OnePlus 7 Hands-On: So fühlt sich das Sparflaggschiff an

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Die Rückseite OnePlus 7, in der Hand gehalten
Rückseite OnePlus 7 in der HandBildquelle:
OnePlus hat zum ersten Mal in seiner kurzen Geschichte nicht ein, sondern gleich zwei Flaggschiffe auf einen Schlag vorgestellt. Dabei ist das Highlight der neuen Generation sicherlich das OnePlus 7 Pro, jedoch versuchen die Chinesen auch für den sparsamen Kunden etwas in petto zu haben. Somit muss das günstigere OnePlus 7 im Hands-On beweisen, ob es auch genug bietet, um mit den günstigen Flaggschiff-Ablegern der Konkurrenz mithalten kann. 

Snapdragon 855, 6 oder 8 GB Arbeitsspeicher und die neueste Software von OnePlus zeichnen das kleine Flaggschiff OnePlus 7 aus. Die Preise für das Modell liegen je nach Speicherausstattung bei knapp über beziehungsweise satt unter der 600-Euro-Grenze. Damit bewegt man sich weit unterhalb dessen, was beispielsweise Samsung oder Apple für ihre Flaggschiffe aufrufen. Kostete das Samsung Galaxy S10e zum Start knapp 750 Euro, lag man beim Apple iPhone Xr bei mindestens 850 Euro. Ist das OnePlus 7 also ein Schnäppchen?

Das Problem des OnePlus 7

Das OnePlus 7 hat ein Problem: Es besteht in Teilen aus dem OnePlus 6T und muss sich somit den Vorwurf gefallen lassen, dass OnePlus Teilerecycling betreibt. Das muss jedoch keine Disqualifikation nach sich ziehen. Unter anderem wurde das Display des OnePlus 6T noch einmal verbaut. Damit kommt ein Full-HD+-Panel zum Einsatz, das solide Leistung abliefert und im Test des OnePlus 6T gefallen konnte. Das Gehäuse ist ebenfalls leicht mit dem des OnePlus 6T verwechselbar.

Im Inneren wurde jedoch einiges geändert. Der neueste Prozessor von Qualcomm und die Speicherausstattung sind ein echtes Argument für das günstige Flaggschiff. Auch die Software mit dem neuen Zen-Modus, neuem Android 9 und einigen Verbesserungen sprechen für das OnePlus 7. Die technischen Daten sind also solide. Ausstattungshighlights gibt es auch zu vermelden. Der Fingerabdrucksensor unter dem Display ist nun größer und Bluetooth 5.0, USB Typ-C mit 3.1-Standard sowie Dual-Band-WLAN sind immer noch up to date.

Software Android 9.0
Prozessor Qualcomm Snapdragon 855
Display 6,41 Zoll, 2.340 x 1.080 Pixel
Arbeitsspeicher 8 GB, 6 GB
Hauptkamera 8000x6000 (48,0 Megapixel)
Akku 3.700 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung (kein Schutz)
Gewicht 182 g
Farbe Grau
Einführungspreis
Marktstart

OnePlus 7 im Hands-On

Das OnePlus 7 gleicht beim Äußeren dem OnePlus 6T enorm. Das hat sehr positive Auswirkungen. Eine komplett Notch-lose Front ist zwar mit der integrierten Frontkamera nicht zu machen, aber der Einschnitt war schon beim OnePlus 6T einer der elegantesten am Markt. Wer ihn nicht mag, kann ihn aber auch ausblenden. Das Design mit dem Fingerabdrucksensor unter dem Displayglas ist auf der Front also immer noch modern und geht als Oberklasse durch.

Am Rahmen gibt es dagegen kleine Änderungen zum OnePlus 6T. OnePlus hat die Farbgebung etwas angepasst. Zum einen gibt es das neue OnePlus 7 nur noch in einer Farbe und zum anderen wird der Rahmen nun in Silber und nicht mehr – wie beim Vergleichsmodell der früheren Generation – in Schwarz eingefärbt. Das schicke matte Schwarz und das glänzende Schwarz des OnePlus 6T werden gegen ein glänzendes Grau ausgetauscht. Eine andere Farbe gibt es nicht. Für Fans matter Smartphones ein echter Rückschritt. Gerade die Empfindlichkeit gegenüber Fingerabdrücken ist enorm und ohne Putztuch oder schützende Hülle trägt man immer einen Schmierfinken mit sich herum.

Die Verarbeitung und die Haptik können dagegen kaum beanstandet werden. Das OnePlus 7 liegt toll in der Hand und mit den abgerundeten Längsseiten des Rückens kann es immer fest gegriffen werden. OnePlus übernimmt auch die abgeschrägten kurzen Rahmenseiten des OnePlus 6T. Der Design-Kniff ist unnötig und bewirkt nur, dass der USB-Stecker auf einer Seite weiter aus dem Gehäuse heraussteht als auf der anderen Seite.

Hands-On des OnePlus 7 – Das Fazit

Das OnePlus 7 ist beim Gehäuse und der Verarbeitung ein leicht angepasster Klon des OnePlus 6T. Das ist zum einen positiv, weil OnePlus die Haptik, die Qualität der Verarbeitung und die Stärken des Vorgängers übernommen hat. Zum anderen lohnt es sich kaum vom Vorgänger umzusteigen. Das gilt übrigens auch für Nutzer des OnePlus 6. Schon das Frühjahrsmodell hatte dieses Design inne.

Bei den inneren Werten sieht es etwas anders aus. Der neue Prozessor wird das OnePlus in neue Geschwindigkeits-Sphären schießen und die neue Software neue Impulse bringen. Ob das reicht, um eine Empfehlung für einen Wechsel zwischen dem OnePlus 6 und 6T auf das OnePlus 7 zu geben, wird der Test zeigen.

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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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1 KOMMENTAR

  1. *Spar* haha, ein Grund one+ nicht mehr zu unterstützen, war wahrscheinlich auch nur das Sprungbrett um die Preispolitik in die Höhe schießen zu lassen.

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