Honor 8X Test: Das sind die Tops und Flops des Preisbrechers

17 Minuten
Die Kamera und die Rückseite des Honor 8X im Hands-On
Das Honor 8X will es wissen: Doppelkamera, Flaggschiff-Design und ein riesiges Display mit Notch zum Kampfpreis sollen die Nutzer überzeugen. Doch hält das Honor 8X, was die Marketingabteilung der Huawei-Tochter verspricht? Der Honor 8X Test zeigt, dass es Honor ernst ist mit dem neuen Preisbrecher, jedoch gibt es auch Kritik.

Der Blick auf das Datenblatt verrät es: Das Honor 8X ist kein Flaggschiff, auch wenn es äußerlich so scheint. Doch verbaut Honor einiges an Qualität in das neue X-Modell, das sich in einer Reihe mit den bisherigen X-Geräten sieht. Sie soll die Preis-Leistungs-Klasse bei Honor repräsentieren und war bisher mit dem Honor 5X, dem Honor 6X und dem Honor 7X bestückt.

Die technischen Daten des Honor 8X – Viel Schein, viel Sein

Mit dem Kirin 710, 64 oder 128 GB Hauptspeicher und jeweils 4 GB Arbeitsspeicher sind die Grundlagen gelegt. Das große Panel mit einem Display-zu-Gehäuse-Verhältnis von 91 Prozent macht ebenfalls Eindruck, auch wenn es nicht in QHD auflöst. Die technischen Daten in der Übersicht:

 Honor 8X
 
Display6,5 Zoll, 1080 x 2.340 Pixel
Betriebssystem-VersionAndroid 8.0 Oreo
ProzessorOcta-Core 2,2 GHz
RAM4 GB
interner Speicher64 / 128 GB
MicroSDja (400 GB)
Kamera vorne/hinten16 Megapixel /
24 + 2 Megapixel
Fingerabdruckscannerja
Akku3.300 mAh
USB-PortMicro-USB
IP-Zertifizierungnein
Abmessungen160,4 x 76,6 x 7,8 mm
FarbenBlau, Schwarz, Rot
Einführungspreis249 / 279 Euro
Aktueller Marktpreis249 / 279 Euro
Zum vollständigen Datenblatt des Honor 8X

Viel Top und ein paar Flops

Es gibt einige Schwachstellen in der Tabelle der technischen Daten des Honor 8X. So ist es weder staub- und wassergeschützt, noch bietet es einen USB-Typ-C-Anschluss und das zweite Kameramodul erfüllt maximal unterstützende Tätigkeiten, bietet aber keinen Mehrwert a lá zweite Brennweite oder reine Schwarz-Weiß-Bilder.

Design und Verarbeitung

Die Rückseite des Honor 8X ist optisch zweigeteilt und zeigt mit der Beschriftung der Kamera die gewollte Ausrichtung. Honor will, dass man das Honor 8X beim Fotografieren quer nutzt und nicht hochkant. Damit tritt man in die Fußstapfen Huaweis. Der Mutterkonzern hat beim Huawei P20 und P20 Pro vorgemacht, wie man die Kamera so in den Mittelpunkt rückt. Sie ist beim Honor 8X zweigeteilt und somit entstehen zwei kleine Buckel in der linken oberen Ecke der Rückseite. Eine LED begleitet das Kamerapaar, die das Aufhellen der Umgebung bei wenig Licht oder die Belichtung von Gesichtern bei Gegenlicht ermöglicht.

Ein matter Streifen untermalt das Ganze, erstreckt sich über die gesamte Länge der Rückseite und nimmt rund ein Fünftel der Breite ein. Der Rest der Rückseite wird unter dem Glas mit einem glänzenden Material bestückt. Der Effekt, den die Zweiteilung mitbringt, wirkt dezent, da das Schutzglas das matte Material optisch etwas überlagert. Trotzdem gelingt Honor hier ein schicker Kniff.

Hands-On des Honor 8X im Test

Honor legt viel Wert auf die Kompaktheit des neuen 8X. Im Hands-On zeigt es sich jedoch nicht ganz mit dem angekündigten 5,5-Zoll-Gefühl. Trotzdem wirkt es etwas kleiner als es die Display-Diagonale suggeriert. Wo man die Größe dann doch spürt: Der Fingerabdrucksensor, der sich fein in die Rückseite eingelassen sieht, könnte einen Zentimeter weiter nach unten rutschen. So tippt der Finger des Öfteren und vor allem beim Erstkontakt daneben beziehungsweise darunter auf die Glasrückseite.

Das Honor 8X fühlt sich schwer, massiv und groß an. Ja, das Display ist riesig und ja, Honor verschwendet wenig Platz bei der Umrandung des Panels, trotzdem wirkt das Honor 8X wenig grazil oder elegant in den Durchschnittshänden des Testers. Schuld daran ist vor allem, dass das Smartphone recht breit ist. Das liegt nicht allein am Display, sondern auch daran, dass der Aluminiumrahmen seinen Platz einfordert. So umgreift man das Gerät zwar, jedoch muss man etwas den Reflex unterdrücken, die zweite Hand zu Hilfe zu nehmen.

Verarbeitung des Honor 8X

Die Größe ist jedoch nicht alles bei einem Smartphone und so liegt der nächste Knackpunkt zumeist an der Materialwahl und der Verarbeitung. Hier wird ein wenig gespart, jedoch in einem völlig akzeptablen Rahmen: Denn genau ein solcher aus Kunststoff umgibt das 2,5D-Glas der Front. Diese Bauweise ist nur mit viel Aufwand zu umgehen und so müssen die meisten Mittelklasse-Modelle mit dem dünnen Plastikteil leben. Nutzer, die ihn loshaben wollen, müssen somit tiefer in die Tasche greifen. Beim gewählten Aurora-Glas zeigen Falltests auf Teppich unterlegt mit Holzboden, das es, zumindest bei sorgsamen Umgang, mit dem Konkurrenten aus den USA, Cornings Gorilla Glas, mithält. Das Honor 8X verbiegt sich bei größerer Krafteinwirkung etwas, jedoch verhindert das ein frühzeitiges Brechen der Glasflächen. Die Hebel sind lang und so sollte das Honor 8X nicht in der hinteren Hosentasche aufbewahrt werden. Sonst kann es dann doch zum Bruch kommen.

Die Verarbeitung der Materialien ist hochwertig und es wurde auch bei den kniffligen Stellen der Bohrungen und Ausfräsungen nicht geschludert. Hier ist alles in Ordnung, wenn auch nicht auf Top-Niveau.

Das Honor 8X ist klobig und liegt mächtig in der Hand. Die Verarbeitung ist gut und mit dem matten Teil der Rückseite gelingt Honor ein gefälliger Design-Kniff.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Das Display im Honor 8X Test

Honor verbaut in das Honor 8X ein Display mit einer riesigen 6,5 Zoll langen Diagonalen und einer Auflösung von 1.080 x 2.340 Pixeln. Damit ergibt sich eine Pixeldichte von knapp 400 ppi, was für das menschliche Auge pixelfreies Sehen ermöglicht. Das 19,5:9-Display wird in LTPS-Technik gefertigt. Die Unterschiede zwischen den am Markt befindlichen Display-Typen hat inside handy in einem gesonderten Artikel im Detail beschrieben. Beim LTPS-Display handelt es sich um eine Unterart der LCDs und damit der am Markt nicht mehr als High-End geltenden Technologie. Die meisten Spitzenmodelle bauen mittlerweile auf OLEDs, die durch kräftigere Farben und Schwarzwerte auftrumpfen.

Das Display des Honor 8X kann im Test des Spitzenmodells zumindest in der Alltagswertung punkten. Die Farben poppen, die Helligkeit ist völlig ausreichend und bei der Schärfe gibt es keine Kritik. Bei genauerer Betrachtung jedoch kommen Schwächen zutage. Das Panel dunkelt bei schräger Draufsicht sehr schnell ab und verliert etwas an Farbenpracht. Dazu ist die automatische Helligkeitsregelung etwas träge, trifft dann aber den korrekten Intensitätspunkt.

Die Einstellungen und Anpassungen können sich dagegen sehen lassen und überzeugen mit einem manuellen Weißabgleich und der zwar groben aber möglichen Einstellung der Farbintensität. High-End-Funktionen wie einen automatischen Weißabgleich wie bei Apples iPhone XS, iPhone XR und iPhone XS Max sucht man dagegen vergeblich. Dass das Display mit einem augenschonenden Modus aufwartet, ist mittlerweile kaum mehr erwähnenswert, immerhin hat hier die Marktdurchdringung schon die Einsteigerklasse erreicht.

Das Honor 8X besitzt ein solides Display mit einigen starken Leistungen. High-End sucht man jedoch vergebens. Dazu offenbart es ein paar kleine Schwächen, die die Wertung drücken. Aber alles in allem eine für den Alltag gute Leistung.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Ausstattung und Leistung

Das Honor 8X wird bei den für die Leistung entscheidenden Bauteilen ähnlich ausgestattet wie das Huawei Mate 20 Pro. Das ist insoweit bemerkenswert, als dass das Mate 20 Pro noch einmal in einer anderen Preisliga beheimatet ist. Mit dem Kirin 710 und 4 GB Arbeitsspeicher sollten keine Probleme im Alltag auftauchen. Das wird auch im Honor 8X Test bestätigt.

Honor 8X im Benchmark-Test – Das Mate 20 Lite lässt grüßen

Der übliche Benchmark-Test „3DMark: Sling Shot“ wird hergenommen, um das Honor 8X einer Leistungsliga zuzuordnen. In diesem für Hauptprozessor (CPU) und Grafikeinheit (GPU) sehr aufwendigen Test, erreicht das Honor 8X einen Wert von 1.446 Punkten. Vergleicht man den Wert mit dem Mate 20 Lite wird deutlich, das die verbaute Hardware und die Verzahnung mit der Software praktisch gleich sind. Das Mate 20 Lite kommt auf 1.444 Punkte.

3DMark - Der Benchmark für Gamer
3DMark - Der Benchmark für Gamer
Entwickler: Futuremark Oy
Preis: Kostenlos
UmfeldModellBenchmark-Wert
TestgerätHuawei Honor 8X1.446
 
BQ Aquaris X21.476
direkte KonkurrentenNokia 7 Plus1.985
Samsung Galaxy A8802
Huawei Mate 10 lite625
ehemalige SpitzenmodelleHonor 7X 571
Samsung A5 (2017)1.142
 
aktuelle ReferenzOnePlus 66.162

Vergleichbare Werte erzielten beispielsweise auch das Sony Xperia XA2 Ultra oder das BQ Aquaris X2. Etwas besser zeigte sich das Nokia 7 Plus. Von Werten jenseits der 6.000 Zähler, wie sie zum Beispiel das OnePlus 6 erreicht, ist das Honor 8X erwartungsgemäß weit entfernt.

Die Leistung in der Praxis

Die Geschwindigkeit des Honor 8X lässt im Alltag nichts zu wünschen übrig. Knapp wird es nur, wenn zwischen mehreren Apps hin- und hergewechselt wird. Man spürt auch beim Spielen des Spiels “Asphalt 9”, dass man kein Flaggschiff-Smartphone in den Händen hält. Hier wird bei den Zwischensequenzen und dem Laden einer neuen Runde etwas durchgeatmet. Das können Spitzenmodelle besser. Nichtsdestotrotz gibt es bei der Leistung im Alltag nichts zu meckern.

Features und Verbindungsmöglichkeiten

Honor spendiert dem Honor 8X eine gefüllte Verbindungstabelle. Bluetooth baut jedoch noch auf den alten Standard 4.2, jedoch auch auf Bluetooth LE, anstatt auf Bluetooth 5. Dagegen ist der WLAN-Bereich mit Dual-Band ausgestattet und lässt damit dem schnelleren neuen Standard eine Chance. Der Nutzer kann sich über GPS, AGPS, GLONASS und Beidu orten. Den europäischen Standard Galileo hat sich Honor jedoch gespart. Erwähnenswert ist auch, dass Honor NFC, also die Nahbereichskommunikation, verbaut. Damit lassen sich beispielsweise Bezahlsysteme an Supermarktkassen bedienen oder es lässt sich eine schnelle Verbindung mit einem anderen Gerät herstellen – noch kein Standard im Mobilfunkbereich.

 Honor 8X
HSPA
HSPA+
LTE (Down-max Mbit/s)▲ (600 Mbps)
USB-OTG
DLNA
NFC
Kabellose Display-Übertragung
MHL
Infrarot-Fernbedienung
Bluetooth-VersionBT4.2 + BLE
WLAN-Standardsa/b/g/n/ac
QI
Dual-SIM

Die große Feature-Show bleibt beim Honor 8X aus: Es gibt als kleine Bonbons den Party-Modus, die Gesichtserkennung und die AI-Kamera. Alle drei Features werden überwiegend softwareseitig eingebaut und bedürfen keiner zusätzlichen Hardware und teurer Bauelemente. Ein drucksensibler Rahmen, Stiftbedienung, gekrümmte Display-Kanten oder ein Fingerabdrucksensor unter dem Display sucht man also vergebens. Hier kann aber auch gefragt werden: wen juckt es? All diese Gimmicks und netten Weiterentwicklungen, die gerade in der High-End-Klasse en Vogue sind, sind nicht kriegsentscheidend und erst recht nicht dringend benötigt.

Telefonqualität des Honor 8X im Test

Wichtiger als all diese Features und Ausstattungsmerkmale ist bei Mobiltelefonen eben die Hauptfunktion, das Telefonieren. Hier gibt es beim Honor 8X Standardware und ebensolche Wertungen. Die Klangqualität ist für den Honor-8X-Nutzer gut, für den Angerufenen jedoch eher durchschnittlich. Der Grund dafür wird bei der Aktivierung der Freisprechfunktion deutlich. Hält man nämlich das Honor 8X mit dem unteren Rahmen vor das Gesicht wird die Klangqualität um Längen besser. Damit zeigt sich, dass man beim normalen Telefonieren mit dem Honor 8X etwas am Mikrofon vorbeiredet. Der Lautsprecher gibt die Sprache im Freisprechmodus, bei ruhiger Umgebung und damit bei mittlerer Lautstärke sauber wieder. Wird aufgedreht übersteuert der Lautsprecher ab und zu.

Der Nutzer ist mit dem Honor 8X flott unterwegs und kann sich auf eine solide Ausstattung mit nur kleinen Makeln freuen. High-End-Bauteile und -Funktionen sollte man hier jedoch nicht erwarten. Für die Zielgruppe der jungen Leute und Junggebliebenen werden jedoch einzelne gute Ideen verbaut.

Teilwertung: 4 von 5 Sternen

Die Kamera im Honor 8X Test

Huawei stattet das Honor 8X mit einer Kombination aus einem 20-Megapixel-Sensor und einem mit 2 Megapixeln aus. Die Blende gibt Honor mit 1:1,8 an. Auf der Front bietet das Honor 8X eine einzelne Kamera mit 16 Megapixeln und einer Blende von 1:2,0. Dazu gibt es AI-Unterstützung und die Standard-App von Honor und Huawei.

Bildqualität

Die Bildqualität kann sich im Allgemeinen sehen lassen. Wenn man genau hinschaut, sind allerdings doch einige kleine Schwächen zu erkennen. Der AI-Modus übertreibt es des Öfteren mit den Farben und die Schärfe geht mit verringertem Licht schnell in den Keller. Dazu verwackeln auf der Frontseite Selfies am laufenden Band. Hier wird es erst mit ordentlich heller Umgebung besser. Dann greift der typische Honor-Beauty-Filter rabiat zu und bügelt alles weg, was nicht nach Puppenhaut aussieht. Besser ist hier, sich der Realität zu stellen und einige Details der Haut preiszugeben. Dafür wird das Bildergebnis deutlich besser, sprich realistischer.

Video – ganz langsam

Mit der Hauptkamera können Videos mit bis zu 480 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Die Aufnahmezeit ist jedoch begrenzt. Will man längere Slow-Mo-Momente in Bewegtbild bannen, gibt es noch den „normalen“ Zeitlupenmodus, der jedoch weniger spektakuläre Ergebnisse erzielt. Was bei Videos noch zu beachten ist: Es sollte immer genug Licht vorhanden sein und man darf von den Super-Slow-Mo-Videos nicht zu viel Schärfe erwarten. Hier wird die Auflösung mit 720 x 1.280 Megapixeln ordentlich heruntergeschraubt.

Kamera-Software

Die Kamera-Software ist typisch für Huawei und Honor. Sie besitzt einige Ebenen wobei viele Modi und Sonderwege verbaut werden. Die Grundfunktionen Foto, Video, Nacht, Blende und Porträt sind dabei aus der Live-View-Ansicht ansteuerbar. Weitere Modi verstecken sich im Bereich „Mehr“. Darin sind unter anderem die Video-Modi untergebracht, was schon zeigt, worauf Honor eher Wert legt: Fotos in der Automatik und solche, die die Doppelkamera in den Vordergrund rücken. Sie bietet jedoch keine echten Zusatzfunktionen wie eine zweite Brennweite, sondern unterstützt die Hauptkamera vor allem bei Effekten wie dem Unscharfzeichnen von Hintergründen.

Honor verbaut eine sehr solide Kamera, die jedoch den letzten Schliff vermissen lässt. Das Mate 20 Lite kommt mit einer ähnlichen Ausstattung auf 4 von 5 Sternen. Hier reicht es für den chinesischen Konzern jedoch nur für eine durchschnittliche Bewertung.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Software und Multimedia

Honor installiert auf das Honor 8X Android 8.1 Oreo und damit nicht die neuste Version der Software. Android 9 Pie soll jedoch folgen und per Update auf die Geräte geschaufelt werden. Das Ganze überzieht Honor mit der hauseigenen Nutzeroberfläche EMUI 8.2 und setzt auch hier auf einen eher älteren Gaul statt dem neuen Hengst EMUI 9. Das neue Betriebssystem und die neue Benutzeroberfläche werden hausintern schon eingesetzt: Im Huawei Mate 20 Pro beispielsweise läuft schon das neue Gespann.

Durch die schon bekannten Software-Komponenten gibt es auf dem Honor 8X für erfahrene Nutzer recht wenig zu entdecken. Als besonderes Gimmick gibt es den Party-Modus, mit dessen Hilfe man alle im gleichen WLAN befindlichen Honor-Geräte mit der gleichen Musik ausstatten kann und so nicht nur auf ein Gerät als Schallquelle angewiesen ist. Wie auf Honor-Smartphones fast immer sind auch wieder einige Bloatware-Apps installiert, die Honor eher als Service verstanden wissen will.

Die Software läuft im Allgemeinen flüssig und rund, ohne dass es große Aussetzer gibt. Ab und an hakt es an der einen oder anderen Stelle, jedoch müssen Nutzer keine Wartezeiten aushalten. Das Huawei-System greift recht deutlich in die Bedienung und den Workflow ein. So kann es schon einmal passieren, dass die Kamera-App „einschläft“ während man mit dem Handy auf Fotosafari in der Stadt unterwegs ist. Dann braucht es einen Fingertipp mehr um das Objekt, die Szene oder den Menschen einzufangen.

Gesichtserkennung: Nebenbei geht’s nicht

Bei den biometrischen Entsperrmöglichkeiten legt sich Honor ins Zeug und verbaut neben einem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite die Möglichkeit, über die Frontkamera zu entsperren. Das funktioniert gut, solange das Gesicht lotrecht vor dem Display platziert wird. Wird jedoch das Handy auf dem Schreibtisch aktiviert, erkennt es in den wenigsten Fällen das Gesicht des Nutzers. Damit ist die Funktion zwar nett, jedoch nicht ausgereift.

Sound von Huawei und ein Party-Modus

Huawei stattet das Honor 8X mit der Musik-Software Huawei Histen aus und bringt damit einige tolle Funktionen in das Smartphone. Das Problem: Der Equalizer, die Sound-Effekte und die Stromspar-Option können nur mit angeschlossenen Kopfhörern aktiviert werden. Auch per Bluetooth angeschlossene Wiedergabegeräte ermöglichen das Aktivieren nicht. Hier sollte Honor nachbessern, der Trend geht nämlich in Richtung Bluetooth-Kopfhörer. Der Anschluss von Kopfhörern via Klinke ist jedoch auch für den Empfang des eingebauten Radios nötig und somit sollte man sich beim Honor 8X zweimal überlegen, ob man wirklich auf eine Bluetooth-Variante setzt.

Der verbaute Lautsprecher plärrt laut und geht mit der Musik ruppig um. Höhen werden übertrieben abgebildet und der Bass müht sich, findet aber kein Durchkommen gegen die höheren Frequenzen. Somit ist hier eine eher durchschnittliche Leistung zu verzeichnen. Im Party-Modus spielen verbundene Honor-Geräte allesamt das Gleiche ab. Somit können die einzelnen Smartphones etwas leiser gedreht werden und dann kann sich der Sound auch hören lassen.

Die Software und der Sound ruhen auf solider Basis, mehr jedoch nicht. Der Party-Modus kann den Durchschnitts-Lautsprecher nicht aufwiegen und der massive Einsatz von Bloatware schmälert die Software-Bewertung.

Teilwertung: 3,5 von 5 Sternen

Akku

Der Akkutest beinhaltet in den ersten acht Stunden eine aktive Nutzung des Smartphones mit jeweils 30 Minuten spielen, Video streamen, Radio hören und telefonieren. Dazu werden in dieser Zeit Screenshots und Testbilder erstellt, Uploads und Downloads getätigt und im Internet gesurft. Nach der ersten Phase schließt sich eine zweite an, in der die Standby-Zeit von 16 Stunden durchlaufen wird. Derweil wird nichts mit dem Smartphone getan.

ModellKapazität (mAh)AkkustandVerbrauch
Arbeitstag (8h)Nacht im Standby (16h)Intensivtest (8h)Standby (16h)
Testgerät
Huawei Honor 8X3.75068553213
Alternativen
Huawei Honor 83.0005950419
Sony Xperia XA23.00066533413
Huawei P20 Lite3.0005244488

Die erste Phase durchläuft das Honor 8X im Test mit einem Verlust von 32 Prozentpunkten und kommt somit auf einen starken Wert von 68 Prozent Restenergie nach dem Akku-Martyrium. Die starke Leistung kann auch auf die hohe Kapazität von 3.750 mAh zurückgeführt werden. Die weiteren 16 Stunden im Standby knapsen dem Honor 8X weitere 13 Prozentpunkte ab, was keine besonders tolle Leistung darstellt, jedoch auch keine Katastrophe ist. Mit dem starken Wert im ersten Testzyklus kommt also eine ordentliche Basis für die Endwertung zusammen.

Bei den Sekundärtugenden, also dem Ladeverhalten und den Lademöglichkeiten, muss der Nutzer auf Hausmannskost zurückgreifen. Kein Schnellladen per USB-TYP-C-Anschluss und kein Qi machen das Honor 8X zum Langweiler im Lade-Bereich. Das mitgelieferte Kabel lässt in 30 Minuten und mit dem Startpunkt bei 30 Prozent genau 30 Prozentpunkte in den Akku, was keine gute Leistung darstellt. Zum Vergleich: Das Huawei Mate 20 Pro lädt in dieser Zeit von 9 auf 72 Prozent, was mit 63 Prozentpunkten mehr als doppelt so viel Energieübertrag bedeutet.

Trotzdem kommt der Akku mit der gebotenen Leistung prima zurecht und bietet genug Energie für zwei Tage Laufzeit mit intensiven Belastungsphasen. Damit hat sich das Honor 8X im Test eine gute, wenn auch nicht herausragende Wertung verdient.

Teilwertung 4,5 von 5 Sternen

Fazit zum Honor 8X Test

Honor hat mit dem 8X ein toll ausgestattetes und solides Mittelklasse-Gerät vorgestellt, das sich vor der Konkurrenz in keinem Punkt verstecken muss. Ein starker Akku sowie einige nette Spielereien für die junge Generation sind die Stärken des Honor 8X. Dazu gibt es ein riesiges Display in einem noch akzeptabel großen Gehäuse. Das 5,5-Zoll-Gefühl stellt sich jedoch nicht ganz ein, außer man kennt noch Smartphones aus der Zeit eines Asus Zenfone AR oder eines Nokia Lumia 1520.

Ein Testsiegel, das das Honor 8X mit 4 von 5 Sternen auszeichnetGesamtwertung 4 von 5 Sternen

Pros im Honor 8X Test

  • toller Akku
  • nette Features
  • solides Gehäuse

Contras im Honor 8X Test

  • Bloatware
  • USB mit altem Standard
  • übertriebener Beauty-Modus

Preis-Leistung

Honors X-Linie ist bekannt für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit der 4-Sterne-Wertung und einem Preis von 250 beziehungsweise 280 Euro trifft Honor auch beim neuesten Mitglied dieser Runde ins Schwarze. Mit dem Honor 8X bedient man einen tollen Preispunkt mit einem sehr soliden Gerät, das auch noch einige Alleinstellungsmerkmale in der Preisklasse bietet. Darunter befinden sich das riesige Display und der Party-Modus.

EinTestsiegel, das das Honor 8X mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnet

Honor feuert mit allen Preis-Leistungs-Kanonen auf den heiß umkämpften Mittelklassebereich und kann sich dort einen Spitzenplatz erkämpfen. Wer also ein günstiges aber gutes Smartphone kaufen will, das mit Notch und Doppelkamera auch vor den Mitmenschen Eindruck schindet, ist beim Honor 8X an der richtigen Adresse. Wer High-End, die neueste Software und das letzte Krümelchen Perfektion benötigt, muss sich woanders umsehen und dann auch mehr Geld in die Hand nehmen.

Alternativen

Im Preisbereich des Honor 8X befinden sich so viele Smartphones auf dem Markt, dass schnell die Übersicht verloren geht. Nicht nur eine schier unendliche Anzahl an Modellen von verschiedensten Herstellern, auch die jährlichen Modellpflege-Maßnahmen erschweren die Suche nach geeigneten Alternativen. Die geeignetsten Mittel hierfür sind die Bestenlisten von inside handy, die nach aktuellem Preis aufgeschlüsselt, die besten Smartphones in den unterschiedlichen Preisbereichen aufzeigen:

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