Huawei P smart+ 2019 im Test: Trotz Plus nur wenig Mehr

16 Minuten
Bild der Kamera des Huawei P smart+ 2019
Kamera des Huawei P smart+ 2019 Bildquelle: Michael Büttner/inside handy
Huawei hat neben der „normalen“ Version des P smart 2019 eine Plus-Variante vorgestellt, die sich vor allem bei der Kamera vom Grundmodell unterscheidet. Ob sich das P smart+ 2019 außerdem durch weitere Punkte von seinem Geschwistermodell absetzen kann oder die gleichen Schwächen aufweist, untersucht der Test.

Seit dem vergangenen Jahr führt Huawei eine Ableger-Modellreihe zu seiner P-Serie, die im Oberklassebereich heimisch ist. Seit jeher bietet der chinesische Hersteller eine herkömmliche sowie eine Plus-Version des P smart 2019 an. So auch in diesem Jahr. Die Besonderheit des P smart+ 2019: Mit dem nur 10 Euro teureren Modell kontern die Chinesen das Samsung Galaxy A50, das mittlerweile wie das P smart+ 2019 eine Triple-Kamera für unter 300 Euro anbietet.

Design und Verarbeitung

Schon 2018 hielt Huawei die Display-Balken seines P smart recht schmal. Nur ober- und unterhalb des Panels befanden sich noch schmale Gehäuseränder; zur linken und rechten Seite war das Gerät bereits randlos. Dieser Trend setzt sich im P smart 2019 und P smart+ 2019 fort: Huawei passt seine neue Mittelklasse den aktuellen Belangen an und lässt lediglich eine tropfenförmige Notch sowie einen minimalen, abgerundeten Balken am unteren Bildschirmrand bestehen.

Huawei P Smart+ 2019
Huawei P Smart+ 2019
Software Android 9.0 Pie
Prozessor HiSilicon Kirin 710
Display 6,21 Zoll, 1.080 x 2.340 Pixel
Arbeitsspeicher 3 GB
interner Speicher 64 GB
Hauptkamera 6000x4000 (24,0 Megapixel)
Akku 3.400 mAh
induktives Laden
USB-Port 2.0 Micro-B
IP-Zertifizierung (kein Schutz)
Gewicht 160 g
Farbe Schwarz, Blau, Rot
Einführungspreis 259 €
Marktstart

Was eine längere Zeit Usus war, findet sich seit den vergangenen zwei bis drei Jahren eher selten in der Smartphone-Welt: ein Unibody. Huawei setzt beim P smart+ 2019 auf ein Gestell aus einem Guss, was dem Smartphone per se gut zu Gesicht steht. Der Rand sowie das vordere- und rückseitige Element sind jeweils abgerundet, sodass es einen stimmigen Ersteindruck hinterlässt.

Mit Blick auf die Rückseite wirkt das P smart+ 2019 jedoch recht altbacken und wenig neu. Die Triple-Kamera, von der zwei Objektive in einem eigenen Separee untergebracht sind, befinden sich in der linken oberen Ecke. Darunter ist nicht nur das dritte Objektiv, sondern auch der Blitz platziert. Der runde Fingerabdrucksensor prangt indes in der Mitte.

Trotz des Unibodys ist das P smart+ 2019 weder gegen Wasser, noch gegen Staub gefeit und muss dementsprechend auf eine IP-Zertifizierung verzichten. Huawei bietet das Plus-Modell in den Farben Schwarz, Blau und Rot an.

Huawei P smart+ 2019 im Hands-On

Huawei hat das Design des P smart+ 2019 dem des „kleinen“ Bruders angepasst. Sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Das liegt auch daran, dass sie das gleiche Display besitzen. Von „klein“ kann man also begrenzt sprechen. Die ersten Eindrücke des Huawei P smart+ 2019 sind entsprechend identisch mit denen des P smart 2019. Sie konnten im Test des Huawei P smart 2019 nicht in allen Belangen überzeugen.

Auch wenn das P smart+ 2019 auf den ersten Blick hochwertig erscheint, so fasst es sich deutlich billiger an. Aus nicht logisch erklärbaren Gründen fühlt es sich, trotz gläsernem Gewands, nach einer Schutzhülle an. Damit einher geht auch, dass das Glaselement auf der Rückseite wie eine angeklebte Schutzfolie aussieht – zumindest bei der schwarzen Version. Die optische Täuschung, wenn man so will, ist dem deutlich schwärzeren Fingerabdrucksensor und Kameramodul geschuldet.

Obgleich die Kritik der scharfkantig eingefrästen Symbole im Plus-Modell jedoch ausgebügelt wurde, sind es nun die Kanten der Kamera, die ein wenig zu scharfkantig geworden sind. Das ist jedoch nur dann störend, wenn man um das Gehäuse greift oder darüber streicht. Die optische Langeweile ist durch die dritte Kamera etwas geringer geworden. Sie ist im Stile des Huawei P20 Pro als Einzelmodul unterhalb des Doppelmoduls eingelassen. Das macht auf den ersten Blick Eindruck und ein Hauch Flaggschiff-Geruch weht durch das Hands-On.

Bei der Verarbeitung lässt sich Huawei wenig zuschulden kommen. Die kläglichen Klick-Geräusche der Hardware-Taster sind wie beim Bruder bei jedem Druck zu vernehmen. Negativ ist auch die herausstehende Kamera, die das P smart+ 2019 zum Wackeln bringt, sobald es auf einer geraden Oberfläche liegt. Der Rest ist jedoch auf einem hohen Niveau.

Huawei greift zum guten, alten Unibody zurück und verpasst dem P smart+ 2019 damit ein gelungenes Gehäuse. Allerdings fasst sich das Smartphone nicht sonderlich hochwertig an. Ebenso bleibt das Design eher altbacken als modern.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Display

Die Eckdaten zum Panel des Huawei P smart+ 2019 vorweg: Nutzer können Inhalte auf einem 6,21 Zoll großen LCD-Bildschirm ansehen, der mit 1.080 x 2.340 Pixeln auflöst. Das Display-Format beträgt 19,5:9, wodurch das P smart+ 2019 recht schlank bleibt und auf eine Pixeldichte von 415 ppi kommt. Die Blickwinkelstabilität liegt im grünen Bereich. Allerdings dunkelt das Display bei einem sehr schrägen Blickwinkel recht schnell ab, wodurch die Farben ein wenig matter werden.

Überzeugen kann das verbaute Panel des P smart+ 2019 vor allem durch seine Leuchtkraft. Regelt man die Helligkeit bis zu seinem Maximum nach oben, ist das Smartphone-Panel hell wie eine Taschenlampe. Auf Wunsch schlägt es sich ebenso auf die dunkle Seite und beleuchtet das Display nur sehr gering, was in dämmrigen Räumlichkeiten von Vorteil ist. Zusätzlich hilft ein Blaulichtfilter, die Augen zu schonen.

Huawei geizt außerdem nicht mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten, die den Bildschirm des P smart+ 2019 betreffen. Neben dem Nachtfilter können Nutzer des Mittelklässlers die Farbtemperatur an ihre Wünsche anpassen, sodass die Darstellung wärmer oder kühler wird. Weiterhin kann nicht nur die Navigationsleiste am unteren Display-Rand ausgeblendet werden, sondern auch die Notch. Letztere wird softwareseitig dann mit einem schwarzen Balken hinterlegt, sodass sie nicht mehr direkt ersichtlich ist. Letztlich lässt sich auch die Auflösung herunterschrauben, wodurch beispielsweise der Akku des P smart+ 2019 geschont werden kann.

Huawei spendiert dem P smart+ 2019 ein solides Display, das gute Arbeit leistet. Der Hersteller lässt sich dabei nicht lumpen und verbaut einige Funktionen, sodass Nutzer das Panel an ihren Geschmack anpassen können. Trotzdem fehlt ihm die ein oder andere High-End-Komponente.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Im Inneren des P smart+ 2019 arbeitet der hauseigene Kirin 710, der im vergangenen Sommer gemeinsam mit dem Huawei Nova 3i vorgestellt wurde. Es handelt sich hierbei um einen Chip, den man eigens für die Mittelklasse konzipiert hat. Der Kirin 710 besitzt insgesamt acht Kerne, mit denen er auf eine maximale Taktfrequenz von 2,2 GHz kommt.

Flankiert wird der Prozessor von einem 3 GB großen Arbeitsspeicher. Daten legt das Huawei P smart+ 2019 in einem 64 GB großen Depot ab. Nutzer können es über eine Micro-SD-Karte um bis zu 512 GB erweitern. Eine proprietäre NM-Karte von Huawei muss hier nicht zusätzlich gekauft werden. Die Dual-SIM-Funktion fällt wegen des Hybrid-Faches jedoch flach, sobald der Speicher erweitert wird.

Benchmark-Test

Doch was holt Huawei aus der Hardware heraus? Die Leistung des Huawei P smart+ 2019 im ersten Eindruck zeigt sich in der Benchmark-App AnTuTu in der Version 7.1. Herauskommen sind 126.254 Punkte. Damit bewegt sich Huawei zwischen dem Samsung Galaxy A7 und Galaxy A8 aus dem vergangenen Jahr und dem Nokia 7 Plus. An das Galaxy A50 kommt es dagegen nicht heran. Hier gewinnt Samsung den Vergleich mit über 140.000 Punkten.

UmfeldModellBenchmark-Wert
TestgerätHuawei P smart+126.254
 
Samsung Galaxy A50144.101
direkte KonkurrentenHuawei P Smart (2019)118.448
Samsung Galaxy A7 (2018)122.588
 
Samsung Galaxy S9+249.185
ehemalige SpitzenmodelleHuawei P20 Pro208.497
LG G7 ThinQ262.448
 
 Samsung Galaxy S10+335.132
aktuelle ReferenzOnePlus 6T296.028
 Huawei P30 Pro289.969

In der Praxis genügt die Geschwindigkeit, um schnell durch die Menüs und Einstellungen zu fegen. Nur selten genehmigt sich das Smartphone eine Pause. Das passiert dann, wenn zwischen mehreren Apps hin- und her geschaltet und der Multi-Window-Modus dafür geöffnet wird. Surfen, Streamen und Multimedia-Anwendungen stellen ebenfalls keine große Herausforderung dar. Das anspruchsvolle Rennspiel „Asphalt 8“ wird ebenfalls flüssig abgearbeitet, wenn auch die Grafik dafür etwas heruntergeschraubt wird.

Knackpunkt Sensorik

Die Verbindungsmöglichkeiten des P smart+ 2019 sind ein absoluter Knackpunkt des Geräts. Huawei betreibt Sparmaßnahmen und integriert nicht nur veraltete, sondern teils auch schwächere Technik in das Plus-Modell. Letzteres bezieht sich vor allem auf die LTE-Fähigkeiten des Smartphones, denn das P smart+ 2019 unterstützt die vergleichsweise schwächere LTE-Kategorie Cat.6. Das bedeutet, dass Nutzer eine maximale Download-Rate von 300 Mbit/s sowie eine Upload-Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbit/s nutzen können.

Abstriche müssen Nutzer außerdem beim USB-Anschluss machen: Huawei greift hier auf Micro-USB anstatt das neuere USB-Typ-C zurück. Bluetooth ist ebenfalls in der älteren Version 4.2 anstatt Bluetooth 5.0 verbaut. Nichtsdestoweniger sind neben USB-OTG auch die klassischen Ortungssysteme GPS, Glonass und Beidou mit an Bord.

 Huawei P Smart+ 2019
HSPA
HSPA+
LTE (Down-max Mbit/s)▲ (300 MBit/s)
USB-OTG
DLNA
NFC
Kabellose Display-Übertragung
MHL
Infrarot-Fernbedienung
Bluetooth-Version4.2
WLAN-Standardsb/g/n/ac
QI
Dual-SIM

In puncto Telefonieren kann das P smart+ 2019 von sich überzeugen und sich zu den besseren Modellen gesellen. Sowohl der Angerufene als auch der Anrufer haben keinen Anlass zur Kritik. Nur der Lautsprecher übersteuert die Stimme zeitweise.

Mit dem P smart+ 2019 bekommen Interessenten ein Smartphone zur Hand, das im Alltag zuverlässig arbeitet und alle nötigen Anschlüsse wie Verbindungsmöglichkeiten besitzt. Huawei belässt es jedoch dabei und vertraut weiterhin auf teils alte Technik. Ein deutlicher Minuspunkt.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Die Kamera: Ein zweischneidiges Schwert

Mit dem Huawei P smart+ 2019 führt Huawei nun auch eine Triple-Kamera in die Mittelklasse ein, die weniger als 300 Euro kostet. Rein technisch betrachtet bekommen Nutzer somit ein Modul bestehend aus 24, 16 und 2 Megapixeln an die Hand. Standardmäßig ist die Hauptkamera mit 12 Megapixeln eingestellt. Die Zahl muss auf Wunsch manuell in den Kameraeinstellungen hochgeschraubt werden. Konkret setzt sie sich aus einer Hauptkamera, einem Weitwinkel- und einem Bokeh-Objektiv zusammen.

Zusätzlich kann auch AI, also künstliche Intelligenz, beim Fotografieren helfen. Dazu muss lediglich das entsprechende Zeichen in der Kamera-App aktiviert werden. Die intelligente Hilfe soll Szenerien autonom erkennen können und etwaige Schwächen entsprechend ausgleichen.

Die Stärken

Die Ergebnisse der Triple-Kamera können sich durchaus sehen lassen. Vor allem bei weitläufigen Motiven kann man die Stärken der Kamera herauskitzeln. Das P smart+ 2019 erfasst ein stimmiges Gesamtbild und schenkt dabei sowohl Details im Vorder- als auch Hintergrund Beachtung. Die Farben sind bei guten Lichtverhältnissen natürlich und satt. Die Schärfe bleibt ebenfalls erhalten.

Bei Bewölkung stellt das P smart+ 2019 helle Farben jedoch ein wenig künstlich und zu grell dar. Bei schlechteren Lichtverhältnissen legt sich ein augenscheinlich matter Filter über die Bilder, die sie insgesamt gräulich erscheinen lassen.

Positive Ergebnisse erreicht man auch beim Blitz. Sowohl in Innen- als auch Außenräumen kann er die natürlichen Farben im Foto erhalten, ohne es zu überbelichten. Übermäßig große Schattenflächen werden auf dem Bild ebenso wenig geschaffen.

Die Schwächen

Schwächen offenbaren sich derweil im Makrobereich. Während flächige Motive mit einer guten Tiefenschärfe aufgenommen werden, bleiben kleinteilige Objektive recht diffus. Der Fokus schafft es beispielsweise bei kleineren Blüten nicht, einen Part besonders scharf zu stellen, sodass das Bild insgesamt schwammig wirkt.

Videografie liegt mit der Hauptkamera zwar noch im grünen Bereich. Die Bewegtbilder sind jedoch ein wenig grobkörnig, die Reaktionszeit hinkt ab und an ein wenig hinterher. Detailverluste erleben Fotos ebenfalls dann, wenn man zoomt. Die Bilder sind unscharf und grobkörnig – sowohl bei schlechtem als auch gutem Licht.

Schwach auf der Brust ist das P smart+ 2019 vor allem auf Seiten der Frontkamera. Selfie-Fans werden mit einer 8-Megapixel-Kamera abgespeist, mit der es schlichtweg keinen Spaß macht Fotos zu machen. Die Bilder sind verpixelt, Schärfe und Details bleiben auf der Strecke. Im Vergleich zu der vermeintlichen High-End-Triple-Kamera ist die Frontkamera ein deutlicher Hinweis auf die Mittelklasse.

Kamera-App mit vielen Optionen

Auch die Kamera-App ist mit einer Vielzahl an Funktionen, Filtern und Modi. Neben einem Pro-Modus, mit dem man verschiedene Werte selbst einstellen kann, gibt es auch ein AR-Objektiv, Lichtmalerei, HDR, Zeitraffer, Filter, Panorama und Sticker. Wie man sieht, mischt Huawei hier also sinnvolle Ergänzungen mit schlichten Spielereien. Der Pro-Modus erlaubt allerdings nur grobe manuelle Einstellungen. Bis auf individuelle Schärfe gibt Huawei beispielsweise beim ISO-Wert die Einstellungen vor. Im Live-View, also der normalen Oberfläche, sind die Modi Porträt, Nacht, Blende und Video übersichtlich aufgelistet.

Eine fast identische Auswahl stellt Huawei auch für die Frontkamera bereit. Hier wird es allerdings knifflig. Die Software scheint hier nicht bis ins letzte durchdacht zu sein: Möchte man beispielsweise den Blenden- oder Nachtmodus nutzen, beendet die Kamera die Frontansicht und schwenkt zur Hauptkamera zurück. Ähnliches Spiel spielt das P smart+ 2019, wenn man unter „Mehr“ Filter oder andere Zusatzoptionen auswählt. Möchte man den Modus beenden, gelangt man wieder zur Haupt- anstatt Frontkamera zurück. Nutzerfreundlich ist diese Bedienung nicht, vielmehr muss man viel hantieren, ehe man die richtige Einstellung gefunden hat.

Trotz der Triple-Kamera darf man kein Wunderwerke vom P smart+ 2019 erwarten. Die Hauptkamera liefert gute Arbeit und eignet sich für Schnappschüsse zwischendurch. Allerdings zickt sie in Teilbereichen ein wenig herum. Die Frontkamera kann indes nicht überzeugen. Die App scheint nicht gut durchdacht.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Software und Multimedia

Mit Android 9 Pie und der hauseigenen Nutzeroberfläche in der Version EMUI 9.0.1 befindet sich das P smart+ 2019 grundlegend auf dem aktuellen Stand. Insgesamt wirkt das Smartphone dank des überholten EMUI deutlich aufgeräumter, wodurch sich eine bequemere Bedienung des Geräts ergibt. Die Apps werden standardmäßig auf Homescreens abgelegt. Für mehr Ordnung auf den Screens können die installierten Apps auch in Ordner eingefügt werden. Ein App-Drawer für mehr Individualität lässt sich ebenfalls einstellen.

Am unteren Bildschirmrand befinden sich traditionell die Navigationsbuttons. Durch den Hang zur Randlosigkeit gibt es mittlerweile jedoch die Möglichkeit, diese auszublenden und durch Wischgesten zu ersetzen. Alternativ steht ein sogenannter „NaviDot“ bereit, der ein softwareseitiger Homebutton ist. Durch sämtliche Optionen wird Platz gespart und die Ansicht auf dem Display größer. Darüber hinaus können Apps, die noch an das traditionelle 16:9-Format angepasst sind, an das längliche Display-Format in den Einstellungen aktualisiert werden.

Ein Kraftpaket voller Apps

Huawei gehört nicht zu minimalistischen Herstellern. Im Gegenteil: Man will nicht nur auf Seiten der Hardware sein Können zeigen, sondern auch im Software-Bereich. So ist es nicht überraschend, dass das P smart+ 2019 mit vielen Apps aus eigenem Hause ausstaffiert ist. Neben nützlichen Apps wie einem SIM-Karten-Tool, Spiegel, Kompass oder einer Taschenlampe, findet sich auch ein Party-Modus auf dem Plus-Modell. Mit diesem lassen sich Musik-Player verbinden oder diverse Geräte zwecks einer musikalischen Zusammenkunft miteinander verknüpfen. Auch das gute, alte FM-Radio ist auf dem P smart+ 2019 vorinstalliert. Weiterhin setzt Huawei auf Gesundheits-Funktionen und bietet deswegen auch Fitness- wie Health-Apps aus Eigenproduktion.

Mit der Vielfalt an Anwendungen gehen, im Gegensatz zum P smart 2019, auch einige Drittanbieter-Apps einher. Facebook, Booking.com und Amazon sind schon beim Kauf auf dem P smart+ 2019 installiert. Allerdings lässt sich sämtliche Bloatware kurzerhand wieder deinstallieren, wenn Nutzer keine Verwendung dafür haben.

Musik und Klangqualitäten

Das Hauwei P smart+ 2019 wartet nicht nur mit einem, sondern gleich mit zwei Musik-Playern auf. Zur Verfügung steht der Standard-Player von Google sowie darüber hinaus ein hauseigenes Exemplar von Huawei. Vom Prinzip her sind beide Apps gleich aufgebaut: Sie bieten die Möglichkeit, gespeicherte Musik in Alben, Songs oder Interpreten aufzulisten. Zusätzlich ist in den Einstellungen beider Player auch ein Equalizer eingefügt, mit dem sich die Musik individuell anpassen lässt.

Zum Lieferumfang zählt auch ein Headset, das jedoch nicht viel taugt. Abgesehen davon, dass es nicht sonderlich hochwertig ist und die Ohrstecker viel zu groß sind, liefert es auch einen hohlen, blechernen Sound. Auch der Lautsprecher kann das Ruder nicht herumreißen und gibt Musik ebenfalls recht krachend wieder.

Huawei schnürt ein großes Paket voller Apps und Software-Kniffe, die viele andere Hersteller in dieser Fülle nicht aufweisen können. Außerdem ist das Huawei P smart+ 2019 auf dem neuesten Stand. Das eher schlechte Headset sowie den mickrigen Lautsprecher drückt die Wertung ein wenig.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Akku

Mit einer Nennladung von 3.400 mAh ist das P smart+ 2019 mehr als gut bedient – vor allem im Hinblick auf die restliche Technik, die sich im Inneren des Smartphones befindet. Das spiegelt sich auch im Intensivtest wider. Innerhalb von acht Stunden wird das Gerät auf die Probe gestellt, indem Videos angesehen, Telefonate geführt, Apps heruntergeladen und Spiele gespielt werden. Das P smart+ 2019 schlägt sich wacker und hat am Ende des Tages noch 71 Prozent Akkuleistung auf der Anzeige stehen.

Dabei war interessant zu beobachten, dass vor allem das 3D-Spiel „Asphalt 8“ am stärksten an der Energiereserve knabberte.. Die eher hintergründigen Aktivitäten ließen das Smartphone vielmehr kalt. Nach einer weiteren Nacht im Standby-Modus starten Nutzer am nächsten Tag mit 64 Prozent Akkuleistung, was ein durchaus solides Ergebnis ist.

ModellKapazität (mAh)AkkustandVerbrauch
Arbeitstag (8h)Nacht im Standby (16h)Intensivtest (8h)Standby (16h)
Testgerät
Huawei P Smart+ 20193.4007165296
Alternativen
Nokia 8.13.5007766168
Huawei P Smart 20193.4006457168
Samsung Galaxy A7 (2018)3.3005835188

Wer den Akkuverlauf genauer unter die Lupe nehmen will, findet in den Einstellungen entsprechende Vorrichtungen dafür. Darüber hinaus bietet das P smart+ 2019 auch diverse Stromsparmodi. Stromintensive Apps werden ebenfalls von dem Smartphone ausgemacht und enttarnt. Eine Qi und eine Schnellladefunktion gibt es jedoch nicht. So braucht das Smartphone knapp 50 Minuten, um von 30 bis 80 Prozent aufzuladen.

Der fest verbaute Akku lässt nur wenig Kritik zu. Die Nennladung stimmt, ebenso die Ausdauerleistung die das P smart+ 2019 erbringt. Punktabzug gibt es nur für die fehlende Schnelllademöglichkeit sowie Qi.

Teilwertung: 4,5 von 5 Sternen

Fazit

Ist man an einem Smartphone interessiert, hangelt man sich erst einmal an der Nomenklatur entlang. Huawei will augenscheinlich zwei Geräte vermarkten und verpasst dem P smart+ 2019 im Gegensatz zur Standard-Ausführung ein zusätzliches „+“. Auf den zweiten Blick scheint sich dieses Mehr fast ausschließlich auf die Kamera zu beziehen, die ein weiteres Objektiv besitzt. In der restlichen Ausstattung sind die Modelle identisch. Im Vergleich besitzt die Kamera des P smart+ 2019 jedoch die gleichen Macken wie auch das Geschwistermodell und kann dadurch nur wenig punkten.

Trotz dessen absolviert das Smartphone eine solide und zuverlässige Leistung. Die Ausstattung ist grundlegend und geht in manchen Teilen auch über den Standard hinaus. Huawei hält im Hinblick auf Preis die Waage und versucht, Innovationen in die Mittelklasse einzubinden.

Gesamtwertung 4 von 5 Sternen

Huawei P smart+ 2019 TestsiegelQuelle: inside handy

Pros des Huawei P Smart+ 2019

  • ausdauernder Akku
  • gutes Display
  • große Speicherweiterungsmöglichkeit

Kontras des Huawei P Smart+ 2019

  • mittelmäßige Kamera
  • teils veraltete Anschlüsse und Verbindungsmöglichkeiten
  • billige Haptik

Preis-Leistung

Mit 259 Euro ist das P smart+ 2019 lediglich 10 Euro teurer als das P smart 2019. Damit veranschlagt Huawei einen fairen Preis, der für die verbaute Technik gerechtfertigt ist. Da die Preise für Android-Smartphones recht schnell fallen, wird der Kostenpunkt vermutlich recht schnell an die 200-Euro-Grenze rutschen.

Alternativen

Aus dem Hause Huawei bietet sich offensichtlich als Alternative das Huawei P smart 2019 an, das fast baugleich ist.

Für einen ähnlichen Preis gibt es das Samsung Galaxy A50, das ebenfalls mit einer Triple-Kamera versehen ist.

Im Bereich zwischen 200 und 300 Euro gibt es eine Vielzahl an soliden Smartphones, die in folgenden Artikeln aufgelistet sind:

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Bildquellen:

  • Huawei P smart+ 2019 Testsiegel: inside handy
  • Kamera des Huawei P smart+ 2019: Michael Büttner/inside handy
Das Logo von Huawei vor lila Leuchtstoffröhren

Huawei OS: So steht es aktuell um Huaweis eigenes Betriebssystem

Wie geht es nun mit Huawei weiter? Diese Frage stellen sich aktuell viele Smartphone-Besitzer. Für Aufmerksamkeit sorgt im aktuellen Chaos dabei die Meldung, dass Huawei womöglich schon bald sein eigenes Betriebssystem starten könnte. Dieses ließe sich dann als Alternative zu Android einsetzen. Oder doch nicht? Kann Huaweis eigenes OS wirklich ein Ersatz für Googles Android sein? Und wird es überhaupt rechtzeitig fertig?
Simone Warnke
Simone liebt Technik und kann sich heute immer noch für ein Smartphone mit mechanischer QWERTZ-Tastatur begeistern. Wenn sie nicht gerade mit David vor der Kamera steht, im Schnittraum sitzt oder Handys miteinander vergleicht, studiert die gebürtige Aachenerin in Bonn Komparatistik - und vergleicht Bücher. Neben ihrer Leidenschaft für Literatur ist Simone ein Bonvivant. Reicht man ihr leckeren Wein und ein paar Tapas, kann man ihr hin und wieder ein paar Sätze auf Spanisch entlocken. Sollte Simone jemand oder etwas auf die Palme bringen - was in etwa einmal pro Dekade passiert - bleibt sie nur kurz oben sitzen. Und lächelt dabei auch schon wieder.

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4 KOMMENTARE

  1. Ehrliche Meinung des Autors, zu welchem Modell würden Sie eher greifen, dem P Smart+ 2019 oder dem P20 lite aus dem vergangenen Jahr?

    • Hallo Josh,

      eine Empfehlung kann ich dir an dieser Stelle leider nicht aussprechen. Letztlich hängt es immer vom Betrachter und seinen Vorlieben ab. Das Huawei P20 lite hat beispielsweise eine gute Kameraleistung und Software-Ausstattung, das P smart+ 2019 konnte stattdessen mit seinem Display und Akku punkten. Dafür ist die Kamera im Vergleich ein wenig schwächer, während das P20 lite einen nur durchschnittlichen Akku verbaut hat. Was ist dir schlussendlich wichtiger?
      Die Stärken und Schwächen des Huawei P20 lite sind im Test gut herausgearbeitet, falls du das Lite-Modell mit dem P smart+ 2019 vergleichen magst: https://www.inside-handy.de/handys/huawei-p20-lite-dual-sim/test#fazit

      Viele Grüße aus der Redaktion!

  2. Ganz ehrlich, dass Teil schaut schon extrem billig aus. Wenn man etwas(etwas mehr mehr) mehr ausgibt bekommt auch ein Xiaomi der letzten Dekade wie das Mi8 und wenn man wirklich kaum mehr ausgeben will das Motorola G7Plus, hat zwar keine Triple Kamera, schaut aber edel aus, ist sehr schnellladefähig, USB-C und was ich persönlich irgendwie mag, legt man viele Smartphones verschiedener Hersteller nebeneinander auf eine Fläche mit dem Display nach oben, das Motorola fällt irgendwie auf im Einheitsbrei.
    Hoffe ihr kommt schnell mit einem Test des ZTE Axon 10 Pro, das scheint bei weitem interessanter zu sein.

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