auf die Probe zu stellen, wird das Handy im Testcenter von inside handy einer standardisierten Prozedur unterzogen. Diese sieht wie folgt aus: Der Akkutest beinhaltet in den ersten acht Stunden eine aktive Nutzung des Smartphones mit jeweils 30 Minuten spielen, Video streamen, Radio hören und telefonieren. Dazu werden in dieser Zeit Screenshots und Testbilder erstellt, Uploads und Downloads getätigt und im Internet gesurft. Nach der ersten Phase schließt sich eine zweite an, in der eine Standby-Zeit von 16 Stunden ansteht.

ModellKapazität (mAh)AkkustandVerbrauch
TestgerätArbeitstag (8h)Nacht im Standby (16h)Intensivtest (8h)Standby (16h)
Samsung Galaxy A7 (2018)3.30058384220
Alternativen
Nokia 7 Plus3.80066533413
Samsung Galaxy A8 (2018)3.10058484210
Huawei P20 Lite3.0005244488

Nach 8 Stunden die erste Erkenntnis: Das Samsung Galaxy A7 (2018) beendet den Arbeitstag mit 58 Prozent und schlägt sich sehr gut. Die Enttäuschung folgt jedoch auf dem Fuß: 16 Stunden später steht die Akku-Anzeige nur noch auf 35 Prozent. Auch ein zweiter Test bestätigt den hohen Verbrauch im Standby-Modus. Rund zwanzig Prozent verliert das Mittelklasse-Modell in seiner Ruhezeit.

Je nachdem, ob das Always-On-Display aktiviert ist oder nicht, lässt sich diese Zeit noch ein wenig verbessern. Geladen wird das Smartphone übrigens per Micro-USB. Knapp 60 Minuten braucht es, um von 30 Prozent auf 80 Prozent zu klettern. Trotz Glasrückseite ist kabelloses Laden per Qi nicht möglich.

Der Akku des Samsung Galaxy A7 (2018) enttäuscht. Nicht nur, dass der Standby-Verbrauch zu hoch ist: Auch die unterdurchschnittliche Kapazität der Batterie sowie der veraltet wirkende Micro-USB-Eingang sorgen für eine verhaltene Wertung. Hier wäre mehr drin gewesen

Einzelwertung: 3,5 von 5 Sternen

Fazit

Neue Perspektiven eröffnen: Mit dem Galaxy A7 (2018) möchte Samsung zeigen, dass man auch innovativ in der Mittelklasse sein kann. Und das gelingt dem südkoreanischen Hersteller durchaus. Die Neuerungen des Mittelklasse-Modells sehen auf dem Papier gut aus. In der Praxis schafften sie es aber nicht zu überzeugen. Der Fingerabdruck-Sensor am Gehäuse wirkt teilweise billig und suboptimal platziert. Das Kamera-Trio besticht durch ein gutes Aussehen und interessante Objektive, aber nicht durch ihre Foto-Qualität.

Abseits der enttäuschenden Innovationen bleibt das Galaxy A7 (2018) auch zu sehr dem typischen Samsung-Design und -Aufbau verhaftet. Von vorne lassen sich die Smartphones kaum unterscheiden und auch die Hard- sowie Software ist in vielen Punkten identisch. Das ist ein Problem: Denn sowohl Galaxy A6 und A6+ wie auch Galaxy A8 bieten vergleichbare Leistung zu einem teilweise niedrigeren Preis. Gelungene Neuheiten hätten dem A7 dabei geholfen, sich gegenüber seinen Brüdern abzuheben. So sitzt es mit eher mäßigen Features zwischen den Stühlen.

Das Testsiegel des Samsung Galaxy A7 (2018)Quelle: David Gillengerten / inside handy

Gesamtwertung: 4 von 5 Sternen

Pro des Samsung Galaxy A7 (2018)

  • Tolles Display
  • Vorbildliche Konnektivität
  • Interessante Triple-Kamera …

Contra des Samsung Galaxy A7 (2018)

  • … ohne Bildstabilisator
  • Schlechter Lautsprecher
  • Hoher Standby-Verbrauch

Preis-Leistung

349 Euro verlangt Samsung für sein Galaxy A7 (2018). Der Preis ist angesichts der Ausstattung relativ hoch. Dafür gibt es jedoch auch Innovation in Form einer dreifachen Kamera sowie die bekannte Hardware-Qualität des südkoreanischen Herstellers. Mittlerweile ist der Preis jedoch schon auf knapp 300 Euro gesunken. Unter dem Strich geht die veranschlagte Summe für das Mittelklasse-Modell also in Ordnung.

Alternativen

Wer auf der Suche nach einem Smartphone für rund 350 Euro ist, muss nicht lange suchen. Die Mittelklasse ist heiß umkämpft und viele Hersteller werfen hier ihren Hut in den Ring. Teilweise stehen sogar Oberklasse-Smartphones aus den vergangenen Jahren zum Angebot. Für einen generellen Überblick empfiehlt sich daher die folgende Bestenliste von inside handy.

Wer eine Alternative aus dem Samsung-Kosmos sucht, könnte unter anderem auf das Galaxy A8 (2018) zurückgreifen. Das Smartphone bietet gehobene Mittelklasse-Kost, kommt jedoch ohne Innovationen wie eine dreifache Kamera oder besonderem Fingerabdruck-Sensor aus. Wer mehr Objektive zum Fotos schießen haben will, sollte auf das Galaxy A6+ (2018) setzen. Das Handy kommt mit einer Dual-Kamera, spart aber bei der Hardware. Ebenfalls noch einen Blick wert sind die 2017er-Flaggschiffe des südkoreanischen Herstellers, das Galaxy S7 und das Galaxy S7 edge.

Wenn es kein Samsung sein muss, dann empfiehlt sich auch ein Blick über den Tellerrand. So bietet Nokia mit dem Nokia 7 Plus einen ungekrönten Mittelklasse-Champion, der mit einem außergewöhnlichen Design, starker Hardware und einem runden Gesamtpaket überzeugt. Aber Huawei konnte mit dem Mate 20 Lite ein überzeugendes Mittelklasse-Handy auf den Markt bringen. Das Smartphone besitzt sogar eine Notch, wenn man so etwas möchte.

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Samsung Galaxy A7 (2018)

Bildquellen:

  • Testsiegel Samsung Galaxy A7 (2018): David Gillengerten / inside handy
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David Gillengerten
David liebt Technik - insbesondere Games jeglicher Art. Seit 2017 ist er als Redakteur bei inside handy an Bord, davor auch schon als Freier Mitarbeiter. Sein Weg in den Handy-Markt hat ihn über sein liebstes Hobby, die Games-Branche, geführt. Entsprechend beschäftigt er sich auch bei inside handy viel mit Spielen, aber produziert auch die Videos für inside handy, in denen er gerne mal in andere Rollen schlüpft. Seine Lieblingsrolle: Business-Dave. David ist gebürtiger Rheinländer, der im Herzen aber gerne ein Brite gewesen wäre.

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2 KOMMENTARE

  1. Die einzelnen Wertungen und das Gesamtergebnis kann ich schwer nachvollziehen. Mir klingt das nach zu viel „ja, aber“, und dennoch erreicht das Smartphone eine gute Wertung von 4. Was muss ein Smartphone abliefern, um eine 3 oder gar darunter als Ergebnis zu bekommen?

    • Hallo Fembre,
      dank dir erst einmal für deinen Kommentar. Du sprichst da einen guten Punkt an. Denn, um eine Wertung von 3 oder darunter zu bekommen, muss ein Smartphone in einigen Kerndisziplinen versagen (siehe zum Beispiel hier: https://www.inside-handy.de/handys/htc-desire-12/test). Ab einem gewissen Preis ist es nach unserem aktuellen Testverfahren sehr schwer für Smartphones, unter eine spezielle Sternewertung zu rutschen.

      Wir sind uns dem Problem bewusst und arbeiten deshalb aktuell an einer Überarbeitung unseres Testverfahrens. Das Galaxy A7 (2018) ist noch nach dem alten Testmuster entstanden – die Sternewertung ist also mit vorsicht zu genießen.

      Ich hoffe, dass erklärt es ein wenig. Gebe dir darüber hinaus auch vollkommen recht, dass da eine Diskrepanz entsteht.

      Viele Grüße aus der Redaktion

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