Nokia 3.1 Plus im Hands-On: Der Aufsteiger der Einsteiger

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Nokia 3.1 Plus mit Lampe im Hintergrund
Nokia 3.1 Plus im Hands-OnBildquelle: Michael Büttner
Nokia hat mit dem Nokia 3.1 Plus sein Portfolio an günstigen Smartphones erweitert. Die Klasse der Handys unter 200 Euro ist somit um ein neues Nokia-Smartphone reicher. Doch ist es auch eine Bereicherung oder eher ein weiterer gesichtsloser Masseneintopf? Die Antwort gibt das es im Hands-On des Nokia 3.1 Plus.

HMD Global hat zum Start in die Weihnachtszeit nicht nur das Nokia 8.1, sondern auch das Nokia 3.1 Plus in Deutschland vorgestellt. Das günstige Modell muss sich, wie auch das Nokia 8.1 im Hands-On stellen. Dass es sich dabei um ein eher sparsam ausgestattetes Gerät handelt, zeigt schon der Preis: Das Nokia 3.1 Plus wird für unter 200 Euro zu haben sein. Doch das ist nicht alles was zählt. Denn günstig heißt nicht gleich schlecht.

Nokia 3.1 Plus: Die technischen Daten

Nokias neues 3er ist ein Plus-Modell und damit etwas größer als die Standardausführung. Mit dem Nokia 7 Plus hat HMD Global gemerkt, dass ein bisschen mehr von allem auch sehr positive Auswirkungen haben kann. Das zeigt der Test des Nokia 7 Plus nur allzu deutlich. Doch wie schlägt sich das Nokia 3.1 Plus? Ein Blick auf das Datenblatt zeigt eine deutlich sparsamere Herangehensweise als bei den Smartphones der Klassen 6, 7 und 8. So kommt kein Qualcomm-Prozessor und auch kein exorbitant großer Speicher zum Einsatz. Dazu wird auf eine edle Glasrückseite verzichtet und die Verbindungsmöglichkeiten gehören eher ins Jahr 2016. Alle Daten des Nokia 3.1 Plus gibt es im Artikel zur Vorstellung des Smartphones. von inside handy abgerufen werden.

  
 
Nokia 3.1 PlusQuelle: Nokia
Display6 Zoll, 720 x 1.440 Pixel
Betriebssystem-VersionAndroid 8.1
ProzessorMediaTek Helio P22 Octa-Core 2.000 MHz
RAM2/3 GB
interner Speicher16/32 GB
MicroSDja(400GB)
Kamera vorne/hinten8 Megapixel /
13 + 5 Megapixel (Dual Kamera)
Fingerabdruckscannerja
Akku 3.500 mAh
USB-PortMicro USB
IP-Zertifizierung-
Abmessungen (in mm)156,9 x 76,4 x 8,2
FarbenWeiß, Grau, Blau
Einführungspreis199 €
Aktueller Marktpreis199 €

Nokia 3.1 Plus im Hands-On: Design und Verarbeitung

HMD Global stattet sein neues Nokia 3.1 Plus mit einer Kunststoff-Rückseite, einem Metallträger und einem großen Display ohne Notch aus. Dabei zeigen sich schon einige Sparmaßnahmen, die jedoch auch positive Eigenschaften mitbringen. So gehört die nicht aus Glas bestehende Rückseite zum griffigsten, was es zurzeit am Markt an Außenmaterialien gibt. So ist ein fester Griff trotz enormer Größe stets gewährleistet. Zu ihm tragen auch die abgerundeten Ränder der Rückseite bei. Sie fließen direkt in den Rahmen. Etwas weniger toll sind die Übergänge zu den oberen und unteren Rahmenteilen gelungen: Sie sind vom Rest der Rückseite abgesetzt und es entsteht ein deutlich spürbarer Übergang. Der ändert nichts daran, das man sich zumindest bei einer Farbe etwas traut und sich hier etwas an die alten und bunten Lumia-Zeiten erinnert. Das blaue Modell kommt mit einem matten Finish und einem kräftigen Ton auf den Markt.

Die Elemente auf der Rückseite, sprich, der Fingerabdrucksensor und die Doppelkamera, sind nicht plan eingebettet. Der biometrische Sensor liegt vergleichsweise tief im Rücken des Nokia 3.1 Plus vergraben, das Kameramodul dagegen erhebt sich steil von diesem. Das hat den Vorteil, dass man kaum mit dem Finger auf der falschen Fläche herumdrückt und so verschmierte Bilder beim Fotografieren erzwingt, jedoch sind in beiden Fällen die Kanten etwas scharf geraten und man bekommt ein negatives Qualitätsempfinden.

Dreht man das Smartphone um, spürt der Nutzer erstmals das Gewicht: Es ist für ein so wuchtiges Handy vergleichsweise gering. Dabei fällt der Micro-USB-Eingang zum Laden und zur Datenübertragung ins Auge. Ein USB-Typ-C-Anschluss fiel dem Rotstift zum Opfer. Dazu ist die Einfassung des Ports recht scharfkantig geraten. Auch hier wieder: Ein bisschen mehr Feileneinsatz darf es schon sein.

Die Front zeigt sich modern, auch wenn sich HMD Global die Notch spart. Die Display-Ecken sind jedoch abgerundet und die Streifen ohne Display-Überzug überschaubar breit. Was bei 6 Zoll Display-Diagonale dennoch nicht mehr geht, ist die einhändige Bedienung. Hier geht jedoch auch im Einsteigersegment der Trend klar zur Zweihandbedienung und immer größerer Displays.

Nokia 3.1 Plus: Die Software

Das Nokia 3.1 Plus ist mit Android One auf Basis der Version 8 Oreo ausgestattet. Somit bindet HMD Global dem Nokia 3.1 Plus kein schweres Softwarepaket auf den Rücken und der Helio P22 von MediaTek kann zumindest beim ersten Wischen durch die Menüs und Einstellungen einen flüssigen Eindruck bei der Bedienung hinterlassen. Wo wieder etwas gespart wird, zeigt sich im Detail. So ist die Kamera-App mit weniger Funktionen als die „höherwertigen“ Modelle ausgestattet. Der manuelle Modus kommt beispielsweise mit weniger Einstellmöglichkeiten aus, als es bei beispielsweise dem neuen Nokia 8.1 der Fall ist. Hier muss jedoch ein Test zeigen, ob die Sparmaßnahmen überhandnehmen oder sich ein gutes Gesamtbild ergibt.

Nokia 3.1 Plus im Hands-On: Das Fazit

HMD Global hat ein interessantes Einsteigermodell auf die Beine gestellt, das mit Android One eine gute Update-Abdeckung bieten wird. Bei der Produktion sollte der finnische Hersteller noch an der einen oder anderen Schraube drehen, um die Details in der Verarbeitung etwas zu verbessern. Das Gesamtpaket hat jedoch das Zeug dazu, den Einsteigermarkt zumindest einen kleinen Impuls zu geben. Wunderdinge sollte man vom neuen Nokia 3.1 Plus jedoch nicht erwarten.

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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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