Honor 20 Pro im Hands-On: So gut ist die Huawei-P30-Alternative

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Das Honor 20 in der Hand gehalten.
Kompakt sind die neuen Modelle nicht. - Bei den gezeigten Geräten der HONOR 20-Serie handelt es sich um Demoversionen, die sich in Aussehen und Funktion von den finalen Versionen unterscheiden können.Bildquelle: Rita Deutschbein / inside handy
Honor möchte seine Smartphones etwas erwachsener machen und stellt mit dem Honor 20 und Honor 20 Pro zwei neue Modelle vor, die erstmals als Flaggschiff-Smartphones beworben werden. Unter dem Motto „Premium ist der neue Standard“ bietet vor allem das Pro-Modell eine Quad-Kamera, die ganz oben mitspielen soll und dem Huawei P30 Pro Konkurrenz machen könnte. inside handy hat es sich im Hands-On angeschaut. Beim Testgerät handelt es sich allerdings um eine Demoversion, die sich in Aussehen und Funktion von der finalen Version unterscheiden kann. 

Neben dem Pro-Modell gibt es mit dem Honor 20 auch ein weiteres Smartphone, dass sich in Speicher, Akku und den Kamera-Details unterscheidet. Abgesehen von der Farbe sind beide Modelle ansonsten identisch anzusehen. Das Honor 20 kommt in Blau und Schwarz am 4. Juni auf den Markt. Das Pro-Modell gibt es hingegen in den Farbversionen Phantom Black und Phantom Blue, die so ganz anders aussehen als es die Bezeichnungen vermuten lassen würde.

Honor 20 Pro: Erster Eindruck und Display

Die Version in Phantom Black wirkt weniger Schwarz als vielmehr Lila, die Ausführung Phantom Blue beinahe Türkis. Honor realisiert den je nach Lichteinfall wechselnden Farbschimmer durch verschiedene, unter Vakuum verpresste Schichten. Einer Tiefenschicht folgt eine Farbschicht abgedeckt durch eine Glasschicht. Das Ganze nennt der Hersteller Dynamic Holographic Design. Es entsteht eine Glasrückseite, die nicht nur hübsch anzusehen ist, sondern dank zu den Seiten hin geschwungenen Rändern auch angenehm in der Hand liegt.

Kompakt ist das Honor 20 Pro allerdings nicht. Durch das Allview-Display und nahezu rahmenlose Verarbeitung spart der Hersteller zwar etwas Gehäusefläche ein. Doch ist das 6,26 Zoll messende LCD-Display dennoch recht groß. Es löst in Full-HD+ mit 2.340 x 1.080 Pixeln auf und wird im oberen linken Bereich durch ein Kamera-Loch unterbrochen. Im Hands-On zeigt sich die Darstellung gestochen scharf, obwohl die Pixeldichte mit 411 ppi eher Durchschnitt ist. Auch die maximale Displayhelligkeit kann auf den ersten Blick überzeugen.

Die Lautstärkewippe befindet sich an der rechten Rahmenseite und ist gut erreichbar. Sie fügt sich passgenau in den Rahmen aus Metall ein. Unmittelbar unter ihr hat Honor den Fingerabdrucksensor platziert, der in dem Home-Button integriert ist. Dadurch spart sich der Hersteller ein drittes Element am Rahmen und kann die Tasten und den Sensor im gut zu erreichenden Bereich unterbringen. Das Aktivieren und Entsperren des Honor 20 Pro erfolgt somit mit einem Griff.

Quad-Kamera des Honor 20 Pro

Dadurch, dass sich der Fingerabdrucksensor an der Seite befindet, nimmt er keinen Platz auf der Rückseite ein. Für eine Positionierung unterm Displays hat sich Honor wohl aus Kostengründen nicht entschieden. Auf der Rückseite prangt somit lediglich die Quad-Kamera des Honor 20 Pro zusammen mit dem LED-Blitz. Drei Objektive sind untereinander angeordnet und mit Glas abgedeckt. Das vierte sitzt etwas weiter rechts auf gleicher Höhe wie der dritte Sensor.

Ursprünglich wurde vermutet, dass das Honor 20 Pro die gleiche Kamera mitbringen wird wie das Huawei P30 Pro. Das ist zwar nicht der Fall, eine Gewisse Ähnlichkeit findet sich aber dennoch. So besitzt auch das Honor 20 Pro ein Super-Weitwinkel-Objektiv mit 16 Megapixeln, mit dem sich 117°-Fotos aufnehmen lassen. Die Blende beträgt hier f/2.2. Der Hauptsensor macht Bilder mit bis zu 48 Megapixeln und ist mit einer sehr lichtstarken f/1.4-Blende und einem optischen Bildstabilisator (OIS) kombiniert. Als dritte Kamera reiht sich ein 8-Megapixel-Teleobjektiv mit OIS, f/2.4-Blende und 3-fach optischem sowie 30-fachem digitalen Zoom in den Bund. Bei der vierten und etwas rechts stehenden Kamera handelt es sich um eine Makro-Kamera mit 2 Megapixeln und f/2.4-Blende.

Ein LED-Blitz sorgt für die nötige Ausleuchtung. Zudem verfügt das Honor-Smartphone über eine künstliche Intelligenz, die Motive vor der Kamera erkennt und die optimalen Einstellungen selbstständig vornehmen kann. Möchten Nutzer stattdessen selbst Hand anlegen, können sie dies über den Profi-Modus tun. Zudem stehen diverse Modi wie der spezielle Super-Nachtmodus und der Makro-Modus zur Verfügung. Letzterer erlaubt Nahaufnahmen mit einem auf 4 Zentimeter verringerten Abstand.

Asphärische Linsen à la Leica

Interessant ist außerdem der Einsatz einer asphärischen Linse, durch die während der Fotografie weniger Abbildungsfehler entstehen. Asphärische Linsen, kurz ASPH, sind eigentlich ein Merkmal der HuaweiSmartphones, deren Kameras in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt worden sind.

Im Hands-On kann das Honor 20 durch eine recht übersichtliche Kamera-App und eine schnelle Fokussierung und Auslösezeit überzeugen. Dank 30-fachem digitalen Zoom lassen sich weiter entfernte Objekte nah heranholen, wobei die Qualität der Aufnahmen recht gut ist. Bei einem derart starkem Zoom ist allerdings eine sehr ruhige Hand oder ein Stativ von Vorteil, da der OIS in diesem Modus Verwacklungen nur schwer ausgleichen kann. Insgesamt gefallen die Bedienung, die vielen Optionen sowie die Bildergebnisse. Da es sich bei dem im Hands-On verwendeten Honor 20 Pro um eine Demoversionen handelt, bleibt abzuwarten, wie sich die Quad-Kamera der fertigen Geräte schlagen wird.

Flotte Performance dank Kirin 980

Die schnelle Reaktion der Kamera basiert unter anderem auf der guten Hardware-Basis des Honor 20 Pro. Der Hersteller setzt hier auf den aktuellen Top-Prozessor Kirin 980, der im sehr kompakten 7-Nanometer-Verfahren gefertigt ist. In Kombination mit 8 GB RAM und 256 GB internen Speicher, der nicht erweiterbar ist, ergibt sich eine sehr gute Leistung, die sich im Hands-On durch zügige Reaktionen und eine flüssige Bedienung bemerkbar macht. Beim Gaming kann der neue GPU Turbo 3.0 herangezogen werden, sodass auch das Spielen anspruchsvoller Games kein Problem sein sollte. Details dazu muss aber ein genauer Test zeigen.

Ebenfalls abzuwarten bleibt die Leistung im Bereich Akku. Das Honor 20 Pro verfügt über eine Batterie mit 4.000 mAh, die sich dank Super Charge und 22,4-Watt-Netzteil sehr zügig laden lassen soll. Ausgeliefert wird das Smartphone mit Android 9 Pie und der von Honor bekannten Oberfläche Magic UI. In diesem Bereich erwartet Nutzer somit eine bewährte Kombination.

Bildquellen:

  • Frontblick Honor 20 Pro: Rita Deutschbein / inside handy
Das Honor 20 in der Hand gehalten.

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Rita liebt Technik, besonders wenn diese aus der Welt der Smartphones stammt. Seit 2009 berichtet sie als Journalistin aus diesem Kosmos - seit 2019 für inside handy. Dabei hat die gebürtige Berlinerin aber auch Spaß an anderen Themen wie Tarifen, Smart Home oder Zubehör. Wenn sie nicht gerade die aktuellsten Handys testet oder Tarife auf den Prüfstand stellt, taucht sie gerne ab - und das ist wörtlich zu nehmen. Denn ihre Urlaubsziele müssen vor allem eins haben: tolle Tauchgebiete. Und wenn gerade kein Urlaub ist, dann tut es in der Freizeit auch ein gutes Buch, ein guter Drink oder ein Treffen mit Freunden, um von der Arbeit abschalten zu können.

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