Huawei P smart 2019 im Test: Preis-Leistungs-Tipp fürs günstigste P-Modell

18 Minuten
Huawei P smart 2019 in der Hand vor rosa Hintergrund
Der chinesische Hersteller Huawei hat sein neues Smartphone P smart 2019 veröffentlicht und füllt damit die Lücke zwischen der oberen Mittelklasse des Nova 3 und der Einsteigerklasse der Y-Familie. Doch im gleichen Bereich wie das P smart 2019 siedelt sich eigentlich auch die Tochtermarke Honor an. Nun ist es im Handel erschienen und damit muss das Huawei P smart 2019 im Test beweisen, was es wirklich kann.

Huawei hat seine untere Mittelklasse neu ausstaffiert und das Huawei P smart 2019 vorgestellt. Mit ihm will man wieder in Gegenden wildern, die eigentlich auch die Tochtermarke Honor beackert. Kunden, die jedoch nicht auf das junge und manchmal etwas hippe Image des Ablegers Wert legen, aber dennoch ein eher günstiges Smartphone im Stile der großen Brüder der P- und Mate-Reihe besitzen möchten, haben mit der P-smart-Reihe die Möglichkeit dazu. Doch ist der Deal wirklich ein gelungener? Das Huawei P smart 2019 im Tests muss es zeigen.

Huawei P smart 2019 im Test – Die technischen Daten

Die technischen Daten des Huawei P smart 2019 sind weit entfernt von dem, was Huawei in der P-Reihe anbietet. Trotz der Namensverwandtschaft setzt Huawei beim P smart 2019 eher auf gediegene Hardware statt auf High-End-Bauteile. Trotzdem unterschreitet Huawei beim P smart keine kritische Grenze bei Prozessor, Display oder dem Akku und spart das P smart 2019 nicht zu Tode.

 Huawei P Smart 2019
 
Huawei P Smart 2019 VergleichsbildQuelle: Huawei
Display6,2 Zoll, 1.080 × 2.340 Pixel
Betriebssystem-VersionAndroid 9.0 Pie
ProzessorHuawei Kirin 710
Octa-Core, 4 x 2,2 GHz + 4 x 1,7 GHz
RAM3 GB
interner Speicher64 GB
Kamera vorne/hinten8 Megapixel /
13 + 2 Megapixel (Dual Kamera)
Akku3.400 mAh
FarbenBlau, Schwarz
Einführungspreis249 Euro
Aktueller Marktpreis249 Euro

Design und Verarbeitung des Huawei P smart 2019 im Test

Doch was nützen die blanken und kalten Zahlen, wenn sich ein Smartphone nicht in der Hand halten, nicht steuern lässt oder nicht gut anfühlt? Doch vorneweg, das alles ist beim Huawei P smart 2019 nicht der Fall. Trotzdem gibt es die eine oder andere Kritik.

Huawei P smart 2019 im Test – Das Unboxing

Huawei verpackt sein P smart 2019 im Standardkarton der Mittelklasse der Chinesen. Mit schlichtem Weiß und goldener Schrift strahlt die Verpackung einen edlen Touch aus. Im Inneren geht es dann sachlich zu. Das Huawei P smart 2019 liegt oben auf. Unter dem dazwischen gelegten Karton befinden sich die Zubehörteile. So findet der Nutzer dort ein Netzteil mit USB-Kabel zur Übertragung von Daten und Strom. Dazu legt Huawei ein Headset, das mit seinen Hartplastik-Ohrknöpfen von Anfang an in der Ohrmuschel drückt. Hier sind die Kabel dünn ausgeführt und die Fernbedienung wackelig. Das kann Huawei eigentlich besser.

Huawei P smart 2019 im Test – Das Design

Das Design des Huawei P smart 2019 wirkt auf den ersten Blick modern, gibt sich aber auf der Rückseite etwas altbacken. Die Front ziert ein Display mit Rändern auf allen Seiten. Sie umschließen die Ecken des Panels jedoch in Rundungen und die Frontkamera baut Huawei in eine winzige Tropfen-Notch ein. Ihre Formgebung ist Huawei jedoch bei anderen Geräten schon eleganter gelungen.

Auf dem Heck prangt zentral der Fingerabdrucksensor. Er liegt tief im Rücken des Huawei P smart 2019. Daneben siedelt sich die Doppelkamera und der LED-Blitz an. Die beiden Bauteile werden mit dem eigentlich von Honor geprägten Schriftzug „AI Camera“ gekennzeichnet. Die Ausrichtung der Kamera wird durch die Beschriftung festgelegt. Man soll also die Kamera nicht hochkant, sondern quer – wie eine „richtige“ Kamera – halten.

Die Heckabdeckung schmiegt um das Smartphone bis zur Gehäusevorderseite herum. Dadurch ergibt sich ein schon lange nicht mehr eingesetzter Unibody. Gerade an den Rahmenseiten bilden sich durch den Hochglanz-Lack Lichteffekte, die ein augenscheinlich edles Gehäuse markieren.

Die Verarbeitung und die Haptik

Beim ersten Anfassen wird der edle Ersteindruck etwas gedämpft. Zum angenehmen Gewicht gesellt sich eine weniger edle Haptik. Sie rührt von den Radien, die das Smartphone recht schwulstig umgeben. Dazu vermittelt die Oberfläche eher Kunststoff- als Glasgefühl. Die schmalen Tasten am rechten Rand lassen sich relativ einfach erreichen, geben jedoch beim festeren Zudrücken ein erbärmliches Klicken von sich. Die Haptik verbirgt noch eine kleine Schwäche, die erst auf den zweiten Griff zu spüren ist, jedoch langfristig für Ärger sorgt. Das „CE“- und das Mülleimer-Symbol sind hartkantig in die Rückseite eingefräst, was beim darüberstreichen immer etwas Dreck in die dünnen Rillen bringt. Ob Hautschuppen oder der Fingernagelabrieb, sehr appetitlich sieht die Stelle schon nach einem Tag Nutzung nicht mehr aus.

Der Rest der Haptik und vor allem die Verarbeitung sind wieder auf dem gewohnt guten Niveau Huaweis. Große Spaltmaße kennt das Huawei P smart nicht und auch die Stabilität ist auf gutem Niveau. Kraftstrotzende Bentgate-Jünger werden das Huawei P smart 2019 wohl dennoch zerbrechen können. Den Alltag jedoch hält das neue Mittelklasse-Smartphone aus China locker aus.

Das Huawei P smart 2019 will edel sein, ist aber eher langweilig und enttäuscht etwas bei der Haptik. Die Verarbeitung ist dagegen sehr gut und das Gehäuse insgesamt auf einem soliden Niveau.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Display

Das Huawei P smart 2019 bügelt schon mit dem Aktivieren des Displays den etwas wackeligen ersten Eindruck aus. Hell und scharf erstrahlt es bei der Aktivierung. Die Farben poppen in den Grundeinstellungen zwar nicht, dafür sind sie natürlich und mit ordentlichen Weiß- und Schwarzwerten ausgestattet.

Die Helligkeit wird optional automatisch geregelt. Das funktioniert beim Huawei P smart 2019 im Test soweit sehr gut. Die Automatik passt die Helligkeit immer schnell und flüssig der Umgebung an. Doch es gibt ein Problem für Gamer und Fotografiebegeisterte. Gerade in diesen Anwendungen wird das Huawei P smart 2019 im Test, wie auch im Alltag quer genutzt. Die rechte Hand verdeckt dabei jedoch häufig den Helligkeitssensor. Der ist beim neuen Huawei-Smartphone nämlich unter- und nicht oberhalb des Displays verbaut. Hier fordert die kleine Notch ihren Tribut. Darin ist eben einfach kein Platz für Sensoren neben der Kamera.

Die Blickwinkelstabilität kann beim Huawei P smart 2019 im Test gefallen. Das Panel dunkelt zwar früh recht stark ab, bleibt aber dann auf einem stabilen Niveau. Die Farben verziehen kaum und die Ablesbarkeit bleibt beim Drehen im Allgemeinen gut erhalten.

Die Einstellungen des Displays sind Huawei-typisch ausladend. Hier ist man aber in guter Gesellschaft. Ähnlich umfangreiche Einstellungen haben auch andere Hersteller zu bieten. Die Notch lässt sich aus- und einblenden, die Farbtemperatur manuell anpassen und ein Blaufilter sorgt nachts für Augenschonung. Dazu kann die Bildschirmauflösung von 1.080 x 2.340 auf 720 x 1.560 reduziert werden. Das schont den Akku und für viele Anwendungen ist die geringere Auflösung von HD+ ausreichend.

Das Display des Huawei P smart 2019 ist hell, scharf und gut ausgestattet. Freilich fehlt es ihm an Spezialitäten und High-End-Komponenten, jedoch hat sich Huawei hier nicht lumpen lassen und ein solides Panel verbaut.

Teilwertung: 4 / 5 Sternen

Ausstattung und Leistung des Huawei P smart 2019 im Test

Neben den schieren Leistungen des Prozessors, die im Benchmark-Test abgearbeitet werden, ist beim Huawei P smart 2019 die Ausstattungsliste sehr interessant. Mit NFC, drei Ortungssystemen, massig erweiterbaren 64 GB Speicher und Dual-SIM kommt eine nette Gesellschaft an Pluspunkten zusammen. Dazu gibt es Gesichtsentsperrung und einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Das echte Highlight ist die Speichererweiterung, mit der Nutzer per Micro-SD-Karte zusätzliche 512 GB Platz auf das Huawei P smart 2019 bringen können.

Die Verbindungsmöglichkeiten sind entsprechend der guten Gesamtausstattung ebenfalls sehr ordentlich bestückt. Einzig dass man auf USB 2.0 und Bluetooth 4.2 statt den neueren Standards USB 3.0 und Bluetooth 5 setzt, ist ärgerlich. Dazu kommt auch die alte USB-Form. Das Huawei P smart 2019 besitzt noch einen traditionellen Micro-USB- und kein USB-Typ-C-Port.

Verbindungsmöglichkeiten in der Übersicht

 Huawei P Smart 2019
HSPA
HSPA+
LTE (Down-max Mbit/s)
USB-OTG
DLNA
NFC
Kabellose Display-Übertragung
MHL
Infrarot-Fernbedienung
Bluetooth-Version4.2
WLAN-Standardsa/b/g/n/ac
QI
Dual-SIM

Der Benchmark-Test des Huawei P smart 2019 im Test

Das Ergebnis des Benchmark-Tests ist vor allem Abhängig vom verbauten Prozessor. Der Kirin 710, der im Huawei P smart 2019 zum Einsatz kommt, stammt aus eigenem Hause und gilt als stoischer Arbeiter in der Mittelklasse. High-End-Performance liegt ihm dagegen nicht. Er stützt sich bei Bedarf auf 3 GB Arbeitsspeicher, was in der heutigen Zeit niedriger Standard in der Mittelklasse ist.

Die App AnTuTu in der Version 7.1.2 spukt nach den durchgelaufenen Aufgaben einen Wert von 118.448 Punkten aus. Das kann in der Mittelklasse als durchschnittlich bezeichnet werden. Durch den Alltag kommt man damit jedoch schon. Der Vergleich mit den Konkurrenten zeigt jedoch auch, dass hier wie bei vielen anderen Mittelklasse-Modellen ebenfalls gespart wird. Somit ist Huaweis P smart 2019 guter Durchschnitt.

UmfeldModellBenchmark-Wert
TestgerätHuawei P Smart 2019118.448
direkte KonkurrentenNokia 7 Plus138.440
Samsung Galaxy A7122.588
 
aktuelle SpitzenmodelleAsus ROG Phone299.279
OnePlus 6T296.028
 Razer Phone 2286.678

Die Leistung in der Praxis

Die Geschwindigkeit des Huawei P smart 2019 in der praktischen Alltagsnutzung wird den meisten Nutzern genügen. Wer jedoch eine völlig ruckelfreie Bedienung zum Ziel hat, sollte das Huawei P smart 2019 kritisch betrachten. Die Leistung reicht meist aus, doch wenn die Finger schnell zwischen anspruchsvollen Apps hin und her fliegen, kommt das Smartphone schon einmal ins Stocken. Dann dreht sich der Bildschirm nicht oder die Multi-Window-Ansicht bleibt einige Augenblicke eingefroren. Ob es das schwere Software-Paket ist, das das Huawei P smart 2019 ausbremst und ob die Performance noch per Software-Update gehoben werden kann bleibt vorerst im Dunkeln.

Die etwas lahme Geschwindigkeit fällt, wenn man sich lediglich in einer App befindet, nicht weiter auf. Im Rennspiel „Asphalt 9“ zockt man sich flüssig durch die Rennrunden. Die Wartezeit bis die neue Rennstrecke geladen ist, dauert zwar länger als bei einem Flaggschiff, doch sind die Ladezeiten noch nicht nervend lange.

Telefon und Gesprächsqualität

Bei der Telefonie-Funktion und der Qualität des Gesprächs fällt auf, dass Huawei einen strikten Filter nutzt, der Hintergrundgeräusche ausmerzt, wo es nur geht. Das hat den Vorteil, dass der Huawei-P-smart-2019-Besitzer auch bei Straßenlärm, am Bahnhof oder beispielsweise im Auto sehr gut zu verstehen ist. Will man jedoch seinem Gegenüber etwas von der Atmosphäre des Rockkonzerts oder das tolle Lied, das gerade im Radio läuft, präsentieren, ist dieser Filter im Weg.

Die Soundqualität des Gesprächs selbst ist unauffällig. Die Freisprecheinrichtung klingt ebenfalls durchschnittlich gut. Somit gibt es hier nichts zu loben, aber auch nichts zu kritisieren.

Mit Außnahme der kleinen Ruckler während der Hochlastphasen, kann das Huawei P smart 2019 in diesem Bereich überzeugen. Vor allem die Ausstattung mit den hohen Speicher-Kapazitäten können gefallen.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Die Kamera des Huawei P smart 2019 im Test

Huawei beschriftet die Kamera des P smart 2019 mit dem mittlerweile altbekannten „AI Camera“, jedoch nicht mit dem von der P-Serie bekannten Label „Leica“. Damit ist klar, wohin der Hase läuft. Die Kamera will ein bisschen Flaggschiff-Gefühl in ihren Preisbereich bringen, jedoch behält sich Huawei die echten Premium-Features dann doch für das High-End-Portfolio vor.

Kamera-App – Viel hilft viel?

Die Kamera bietet einen LKW voll Features und Möglichkeiten. Dabei braucht es eigentlich nur eine, wenn sie denn funktioniert. Die AI-Option soll Szenen erkennen und die Kamera daraufhin optimieren. Trotzdem gibt es noch Porträt-, Nacht- und Bokeh-Modi. Geht man noch etwas tiefer in das Menü der Kamera-App, zeigen sich die Modi „Pro“, „Panorama“, „AR-Objektiv“, „Lichtmalerei“, „HDR“, „Zeitraffer“, „Filter“ und „Sticker“. Dabei können einige Optionen wie die beiden letztgenannten und der Modus „AR-Objektiv“ getrost in die Schublade Spielerei gesteckt werden. Solche Effekte finden sich auch in den Kamera-Optionen der jeweiligen Social Media Plattformen oder auch in Messengern.

Unter den Modi befindet sich auch der „Pro“-Modus, der manuelle Einstellungen verspricht. Das Versprechen hält er in Grenzen auch ein. Man kann dem Sensor einen ISO-Wert zuordnen, die Verschlusszeit einstellen und den Weißabgleich sowie die Schärfe manuell setzen. Doch nur letztere lässt sich stufenlos verstellen. Alle andere Optionen können lediglich in groben Stufen eingestellt werden. Für eine rudimentäre manuelle Bedienung reichen die Optionen jedoch locker aus.

Die Übersicht über die Modi und Einstellungen leidet in der Huawei-App nicht ganz so, wie es der erste Eindruck suggeriert. Doch etwas Eingewöhnung ist schon nötig, um sich schnell zurechtzufinden. So verhindern Nutzer, dass noch nach dem richtigen Modi gesucht wird, wenn die Szene schon vorüber ist.

Die Bildqualität des Huawei P smart 2019 im Test

Die Qualität der erstellten Testfotos kann sich sehen lassen. Zu dunkel sollte es jedoch nicht sein, ist die Kamera doch schnell an den rauschenden Grenzen angelangt. Trotzdem ist sie ein toller Begleiter im Alltag. Komplizierte Aufbauten und extreme Ansprüche sollten jedoch heruntergefahren werden. Es ist und bleibt eine Smartphone-Kamera ohne die „Magie“ der aktuellen Flaggschiff-Smartphones, die bedeutend mehr aus ihren Sensoren herausholen.

Die Schärfe geht meist in Ordnung, lediglich die Naheinstellgrenze ist etwas zu lang geraten. Makros sind nur schwer mit der Kamera des Huawei P smart 2019 umsetzbar. Die Farben machen das, was sich viele Kunden wünschen. Sie poppen und selbst im tristesten Grau eines verregneten Wintertages entstehen Töne, die aus einem Pop-Art-Kunstwerk herrühren könnten. Die Postkartenansicht ist also gesichert. Wer realistischere Bilder fotografieren will, kann die Farben in der Nachbearbeitung direkt in der Galerie-App von Huawei etwas zurücknehmen.

Selfies: Nervendes Menü, schicke Porträts

Mann mit digitaler Sonnenbrille mit buntem Hintergrund
Huawei P smart 2019 im Test: Kamera-Test – Selfie

Tauscht das Huawei P smart die Ansicht und schwenkt auf die Frontkamera, wird es knifflig für den Nutzer. Die eingeblendeten Modi, die zur Verfügung stehen, werden nämlich nicht angepasst. So können die Modi „Foto“, „Video“ und „Porträt“ genutzt werden, tippt man jedoch weiter auf eine der Optionen „Nacht“ oder „Blende“, beendet die Kamera den Selfie-Modus und schwenkt zurück auf die Hauptkamera. Noch ärgerlicher ist es, wenn man sich im Bereich „Mehr“ bewegt. Wird dort ein anderer Modus als „AR-Objektiv“, „Zeitraffer“, „Filter“ oder „Sticker“ ausgewählt, kommt man zurück in den Selfie-Modus erst wieder über den Live-View, also die Grundfläche der Kamera.

Wenn man sich nicht gerade mit dem Verfluchen der Selfie-Nutzerführung beschäftigt, kann man in der Regel tolle Selfie-Ergebnisse erstellen. Die Kamera zeichnet scharf und hat auch mit massivem Gegenlicht wenig Probleme. Sie brennt zwar dann den Hintergrund in weiten Teilen aus, jedoch kommt das Gesicht und auch dessen Details klar und deutlich zur Geltung. Einen aufgezwungenen Beauty-Modus, wie ihn die Tochtermarke Honor des Öfteren verbaut und der meist alle Details eines Gesichts dem Schönheitsideal opfert, gibt es hier nicht.

Die Kamera des Huawei P smart 2019 hat ihre Tücken, liefert aber eine ordentliche Bildqualität ab. Auf beiden Seiten gibt es also nicht viel an der Qualität, sondern eher an der Umsetzung zu meckern. Eine High-End-Kamera sollte man jedoch trotz allem nicht erwarten.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Software und Multimedia

Bei der Software baut Huawei auf Android 9 Pie und das eigne EMUI in der Version 9.0.1. Damit liegen die Chinesen auf dem aktuellen Stand der Technik. Sie haben gegenüber EMUI 8 die Oberflächen etwas übersichtlicher gestaltet, die Einstellungen können jetzt etwas intuitiver durchforstet werden.

Screenshot der Systemnavigation des Huawei P smart 2019 im Test
Huawei P smart 2019 im Test: Systemnavigation

Die Homescreens sind derweil als einzige Oberfläche voreingestellt. Das mag bei zwei Seiten, die die Huawei-Software und die Bloatware einnimmt, noch übersichtlich sein. Wenn jedoch die eigenen Apps des Vorgänger-Smartphones dazu kommen und man kein Purist in der Nutzung von verschiedenen Apps ist, dann wird es schnell zu viel. Ordner helfen zwar gleichartige Apps zu bündeln, jedoch leidet darunter die Bediengeschwindigkeit. Gut, dass Huawei hier einen optionalen App-Drawer anbietet. Der kann optional über die Einstellungen des Systems wie bei vielen Smartphones per Wischgeste aufgerufen werden. Der Kachel-Button auf dem Homescreen bleibt jedoch in jedem Fall erhalten.

Großes Software- und kleines Bloatware-Paket

Bei der Bloatware spürt man, dass sich das Huawei P smart 2019 in der eher unteren Mittelklasse aufhält. So sind die Flaggschiffe Huaweis davor gefeit, das P smart 2019 jedoch nicht. Mit Booking.com, eBay und Amazon tummeln sich gleich drei der kommerziellen Apps ungefragt auf dem Smartphone. Sie lassen sich jedoch alle sehr einfach deinstallieren. Ein langer Fingertipp auf das App-Icon und ein Tipp auf „deinstallieren“ genügt, um sie aus dem App-Drawer und dem Handy zu verbannen.

Bei der nützlichen Software, die Huawei auf dem P smart 2019 installiert, braucht es im angelegten Ordner schon zwei Seiten. Die Werkzeuge, wie sie Huawei nennt, umfassen unter anderem Rechner, Kompass, FM-Radio, Taschenlampe Datensicherung, SIM-Toolkit, den von Honor bekannten Party-Modus und eine Download-Verwaltung. Dazu kommen als außergewöhnliche Apps der hauseigene Design-Store und Huawei Health, dem Tracking-Tool und Sammelbecken für allerlei Gesundheits-Sensoren. Das können Wearables, smarte Waagen oder auch der Brustgurt mit Herzfrequenzmessung sein.

Musik und Sound

Bei der Beschallung mit Musik oder Hörbuch bietet das Huawei P smart 2019 eine eher schwache Hardware, jedoch eine umso stärkere Software. Wer tollen Sound auf die Ohren bekommen will und auch mal aufdreht, sollte sich bei den Kopfhörern im Zubehörhandel umsehen. Die Optionen in Huaweis Histen-Soundeffekt verstellen die Musikeinstellungen je nach Kopfhörertyp oder sogar nach Modell, wenn man denn ein Headset von Huawei selbst ordert. Neu sind solche Optionen nicht, Sony hat Musikmodifikation auf spezielle Kopfhörer schon seit Jahren in seinen Smartphones verbaut.

Trotzdem lässt sich mit dem Huawei P smart 2019 trefflich Musik genießen, solange man auf Kopfhörer setzt. Der kleine einsame Lautsprecher an der unteren Kante des Smartphones kann ab und an für ein Telefonat oder ein kurzes Video beim Surfen genutzt werden. Für Musikgenuss ist er jedoch ungeeignet.

Sehr positiv geht in die Wertung in diesem Bereich ein, dass man immer noch alte Klinken-Kopfhörer direkt an das Huawei P smart 2019 andocken kann. Dazu verbauen die Chinesen ein UKW-Radio, das bei der alltäglichen Musikbeschallung im Hintergrund Datenvolumen oder auch Kosten für Streaming-Produkte spart.

Die Software des Huawei P smart 2019 ist auf dem neuesten Stand, anpassungs- und leistungsfähig und bietet viele tolle Werkzeuge. Die Schwächen liegen darin, dass etwas Bloatware und ein eher durchschnittlicher Lautsprecher verbaut sind. Alles in allem jedoch kann man hier nicht meckern.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Akku

Der Akkutest beinhaltet in den ersten acht Stunden eine aktive Nutzung des Smartphones mit jeweils 30 Minuten spielen, Video streamen, Radio hören und telefonieren. Dazu werden in dieser Zeit Screenshots und Testbilder erstellt, Uploads und Downloads getätigt und es wird im Internet gesurft. Nach der ersten Phase schließt sich eine zweite an, in der die Standby-Zeit von 16 Stunden durchlaufen und in der nichts mit dem Smartphone getan wird.

ModellKapazität (mAh)AkkustandVerbrauch
TestgerätArbeitstag (8h)Nacht im Standby (16h)Intensivtest (8h)Standby (16h)
Huawei P Smart 20193.4006457367
Alternativen
Huawei Mate 20 Lite3.750 73 64 27 9
Nokia 7 Plus3.80066533413
Samsung Galaxy A6+3.500 706030 10
Huawei P20 Lite3.0005244488

Nach der ersten Phase des Tests zeigte die anpassbare Akkustandanzeige in der Statusleiste einen Wert von 64 Prozent an. Damit bewegt man sich wie schon so oft in diesem Test auf einem guten Niveau. Der Hauptverbraucher war bis dahin das Spiel „Asphalt 9“, das die Grafikeinheit, den Prozessor und das Display sehr fordert. Wie man den Verbrauch bei Smartphones im Allgemeinen senkt, zeigt inside handy in einem gesonderten Spezial.

Nach der Standby-Phase bleiben noch 57 Prozent auf der Uhr. Daraus ergibt sich ein Standby-Verbrauch von 7 Prozentpunkten. Ein ordentlicher Wert.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Fazit

Huawei ist mit dem P smart 2019 ein tolles Smartphone mit eindeutigen Stärken und ebenso eindeutigen Schwächen gelungen. Es gefällt als Gesamtpaket und kommt ohne Ausfälle aus. Die Ausstattung ist umfangreich, aber in manchen Teilen etwas sparsam angelegt. Zu den Pluspunkten in diesem Bereich zählen vor allem die Speicher-Kapazitäten, die maximal 576 GB Platz bieten.

Die Haptik ist eine der größten Schwächen. Der Akku eine der größten Stärken. So muss der Nutzer abwägen, was ihm wichtig ist. In dieser Preisklasse müssen Kompromisse gemacht werden, jedoch hat es Huawei geschafft eine gute Balance zu finden und keinen Bereich des Smartphones kaputt zu sparen. Daumen hoch also für Pragmatiker, die einen soliden und ausbaufähigen Begleiter mit langem Atem haben möchten. Daumen runter für Nutzer, die ein edles Selfie-Smartphone mit „Poser-Features“ für wenig Geld erwarten.

Gesamtwertung: 4 von 5 Sternen

Testsiegel Huawei P smart 2019 - Preistipp

Pros des Huawei P smart 2019 im Test

  • tolles Display
  • gute Verarbeitung
  • solider Akku
  • riesige Speicher-Kapazitäten

Contras des Huawei P smart 2019 im Test

  • zickige Selfie-Kamera
  • Prozessor verschnauft ab und an
  • Micro-USB statt USB Typ-C
  • billig wirkende Haptik

Preis-Leistung

Testsiegel Huawei P smart 2019 - Preistipp

Knapp 250 Euro kostet das Huawei P smart 2019 zum Marktstart. Schon ohne die in der Vorbestellphase eingebrachten Aktionen hat Huawei hier einen tollen Preispunkt getroffen, der der Leistung des Smartphones entspricht. Selten genug, dass ein Preis von Anfang an als fair bezeichnet werden kann, wird er sich in den kommenden Wochen und Monaten auf Talfahrt begeben. Der Markt wird ihn also schnell unter die 200-Euro-Marke drücken. Damit ist das Huawei P smart 2019 schon jetzt eine Empfehlung und bald ein echtes Schnäppchen.

Alternativen

Im Preisbereich des Huawei P smart 2019 befinden sich so viele Smartphones auf dem Markt, dass schnell die Übersicht verloren geht. Nicht nur eine schier unendliche Anzahl an Modellen von verschiedensten Herstellern, auch die jährlichen Modellpflege-Maßnahmen erschweren die Suche nach geeigneten Alternativen. Die geeignetsten Mittel hierfür sind die Bestenlisten von inside handy, die nach aktuellem Preis aufgeschlüsselt, die besten Smartphones in den unterschiedlichen Preisbereichen aufzeigen:

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Redmi 7

Redmi 7: Xiaomi wagt den Frontal-Angriff im Einsteiger-Segment

Hübsches Design in Kombination mit drei Kameras und einem Snapdragon-Prozessor machen sofort deutlich, dass Xiaomi mit dem Redmi 7 in der Smartphone-Einsteigerklasse punkten möchte. Vor allem, wenn man einen Blick auf den sehr günstigen Preis wirft.
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Michael Büttner
Michael liebt Technik und ist stellvertretender Chefredakteur bei inside handy. Anderen auch bekannt als der Franke in Bonn, der Macher oder der Handwerker für sämtliche Reparaturen der Redaktion. Nach Praktika bei der Neuen Presse in Kronach, den Nürnberger Nachrichten und dem Systemkamera-Blog, startete Michael bei inside handy und verdient sich seine Sporen vor allem im Hardware-Bereich. Balanciert er mal nicht zwischen Tagesgeschäft, Testgeräten und Co, betätigt er sich ab und an als Jäger im Pokémon-Dschungel. Ein ungewöhnlicher Anblick wäre es dabei nicht, ihm dank seiner Boulder-Fähigkeiten kletternd an einer Felswand zu begegnen. Abseits dessen begeistert er sich für Fotografie, Wanderungen, kulinarische Feste und Blasius Kawalkowski.

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