Nokia 8.1 im Test: Die Tops und Flops der High-End-Mittelklasse

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Nokia 8.1 mit Lampe im Hintergrund
Das Nokia 8.1 im Hands-On Bildquelle: Michael Büttner
HMD Global hat dem Nokia 8 eine Frischzellenkur verpasst. Das neue Nokia 8.1 wurde allerdings auch schon als Nokia 7.1 Plus in China und Indien vorgestellt. Somit rutscht das "Flaggschiff" trotz der „8“ im Namen in die obere Mittelklasse ab. Ob sich das negativ auswirkt, zeigt der ausführliche Test.

Das Nokia 8.1 ist ein Schaf im Wolfspelz. Doch ist das schlecht? HMD Global hat das Nokia 8.1 als Nokia 7.1 Plus vor einiger Zeit schon in China und Indien vorgestellt. Da man im Zuge dessen auch auf einen Spitzenprozessor von Qualcomm verzichtet, positioniert man es nicht wie das Nokia 8 in der Flaggschiff-Liga, sondern eben dort, wo sich vorher auch das Nokia 7 Plus tummelte – im ambitionierten Mittelklassebereich.

Nokia 8.1 im Test: Design und Verarbeitung

Das Nokia 8.1 hält sich beim Äußeren an die Designsprache von HMD Global und befindet sich nahe am Nokia 7 Plus. Das erkennt der aufmerksame Nutzer am Aussehen des Rahmens. Er ist zur Vorder- wie Rückseite abgerundet, in der Hauptfarbe des Handys gehalten und mündet jeweils in einen silbernen Steg, der die Mitte der Umrandung bildet. Er umläuft das gesamte Nokia 8.1. Lediglich die Öffnungen für Anschlüsse und Antennenlinien unterbrechen seinen Lauf. Dazu ist er abgeflacht, womit es einen Bruch im Design des Rahmens gibt. Er bildet einen interessanten Kontrast zu dem meist rundgelutschten Smartphone-Einerlei am Markt.

Einheitsbrei und wenig Grip

HMD Global stattet die Rück- wie auch die Frontseite mit 2,5D-Glas aus, das jeweils in eine ebene Fläche mündet. Die Rückseite, verantwortlich für den Grip des Smartphones in der Hand, hat damit keine abgerundeten Kanten und auch ein Buckel fehlt dem Nokia 8.1. Das sieht schick aus, jedoch liegt das neue Spitzenmodell dadurch nicht gerade tief in der Hand. Somit fehlt etwas der Kontakt zum Handy, gerade wenn man kurze Finger hat.

Die Front besticht durch ein Notch-Design und Schlichtheit. Die Ecken des Displays sind abgerundet und die Ränder schmal. Einheitsbrei? Sicherlich. Aber schlecht? Wohl kaum. Die Notch-Seiten waren auf den Testgeräten noch ausgeblendet. Das zeigt sich auch in den schon auf dem Markt befindlichen Geräten des Herstellers. Zum Marktstart sollen die Flächen neben der Notch jedoch nicht nur schwarz hinterlegte Akkustands- und Zeitanzeiger mehr sein, sondern voll genutzt werden. Der Grund für die versteckten Flächen liegt laut Nokias Aussagen während des Strategie-Gesprächs im Patentrecht, was jedoch von HMD Global auch auf Nachfrage noch nicht detaillierter erläutert worden ist. Beim marktreifen Testgerät jedenfalls sind die Notch-Ränder noch schwarz.

Verarbeitung und Bedienung

Beim ersten Anfassen fällt auf, dass kaum etwas auffällt. Das liegt daran, dass es Nokia außerhalb der Formgebung des Rahmens, tunlichst unterlässt Risiken einzugehen. Das Nokia 8.1 ist schon fast zu unauffällig in der Haptik. Trotzdem gibt es Details, die eine Erwähnung wert sind. So ist die Verarbeitung auf Spitzenniveau. Die Kameraeinfassung und die Aussparungen für die Anschlüsse sind sauber eingefräst und abgerundet. Der Rahmen macht das Nokia 8.1 jedoch recht breit und die flache Rückseite sorgt für wenig Grip. Hier gilt also: Große Hände sind bei der Steuerung von Vorteil.

Sie gelingt über den Touchscreen wie gewohnt einfach und intuitiv. Nokia verbaut Android One in der Version mit der Nummer 9 und dem Namen Pie. Software-Aufbauten sind, wie üblich, nicht implementiert. Die hardwareseitige Steuerung gelingt über drei Tasten an der rechten Flanke, wobei der „lauter“-Button vom Daumen kaum erreicht werden kann.

Zubehör und Verpackung

Nokia liefert sein Mittelklasse-Flaggschiff mit dem Standard-Zubehör und der typischen flachen Kartonage aus. Das 1,5-A-Netzteil gibt sich wuchtig und das dazugehörige Kabel solide. Hier gibt es nichts zu meckern. Die In-Ear-Kopfhörer besitzen dünne Kabel, sind aber gut verarbeitet. Nokia legt dazu zwei Paar Austauschgummis zur Größenanpassung der Kopfhörer.

Das Nokia 8.1 macht einen sehr ähnlichen Eindruck wie das Nokia 7 Plus und ist dementsprechend ein Flaggschiff in der Mittelklasse. Die großen Highlights fehlen jedoch.

Teilwertung: 4,5 von 5 Sternen

Das Display des Nokia 8.1 im Test

Nokia verbaut ein 6,2 Zoll großes Display in das Nokia 8.1, das mit Full-HD+ auflöst. Damit erreicht es eine Pixeldichte von 408 ppi. Gorilla Glas 3 von Corning schützt das Panel vor Kratzern und Stößen. Wie es gerade im Trend liegt, ist das Display des Nokia 8.1 langgezogen und besitzt ein Längenverhältnis von 18,7 zu 9.

Die Farben und die Helligkeit des Panels sind gut und auch die Kontraste und Weiß- sowie Schwarzwerte können sich sehen lassen. Das Display bildet scharf ab und bietet die für Android typischen Bildschirmeinstellungen und -automatiken. So können Menschen mit Farbschwäche das Display entsprechend verändern. Auch ein Nachtmodus gegen das blaue Licht ist verbaut. Die Farben lassen sich außerdem in vorgefertigten Mustern anzeigen. Darunter ist auch eines, das die Farbdarstellung an die Nutzung anpasst. Eine manuelle Farbeinstellung des Displays gibt es hingegen nicht. Als zusätzliches Gimmick lässt sich das Gerätedesign hell oder dunkel ausspielen. Das kann auch eine Automatik übernehmen. Dann passt sich die Darstellung der Umgebung an.

Nokia verbaut ein Panel, das sich auch bei schiefer Draufsicht noch gut ablesen lässt. Dreht man es in der Waagerechten vor den Augen, wird eine kleine Farbverschiebung über den Ecken des Nokia 8.1 sichtbar. Sie stört im Alltag jedoch überhaupt nicht. Das Panel dunkelt etwas ab, wenn es geneigt wird. Doch auch hier hält sich alles in praktisch kaum nennenswerten Bereichen auf. Eine kleine Schwäche erlaubt sich Nokia bei der automatischen Helligkeitsregelung. Sie erreicht immer das richtige Maß an Display-Intensität, doch springt sie auf dem Weg dorthin des Öfteren. Eine flüssige Regelung sieht anders aus.

Das Display des Nokia 8.1 lässt sich kaum kritisieren. Man kann es aber auch nicht großartig loben. Es ist ein solides Panel ohne Schnickschnack und ohne echte Schwächen.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Die technischen Daten leiden etwas unter der Schrumpfkur der 8er-Serie. So kommt ein für ein aktuelles Spitzenmodell mit 64 GB recht kleines Datendepot zum Einsatz. Und auch beim Prozessor, dem Snapdragon 710, spart das Unternehmen. Das hat dem Nokia 7 Plus im Test kein Problem bereitet. Auch bei einem sparsamen Umgang mit dem Speicherplatz und wenn man die Tricks zum Speicher freimachen beherzt, sollte das Datendepot ausreichen.

Und so sollte man das Nokia 8.1 auch mit Blick auf den Preis behandeln: Es wurde für knapp 450 Euro auf den Markt eingeführt und soll damit eben nicht mit Samsung Galaxy S9, iPhone XS oder Huawei Mate 20 Pro konkurrieren, sondern eher mit den teuren Vertretern der Galaxy-A-Linie oder den abgespeckten Versionen der Flaggschiffe anderer Hersteller. Alle Daten des Nokia 8.1 sind in der Vorstellung von inside handy übersichtlich dargestellt.

Software Android 9 Pie
Prozessor Qualcomm Snapdragon 710
Display 6,18 Zoll, 1.080 x 2.280 Pixel
Arbeitsspeicher 4 GB
interner Speicher 64 GB
Hauptkamera 4272x2848 (12,2 Megapixel)
Akku 3.500 mAh
induktives Laden
USB-Port 2.0 Typ C
IP-Zertifizierung (kein Schutz)
Gewicht 180 g
Farbe Schwarz, Silber
Einführungspreis 449 €
Marktstart Mitte Januar 2019

Benchmark-Test des Nokia 8.1

Der Benchmark-Wert des Nokia 8.1 war im Jahr 2017 in der absoluten Spitzenklasse angesiedelt. Jetzt, im Jahr 2019, beherrschen Punktzahlen von knapp 300.000 Punkte im AnTuTu-Test die Bestenlisten. Da kommt das Nokia 8.1 mit gut 170.000 Punkten nicht heran. Die etwas außer Konkurrenz laufenden neuen iPhones von Apple erreichen sogar weit über 300.000 Punkte in diesem Test. Trotz der großen Lücke zwischen den Punktzahlen stellt der Prozessor genügend Leistung für den Alltag zur Verfügung. Verglichen mit anderen Smartphones im neuen Konkurrenzumfeld, muss es sich auch nicht verstecken. HMD Global bewegt sich mit dem Nokia 8.1 nämlich auf einem Level mit beispielsweise dem Honor 10 und dem Samsung Galaxy A8.

UmfeldModellBenchmark-Wert
TestgerätNokia 8.1170.106
 
Nokia 8175.517
direkte KonkurrentenNokia 7 Plus138.440
Huawei Honor 10199.911
 
Motorola Moto X470.411
ehemalige Mittelklasse Modelle Samsung Galaxy A541.721
Huawei Mate 10 Lite62.673
 
 OnePlus 6268.802
aktuelle SpitzenmodelleSamsung Galaxy S9+249.185
 HTC U12+263.483

Die Leistung in der Praxis

Das Nokia 8.1 besitzt kaum Auffälligkeiten, was die Performance angeht. Der Nutzer wischt flott und ohne große Verzögerungen durch die Menüs und Einstellungen. Auch Apps werden zumeist schnell geöffnet. Dass der verbaute Snapdragon 710 kein High-End-Prozessor ist, merkt man erst, wenn man aufwendigere Apps und Anwendungen startet. Die Kamera braucht beispielsweise einige Augenblicke, um von einem in den anderen Modus zu wechseln. Hier fehlt es für die ganz schnellen Schnappschüsse doch etwas an Power.

Stärke in der Konnektivität

HMD Global stattet das Nokia 8.1 mit einer vollen Ausstattungsliste im Bereich Konnektivität aus. Die LTE-Geschwindigkeit mittels Cat. 6 ist auf der einen Seite nicht berauschend, jedoch bieten die deutschen Netze meist nicht mal diese Geschwindigkeit. Das Nokia 8.1 kann somit mit 300 Mbit/s Daten aus dem Netz ziehen und mit maximal 50 Mbit/s hochladen.

Das Nokia 8.1 kann im Heimnetz oder an Hotspots mittels Dual-Band-WLAN Kontakt aufnehmen und somit über zwei unterschiedliche Frequenzen funken. Soll es an ein anderes Gerät wie einen Lautsprecher oder einem Fitnesstracker kabellos angeschlossen werden, kommt Bluetooth 5.0 zum Einsatz. HMD Global verbaut also die beiden aktuellsten Standards in diesem Bereich in sein Nokia 8.1. Schade, dass HMD Global das europäische Ortungssystem Galileo nicht verbaut hat, sonst wäre hier eine Topleistung zu verzeichnen gewesen.

 Nokia 8.1
HSPA
HSPA+
LTE (Down-max Mbit/s)▲ (1,2 GBit/s)
USB-OTG
DLNA
NFC
Kabellose Display-Übertragung
MHL
Infrarot-Fernbedienung
Bluetooth-Version5.0
WLAN-Standardsb/g/n/ac
QI
Dual-SIM

Telefon und Gesprächsqualität

Die Hauptfunktion eines Smartphones ist für viele Nutzer immer noch das Telefonieren. Hier gibt sich HMD Global sehr unauffällig. Beide Gesprächspartner konnten sich kaum über die Qualität des Sounds beschweren. Hintergrundgeräusche werden nicht zu hart herausgefiltert, womit auch ein wenig Atmosphäre zum Gesprächspartner dringt. Hier filtern andere Hersteller mehr, was zu einer eher künstlichen Tonalität führt. Nokias 8.1 hingegen bringt auch etwas von der Umgebung zum Partner. Klarer wird das Gespräch jedoch bei der Konkurrenz herübergebracht.

Schnell genug und mit tollen Verbindungsmöglichkeiten schwächelt das Nokia 8.1 hier nur wenig, Highlights sucht man dagegen auch vergebens. Somit kommt eine leicht überdurchschnittliche Bewertung zustande.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Kamera

Wie schon beim Nokia 8 besitzt auch das aktuelle Spitzenmodell der Finnen drei Kameras. Eine Revolution stellt sich hier also nicht ein. Die wird mit der fünffachen Kamera im Nokia 9 erwartet. Bis dahin werden lediglich Fotos mit maximal drei Modulen aufgenommen. Mit drei Modulen? Ja – HMD Global installiert wieder die Dual-Foto-Funktion auf dem Nokia 8.1. Damit erstellen Nutzer Bilder mit der Front- und der Heckkamera gleichzeitig. Heraus kommen Bilder mit 30 oder mit 8 Megapixel, je nach Aufnahmeart.

Die Heckkamera allein erstellt Bilder mit 12 Megapixel. Das geschieht vorwiegend über den großen und optisch stabilisierten Hauptsensor mit 1/2,55 Zoll und einer Pixelgröße von 1,4 Mikrometer. So verteilen sich 12 Millionen Pixel auf dem Sensor. Das zweite Kamera-Modul besitzt deren 13. Sie sind jedoch lediglich 0,9 Mikrometer klein und bekommen ihr Licht durch einen Fixfokus, also einem starren Schärfebereich des Objektivs. Das zweite Modul ist somit lediglich zum Unterstützen der ersten Kamera an Bord. Eine weitere Brennweite, wie sie gerade auch LG mit dem V40 ThinQ vorgestellt hat, gibt es dagegen nicht.

Die Leistung der Kamera liegt alles in allem ungefähr auf dem Niveau wie die des Nokia 8. Doch die Entwicklung geht weiter und Nokia muss darauf achten, den Anschluss nicht zu verlieren. Eine gute Kamera in einem Smartphone garantiert schon lange nicht mehr dafür, wahrgenommen zu werden. Dual-Kameras mit zwei und Triple-Kameras mit drei Brennweiten sind im Spitzenmodell-Bereich zurzeit en vouge. Sie müssen nicht dringend bessere Bildergebnisse liefern, jedoch ist der Funktionsumfang größer und tolle Bilder sind mittlerweile mit fast allen Smartphone-Kameras möglich. Speziell, wenn man sich über die Preisgrenze von 350 Euro bewegt.

Selfies, App und Doppelfotos

In der Regel gelingen Selfies und auch die doppelten Bilder mit Heck- und Frontkameras sehr gut. Doch bei der Steuerung hat sich ein Bug eingeschlichen. Im manuellen Modus der Frontkamera – viel Lob dafür, dass es ihn gibt – kann der ISO- und der Weißabgleichwert verstellt werden und das Bild passt sich dabei live an. Wird die Verschlusszeit jedoch verändert, geschieht das nicht und man fühlt sich etwas in die Zeit der Spiegelreflex- oder gar Analogfotografie zurückgeworfen. Eine Voransicht, wie das Bild am Ende aussehen wird, ist einer der großen Vorteile von spiegellosen Systemen wie Smartphone-Kameras.

Das zweite kleine Problem ist eigentlich gar keines. Die Dual-Kamera-Funktion wird nämlich sehr schnell langweilig und nach wenigen Stunden Nutzung gerät sie schon in Vergessenheit. Zu gering ist der Gewinn der Funktion gegenüber herkömmlichen Kamera-Ausstattungen.

Unter solchen Zusatz-Features leidet etwas die Übersicht in der Kamera-App. Sie ist mit allerlei Icons und Aufklappmenüs übersät und damit nur schwer auf den ersten Blick zu durchschauen. Hat man sich daran gewöhnt, ist der Aufbau halbwegs logisch, trotzdem nervt die Kleinteiligkeit einigermaßen. Dazu gehört auch das Aufrufen der manuellen Verstellungen im Pro-Modus. Im Querformat kann man diese nicht mit der rechten Hand aufrufen, ohne sich die Hand auszurenken. Mit der linken Hand verdeckt man beim Aufrufen derweil die Objektive.

Die Kamera des Nokia 8.1 kann technisch tolle Fotos erstellen und bietet für den Schnappschuss-Nutzer alles, was er braucht. Wer eine High-End-Kamera mit Luxus-Features sucht, ist hier an der falschen Adresse.

Teilwertung: 4 von 5 Sternenstaub

Software und Multimedia

Bei der Software baut HMD Global wie immer auf Android und hier auf die One-Variante von Android 9 Pie. Damit setzt man auf die aktuell neueste Software und schnelle Sicherheits-Patches. Eine Garantie auf System-Updates bietet Android One dagegen nicht. Was das One ausmacht und welche Vorteile in dieser Android-Variante liegen, wird im Android-One-Spezial gezeigt.

Viel mehr als das Betriebssystem ist auf dem Nokia 8.1 nicht zu finden. Das ist in Hinsicht auf Bloatware und überflüssigen Schnickschnack absolut positiv gemeint. Allerdings gibt es auch keine gesonderten und damit eigenen Software-Lösungen von Nokia selbst. Die Kamera-App ist das einzige größere Stück Software, das aus Finnland stammt. Damit geht jedoch auch einiges an Charakter verloren. Auf der anderen Seite können Nutzer so einfach das eigene Smartphone per Play Store zusammenschustern.

Nokia hätte jedoch zumindest testen können, ob der einzige Musik-Player, Google Musik, zumindest aus Drittquellen heruntergeladene Musik abspielen kann oder will. Das tut die App nämlich nur, wenn man das betreffende Lied im Datei-Manager direkt mit Google Musik öffnet. Aus der App heraus findet der Player keine Musik. Weder im Download-, noch im Musik-Ordner.

Screenshots des Equalizers des Nokia 8.1 im Test

Damit wird auch klar, wohin die Reise im Bereich Multimedia geht. Etwas blutleer und herzlos geht es zu. Der Verzicht auf eine eigene Musik-App wird begleitet von einem schwachbrüstigen Lautsprecher-Ensemble und zwar ordentlich verarbeiteten aber eher mittelmäßig klingenden Kopfhörern. Der Equalizer in der App Google Musik hilft hier auch nicht, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Im Bereich der Musikwiedergabe hat das Nokia 8.1 seine größte Schwäche.

Die puristische Software und die magere Multimedia-Ausstattung zeichnen an dieser Stelle ein durchschnittliches Bild des Nokia 8.1.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Akkutest des Nokia 8.1

Der Akkutest beinhaltet in den ersten acht Stunden eine aktive Nutzung des Smartphones mit jeweils 30 Minuten spielen, Video streamen, Radio hören und telefonieren. Dazu werden in dieser Zeit Screenshots und Testbilder erstellt, Uploads und Downloads getätigt und es wird im Internet gesurft. Nach der ersten Phase schließt sich eine zweite an, in der die Standby-Zeit von 16 Stunden durchlaufen und in der nichts mit dem Smartphone getan wird.

ModellKapazität (mAh)AkkustandVerbrauch
TestgerätArbeitstag (8h)Nacht im Standby (16h)Intensivtest (8h)Standby (16h)
Nokia 8.13.5007566259
Alternativen
Nokia 7 Plus3.80066533413
Nokia 83.0907165296
Huawei Honor 103.40052364816

Mit einem Restwert von 75 Prozent nach den ersten 8 Stunden im Test und einem weiteren Wert von 66 Prozent nach insgesamt 24 Stunden Test wird klar, dass hier ein kleines Highlight auf die Nutzer wartet. Das Nokia 8.1 schafft es, lange durchzuhalten und hat mit einigen Akkuspar-Modi noch Potenzial nach oben. Einzig die Schnellladefunktion kann nur bedingt überzeugen. Sie lädt das Smartphone zwar fix aber eben nicht überragend schnell auf.

Der 3.500-mAh-Akku ist robust und hält lange durch. Hier verbirgt sich ein Geheimtipp unter dem Deckmantel der Mittelklasse. Wer also einen Langläufer sucht, wird hier fündig.

Teilwertung: 5 von 5 Sternen

Testfazit zum Nokia 8.1

Was bleibt übrig, wenn man dem schon zu seiner Zeit wenig innovativen Spitzenmodell seinen Flaggschiff-Prozessor entreißt und mit wenigen Änderungen als Nachfolger auf den Markt bringt? Ein tolles Mittelklasse-Smartphone wie das Nokia 8.1. Da HMD Global nicht vergessen hat, dass man auch den Preis herunterschrauben muss, bietet Nokia eine echte Alternative in der gehobenen Mittelklasse. Hier tummeln sich Schwergewichte wie das Samsung Galaxy A9 oder auch das Mate 20 Lite von Huawei. Starke Konkurrenz also, der sich das Nokia 8.1 mit einem tollen Akku und einer soliden Gesamtleistung entgegenstellt. Die echten Highlights fehlen dem Nokia 8.1 jedoch in Gänze. Ein Feuerwerk sollte man also nicht erwarten. Einen zuverlässigen Partner im Alltag aber schon.

vier Sterne im Testsiegel des Nokia 8.1

Gesamtwertung: 4 von 5 Sternen

Pros des Nokia 8.1

  • gute Verarbeitung
  • starker Akku
  • verlässliche Kamera

Contras des Nokia 8.1

  • Kamera-App überfrachtet
  • Software langweilig
  • Sound müde

Preis-Leistung des Nokia 8.1

Knapp 450 Euro kostete das Nokia 8.1 zum Marktstart. Doch solche Anfänge halten in der Regel nicht lange. Der Markt hat ihn also schnell unter die 400-Euro-Marke gedrückt. Damit ist das Nokia 8.1 schon jetzt eine Empfehlung und bald ein echtes Schnäppchen. Doch dafür braucht es noch ein wenig Zeit. Und man muss mit den Schwächen des Nokia 8.1 klarkommen. Es ist kein Flaggschiff wie sein Namensverwandter, sondern eher der Nachfolger des Nokia 7 Plus. Doch mit dem ersten Preisrutsch des Nokia 8.1 zeigt sich auch, dass Kunden hier ernsthaft über einen Kauf nachdenken können. Das Nokia 8.1 leistet bald genug für sein Geld.

Alternativen zum Nokia 8.1

Im Preisbereich des Nokia 8.1 befinden sich so viele Smartphones auf dem Markt, dass schnell die Übersicht verloren geht. Nicht nur eine schier unendliche Anzahl an Modellen von verschiedensten Herstellern, auch die jährlichen Modellpflege-Maßnahmen erschweren die Suche nach geeigneten Alternativen. Die geeignetsten Mittel hierfür sind die Bestenlisten von inside handy, die nach aktuellem Preis aufgeschlüsselt, die besten Smartphones in den unterschiedlichen Preisbereichen aufzeigen:

Huawei-Stand auf der CeBIT 2018.

Huawei unter Druck: Jetzt sind auch die Kirin-Chips gefährdet

Nächster Hieb gegen Huawei. Aufgrund der Auflagen der US-Regierung hat nun auch der Chip-Hersteller ARM seine Zusammenarbeit mit Huawei vorerst auf Eis gelegt. Und das obwohl das Unternehmen nicht in den USA, sondern in Großbritannien ansässig ist. Für Huawei könnte die Entscheidung von ARM schwere Folgen haben, denn das chinesische Unternehmen benötigt die ARM-Lizenzen für seine Kirin-Prozessoren.
Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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