LG V40 ThinQ im Test: 5 Kameras, 4 Stärken und 3 Schwächen

19 Minuten
LG V40 ThinQ Rückseite und Triple-Kamera
Rückseite und Kamera des LG V40 ThinQBildquelle: Michael Büttner / inside handy
Das LG V40 ThinQ ist das Technologie-Flaggschiff des südkoreanischen Herstellers und zeigt, was LG zurzeit auf dem Kasten hat. Triple-Kamera, Randlos-QHD-Display, Monster-Sound: Reichen die augenscheinlichen Highlights oder hat das Smartphone sogar noch mehr zu bieten, um die Konkurrenz zu schocken? Der Test zeigt es.

24Das LG V40 ThinQ kommt nach Deutschland. Das verkündete LG Mitte Dezember. Dennoch mahlten die Mühlen der Südkoreaner langsam, was die Markteinführung betrifft. So wurden in der Zwischenzeit auch schon das LG V50 ThinQ und das LG G8s angekündigt, wobei es wahrscheinlich ist, dass beide Modelle erst im Spätsommer nach Deutschland kommen werden. Das LG V40 ThinQ bietet jedoch schon jetzt vieles, was zu einem waschechten Top-Handy gehört – wie an der Tabelle weiter unten zu erkennen ist.

Einzig der Akku hinterlässt auf den ersten Blick ein Fragezeichen, erscheint er mit „nur“ 3.300 mAh für ein 6,4-Zoll-Handy doch deutlich zu klein. Allerdings hat LG in der Vergangenheit gezeigt, dass die Akkulaufzeit trotz vermeintlich kleiner Kapazität auch in der Oberklasse konkurrenzfähig ist. Letztes Beispiel: Das LG V30 (hier im Test).

Software Android 8.1 Oreo
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845
Display 6,4 Zoll, 3.120 x 1.440 Pixel
Arbeitsspeicher 6 GB
Hauptkamera 4272x2848 (12,2 Megapixel)
Akku 3.300 mAh
induktives Laden
USB-Port 3.1 Typ C
IP-Zertifizierung IP68 (Schutz gegen Untertauchen)
Gewicht 169 g
Farbe Schwarz, Grau, Rot, Blau
Einführungspreis 899 €
Marktstart Januar 2019

Verarbeitung und Design

Nun aber zum LG V40 mit dem immer noch gewöhnungsbedürftigen Beinamen ThinQ. Tatsächlich ist die Verwandtschaft zum Vorgänger in der V-Serie nicht von der Hand zu weisen. LG verfolgt eine klare Designsprache und weicht beim V40 punktuell wie grazil vom V30-Stil ab: Einerseits ist hier die Display-Notch zu nennen. Der Einschnitt kommt im Vergleich zum LG V30 erstmalig zum Einsatz und lässt den Bildschirm größer und randloser erscheinen.

Zweite Besonderheit sind weiterhin zu nennen: Aus der Rückseite stechen nun nicht mehr nur zwei, sondern gleich drei Kamera-Objektive hervor. Zusammen mit den beiden Frontkameras in der Notch steigt die Gesamtzahl der Foto-Objektive somit auf fünf.

Beim Material vertraut LG auf Altbewährtes und Trendiges: Glas, Glas und Metall schützen die sensible Technik im Innern. Die IP68-Zertifizierung stellt sicher, dass das Handy auch staub- und wasserdicht ist.

Angefasst: Das LG V40 ThinQ im Hands-On

Im Vergleich zum LG V30 fällt auf, dass LG die Rundungen etwas verfeinert hat. Das Handy wirkt ein wenig kompletter, ist edler und glatter verarbeitet. Die Notch wurde eben eingesetzt und das Handy lässt sich trotz massivem 6,4-Zoll-Display gut bedienen. Möglich macht das nicht zuletzt die schmale Ausführung des Bildschirms im 19,5:9-Format (1.440 x 3.120 Pixel). Die neue Triple-Kamera auf der Rückseite ist sauber eingesetzt und lässt sich angenehm aber gewissenhaft erfühlen. Sie wird kein Widerhaken beim Einstecken des Handys in die Hosentasche. Und sie ist auch nicht so glatt, um mit dem Fingerabdrucksensor verwechselt zu werden, was im Zweifel zu Schlieren und Flecken auf dem Objektivglas führt.

Navigiert wird das LG V40 über den Touchscreen sowie verschiedene Tasten an der Seite und – eine LG-Spezialität – über den haptischen Fingerabdruck-Taster auf der Rückseite. Grundsätzlich sind all diese Steuerelemente gut zu erreichen und besitzen einen ebenso guten Tastenhub. Allerdings müssen sich zierliche Hände auf Streckübungen der Finger einstellen.

Designerisch ist das LG V40 ThinQ ein solides Handy und eine schicke Alternative zu all den anderen 2018er-Flaggschiffen. Die Entwicklung im Vergleich zum LG V30 ist nachvollziehbar und bemerkbar. Eine Revolution der V-Serie startet LG hingegen nicht. Die Stabilität und die Verarbeitung sind auf Top-Niveau und somit kommt hier eine gute Note zustande.

Teilwertung: 4,5 von 5 Sternen 

Display

LG verbaut beim V40 ein Bildschirm mit einer Display-Diagonale von 6,4 Zoll und einer QHD+-Auflösung. 1.000 Nits wie beim LG G7 ThinQ gibt es nicht, jedoch ist das Panel jederzeit hell genug. Dazu bietet es intensive Farben, scharfe Konturen und tiefes Schwarz, sowie sauberes Weiß. Zu verdanken hat man das der OLED-Bauweise, die eine der Stärken von LG ist. Die Ränder um das Panel herum sind deutlich sichtbar und eine Notch schneidet es am oberen Rand ein.

Die daraus entstehenden Display-Flächen können jedoch ausgeblendet oder auch individualisiert werden. Somit bedient LG Fans und Kritiker der Notch gleichermaßen. Das Display überzeugt auch an anderen Stellen. Die Bildschirm-Einstellungen sind vielfältig und die etwas zu kalte Grundeinstellung der Farben lässt sich anpassen. Mit dem Always-On-Display, der HDR-Fähigkeit, einem Blaufilter und dem Einstellen der Display-Auflösung ist für Individualisten auf jeden Fall etwas dabei.

Kritik steckt das Display bei der automatischen Helligkeitsregelung ein. Dimmt das Handy den Bildschirm herunter, ruckelt es sich durch die Helligkeitsstufen und benötigt etwas Zeit, um auf die korrekte Leuchtkraft zu kommen. Soll es heller werden, läuft das Dimmen jedoch flüssig durch und es geht auch etwas schneller zur Sache.

Das Panel des LG V40 ThinQ ist hervorragend ausgestattet, bildet Inhalte sehr gut ab und lässt sich in vielerlei Hinsicht individualisieren. Hier steht ausgedehnten Video-Sessions oder Gaming-Anwendungen auch bei Sonnenschein nichts im Weg.

Teilwertung: 4,5 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Das LG V40 ThinQ wurde bei seiner Markteinführung mit Nichtachtung gestraft. Zum Jahresbeginn 2019 wird der Markt gerade mit der nächsten Generation von Flaggschiffen geflutet: Samsung Galaxy S10 und Galaxy S10+ sowie Huaweis P30 und P30 Pro lassen wenig Aufmerksamkeit neben sich zu. Die erwarteten Klappdisplays und 5G-Konnektivität haben sich noch nicht eingestellt. All das bietet das LG V40 ThinQ aber auch nicht. Es ist vorwiegend mit der Technik aus dem Jahr 2018 ausgestattet und somit gegen Samsung und Huawei etwas zu spät dran.

Die technischen Daten des LG V40 ThinQ versprechen eine gehörige Portion Leistung für ein 2018er-Flaggschiff. Der Snapdragon 845 von Qualcomm und 6 GB Arbeitspeicher sind eine solide Grundlage für ein Smartphone in der Oberklasse. Die Bildschirmauflösung in QHD braucht jedoch auch viel Rechenpower, da das LG V40 ThinQ viele Bildpunkte berechnen muss. Das Testgerät besitzt zudem 128 GB Speicher. Er lässt sich per Micro-SD-Karte mit bis zu 2 TB erweitern. Der Wert ist jedoch bisher theoretischer Natur, liegen doch  die maximalen Speicherkapazitäten bei Micro-SD-Karten aktuell bei einem TB.

Das LG V40 ThinQ im Benchmark-Test

Das neue „Technik-Flaggschiff“, wie es LG bei der Präsentation in Berlin nannte, wird im Test mit unterschiedlichen Benchmark-Apps belastet. Zum Vergleich mit anderen Herstellern und deren Smartphones wird die weit verbreitete App AnTuTu in der Version 7 herangezogen. Sie spuckt nach mehreren Testdurchläufen einen Durchschnittswert von rund 245.000 Punkten aus. Monolithisch betrachtet ist er jedoch schwer einzuordnen. Deshalb hilft hier ein Vergleich mit den Konkurrenten:

UmfeldModellBenchmark-Wert
TestgerätLG V40 ThinQ245.000
 
HTC U12+263.483
Smartphones mit
Snapdragon 845
OnePlus 6268.802
Sony Xperia XZ3277.699
 
Samsung Galaxy S9+249.185
direkte
Konkurrenten
Samsung Galaxy Note 9246.735
Huawei Mate 20 Pro249.187
 
 Asus ROG Phone299.279
Die Android-
Referenzen
Razer Phone 2286.678
 One plus 6T McLaren Edition296.028

Es ist kein Wunder, dass viele Smartphones auf einem ähnlichen Level agieren. Das LG G7 ThinQ, das HTC U12+ oder auch das Sony Xperia XZ3 nutzen ebenfalls den Snapdragon 845 von Qualcomm. Was aber auffällt: Ganz an die Spitzenleistungen der anderen Hersteller kommt LG mit dem V40 ThinQ nicht heran. Wichtig ist auch der Vergleich mit den Smartphones, die nicht auf Qualcomm-Prozessoren setzen. So besitzen die Galaxy-S9-Modelle den Exynos 9810 aus eigenem Hause, also von Samsung selbst. Huawei baut mit dem Mate 20 Pro und dem Mate 20 X ebenfalls auf eine Eigenentwicklung. Hier liefert der Kirin 980 Schub für die Spitzenmodelle.

Leistung in der Praxis

Die Leistung des LG V40 ThinQ reicht im Alltag völlig aus und kaum ein Nutzer wird die Spitzenleistung wirklich ausnutzen. Die Menüs und die Benutzeroberfläche lassen sich butterweich durchwischen und es hakt nie. Auch die Kamera-App mit ihren drei Einzelmodulen öffnet flott und ist direkt bereit für den ersten Schnappschuss. Der theoretische Rückstand gegenüber der Konkurrenz ist also im Alltag fast zu vernachlässigen.

Verbindungsmöglichkeiten des LG V40 ThinQ

Schon traditionell lässt sich LG bei den Verbindungsmöglichkeiten nicht lumpen und verbaut einige Schmankerl ins Gehäuse des aktuellen Flaggschiffs. Den Infrarotsensor aus vergangenen Tagen vermisst kaum mehr ein Nutzer. Dafür hat LG bei Bluetooth und USB-Port in die Vollen gegriffen. Dazu verbaut LG LTE Cat.16. Der Standard bietet für den deutschen Markt mehr als genug Geschwindigkeit. 1.000 Mbit/s im Down- sowie 150 Mbit/s im Upstream bietet das deutsche Netz sowieso nicht. Was es aber bietet: verschiedene Anbieter. Mit dem LG V40 ThinQ lassen sich mittels Dual-SIM-Funktion gleich zwei SIM-Karten gleichzeitig nutzen. Dann fällt wegen des Hybridslots jedoch die Speichererweiterung weg.

 LG V40 ThinQ
HSPA
HSPA+
LTE (Down-max Mbit/s)▲ (1000 MBit/s)
USB-OTG
DLNA
NFC
Kabellose Display-Übertragung
MHL
Infrarot-Fernbedienung
Bluetooth-Version5.0
WLAN-Standardsa/b/g/n/ac
QI
Dual-SIM

Telefonqualität des LG V40 ThinQ

Die Telefonqulität kann im Test wenig überzeugen. Die Software trennt den Hintergrund und die Stimme des LG-V40-ThinQ-Nutzers nicht und schaltet das Mikrofon einfach auf stumm, sobald nicht geredet wird. Damit werden Hintergrundgeräusche durchgelassen, sobald man spricht und ausgefiltert sobald geschwiegen wird. Das bekommen andere Hersteller deutlich feinfühliger hin. Dazu kritisiert der angerufene Gesprächsteilnehmer, dass das LG V40 ThinQ im Freisprechmodus die Stimme des Nutzers „sehr weit weg“ klingen lässt und die Qualität des Anrufs dann deutlich leidet. Der Klang ist bei der Wiedergabe über den Außenlautsprecher jedoch gut. Hier sammelt das Flaggschiff Pluspunkte.

Das LG V40 ist ein leistungsfähiges Flaggschiff mit flüssiger Bedienung in allen Lebenslagen. Ein paar kleine Schwächen wie ein Hybridfach und die durchwachsene Telefonqualität machen eine perfekte Bewertung jedoch zunichte. 

Teilwertung: 4,5 von 5 Sternen

Kamera

LG hat sich mit der Kamera des V40 ThinQ in die Welt der Dreifachkameras begeben. Mehr noch: Man baut auf insgesamt fünf Module. Sie sind auf beiden Seiten des LG V40 ThinQ verteilt. Die Hauptkamera auf dem Rücken besitzt drei Module mit drei unterschiedlichen Brennweiten. So gibt es das bei LG schon klassische Weitwinkelobjektiv, eine herkömmliche Brennweite und ein Objektiv mit einem relativ kleinen Bildwinkel. Somit wird ein großer Bereich des täglichen Fotografenbedarfs abgedeckt. Im Kameratest muss das LG V40 zeigen, was es in dieser Kategorie kann.

Die Kameras des LG V40 ThinQ im Einzelnen

  • Weitwinkelmodul: 16 Megapixel, 1:1,9, 16mm umgerechnete Brennweite
  • Hauptmodul: 12 Megapixel, 1:1,5, 25mm umgerechnete Brennweite
  • „Tele“-Modul: 12 Megapixel, 1:2,4, 50mm umgerechnete Brennweite

Mit dem Set aus drei Brennweiten hat LG ein starkes Trio auf die Beine gestellt. Etwas bedauerlich ist die Lichtschwäche des längsten Objektivs. Damit wird es schwieriger, im Dunkeln zu fotografieren. Doch auch im Hellen führt das zu kleinen Problemen. Umso lichtstärker das Objektiv, umso mehr Licht fällt auf den Kamerasensor. Damit muss man nicht vergleichsweise kurz belichten, was der Schärfe zugutekommt.

Variabel mit drei Brennweiten – Stärken, Schwächen und eine Enttäuschung

Damit hat man recht schnell einer Stärke der Kamera des LG V40 ThinQ identifiziert: Sie ist variabel und damit sehr praktisch. Dazu kommt, dass sie besonders bei der Hauptkamera – also der mit der 25mm-Brennweite – scharf, farbtreu und schnell agiert. Hier kann LG auch mit den „Großen“ am Markt mithalten. Bei genügend Licht löst sie zwar nicht alle Details auf, jedoch ist die Qualität schon beeindruckend. Bei Dunkelheit lässt das Niveau nach. Mit etwas Geduld sind aber auch bei schlechtem Licht starke Fotos möglich.

Die Weitwinkelkamera hilft dann aus, wenn kein Platz in engen Räumen ist oder ganz viel Inhalt auf das Bild soll. Dabei muss man mit stark verzogenen Bildrändern leben, die einen Fisheye-Effekt erzeugen. Er ist technisch eine Schwäche, wird jedoch von einigen Fotografen als Stilmittel geschätzt. Dazu ist die Weitwinkelkamera nicht gerade ein Lichtmonster und kommt mit schlechtem Licht sehr viel schlechter klar.

Die Telekamera könnte ebenfalls besser sein. Sie hat zwei deutliche Probleme: Einmal gelingt LG die Stabilisierung der Bilder nicht gut. Daher schaffen es des Öfteren Verwacklungsunschärfe ins Foto. Dazu kann der Weißabgleich, speziell bei Serienfotos in Kombination mit den beiden anderen Brennweiten, nicht überzeugen. Er liegt oft daneben und erzeugt Bilder mit stark rötlicher Färbung.

Eindrücke der Abbildungsleistung des LG V40 ThinQ:

Kamera-App und die Steuerung

Die Kamera-App von LG ist wie schon bei so vielen Flaggschiffen ein echter Spielplatz für kleine und große Fotografen sowie Filmer. Optionen und Funktionen türmen sich in rauen Mengen. Während einige Features mittlerweile auch bei anderen Herstellern zum Standard gehören, bietet LG jedoch auch ein paar Extras der besonderen Art. Dazu zählen unter anderem die hervorragenden manuellen Einstellungen für Fotos und die Tatsache, dass es diese auch im Videobereich gibt.

Cine-Video: Tap-to-Zoom und Videofilter

Im Videobereich hat sich LG schon mit dem LG G7 ThinQ hervorgetan. Mit der Cine-Video-Funktion kann der Nutzer aus unterschiedlichen Filtern wählen, die Videos einen besonderen Look verpassen. Dabei lässt sich die Vignette, also die Randabschattung und die Intensität des Filters, einzeln verstellen. Tab-to-Zoom war ebenfalls schon im 2018er-Spitzenmodell verbaut. Sie lässt den Nutzer auf einen frei wählbaren Punkt im Bild tippen und die Kamera zoomt auf diesen Punkt zu. Der Unterschied zu herkömmlichen Zoomfahrten besteht darin, dass man so auch unsymmetrisch – also nicht nur in die Mitte des Bildes – zoomen kann. Beides sind bekannte aber immer noch starke Funktionen mit erheblichem Spaßfaktor.

Übersicht noch gut – Aber hart an der Grenze

Die Übersicht der App geht in Ordnung. Doch die vielen Funktionen und Einstellungen fordern ihren Tribut. Mit etwas Mühe findet man sich früher oder später in der App zurecht. Die Schnellzugriffe Google Lens, Porträt Modus, Triple Shot und AI Cam sind omnipräsent und, wie der Name schon sagt, schnell zu erreichen. Die anderen Modi lassen sich über ein Auswahlfeld aktivieren. Das geht alles recht zügig. Die Schaltflächen sind für Grobmotoriker aber etwas klein und die Nutzersteuerung gibt ab und an Rätsel auf. Sehr schön gelöst ist dagegen das Umschalten der Brennweiten über die bekannten Baumsymbole. Sie haben mit der Telekamera eine zusätzliche Schaltfläche erhalten.

Das LG V40 ThinQ kann im Test der Kamera vor allem mit Vielfältigkeit überzeugen. Videoaufnahmen mit tollen Sonderfunktionen und eine sehr solide Fotoqualität, die im Telebereich jedoch ab und an wackelt, zeugen von einer guten Weiterentwicklung der Kamera des LG G7 ThinQ. Wenn LG noch vorhandene Kinderkrankheit ausmerzt, steht einer sehr guten Kamerawertung nichts mehr im Weg. So ist sie im Oberklassebereich der Smartphones angesiedelt, kommt aber trotz toller Zusatzfunktionen bei der Bildqualität nicht an die Referenzkameras am Markt heran.

Teilwertung: 4,5 von 5 Sternen

Software und Multimedia

Neben einem starken Display sind auch ein leistungsfähiger Prozessor und ein toller Sound für das Multimedia-Erlebnis eines Smartphones vonnöten. Dass der Snapdragon 845 gute Performance abliefern kann, hat der Benchmark-Test des LG V40 ThinQ bereits gezeigt. Doch wie sieht es aus bei Software und Sound?

Die Benutzeroberfläche des LG V40 – Viel hat sich nicht getan

Das LG V40 ThinQ wird mit Android 8.1 ausgeliefert. Dass man in einem Spitzenmodell, das im Jahr 2019 auf den Markt kommt, die Vorgängerversion des aktuellen Android 9 Pie aufspielt, ist unverständlich. Die neue Android-Version bringt unter anderem eine neue Gestensteuerung mit, auf die das V40 ThinQ so natürlich erst einmal verzichten muss.

Die Benutzeroberfläche hat sich bei LG in den vergangenen Jahren optisch und beim Aufbau kaum verändert. Somit dürfen sich Fans über eine schnelle Eingewöhnungsphase freuen. Nutzer, die keine Freude an bunter und kleinteiliger Optik in den Einstellungen haben, werden sie nicht mögen. LG baut jedoch wieder tonnenweise Individualisierungsoptionen in das V40 ThinQ ein. Ein kleines Highlight dabei: Die Navigationsleiste lässt sich mit zusätzlichen Funktionen bestücken. Der Favorit der Redaktion ist ein Button, der die Benachrichtigungs- und Schnelleinstellleiste ausklappt. Somit können Nachrichten schnell gelesen werden, ohne die Wischgeste am oberen Bildschirmrand zu nutzen.

Die Einstellungen lassen sich wie schon seit Generationen als Liste oder auch unterteilt nach Themen anzeigen. Dazu installiert LG einige Software-Helfer, wie den Smart Doctor, der das Smartphone von Datenmüll leert oder den Akku pflegt. Ein weiterer Helfer, der vor allem wegen des großen Displays im Test ab und an zum Einsatz kommt, ist die Floating Bar. Sie dient als ein weiteres Aufklappmenü auf dem Homescreen, das Kontakte, Funktionen oder die Steuerung der Musik-App auf geringstem Raum zulässt.

Das ganze System läuft flüssig und kommt ohne Bloatware aus. Damit schnürt LG hier ein solides, wenn auch kein innovatives Paket an Software.

Sound – Jetzt wird es richtig laut

Etwas verschämt steckt LG seine Musik-App in einen Ordner auf dem Homescreen des LG V40 ThinQ. Aus der Anwendung heraus kann man auf den Schaltraum der Sound-Macht des LG V40 zugreifen: Die Einstellungen für die Beschallung sind systemweit aktiv und nicht in der Musik-App als Insellösung angelegt.

Die Grundlagen bilden dabei ein Quad-DAC mit 32bit, DTS:X und die Boombox-Lautsprecher aus dem LG G7 ThinQ. Damit lässt sich einiges anstellen. Der Boombox-Treiber tönt nicht nur durch die kleinen Lautsprecher-Öffnungen am unteren Rahmen, sondern nutzt einen zusätzlichen Resonanzraum im Smartphone, um noch mehr Schub zu produzieren. Das gelingt auch gut. Vor allem, wenn das Smartphone auf einem Tisch oder in einem Ständer steht, gibt es viel auf die Ohren. Laut, aber auch beim Klang sehr solide bespielt das Smartphone den Nutzer oder kleine Gruppen.

Will man aber die volle Audio-Leistung des LG V40 ThinQ abrufen, ist es zwingend nötig, Kopfhörer anzuschließen. Dann nämlich zeigt der DTS:X-Sound was er kann: Rundherum um den Kopf werden Blockbuster vertont und der 3D-Sound kann beeindrucken. Dann geht es auch laut zu, jedoch mit besserem Klang als beim Außenlautsprecher. Die beigelegten Kopfhörer von LG genügen für die erste Zeit mit dem LG V40 ThinQ. Doch holen höherwertige Modelle noch mehr aus dem 32bit-Quad-DAC.

LG hat einige Anstrengungen unternommen, um dem LG V40 ThinQ ein tolles Audio-Paket zu schnüren. Mit entsprechenden Inhalten kann man aus dem Smartphone ein kleines Kino für die Hosentasche machen. Die Software im Allgemeinen stinkt dagegen zumindest optisch ab. LG schafft es dabei jedoch seine Stärken, Individualisierbarkeit und Ausstattungsumfang, zu bewahren. Die Scharte der alten Android-Version wetzt man damit aber nicht aus. 

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Akku

Der Akkutest beinhaltet in den ersten acht Stunden eine aktive Nutzung des Smartphones mit jeweils 30 Minuten spielen, Video streamen, Radio hören und telefonieren. Dazu werden in dieser Zeit Screenshots und Testbilder erstellt, Uploads und Downloads getätigt und es wird im Internet gesurft. Nach der ersten Phase schließt sich eine zweite an, in der die Standby-Zeit von 16 Stunden durchlaufen und in der nichts mit dem Smartphone getan wird.

ModellKapazität (mAh)AkkustandVerbrauch
Arbeitstag (8h)Nacht im Standby (16h)Intensivtest (8h)Standby (16h)
Testgerät
LG V40 ThinQ3.3007064306
direkte Konkurrenten
Razer Phone 24.000 62493813
Sony Xperia XZ33.3005346477
Huawei Mate 20 X5.00076632413
Samsung Galaxy S9 3.000 61 4939 12
Huawei P20 Pro4.000 68 53 32 15
LG G7 ThinQ 3.000 63 523311

Das LG V40 ThinQ besitzt einen 3.300-mAh-Akku, eine Schnellladefunktion und kabelloses Laden. Der Akku bringt es nach acht Stunden auf 70 Prozent und nach insgesamt 24 Stunden auf 64 Prozent Restenergie. So kann man mit dem LG V40 ThinQ auch länger als einen Tag auf eine Steckdose, Ladepad oder die Powerbank verzichten. Die souveräne Leistung wird von LG mit einer flotten, wenn auch nicht herausragenden Schnellladefunktion gepaart. Sie schafft es, das LG V40 ThinQ innerhalb von 30 Minuten von 30 Prozent auf 74 Prozent Ladung zu hieven. Diese Geschwindigkeit erreicht das kabellose Laden nicht. Hier enttäuscht das LG V40 ThinQ mit einem sehr schlappen Ladevolumen.

Kleiner Akku? Kein Problem: Das LG V40 ThinQ muss sich trotzt der niedrigen Kapazität nicht hinter der Konkurrenz verstecken.

Teilwertung: 4,5 von 5 Sternen

Fazit

Das LG V40 ThinQ ist ein hervorragendes Smartphone. Es versagt an keiner Stelle des Tests, ist immer schnell, kann mit der Kamera einen kleinen Entwicklungssprung feiern und besitzt ein tolles Display. Dazu ist die Software vielfältig und bietet alles, was das Herz begehrt – außer einem moderneren Design. Man vermisst dennoch den einen Punkt, das eine spezielle Highlight, welches das LG V40 ThinQ herausragend machen könnte. Davon gibt es aber keines. Damit bleibt das LG V40 ThinQ ein bärenstarkes Handy. Eines unter vielen.

Gesamtwertung: 4,5 von 5 Sternen

Testsiegel des LG V40 ThinQ mit 4,5 von 5 Sternen

Pros des V40 ThinQ

  • variable Kamera
  • nettes Design
  • sehr gutes Display
  • toller Sound

Contras des V40 ThinQ

  • angestaubte Software
  • wenige Innovationen
  • hängt dem Markt hinterher

Preis-Leistung

Das LG V40 ThinQ kam im Frühjahr 2019 für satte 900 Euro auf den Markt. Der Preis ist nicht nur in Anbetracht der zwar guten aber nicht überragenden Leistung zu hoch angesetzt. Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist unglücklich gewählt. Die Technik des LG V40 ThinQ ist weitgehend auf dem Stand von 2018 und muss sich somit auch gegen die Neuerungen vom MWC 2019 behaupten. Ob das technisch gelingt zeigen die Tests unter anderem des Samsung Galaxy S10.

Für 900 Euro ist es schwierig, eine echte Empfehlung auszusprechen. Fans der Marke wissen aber auch, dass das LG V40 ThinQ rasend im Preis fällt. Die Neuvorstellungen des LG G8 ThinQ in zwei Versionen, des LG G8s und des neuen LG V50 ThinQ haben diese Entwicklung noch beschleunigt. Damit íst aus dem vermeintlich miesen Angebot ein Schnäppchen geworden. Mittlerweile geht das Handy schon für unter 600 Euro über die Ladentheke.

Die Alternativen zum LG V40 ThinQ

Die Alternativen zum LG V40 ThinQ sind flott aufgezählt. Es konkurriert direkt mit Galaxy Note 9 und Mate 20 Pro. Dazu kommen in Zukunft auch noch das neue Sony Xperia 1 und aktuell das Samsung Galaxy S10+ und das Huawei P30 Pro. Wer es insgesamt ein wenig sparsamer halten möchte, kann auch in der kuratierten Liste der besten Smartphones unter 500 Euro von inside handy sein Glück versuchen.

Bild des OnePlus 7 Pro

OnePlus 7 Pro bei DxoMark: Der Sprung aufs Treppchen

OnePlus hat in der vergangenen Woche sein neues Flaggschiff OnePlus 7 Pro vorgestellt und eine sehr gute Kamera angekündigt. Die Kameraleistung wurde nun von den Experten von DxoMark getestet und heraus kam ein Problem für Samsung und Huawei: Deren Dominanz im Kamerabereich ist wohl vorbei.
Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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