Huaweis bestes und teuerstes Smartphone

Datum: 20.04.2015 | Wertung: 86% | Produkt: Huawei P8
Huawei P8

In diesem Jahr will Huawei mit dem P8 gegen die neuen Galaxy- und iPhone-Flaggschiffe in die Schlacht ziehen. Das rund 500 Euro teure Smartphone besticht besonders durch sein auffälliges Metall-Unibody-Gehäuse und seine flache Bauweise. Doch geht diese zu Lasten des Akkus und seiner Laufzeit? Der Testbericht zeigt, in welcher Hinsicht sich das Huawei P8 nicht hinter der Konkurrenz verstecken muss und wo Huawei Potenzial verschenkt hat.

Verarbeitung und Design

Das Apple iPhone 6, das Sony Xperia Z4 und das HTC One M9 haben eines gemeinsam: einen Unibody aus Leichtmetall. Es ist zurzeit sehr angesagt, ein Smartphone mit all seiner Hardware in ein Metall-Kleid zu pressen. Das dachten sich anscheinend auch die Huawei-Designer bei der Entwicklung des P8. Das neue Spitzenmodell der Chinesen macht einen hochwertigen Eindruck – nicht nur aus der Ferne betrachtet. Nimmt man das Smartphone in die Hand, wird man feststellen, dass Huawei spätestens mit dem P8 im Oberklassen-Segment angekommen ist. In den Verkaufsregalen dürfte sich das Gerät neben einem Galaxy S6 wiederfinden, zumindest was die Optik angeht.

Das Gehäuse fühlt sich im ersten Moment kühl und leicht rau an und gibt einem das Gefühl, dass man sich ein teures und sehr gut verarbeitetes Smartphone gekauft hat. Dabei ist das Huawei P8 im Vergleich zu einem Galaxy S6 oder HTC One M9 gar nicht so teuer. Dass das Gerät mindestens 200 Euro weniger kostet als seine Konkurrenz, wird man weder bei der Verarbeitung noch bei den für das Gehäuse ausgewählten Materialien feststellen.

Huawei P8: Hands-On-Fotos zum Test

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    Am 15. April 2015 hat Huawei in London mit dem P8 sein neues Flaggschiff vorgestellt.
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    Das Gerät wird in vier Farben lieferbar sein: Schwarz, Champagner, Grau und Gold. Hier im Bild die champagnerfarbene Variante mit weißen Akzenten.

Es gibt aber auch zwei Punkte, die man kritisieren darf: Zum einen dürfte das Glaspanel auf der Rückseite nicht jedem gefallen. Es unterbricht die Linie des Leichtmetalls und wirkt wie ein Fremdkörper. Allerdings darf sollte nicht vergessen, dass Huawei es beim P8 geschafft hat, zwei SIM-Karten-Einschübe einzubauen, in denen beide Karten Daten über das LTE-Netz verschicken und empfangen können. Um den Empfang so gut wie möglich zu gestalten, muss das Metall-Gehäuse unterbrochen werden. Die Dual-SIM-Version des P8 wird es in Deutschland vorerst aber nicht geben. Zum anderen ist im Übergang vom Alu-Rahmen zum Display eine leicht scharfe Kante wahrzunehmen.

Das war es aber auch schon mit der Kritik. Lob bekommt Huawei in Bezug auf das sauber im Gehäuse versenkte Kameramodul. Während das Objektiv beim iPhone 6 und Galaxy S6 aus dem Gehäuse herausguckt und das Design ruiniert, schafft es Huawei im 6,9 Millimeter flachen P8, die Optik vor dem Sensor so im Gehäuse einzubetten, dass das Objektiv plan mit diesem abschließt.

Huawei Ascend P7
Bildquelle: inside-handy.de

Das Huawei Ascend P7 nach einem halben Jahr in Benutzung

Gespannt darf man auf die Abnutzungserscheinungen nach einigen Wochen und Monaten sein. Das Vorgängermodell Ascend P7 sieht nach einem halben Jahr im Einsatz zwar noch sehr ordentlich aus, die beiden Glasabdeckungen auf Vorder- und Rückseite haben aber unzählige Kratzer. Diese konnte auch Gorilla Glass 3 nicht verhindern, was den Einsatz dessen zu einer reinen Marketing-Phrase verkommen lässt. Neben dem Display dürfte auch das Glaspanel auf der Rückseite des Huawei P8 kratzanfällig sein – ebenso wie das Metallgehäuse. Auch die weißen Kunststoffantennen nehmen nach einigen Hosentaschenaufenthalten langsam aber sicher die Farbe der Jeans an.

Was das Design angeht, spiegelt das Huawei P8 die aktuell vorherrschende Idee im Smartphone-Markt wider. Das Credo: Leichtmetall ist der neue Kunststoff. Die Verarbeitung scheint beim P8 sehr gut zu sein. Auf den zweiten Blick aber fehlen ein paar Prozent, um am Finale um das bestverarbeitete Smartphone des Jahres teilnehmen zu können.

Wertung: 4,5/5

Display

Das neue Huawei-Flaggschiff kommt mit einem 5,2 Zoll großen IPS-Display daher und ist damit im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Huawei Ascend P7, wieder etwas gewachsen. Bei einer Full-HD-Auflösung von 1.080 x 1.920 Bildpunkten ergibt sich eine Pixeldichte von 424 Punkten pro Zoll; einzelne Pixel sind mit dem bloßen Auge natürlich nicht wahrnehmbar. Über dem Display und der gesamten Frontseite des P8 liegt eine schützende Schicht aus Gorilla Glass 3.

Huawei P8 Farbraum
Bildquelle: inside-handy.de

Der Farbraum des P8-Displays ist nahezu deckungsgleich mit dem RGB-Farbaum

Das Display gibt die Farben originalgetreu wieder, auch Schwarz wirkt schwarz und nicht grau. Die möglichen Blickwinkel sind großzügig bemessen, selbst von der Seite lässt sich der Bildschirm noch gut ablesen. Texte und Bilder wirken gestochen scharf. Einzig die automatische Helligkeitsregulierung könnte überarbeitet werden: sie reagiert etwas zeitverzögert und nicht wirklich stufenlos.

Darüber hinaus bietet das P8 einige Bildschirm-Einstellungen unter dem Menüpunkt "Display" an. So kann neben der Farbtemperatur auch die Schriftart angepasst werden, die das Gerät zur Anzeige von Systemtexten verwendet. Die Einstellung für das Hintergrundbild hat Huawei ebenfalls in diesem Menü platziert. Der Mix aus Display-Konfiguration und -Personalisierung wirkt etwas unaufgeräumt.

Für Fans von Displayschutzfolien hat sich Huawei die Touchplus-Funktion ausgedacht. Mit einer solchen speziellen Folie kann man die Software-Tasten für Zurück, Home und Multitasking durch entsprechende Bereiche auf der Folie ersetzen. Außerdem erlaubt es die Funktion, schnell durch Doppeltippen ein Foto zu schießen oder eine Audioaufnahme zu starten.

Das Display des Huawei P8 lässt kaum Wünsche offen und bietet das, was man von einem Flaggschiff erwarten kann. Allerdings lässt Huawei hier und dort auch noch ein wenig Luft nach oben, beispielsweise was die Einstellungsmöglichkeiten angeht.

Wertung 4,5/5

Ausstattung und Leistung

Huawei bleibt sich treu und setzt – wie schon beim Ascend P7 – auch beim P8 auf einen Chip der hauseigenen Halbleitersparte HiSilicon. Zum Einsatz kommt der Kirin 930, der mit einer interessanten Konfiguration aufwartet: Vier der acht Kerne takten mit 2 GHz, die übrigen vier rechnen mit 1,5 GHz, was sich positiv auf die Akkulaufzeit auswirken soll. Für den schnellen Datenfluss stehen 3 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Von den 16 GB internem Speicher stehen nach Abzug des Betriebssystems noch etwa 10,5 GB für Apps und Dateien zur freien Verfügung. Mit einer Micro-SD-Karte lässt sich das Datendepot um bis zu 128 GB erweitern.

Huawei P8 im Benchmarktest
Bildquelle: inside-handy.de

Nicht ganz so gut wie das Galaxy S6 edge: Huawei P8 im Benchmarktest

Spiele mit anspruchsvoller 3D-Grafik wie "Real Racing 3" sind für das Telefon dank seiner Mali-T628-MP4-Grafikeinheit kein Problem. Dabei hielt sich die Wärmeentwicklung in Grenzen, eine Taschenheizung ist das Huawei P8 also nicht. Im AnTuTu-Benchmark landet das Gerät jedoch nur im oberen Mittelfeld: Mit 45.882 Punkten liegt das Huawei P8 deutlich hinter Samsungs Galaxy S6 edge, welches mit einem Spitzenwert von 64.903 Punkten glänzen konnte, aber eben auch deutlich teurer verkauft wird. Bei alltäglichen Anwendung dürfte diese Differenz allerdings kaum ins Gewicht fallen. Das Testgerät reagierte zu jedem Zeitpunkt schnell und lief immer flüssig.

Bei den Verbindungsmöglichkeiten kann das P8 mit fast allem aufwarten, was gerade en vogue ist – einzig auf den Drahtlos-Ladestandard Qi, auf MHL und die Infrarot-Schnittstelle zur Fernbedienung der heimischen Unterhaltungselektronik muss der geneigte Huawei-Kunde verzichten.

Die Gesprächsqualität konnte ebenfalls überzeugen. Sowohl am Ohr als auch mit eingeschalteter Lautsprecher-Funktion war die Gegenseite laut und klar zu verstehen und klang nicht blechern. Auch der Gesprächspartner hat den Tester in hoher Qualität verstehen können.

Verbindungsmöglichkeiten

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE X   Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG X   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA X   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC X   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast X   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL   X Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.1
WLAN-Standards X   802.11 a/b/g/n/ac
Qi   X Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM X   Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel (Die Dual-SIM-Version des P8 wird es in Deutschland vorerst nicht geben.)


Trotz der verhaltenen Benchmark-Ergebnisse muss sich das Huawei P8 in puncto Leistung nicht hinter den großen Flaggschiffen der diesjährigen Modellgeneration verstecken. Seine schnelle, flüssige Bedienbarkeit, die vielfältigen Verbindungsmöglichkeiten und die hochwertige Tonqualität machen wirklich Spaß und stehen anderen, teils deutlich teureren Android-Modellen in Nichts nach.

Wertung 4,5/5

Kamera

Wie bereits beim Ascend P7 setzt Huawei auch im P8 auf einen Sensor mit 13-Megapixel-Auflösung. Dieser wird von Sony bereitgestellt und befindet sich hinter einer Optik mit einer Blende von f/2.0. Bei Dunkelheit und schwierigen Lichtbedingungen lassen sich zwei Leuchtdioden hinzuschalten. Wer es schnell mag, wird dieses Feature nützlich finden: Zwar hat Huawei im P8 keinen dedizierten Kamerataster untergebracht, dafür lässt sich die Kamera aber einschalten und auslösen, wenn man zwei Mal schnell hintereinander die Lautstärkewippe in Richtung "leiser" betätigt.

Wie sich die Kamera des P8 gegen die ihres Vorgängers schlägt, hat die Redaktion in einem eigenen Artikel beschrieben. Wie aber sehen Fotos im Allgemeinen aus, die von dem 4,69 x 3,52 Millimeter kleinen Sensor ins Datendepot verfrachtet werden?

Der erste Eindruck, den die Redaktion nach der Präsentation in London gewonnen hat, wurde im Intensivtest bestätigt. Geschossene Bilder weisen eine hohe Dynamik auf. Besonders gut gelingen Nahaufnahmen, die auch mit einem Macro-Objektiv einer digitalen Spiegelreflexkamera kaum besser gelingen. Auch die Schärfe ist beeindruckend - was mitunter der optischen Bildstabilisierung zu verdanken ist.

Huawei P8: Kamera-Testfotos

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    Außenaufnahme bei Tageslicht: Das Huawei P8 fängt satte Farben ein
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    Auch in Bewegung entstehen scharfe Bilder.

Mit dem Huawei P8 gemachte Testaufnahmen in voller Auflösung

Darüber hinaus hat Huawei mit den diversen Nachtmodi zwar nicht etwas völlig neues geschaffen, vereinfacht die Aufnahmen bei Nacht mit einem Smartphone allerdings. So lassen sich Lichtzieher ohne große Kenntnisse über Verschlusszeit und ISO-Zahl aufnehmen und mithilfe von Taschenlampen und Co. Lichtmalerei betreiben. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Stativ, auf dem man das Smartphone sicher anbringen kann oder zumindest eine Ablage, auf die man seine Hände stützen kann, während man versucht, das Smartphone ruhig zu halten.

Lichtmalerei mit dem Huawei P8
Bildquelle: inside-handy.de

Lichtmalerei: Die Kamera des Huawei P8 macht es möglich

Für Fans von Selbstporträts hat Huawei eine 8-Megapixel-Kamera in die Front integriert. Bevor man den Auslöser betätigt, lässt sich ein Verschönerungsgrad zwischen 0 und 10 einstellen. Dabei wird die Haut mit steigender Stufe bis zur Puppenhaftigkeit weichgezeichnet. Bei Frauen dürften Werte im oberen Bereich der Skala im Fokus liegen, bei Männern empfiehlt es sich, den Verschönerungsgrad so klein wie möglich zu halten um nicht wie ein geschminkter Darsteller in einem Theater auszusehen.
Neben Fotos lassen sich mit der Kamera des Huawei P8 auch Full-HD-Videos und Streifen im Zeitraffer erstellen. Die Qualität der Videos kann sich sehen lassen. Auch der Stereo-Ton konnte im Test überzeugen.

Die Kamera des Huawei P8 überrascht mit einer sehr guten Bildqualität und liegt auf einem sehr hohen Niveau. Vor den Kameras von iPhone 6, Galaxy S6 und Co. muss sie sich nicht verstecken.

Wertung 4,5/5

Software und Multimedia

Huawei liefert das P8 mit der zwar nicht mehr ganz taufrischen, aber immer noch recht aktuellen Android-Version 5.0 alias Lollipop aus. On top gibt es Huaweis eigene Nutzeroberfläche EMUI in der Version 3.1, mit der Huawei die Bedienung des Geräts empathischer gestalten möchte. So werden Benachrichtigungen beispielsweise in einer Timeline-Ansicht dargestellt und das System warnt den Nutzer vor boshaften Akkufressern, die im Hintergrund laufen und den Energiespeicher leersaugen.

Um das Telefon einfach an den eigenen Geschmack anzupassen, bietet EMUI die Möglichkeit, aus sechs vordefinierten Themes auszuwählen. Einen Theme-Store, in dem neue Themes heruntergeladen werden können, bietet Huawei nur in China an. Diese Themes umfassen nicht nur das Hintergrundbild von Start- und Sperrbildschirm; auch die Entsperr-Animation, die Schriftart und das verwendete Iconpack variieren je nach Theme. Eine Funktion "Anpassen", mit der man sein eigenes Theme zusammenstellen kann, gibt es ebenfalls.

Huawei P8: Screenshots

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    Sperrbildschirm
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    Startbildschirm

Wer sich in den Einstellungen des Huawei P8 einmal genauer umsieht, wird einige neue Funktionen entdecken. Zum einen gibt es die Option "Sprachwahrnehmung", die einem hilft das Telefon in seiner Unordnung wiederzufinden. Dafür muss man dem Gerät einen Namen geben und diesen drei Mal einsprechen. Da die Sprachsteuerung bislang nur in Englisch funktioniert, werden englische Namen vom P8 bevorzugt. Ist das Handy nicht in Reichweite und man hat keine Ahnung, wo es sich im Raum befindet, ruft man es beim Namen und der anschließenden Frage "Where are you?" Das P8 meldet sich dann mit Vibrationsalarm, dem Blinken der LED, einem Klingelton und der Antwort "I am here." Darüber hinaus findet man Einstellungen zur Bewegungssteuerung und einen Handschuhmodus.

Des Weiteren lassen sich Screenshots in einer neuen Form machen. Auf dem Display kann der Nutzer mit einem seiner Fingerknöchel etwas einkreisen um es anschließend in der Größe zu skalieren und als Bildschirmfoto abzuspeichern. Die Funktion ist zwar ganz nett, hätte aber noch ein paar Stunden Arbeitszeit benötigt, um wirklich als ausgereift bezeichnet werden zu können. Manchmal wird der Fingerknöchel nicht als solcher erkannt; manchmal will man nur mit dem Daumen über das Display wischen und das Display ist der Meinung, man möchte einen Screenshot aufnehmen.

Die Musik-App von Huawei stellt die eigene Musikbibliothek in übersichtlichen Listen dar und auch die Suche ist durchaus zu gebrauchen. Grafisch ist das Ganze, wie auch der Rest der EMUI-Oberfläche, eher minimalistisch gehalten. Besonders audiophilen Nutzern wird jedoch das Fehlen eines Equalizers den Musikgenuss ein wenig verleiden.

Musik-App des Huawei P8
Bildquelle: inside-handy.de

Die Musik-App des Huawei P8

Überraschend gut klingt Musik über das mitgelieferte Headset, auch wenn es ein wenig an Dynamik fehlt. Außerdem neigen die Kopfhörer aufgrund ihrer extrem glatten Oberflächenbeschaffenheit dazu, aus den Ohren zu rutschen. Zudem erreicht der Lautsprecher eine enorm hohe Qualität und spielt in einer Liga mit dem One M9 und dem Moto X. Nicht nur das er laut ist, auch ein paar Tiefen werden aus der kleinen Box herausgedrückt. Wer aber annimmt, dass Huawei aufgrund der beiden Bohrungsreihen zwei Lautsprecher im P8 untergebracht hat, der täuscht sich. Vermutlich ist der zweite Grill an der rechten Seite dem Design geschuldet und dient eher der optischen Symmetrie.

Huawei P8
Bildquelle: inside-handy.de

Das Huawei P8 kommt mit einer der neuesten Android-Versionen und lässt sich sehr gut personalisieren. Auch der Lautsprecher ist auf Top-Niveau. Lediglich der fehlende Equalizer und die überarbeitungswürdige Screenshot-Funktion sorgen für einen Punktabzug.

Wertung 4,5/5

Akku

Huawei pumpt den Akku des P8 mit 2.680 mAh auf - 180 mAh mehr als der Vorgänger inne hatte. Abermals ist der Energielieferant nicht auswechselbar. Im Test musste sich der Akku bei dauerhaft aktiviertem Bluetooth, WLAN und GPS (im Stromsparmodus) sowie E-Mail-Push bei automatischer Helligkeitsregelung einem 30-minütigen Gespräch, 30 Minuten Musikhören per Webstream sowie 30 Minuten Spielen und einer 30-minütigen Video-Wiedergabe über YouTube stellen. Hinzu kamen die Aufnahme mehrerer Fotos und Videos, das Surfen auf verschiedenen Webseiten und ein Benchmarktest.

Am Ende dieses anspruchsvollen 8-stündigen Arbeitstages blieben dem Huawei P8 durchschnittliche 47 Prozent. In einer 16-stündigen Standby-Phase verlor der Energiespeicher weitere 14 Prozentpunkte. Vor allem die Prozessorbelastung mit 3D-Spielen raubt dem Akku die Energie: während dieser halben Stunde sank die Kapazität um 16 Prozentpunkte.

Huawei P8 Akkulaufzeit
Bildquelle: inside-handy.de

Der Akku ist Durchschnitt und nicht austauschbar. Beides sorgt für einen Abzug. Vor allem der Prozessor scheint sehr verschwenderisch mit der ihm zur Verfügung stehenden Energie umzugehen.

Wertung 3,5/5

Fazit

Huawei hat mit dem P8 ein hochwertiges Smartphone gebaut, das kaum Wünsche offen lässt. Vor allem die Kamera hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Wer auf 4K- und Zeitlupenaufnahmen verzichten kann, bekommt einen sehr guten Fotoapparat. Positiv überrascht ist man zudem von dem Sound, der den Lautsprecher verlässt.

Auch beim Display gibt es wenig zu meckern, genauso wie bei der Leistung, die das Huawei P8 aufs Parkett legt. Dabei labt sich der Prozessor, vor allen bei 3D-Spielen, aber etwas zu viel am Akku.

Das Design ist ansprechend, auch wenn es neben einem iPhone, One M9 oder Xperia Z3 nicht mehr aus der Masse an Leichtmetall-Handys herausstechen kann. Die Benutzeroberfläche samt Software weiß zu gefallen, allerdings steckt das viel beworbene Screenshot-Feature per Fingerknöchel noch in den Kinderschuhen.

Preis/Leistung

Das Huawei P8 sortiert sich mit seinen technischen Spezifikationen in der Oberklasse ein. Auch der Preis von 500 Euro attestiert das. Dennoch schaffen es die Chinesen, ein Top-Smartphone für mindestens 200 Euro weniger anzubieten, als Samsung, HTC und Co. ihre aktuellen Flaggschiffe. Allerdings ist das Preis-Leistungs-Verhältnis nur mit befriedigend zu bewerten, da man vergleichbare Smartphones wie das HTC One M8 oder Sony Xperia Z3 für deutlich weniger als 500 Euro bekommt.

Huawei P8 Testsiegel

Pro

  • Sehr starke Kamera
  • Gutes Display
  • Schickes Aluminium-Gehäuse

Contra

  • Durchschnittliche Akkulaufzeit
  • Überarbeitungswürdige Software-Funktionen

Alternativen

Das Sony Xperia Z3 (im Test) ist derzeit für knapp 470 Euro erhältlich. Für 30 Euro weniger bekommt man ebenfalls ein Smartphone mit Leichtmetall-Gehäuse, einer sehr guten Kamera und einem 5,2 Zoll großem Full-HD-Display. Außerdem ist das Xperia Z3 wasserdicht und kommt mit identischer Hardware. Lediglich beim Prozessor setzt man auf einen Chip von Qualcomm.

Auch HTCs Vorjahresflaggschiff, das One M8 (im Test), liegt mit aktuell 420 Euro deutlich unter dem P8-Preis. Die Ausstattung ist auch hier sehr ähnlich - ebenso wie das Gehäuse aus Aluminium. Mit der 4-Megapixel-Kamera des One schießt man aber etwas schlechtere Fotos.

Zwar spielt das Galaxy S6 preislich eine Liga höher, allerdings kommt ein anderes Smartphone der Koreaner als Alternative in Frage: das Galaxy Alpha (im Test). Es kostet 150 Euro weniger als das Huawei P8, besitzt aber "nur" ein 4,7 Zoll großes HD-Display.

Autor: Blasius Kawalkowski

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