Nokia 8.1 im Hands-On: Nokia entwertet sein Flaggschiff

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Nokia 8.1 mit Lampe im Hintergrund
Das Nokia 8.1 im Hands-On Bildquelle: Michael Büttner
HMD Global hat sein neues Flaggschiff vorgestellt und damit dem Nokia 8 eine Frischzellenkur verpasst. Das neue Nokia 8.1 wurde allerdings auch schon vor Kurzem als Nokia 7.1 Plus in China und Indien vorgestellt. Somit rutscht das "Flaggschiff" trotz der „8“ im Namen in die obere Mittelklasse ab. Ob sich das negativ auswirkt, zeigt sich beim Erstkontakt.

Das Nokia 8.1 ist ein Schaf im Wolfspelz. Doch ist das schlecht? HMD Global hat das Nokia 8.1 als Nokia 7.1 Plus vor einiger Zeit schon in China und Indien vorgestellt. Da man im Zuge dessen auch auf einen Spitzenprozessor von Qualcomm verzichtet, positioniert man es nicht wie das Nokia 8 in der Flaggschiff-Liga, sondern eben dort, wo sich vorher auch das Nokia 7 Plus tummelte – im ambitionierten Mittelklassebereich.

Nokia 8.1: Die technischen Daten

Die technischen Daten leiden etwas unter der Schrumpfkur der 8er-Serie. So kommt ein für ein aktuelles Spitzenmodell mit 64 GB recht kleines Datendepot zum Einsatz. Und auch beim Prozessor, dem Snapdragon 710, spart das Unternehmen. Das hat dem Nokia 7 Plus im Test kein Problem bereitet. Und so sollte man das Nokia 8.1 auch mit Blick auf den Preis behandeln: Es wird für knapp 450 Euro auf den Markt kommen und damit eben nicht mit Galaxy S9, iPhone X oder LG G7 ThinQ konkurrieren, sondern eher mit den teuren Vertretern der Galaxy-A-Linie oder den abgespeckten Versionen der Flaggschiffe anderer Hersteller. Alle Daten des Nokia 8.1 sind in der Vorstellung von inside handy übersichtlich dargestellt.

  
 
Nokia 7.1 PlusQuelle: Nokia
Display6,18 Zoll, 1.080 x 2.280 Pixel
Betriebssystem-VersionAndroid 9
ProzessorQualcomm Snapdragon 710 Octa-Core 2.200 MHz
RAM4 GB
interner Speicher64 GB
MicroSDja(400GB)
Kamera vorne/hinten20 Megapixel /
12 + 13 Megapixel (Dual Kamera)
Fingerabdruckscannerja
Akku 3.500 mAh
USB-PortUSB Typ-C
IP-Zertifizierung-
Abmessungen (in mm)154,8 x 75,76 x 7,97
FarbenSchwarz, Silber
Einführungspreis449 €
Aktueller Marktpreis449 €

Nokia 8.1 im Hands-On: Der erste Eindruck

Das Nokia 8.1 hält sich beim Äußeren an die Designsprache von HMD Global und befindet sich nahe am Nokia 7 Plus. Das erkennt der aufmerksame Nutzer am Aussehen des Rahmens. Er ist zur Vorder- wie Rückseite abgerundet, in der Hauptfarbe des Handys gehalten und mündet jeweils in einen silbernen Steg, der die Mitte der Umrandung bildet. Er umläuft das gesamte Nokia 8.1. Lediglich die Öffnungen für Anschlüsse und Antennenlinien unterbrechen seinen Lauf. Dazu ist er abgeflachte, womit es einen Bruch im Design des Rahmens gibt. Er bildet einen interessanten Kontrast zu dem meist rundgelutschten Smartphone-Einerlei am Markt.

HMD Global stattet die Rück- wie auch die Frontseite mit 2,5D-Glas aus, das jeweils in eine ebene Fläche mündet. Die Rückseite, verantwortlich für den Grip des Smartphones in der Hand, hat damit keine abgerundeten Kanten und auch ein Buckel fehlt dem Nokia 8.1. Das sieht schick aus, jedoch liegt das neue Spitzenmodell dadurch nicht gerade tief in der Hand. Somit fehlt etwas der Kontakt zum Handy, gerade wenn man kleine Finger hat.

Die Front besticht durch ein Notch-Design und Schlichtheit. Die Ecken des Displays sind abgerundet und die Ränder schmal. Einheitsbrei? Sicherlich. Aber schlecht? Wohl kaum. Die Notch-Seiten waren auf den Testgeräten noch ausgeblendet. Das zeigt sich auch in den schon auf dem Markt befindlichen Geräten des Herstellers. Zum Marktstart sollen die Flächen neben der Notch jedoch nicht mehr nur schwarz hinterlegte Akkustands- und Zeitanzeiger mehr sein, sondern voll genutzt werden. Der Grund für die versteckten Flächen liegt im Patentrecht, was jedoch von HMD Global auch auf Nachfrage noch nicht detaillierter erläutert worden ist.

Nokia 8.1: Verarbeitung, Material und die Bedienung

Beim ersten Anfassen fällt auf, dass kaum etwas auffällt. Das liegt daran, dass es Nokia außerhalb der Formgebung des Rahmens, tunlichst unterlässt Risiken einzugehen. Das Nokia 8.1 ist schon fasst zu unauffällig in der Haptik. Trotzdem gibt es Details, die eine Erwähnung wert sind. So ist die Verarbeitung auf Spitzenniveau. Die Kameraeinfassung und die Aussparungen für die Anschlüsse sauber eingefräst und abgerundet. Der Rahmen macht das Nokia 8.1 jedoch recht breit und die flache Rückseite es wenig griffig. Hier gilt also: Große Hände sind bei der Steuerung von Vorteil.

Sie gelingt über den Touchscreen wie gewohnt einfach und intuitiv. Nokia verbaut Android One in der Version mit der Nummer 9 und dem Kosenamen Pie. Software-Aufbauten sind, wie üblich, nicht implementiert. Die hardware-seitige Steuerung gelingt über drei Tasten an der rechten Flanke, wobei der „lauter“-Button vom Daumen kaum erreicht werden kann.

Nokia 8.1 im Hands-On: Das Fazit

Die ersten Eindrücke fernab des Datenblattes zeigen sich auf gutem Niveau. Das Handy macht einen sehr ähnlichen Eindruck wie das Nokia 7 Plus und ist dementsprechend ein Flaggschiff in der Mittelklasse. Die großen Highlights fehlen jedoch. In der Strategie von HMD Global ergibt das durchaus Sinn. Denn man will erst 2020 in die High-End-Klasse zurückkehren. Mit dem Nokia 8.1 ohne die Flaggschiff-Ausstattungsmerkmale des Nokia 8 ist man davon ein ganzes Stück abgerückt.

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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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