Einsteiger-Smartphone HTC Desire 310 im Test

Datum: 13.06.2014 | Wertung: 82% | Produkt: HTC Desire 310
HTC Desire 310 im Test

Dass HTC gute Oberklasse-Smartphones bauen kann, ist bekannt. Mit dem Desire 310 haben die Taiwaner aber auch ein Gerät im Einstiegs-Segment im Angebot. Für rund 150 Euro bekommt man ein Smartphone mit 4,5-Zoll-Display, Quad-Core-Prozessor und 5-Megapixel-Kamera. Ob das ein günstiges und gutes Gesamtpaket ergibt, verrät der ausführliche Test.

Verarbeitung und Design

Während die HTC-One-Serie mit spektakulärem Design aufwartet, kann das Äußere des Desire 310 bestenfalls als schlicht beschrieben werden. Schnörkellos fügen sich die einzelnen Bauteile Display, Rahmen und Rückseite ineinander. Wie viele HTC-Smartphones besitzt das Desire 310 recht breite Ränder - unter- und oberhalb des Displays ebenso wie an den Seiten. So wirkt das Gehäuse, im Verhältnis zum 4,5-Zoll-Display etwas groß. Mit 131,4 x 68 x 11,3 Millimetern und einem Gewicht von 140 Gramm, liegt es jedoch recht gut in der Hand. Zur angenehmen Haptik trägt auch die angeraute und zu den Seiten hin abgerundete Rückseite bei.

In Sachen Verarbeitung zeigt sich das Desire zwiespältig: Die Vorderseite ist gut verarbeitet, mit kaum wahrnehmbaren Spaltmaßen zwischen Display und Rahmen und einem sauber eingesetzten Gitter am Hörer. Die Rückseite allerdings schließt zwar sauber mit dem Rahmen ab, sitzt jedoch nicht ganz fest auf dem Gehäuse. Beim Testgerät lässt sich der Akkudeckel minimal hin und her schieben. Es ist zu befürchten, dass der Deckel mit der Zeit noch an Halt verliert.

HTC Desire 310: Hands-On-Bilder

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Die Lautstärkewippe und der An-/Aus-Schalter sind sauber in das Gehäuse eingepasst. Der Druckpunkt ist jedoch ziemlich schwammig.

Die Materielien des Desire 310 wirken solide, allerdings sitzt der Akkudeckel nicht ganz fest auf dem Gehäuse. Das trübt den Eindruck eines stabilen Geräts. Dafür gibt es einen Punkt Abzug.

Wertung: 4/5

Display

Das Display misst 4,5 Zoll in der Diagonale und löst mit 480 x 854 Pixel auf. So kommt es auf eine Pixeldichte von 218 ppi. Das ist nicht besonders viel und das sieht man auch: Vor allem kleinere Schriften erscheinen dadurch unruhig und verwaschen.

Auch bei der Farbdarstellung kann das Desire 310 nicht überzeugen. Insgesamt wirken Farben blass und alles andere als brillant. Zudem dunkelt das Display stark ab, wenn das Gerät hochkant gehalten und leicht nach vorne gekippt wird.
Über eine automatische Helligkeitsregulierung verfügt das Desire 310 nicht. Dafür reicht die maximale Helligkeit auch bei sonnigem Wetter aus, um das Display noch ablesen zu können.

Die schwache Leistung in Sachen Blickwinkelstabilität ist ärgerlich. Hält man das Gerät falsch, ist auf dem Display schnell nichts mehr zu erkennen. Auch Auflösung und Farbwiedergaben liegen auf eher niedrigem Niveau.

Wertung: 3/5

Ausstattung und Leistung

Trotz seines relativ geringen Preises von rund 150 Euro verrichtet im Desire 310 ein Quad-Core-Prozessor seine Arbeit. Wie in vielen günstigeren Smartphones stammt dieser von der Firma Mediatek. Er ist auf 1,3 GHz getaktet und kann auf einen Arbeitsspeicher von 1 GB zurückgreifen. Für eine flüssige Bedienung reicht diese Kombination völlig aus. Das Navigieren durch Menüs, die App-Übersicht oder den BlinkFeed geht sehr schnell vonstatten. Apps starten recht zügig. Im AnTuTu-Benchmark erreicht das Desire 310 annähernd 17.000 Punkte und reicht damit fasst an das Samsung Galaxy S3 heran.

HTC Desire 310: AnTuTu-Benchmark
Bildquelle: inside-handy.de

Ergebnis im AnTuTu-Benchmark

Auch aufwendigere Spiele können mit dem Desire 310 gespielt werden. Allerdings kann es zu kleineren Rucklern und kurzen Aussetzern kommen. So fliegen beispielsweise die Landschaften in GT Racer 2 nicht ganz flüssig am Spieler vorbei, das Game ist aber ohne größere Einschränkungen spielbar.

Der interne Speicher ist wie bei den meisten günstigeren Smartphones mit nur 4 GB sehr knapp bemessen. Warum das so ist, kann hier nachgelesen werden. Von den 4 GB wird mehr als die Hälfte für Systemdateien belegt, so dass dem Nutzer nur noch 1,8 GB zur Verfügung stehen. Es gibt zwar die Möglichkeit, den Speicher per Micro-SD-Karte zu erweitern - 32 GB können so addiert werden - allerdings können nicht alle Apps auf die Speicherkarte ausgelagert werden. So kann der Speicher trotzdem schnell aufgebraucht sein.

An den Spracheigenschaften des Desire gibt es wenig auszusetzen. Auf Seiten des Desire-Nutzers wurde Sprache sehr klar und deutlich wiedergegeben, der Gesprächspartner empfand den Klang als etwas blechern.

Verbindungsmöglichkeiten in der Übersicht:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

  Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+   X Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE   Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL   Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Slimport   Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   4.0 LE
WLAN-Standards X   802.11 b/g/n

Das Desire ist schnell unterwegs, der Quad-Core-Prozessor leistet gute Arbeit und kommt kaum aus der Puste. Leider beschränkt sich HTC bei den Verbindungsmöglichkeiten nur auf das Allernötigste.

Wertung: 4/5

Kamera

Mit 5 Megapixeln löst die Desire-Kamera maximal auf. Das kann ausreichen, um schöne Fotos zu produzieren. Beim Desire reicht es zumindest für gelegentliche Schnappschüsse. Mehr ist aber auch nicht drin. Details gehen häufig im Farbrauschen verloren, wodurch Bilder nie wirklich scharf erscheinen.

HTC Desire 310: Kamera-Beispiel-Bilder

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    Außenaufnahme bei bedecktem Himmel
  • 2/7
    Außenaufnahme bei Sonnenschein

Zur eher durchwachsenen Bildqualität passt auch die Ausstattung der Kamera - auf einen LED-Blitz, manuellen Fokus und sogar auf einen Autofokus, muss der Nutzer verzichten.

HTC Desire 310: Kamera-Menü
Bildquelle: inside-handy.de

Kamera-Menü

Beim Kamera-Menü bietet das Desire hingegen die meisten gängigen Funktionen. Neben einem HDR-Modus sind beispielsweise ein Panorama-Modus, eine Szenenvorwahl und die Möglichkeit, eine Belichtungsreihe aufzunehmen vorhanden. Auch kann aus einer Reihe von Farbfiltern gewählt werden.

Videos kann das Desire 310 in HD und sogar in Full-HD aufnehmen doch auch die Videoaufnahmen sind alles andere als gestochen scharf.

Die Kamera des Desire 310 reicht bestenfalls für gelegentliche Schnappschüsse. Diese leiden jedoch vor allem unter einer geringen Schärfe und häufigem Farbrauschen. Der fehlende Autofokus, sowie der Verzicht auf einen LED-Blitz sorgen ebenfalls für Punktabzüge.

Wertung: 2/5

Software und Multimedia

Auf dem Desire 310 kommt Android 4.2.2 zum Einsatz. Sehr ungewöhnlich für HTC ist, dass auf die altbekannte Sense-Oberfläche verzichtet wurde. Das zeigt sich vor allem an App-Icons, die sich am originalen Android orientieren. Es fehlen auch Apps wie der Musik-Player von HTC oder die HTC-Album-App. Dem Nutzer stehen jedoch die jeweiligen Pendants von Google zur Verfügung.

HTC Desire 310: Benutzeroberfläche
Bildquelle: inside-handy.de

BlinkFeed, Homescreen und App-Übersicht

Auf die Nachrichten-Übersicht BlinkFeed muss der Nutzer allerdings nicht verzichten. Er befindet sich wie gewohnt links vom Homescreen und kann mit verschiedenen Nachrichtenquellen und Anwendungen gefüttert werden.
Die Funktion Videohighlights, die bei neueren Sense-Geräten wie dem Desire 610 oder 816 in die Album-App integriert ist, findet sich beim Desire 310 als eigenständige App. Sie findet einen prominenten Platz über den Android-Bedientasten in einer Reihe mit der Telefon-, der SMS-, und der Kamera-App. Normalerweise würde man an dieser Stelle eine Verknüpfung für den Browser vermuten. Der Nutzer kann die Anordnung allerdings anpassen.

Die Funktionsweise der Videohighlights bleibt die Gleiche: Der Nutzer kann Bilder und Videos aus dem Album wählen und daraus ein mit Musik hinterlegtes Video erstellen lassen. Dabei kann er die Musik und einen bestimmten Stil des Videos bestimmen.

Apropos Musik: Die Musikplayer-App verfügt über einen Equalizer, an dem Klangeinstellungen vorgenommen werden können. Der Klang über Kopfhörer ist etwas dumpf, kann insgesamt aber noch gut genannt werden. Der integrierte Lautsprecher liefert eine ordentliche Lautstärke, klingt aber Smartphone-typisch blechern und lässt Bässe und Tiefen größtenteils vermissen. Zudem ist der Lautsprecher auf der Rückseite angebracht, weshalb er verdeckt wird, wenn das Smartphone mit dem Display nach oben abgelegt wird.

Dass HTC beim Desire 310 auf die Sense-Oberfläche verzichtet, muss kein Nachteil sein. Insbesondere, da Multimedia-Funktionen wie der BlinkFeed und die Videohighlights als eigenständige Apps vorhanden sind. 

Wertung: 4/5

Akku

Bei der Akkulaufzeit kann das Desire 310 punkten. Der 2.000 mAh starke Akku musste im Test, 30 Minuten Musik-Streaming, 30 Minuten Video-Streaming, 30 Minuten Surfen, 30 Minuten Spielen und ein 30-minütiges Gespräch bewältigen. Zudem wurden größere Dateimengen von mehr als 1 GB heruntergeladen, Benchmark-Tests durchgeführt und diverse Fotos und Videos aufgenommen. WLAN und Bluetooth waren durchgehend aktiviert.

Nach insgesamt 24 Stunden wurde noch ein Akkustand von 47 Prozent angezeigt. Ebenfalls positiv: Über Nacht verlor der Akku kaum an Energie - lediglich 1 Prozentpunkt ging verloren.

Auf Batteriesparfunktionen wie sie bei HTC-Smartphones mit Sense-Oberfläche integriert sind, muss der Desire-310-Nutzer zwar verzichten, Der Akku hält jedoch auch so recht lange durch. Auch einen intensiven Arbeitstag dürfte das Smartphone ohne Zwischenstopp am Ladekabel überstehen. Und sollte die Akkuleistung nicht reichen, kann sich der Nutzer auch mit einem Zweit-Akku versorgen.

Der Akku hält sehr lange durch und kann gewechselt werden - was will man mehr?

Wertung: 5/5

Fazit

Das HTC Desire liefert ein zwiespältiges Gesamtbild ab. Die größten Schwächen sind sicherlich das Display und die Kamera. Falsch gehalten kann das Display nicht abgelesen werden und die Kamera liefert in der Regel unscharfe Bilder. Auf der Haben-Seite findet sich hingegen eine schnelle Arbeitsgeschwindigkeit und ein ausdauernder, austauschbarer Akku. Wer also auf Display und Kamera wert legt, sollte lieber die Finger vom HTC Desire 310 lassen.

Die eigentlich gute Verarbeitung wird durch den etwas lose sitzenden Akku-Deckel getrübt (ob es sich hierbei um einen Serienfehler, oder einen Einzelfall handelt, ist unklar).

Dass HTC auf den Einsatz der Sense-Oberfläche verzichtet, fällt kaum negativ auf. Tatsächlich ist zu vermuten, dass die Reduzierung auf die Android-Oberfläche auch der sehr flüssigen Bedienung zu Gute kommt. 150 Euro sind für dieses Paket geradeso noch in Ordnung, es gibt jedoch Hersteller, die für das Geld bereits mehr liefern.

Pro:

Testsiegel HTC Desire 310
  • Schnelle Arbeitsgeschwindigkeit
  • Lange Akkulaufzeit
  • Austauschbarer Akku

Contra:

  • Schlechte Kamera
  • Miserable Blickwinkelstabilität des Displays
  • Wenige Verbindungsmöglichkeiten

Alternativen

Das Huawei Ascend G525 kommt für derzeit weniger als 140 Euro ebenfalls mit Quad-Core-Prozessor und 5-Megapixel-Kamera. Die Kamera ist zwar auch nicht der Hit, dafür bietet das 4,5-Zoll-Display eine höhere Auflösung und bessere Farben.

Das Moto G von Motorola ist in der 8-GB-Version schon für knapp 160 Euro zu haben. Es punktet mit einem wesentlich besseren Display, das bei ebenfalls 4,5 Zoll in HD, also 720 x 1.280 Pixeln, auflöst. Auch dürfte der interne Speicher für eine ganze Reihe von Apps reichen. Allerdings lässt sich der Speicher hier nicht erweitern. Die 16-GB-Version kostet knapp 200 Euro.

Auch das L90 von LG ist zu Preisen rund um 200 Euro zu haben. Es verfügt über ein größeres Display (4,7 Zoll) als das Desire 310, ohne dass das Gehäuse größer ausfällt. Mit 9 Millimetern ist es sogar ein Stückchen flacher. Das L90 bietet zudem den Vorteil, dass es bereits mit 8 GB internem Speicher ausgestattet ist und dieser per Micro-SD-Karte erweitert werden kann. Ein Quad-Core-Prozessor und eine 8-Megapixel-Kamera sind auch mit an Bord.

Autor: Andreas Krambrich

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