Kurztest

Unglaublich energiegeladen, überraschend scharfsichtig

Datum: 02.05.2016 | Wertung: 79% | Produkt: Asus ZenFone Max
Asus ZenFone Max – geprüft von inside-handy.de

"In Search of Incredible" – Auf der Suche nach dem Unglaublichen, so lautet das Motto von Asus. Mit dem ZenFone Max liefern die Taiwaner ein Smartphone, das eine extrem lange Laufzeit verspricht und obendrein noch als Powerbank fungieren kann. Ob Asus mit diesem Handy das Unglaubliche bereits gefunden hat, oder ob die Suche des Herstellers weiter gehen muss, zeigt der inside-handy.de-Kurztest.

Design und Verarbeitung

Asus schickt sein ZenFone Max in einer Plastikverkleidung ins Rennen. Dies muss zunächst nichts schlechtes sein und Asus greift hier tief in die Trickkiste, um das Material hochwertig erscheinen zu lassen. So wurde dem Rahmen eine Metallic-Oberfläche gegeben, die Rückseite ist strukturiert wie Leder. Was in Schwarz recht hochwertig scheint, wirkt in Weiß jedoch schnell preiswert, woran auch die unterschiedlichen, auf der Frontseite verwendeten Weißtöne Schuld haben.

Insgesamt hat das Design recht wenig Neuerungen zu bieten. All das, was die Gestaltung des ZenFone Max ausmacht, hat man so bei anderen Asus-Smartphones oder bei anderen Herstellern schon gesehen: Auch das ZenFone Max kommt mit der für Asus üblichen Schallplattenstruktur unterhalb des Displays daher. Die Lederrückseite erinnert an das Samsung Galaxy Note 3 aus dem Jahr 2013, als Samsung diesen Kniff anwandte, um dem Gerät einen hochwertigen Look zu verleihen.

Asus ZenFone Max

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    Das Asus ZenFone ist mit seinen Maßen von 156 x 77,5 x 10,6 mm …
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    … uns seinem Gewicht von stattlichen 202 g recht massiv.

In puncto Verarbeitung kann man Asus nicht vorwerfen, einen schlechten Job gemacht zu haben. Ganz im Gegenteil: Die Verarbeitung des ZenFone Max wirkt sehr hochwertig. Hier sitzt alles fest an seinem Platz, auch nach mehrmaligem Öffnen des Akkudeckels. Die Knöpfe sind etwas weich, aber keineswegs unangenehm.

Mit seinen Maßen von 156 x 77,5 x 10,6 mm und seinem stattlichen Gewicht von 202 g lässt sich Asus' Akkuriese durchaus in die Kategorie Massiv einordnen. Das muss man mögen.

Das massive ZenFone Max weiß auf seine eigene Art zu gefallen. An der Verarbeitung ist nichts auszusetzen. Wirkliche Design-Innovationen sucht man hier allerdings vergeblich.

Wertung: 3,5 / 5 Sterne

Display

Bildschirmeinstellungen des Asus ZenFone Max

Das Display des ZenFone Max ist üppige 5,5 Zoll groß und löst mit einer einfachen HD-Auflösung von 720 x 1.280 Pixeln auf. Die daraus resultierende Pixeldichte von 267 ppi ist nicht mehr der letzte Schrei und etwas grob. Farben stellt die IPS-Anzeigeeinheit natürlich und kräftig dar, doch die Helligkeit des Displays ist im automatischen Modus immer einen Tick zu dunkel, selbst wenn man den automatischen Modus auf sehr hell stellt. Auch das Anpassen der Helligkeit an veränderte Beleuchtungskonditionen dauert einen Moment.

Auch bei der Blickwinkelstabilität bekleckert sich das ZenFone Max nicht mit Ruhm. Hier bewegt sich Asus am unteren Ende der Mittelmäßigkeit.

Äußerst umfangreich hingegen sind die Einstellungsmöglichkeiten für das Display. Hier hat Asus sich nicht lumpen lassen und bietet verschiedene Modi an. Daneben steht auch ein manueller Modus zur Verfügung, mit dem man die Displaydarstellung an seine Wünsche anpassen kann.

Das Display des ZenFone Max ist in Ordnung, mehr aber auch nicht. Ästheten, die sich an kristallklaren Pixeln auf ihrem Bildschirm erfreuen, sind mit anderen Smartphones besser beraten.

Wertung: 3 / 5 Sterne

Ausstattung und Leistung

Asus stattet sein ZenFone Max mit dem Snapdragon 410 aus dem Hause Qualcomm aus. Dieser Chip verfügt neben dem Adreno 306 Grafikprozessor über vier Prozessorkerne die mit 1,2 GHz takten. Die 400er Serie der Snapdragon-Familie ist für Geräte der unteren Mittelklasse bestimmt. Diesem stehen 2 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Dass man mit dieser Ausstattung nicht in der Flaggschiff-Klasse spielt, sollte klar sein. Dementsprechend zurückhaltend gab sich die Hardware dann auch im AnTuTu-Benchmark, wo sie 25.405 Punkte erreichte. Doch Benchmark-Werte geben natürlich nur die halbe Wahrheit wieder. In der alltäglichen Benutzung kann das ZenFone Max durchaus überzeugen: Die Menüs sind schnell und werden ohne merkliche Verzögerungen dargestellt, Apps starten sofort und auch der Wechsel zwischen Apps gelingt flüssig.

Auch Spielen auf dem Asus Zenfone Max macht Spaß: Das Referenzspiel Asphalt 8 ließ sich flüssig benutzen. Zwar fielen die Ladezeiten ein wenig länger aus, als dies bei aktuellen Flaggschiffen der Fall wäre, doch im Spiel sind weder Ruckler zu erkennen, noch ist die Grafik bis zur Unkenntlichkeit abgespeckt.

Asus versieht das ZenFone Max mit einem internen Speicher von 16 GB, der per Micro-SD-Karte um bis zu 64 GB erweitert werden kann. Zusätzlich stellt der Hersteller noch 5 GB Cloudspeicher im Dienst Asus WebStorage zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt das Smartphone über zwei Micro-SIM-Steckplätze, kann also im Dual-SIM-Betrieb verwendet werden.

Das Telefonieren klappt mit dem ZenFone Max gut, wenn auch die Tonqualität etwas dumpf klingt. Hintergrundgeräusche oder ähnliches gibt es nicht. Auch im Freisprechmodus haben sowohl Anrufer als auch der Angerufene das Gespräch noch gut und klar verstanden.

Verbindungsmöglichkeiten des Asus Zenphone Max

Feature Ja Nein Funktion

HSPA

▲    Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ ▲    Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE ▲    Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG ▲    Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA ▲    Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   ▼  Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast ▲    Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (Smart TV)
AirPlay   ▼  Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät (Apple TV)
MHL   ▼  Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung   ▼  Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version ▲    4.0+EDR
WLAN-Standards ▲    802.11 b/g/n
Qi   ▼  Ermöglicht das kabellose Laden des Smartphones
Dual-SIM ▲    Ermöglicht den Betrieb von zwei SIM-Karten parallel

Gimmicks wie einen Fingerabdruck-Sensor lässt das ZenFone Max zwar vermissen, dieser gehört aber in dieser Klasse auch noch nicht zur Grundausstattung.

Das ZenFone Max verfügt über viel Funktionalität, praktische Verbindungsmöglichkeiten und läuft sehr flüssig. Fraglich ist, ob die Hardware auf lange Sicht gesehen nicht unterdimensioniert ist, zum Beispiel wenn wirklich viele Apps installiert sind. Die Benchmark-Werte verhindern eine bessere Wertung.

Wertung: 3,5 / 5 Sterne

Kamera

"PixelMaster" nennt Asus seine Digitalkamera und verspricht bestmögliche Aufnahmen selbst bei schlechtem Licht. Dafür packt Asus einen Duotone-Blitz und einen Laser-Autofokus mit ins Paket und stattet den 13-Megapixel-Sensor von Toshiba mit einer Blende von f/2.0 aus.

Die Aufnahmen mit der Kamera des ZenFone Max gelingen tatsächlich sehr gut und können sich mit so manchem teureren Smartphone messen. Durch den Laser-Autofokus sind sie gestochen scharf, ohne dass Konturen überzeichnet wirken.

Die Kamera-App von Asus kommt mit vielerlei Funktionen daher. So lässt sich vieles einstellen, denn auch ein manueller Modus ist an Bord. Hier lassen sich Profi-Einstellungen wie ISO-Wert oder Weißabgleich manuell vornehmen. Auch ein manueller Fokus ist möglich. All diese Einstellungen funktionieren auch in einer Videoaufnahme, sofern diese im manuellen Modus gestartet wird.

Manueller Kameramodus des Asus ZenFone Max

Der manuelle Kameramodus des Asus ZenFone Max lässt viele Einstellungen zu.

Die Selfie-Kamera hält eine Reihe an Verschönerungsfunktionen bereit. So kann man das eigene Gesicht direkt bei der Aufnahme je nach Wunsch wenig bis stark weichzeichnen lassen. Diese Funktion können auch Bartträger bedenkenlos verwenden, die Software arbeitet sehr sauber und verwischt nicht etwa die Barthaare. Doch dabei hat Asus es nicht belassen, man kann sein eigenes Gesicht auch schlanker rechnen oder durch die App ein dezentes Makeup auflegen lassen. Der 5-Megapixel-Sensor der Selfie-Kamera liefert hier gutes Ausgangsmaterial, mit dem die Software arbeiten kann.

Die Kamera des ZenFone Max begeistert. Nicht nur, dass Asus hier gute Hardware verbaut hat, auch die Software der Asus-Entwickler weiß zu gefallen und findet den richtigen Mix aus automatischen und manuellen Elementen. Foto-Freunde kommen mit dem ZenFone Max auf ihre Kosten und erhalten eine für ein Gerät dieser Preisklasse überdurchschnittliche Kamera.

Wertung: 4,5 / 5 Sterne

Software und Multimedia

Das Softwarepaket, das Asus im Rahmen seiner ZenUI genannten Android-Oberfläche mitliefert, darf durchaus als üppig bezeichnet werden. Das Konzept von Asus ist es hier, das Smartphone möglichst für jeden eventuellen Nutzungsfall mit einer ZenUI-App auszustatten.

Neben Standard-Apps wie dem Wählprogramm oder SMS- und E-Mail-Clients nebst Webbrowser gehören sogar exotische Anwendungen wie ein Laser-Lineal, ein Notizprogramm, eine App für Aufgabenlisten oder sogar eine App zum Erstellen von Fotocollagen zum Lieferumfang. Dabei ist längst nicht jede App vorinstalliert, die Asus für seine Smartphone-Kunden bereithält. Im Play-Store und über die ZenUI-Sofortaktualisierung stellt Asus noch weitere Apps bereit, die sich ins ZenUI nahtlos einfügen.

Anpassung des Asus ZenFone Max

Die Oberfläche von ZenUI lässt sich mit Themes an den eigenen Geschmack anpassen.

Diese Strategie führt natürlich zwangsläufig zu diversen App-Doppelungen mit den Google-Apps. So konkurriert Asus' Browser mit Google Chrome, Google Fotos mit Asus' Galerie und der eigene E-Mail-Client von Asus mit Gmail. Zusammen mit einigen vorinstallierten Drittanbieterapps wie Clean Master oder Amazon Kindle kommt so einiges an Software zusammen, die man potenziell gar nicht nutzen möchte. Trotz der gut gemachten Apps wäre hier ein schlankeres Profil wünschenswert.

Gut gemacht ist auch der Musikplayer von ZenUI. Wie die anderen Asus-Apps ist dieser nahtlos in das Bedienkonzept der Oberfläche integriert und man findet sich gut darin zurecht. Auch die verschiedenen Equalizer-Einstellungen sind erfreulich zu sehen. Die Tonqualität des eingebauten Lautsprechers des ZenFone Max lässt allerdings zu wünschen übrig. Hier kann keine mobile Disco erwartet werden, doch um die eine oder andere WhatsApp-Sprachnachricht abzuhören reicht der Lautsprecher.

Asus erschlägt den Nutzer förmlich mit eigenen Apps. Diese sind zum Großteil gut gemacht, doch wer bereits seit längerem Android-Anhänger ist hat vermutlich seine Lieblingsapps für die meisten Zwecke schon gefunden. Hier kann es dann etwas unübersichtlich werden.

Wertung: 4 / 5 Sterne

Akku

Das, worum sich das ZenFone Max dreht, ist ganz ohne Zweifel der Akku. Und hier hat Asus etwas wichtiges erkannt: Viel hilft viel. Deshalb haben die Taiwaner das Modell mit einem 5.000 mAh starken Stromspeicher ausgestattet. Der Clou: Über einen beiliegenden USB-Adapter hilft das ZenFone Max als Powerbank gerne anderen Kollegen mit einer Ladung Strom aus. Das können andere Smartphones sein aber beispielsweise auch MP3-Player oder Wearables.

Akkuverlauf des Asus ZenFone Max

Selbst ein aufwändiges Spiel wie Asphalt 8 kann dem Akku des ZenFone Max nichts anhaben.

Bei dieser Akkukapazität ist es wenig überraschend, dass das ZenFone Max im Akkutest von inside-handy.de vollends überzeugen konnte. Mit 75% Restladung nach 8 Stunden "Arbeitszeit" – diese umfasst neben einem 30-minütigen Telefonat auch 30 Minuten Videostreaming via YouTube in Full-HD, 30 Minuten Radiostreaming mit TuneIn und eine 30-minütigen Partie Asphalt 8 sowie den AnTuTu-6-Benchmarktest und die Aufnahme diverser Fotos und Videos – ist dem Handy die Bestnote in dieser Disziplin sicher.

Das ZenFone Max brilliert erwartungsgemäß in der Akkudisziplin. Ein 5.000 mAh starker Akku liefert mehr als genug Strom um auch mal einen extra langen Tag mit intensiver Nutzung – oder bei geringer Nutzung eben auch mal mehr als zwei Tage – ohne Steckdose auskommen zu können.

Wertung: 5 / 5 Sterne

Fazit

Asus ZenFone Max – 4 Sterne

Auch wenn das ZenFone Max weder bei der Hardware-Ausstattung noch beim Display so richtig überzeugen konnte – das Gerät hat seine Stärken. Dies sind zum einen die Kamera und zum anderen natürlich der riesige Akku. Der macht das Gerät zwar groß und schwer, doch die klobige Powerbank kann getrost zuhause gelassen werden, und das ist doch auch etwas wert.

Die Kamera liefert gute Fotos und bietet richtig viele Einstellungsmöglichkeiten, die zum Experimentieren einladen. Die Eignung als Kamera passt ebenfalls gut zum großen Akku des ZenFone Max – so kann man sicher sein, einen ganzen Urlaubstag auf Fotos festhalten zu können und kann das Ladegerät dort lassen, wo es hin gehört: im Hotel.

Asus ZenFone Max – Ausgezeichneter Akku

Die durchschnittliche Leistung des ZenFone Max reicht für die meisten alltäglichen Anwendungen aus – Funktionen wie Miracast sind eine nette Zugabe, die das Leistungsangebot von Asus' Akkuriesen abrunden.

Gesamtwertung: 4 / 5 Sterne

Pros des Asus ZenFone Max

  • Gute Kamera
  • Riesiger Akku

Contras des Asus ZenFone Max

  • Plastik-Gehäuse
  • Mittelmäßige Leistung
  • Blickwinkelstabilität des Displays

Preis-Leistung

Asus ruft für das ZenFone Max einen Preis von 249 Euro aus und das ist für ein Vier-Sterne-Gerät nicht zu teuer. Dafür erhält man ein solides Smartphone mit langer Ausdauer und einer guten Kamera. Zwar ist das Gerät somit kein ausgemachtes Schnäppchen unter der 200-Euro-Grenze; wer die Vorteile des ZenFone Max zu schätzen weiß, darf aber gerne zugreifen.

Alternativen

Das Feld der Akkuriesen ist dünn bestellt, deshalb gibt es nicht allzuviele Alternativen zum Asus ZenFone Max. Wer mehr Leistung braucht, könnte sich das Huawei P8 Max (4.360 mAh) anschauen, wer es gern etwas kleiner hätte, kann zum 5 Zoll großen Allview P6 Energy (5.000 mAh) greifen, die Rumänen bedienen jedoch auch Fans von größeren Geräten mit dem Allview P8 Energy (6.000 mAh).

Autor: Stefan Winopal

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