Kann alles außer Fotos

Datum: 29.08.2014 | Wertung: 93% | Produkt: ACER Liquid E700 Trio
Acer Liquid E700 Trio Test

Für unter 200 Euro schickt Acer sein 5-Zoll-Smartphone Liquid E700 Trio ins Rennen. Das Trio im Namen steht dabei für die drei SIM-Kartenslots, die das E700 besitzt. So kann das Handy mit bis zu drei SIM-Karten gleichzeitig betrieben werden. Die drei möglichen SIM-Karten sind aber nicht die größte Stärke dieses Smartphones der gehobenen Einstiegsklasse.

Verarbeitung und Design

Das Gehäuse ist sauber verarbeitet und bietet dank Soft-Touch-Oberfläche auf der Rückseite eine sehr angenehme Haptik. Insgesamt vermittelt das Gerät einen stabilen und robusten Eindruck - auch wenn beim Material durchgängig auf Kunststoff zurückgegriffen wird. Die Rückseite lässt sich abnehmen und gibt dann den Blick auf die drei SIM-Karten-Steckplätze und einen Micro-SD-Karten-Steckplatz frei. Auch der mit 3.500 mAh recht groß dimensionierte Akku ist sichtbar, kann allerdings nicht ohne weiteres ausgewechselt werden.

Die Android-Bedientasten finden als Softkeys unter dem 5-Zoll-Display Platz. Die Ränder über- und unterhalb des Displays fallen recht groß aus, wodurch das gesamte Gehäuse recht lang wirkt. Die Abmessungen betragen 147 x 73 x 10 Millimeter. Menschen mit kleinen Händen dürfte die einhändige Bedienung schwer fallen. Insgesamt liegt das E700 jedoch recht angenehm in der Hand. Dazu trägt auch das ausgewogene Gewicht von 155 Gramm bei.

Acer Liquid E700 Trio: Hands-On-Bilder

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    Live-Bilder des Acer Liquid E700 Trio
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    Live-Bilder des Acer Liquid E700 Trio
 

Eine Besonderheit ist die auf der Rückseite unter der Kamera angebrachte Taste. Hier hat man sich offenbar von LG inspirieren lassen. Über die Taste lässt sich das Smartphone aus dem Standby wecken. Vom Homescreen aus öffnet die Taste zudem bei kurzem Druck die Musik-App und bei längerem Druck die Kamera. Die einzelnen Funktionen der Taste lassen sich konfigurieren.

Das Gehäuse ist sauber verarbeitet und macht einen robusten Eindruck. Die angeraute Rückseite bietet eine angenehme Haptik. Dass in dieser Preisklasse keine Premium-Materialien verwendet werden, liegt auf der Hand, das E700 hinterlässt trotzdem einen hochwertigen Eindruck.

Wertung: 5/5

Display

Das Display misst 5 Zoll und bietet eine Auflösung von 720 x 1.280 Pixeln. Die resultierende Pixeldichte von 294 ppi ist zwar kein Spitzenwert, das fällt allerdings kaum auf. Die Anzeige ist trotzdem recht scharf. Schriften und Bilder werden klar und deutlich angezeigt. Nur bei sehr genauem Hinsehen werden einzelne Pixel erkennbar. Sicher, in höheren Preisgefilden sind Full-HD-Displays mit einer höheren Schärfe mittlerweile Standard. Ein großes Manko stellt die geringere Pixeldichte des E700 aber kaum dar.

Acer Liquid E700 Trio:  Display
Bildquelle: inside-handy.de

Liquid-E700-Display

Positiv fallen die kräftigen Farben und Kontraste des IPS-Displays auf. Die starken Kontraste erinnern schon fast an ein AMOLED-Display, ohne dabei unnatürlich zu wirken, bei gleichzeitig guten Weiß- und Schwarz-Werten.
Das Display ist hell genug, um auch bei sonnigem Wetter im Freien abgelesen werden zu können. Die Helligkeit kann automatisch vom Gerät oder manuell durch den Nutzer reguliert werden.

Am Display gibt es kaum etwas auszusetzen, die Pixeldichte reicht für eine scharfe Darstellung und ist für die Preisklasse mehr als angemessen. Weniger selbstverständlich ist die kräftige und kontrastreiche Darstellung von Farben. Hier kann die volle Punktzahl vergeben werden.

Wertung: 5/5

Ausstattung und Leistung

Das Liquid E700 ist mit einem Quad-Core-Prozessor von Mediatek ausgestattet. Dieser liefert eine Taktrate von 1,3 GHz. Diesem stehen großzügige 2 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Trotzdem nimmt sich das Liquid E700 hier und da ein klein wenig Zeit zum Öffnen von Anwendungen oder den Wechsel zwischen Anwendungen. Dennoch sind auch aufwendigere Spiele mit dem Liquid E700 spielbar. Im AnTuTu-Benchmark erzielt das Smartphone 17.325 Punkte und liegt damit ungefähr auf einem Niveau mit dem mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Samsung Galaxy S3.

Acer Liquid E700 Trio im Antutu-Benchmark
Bildquelle: inside-handy.de

Liquid E700 im AnTuTu-Benchmark

Ungewöhnlich groß für diese Preisklasse fällt der interne Speicher aus: 16 GB verbaut Acer. Davon bleiben dem Nutzer noch 12,3 GB zur freien Verfügung. Wem das nicht genügt, der kann den Speicher per Micro-SD-Karte erweitern oder mit einem entsprechendem Adapter dank USB-OTG auch einen USB-Stick anschließen.

Das Liquid E700 Trio verfügt über drei SIM-Karten-Slots. Man kann sich sicherlich darüber streiten, ob das notwendig ist; die Zahl der Anwender, die tatsächlich drei Karten gleichzeitig nutzen ist sicherlich überschaubar. Andererseits stören ein oder zwei zusätzliche Steckplätze auch nicht. Schade ist in diesem Zusammenhang, dass das E700 Trio kein LTE unterstützt. Einer der Steckplätze hätte so für einen günstigen LTE-Datentarif genutzt werden können.

Die Verwaltung der einzelnen SIM-Karten gestaltet sich sehr einfach: Der Nutzer kann einer beliebigen Karte den Datenverkehr zuordnen. Tätigt man einen Anruf wird bevor die Verbindung aufgebaut wird gefragt, welche Karte genutzt werden soll. Einzelne Kontakte können auch einer bestimmten Karte zugeordnet werden, was beispielweise für Anwender praktisch ist, die eine geschäftliche und eine private Nummer verwenden und so ihre Kontakte in diese beiden Bereiche einteilen können.

Die Sprachqualität des E700 liegt auf durchschnittlichem bis gutem Niveau - auf beiden Seiten wurde Sprache klar und deutlich wahrgenommen. Weniger gut präsentierte sich die Freisprechfunktion. Zwar konnte der Gesprächspartner den E700-Nutzer immer noch gut verstehen, der Lautsprecher des E700 ist jedoch so leise, dass er nur in sehr ruhiger Umgebung sinnvoll genutzt werden kann.

Verbindungsmöglichkeiten:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE    X  Mobilfunkstandard, Down-max 150 Mbit/s
USB-OTG   Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen
DLNA   X Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC    X  Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL    X  Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung    X  Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Qi   X QI-Ladestandard ermöglich kabelloses Aufladen
Bluetooth-Version X   4.0
WLAN-Standards X   802.11 a/b/g/n


In Sachen Rechenleistung liefert das E700 gerade so viel wie man braucht, ohne im Alltag ins Stocken zu kommen. Was die Verbingungsmöglichkeiten angeht, hat man allerdings an vielem gespart.

Wertung: 4/5

Kamera

Bis zu diesem Punkt macht das Liquid E700 einen sehr guten Eindruck und kann in vielen Punkten mit höherpreisigen Geräten konkurrieren. Die Performance der 8-Megapixel-Kamera fällt da leider aus dem Rahmen. Die Bilder leiden auch bei guten Lichtverhältnissen unter Detailarmut. Vieles geht in einem Farbmatsch verloren (siehe Bäume und Blätter in Bild 1), der nicht erst bei einsetzender Dämmerung deutlich wird.

Acer Liquid E700 Trio: Kamera-Beispielbilder

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    Außenaufnahme - Straße bei Sonnenschein
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    Außenaufnahme 2 - Wasserspiel bei Sonnenschein

Die Beispielbilder gibt es hier in voller Auflösung

Die Bilder sind zudem recht kontrastarm und verfügen über einen kleinen Dynamik-Umfang. Farben werden zu blass eingefangen. Dass bei schlechten Lichtverhältnissen schnell starkes Bildrauschen einsetzt, verwundert nicht weiter.
Auf der Vorderseite ist eine 2-Megapixel-Kamera verbaut, die eine ähnlich schlechte Leistung wie ihre rückseitige Schwester abliefert. Zwar hat Acer der Frontkamera einen LED-Blitz spendiert, was sehr löblich ist; dieser ist jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn es um die Bildqualität geht.

Immerhin kann das Kamera-Menü mit einer aufgeräumten und übersichtlichen Darstellung der Kamera-Modi und Einstellungen punkten. Zu den Aufnahmemodi gehören unter anderem HDR, Panorama und Belichtungsreihe (AEB). Zudem werden verschiedene Szenenmodi angeboten sowie verschiedene Effekt-Filter.

Acer Liquid E700 Trio: Kamera-Menü
Bildquelle: inside-handy.de

Kamera-Menü

Die Leistung der Kamera ist schlichtweg mies. Wer hiermit Fotos schießt, der darf nicht viel erwarten. Als Kamera-Ersatz für unterwegs ist das Smartphone leider kaum zu gebrauchen - da reißen auch das aufgeräumte Menü und der frontseitige Blitz wenig heraus.

Wertung: 2/5

Software und Multimedia

Auf dem Liquid E700 kommt Android 4.4.2 zum Einsatz. Acer legt eine leicht angepasste Nutzer-Oberfläche darüber; das Design ist unaufdringlich und funktional. Eine Besonderheit findet sich in der Übersicht der laufenden Apps. Hier wird neben den zuletzt geöffneten Apps auch eine Reihe von Anwendungen angezeigt, die jederzeit als zusätzliches Fenster geöffnet werden können. Acer nennt diese Anwendungen "Floating Apps". Dazu gehören zum Beispiel ein Taschenrechner, eine Karten-App, die Kamera-App, eine Notiz-App und ein Browser. Die Anwendungen werden in Fenstern geöffnet, die ähnlich wie man es vom PC kennt in ihrer Größe variiert und verschoben werden können.

Acer LIquid E700 Trio: Nutzeroberfläche

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    Homescreen
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    Übersicht der laufenden Apps und Floating-Apps

Unter dem Namen BYOC bietet Acer einen privaten Nutzer-Cloud-Service an. Der Nutzer muss ein entsprechendes Programm auf seinem Heimrechner installieren und kann dann mit verschiedenen Apps von seinem Smarpthone aus auf verschiedene Dateien wie Musik, Bilder und Dokumente, die sich auf dem Rechner befinden zugreifen. Etwas Schade ist, dass diese Apps nur auf Dateien zugreifen können, die über diese private Cloud synchronisiert wurden. Es war im Test beispielsweise nicht möglich mit der Musik-App "abMusic" auf Lieder zuzugreifen, die per Kabel in den Musik-Ordner des Smartphones verschoben wurden.
Als Alternative zu abMusic ist Googles Play Music vorinstalliert, mit dem auch auf Songs zugegriffen werden kann, die "herkömmlich" auf das Smartphone geladen wurden.

Der Klang über den integrierten Lautsprecher ist für ein Smartphone relativ ausgeglichen, allerdings auch ziemlich leise. Die Klang-Optimierung DTS Studio Sound verbessert den Klang deutlich und bietet verschiedene vordefinierte Klangeinstellungen. Der Nutzer kann zudem Bass und Höhen manuelle verstärken.

Der Klang über das mitgelieferte Headset wirkt ziemlich dumpf. Mit besseren Kopfhörern ist dem Gerät ein voller Sound zu entlocken.

Das E700 Trio kommt mit ein paar interessanten Software-Features. Positiv fällt die unaufdringliche Nutzeroberfläche auf. Der Lautsprecher dürfte allerdings etwas lauter sein.

Wertung 4,5/5

Akku

3.500 mAh sind für einen Smartphone-Akku schon eine Hausnummer. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S5 muss trotz seiner weitaus energiehungrigeren Ausstattung mit 2.800 mAh auskommen. Und das E700 hält, was die hohe Zahl verspricht. Der Standardtest besteht aus je 30 Minuten Video-Streaming, Musikstreaming, Surfen und Spielen. Hinzu kommt der Download größerer Datenmengen (> 1GB) die Aufnahme mehrerer Bilder und Videos. - Alles bei dauerhaft eingeschaltetem WLAN, Bluetooth und Push-Mail.

Nach einem 8-stündigen Testtag und einer Nacht im Standby zeigte die Energieanzeige immer noch 60 Prozent an. - Ein sehr guter Wert, nicht nur angesichts der Tatsache, dass auch durchgängig zwei SIM-Karten eingesetzt wurden.
Man darf das E700 Trio also getrost als Dauerläufer bezeichnen. Positiv ist auch aufgefallen, dass es im Standby auch über einen längeren Zeitraum nur minimal an Energie verliert.

Das E700 läuft und läuft und läuft... In Sachen Ausdauer können nur wenige andere Geräte mit dem Dreifach-SIM-Smartphone mithalten, dafür gibt es die volle Punktzahl.

Wertung: 5/5

Fazit

Für die unverbindliche Preisempfehlung von gerade einmal 199 Euro bietet das Acer Liquid E700 Trio wirklich eine ganze Menge - auch wenn man mal von den zwei zusätzlich SIM-Kartenslots absieht. Das E700 kombiniert ein gutes Display und eine ausreichende Rechengeschwindigkeit mit einer sehr langen Akkulaufzeit und steckt das Ganze in ein gefälliges, robustes, wenn auch etwas großes Gehäuse. Sehr erfreulich ist der große interne Speicher (16 GB), der sogar erweitert werden kann. In der Preisklasse unter 200 Euro kann man schon froh sein, wenn man 8 GB an internem Speicher zur Verfügung hat.

Auf Softwareseite hält sich Acer größtenteils zurück, was angesichts der überfrachteten Nutzer-Oberflächen anderer Hersteller positiv zu werten ist. Ob man Zusatzfunktionen wie die Floating-Apps im Alltag tatsächlich nutzt sei mal dahin gestellt, sie stören aber auch nicht.

Die Verwaltung der bis zu drei SIM-Karten ist einfach, übersichtlich und intuitiv.

Was das E700 allerdings nicht kann ist, gute Fotos zu schießen. Die Kamera fällt angesichts der guten Leistung der anderen Komponenten aus dem Rahmen - sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite. Das ist wirklich schade, da es den hervorragenden Gesamteindruck, den das Liquid E700 ansonsten vermittelt, trübt. Interessenten sollten sich überlegen, wie wichtig ihnen eine gute Kamera bei einem Smartphone ist.

Pro:

Acer Liquid E700 Trio: Testsiegel
Bildquelle: inside-handy.de
  • Gutes Display
  • Großer interner Speicher
  • Sehr lange Akku-Laufzeit
  • Dreifach-SIM-Gerät

Contra:

  • Schlechte Kamera
  • relativ groß

Alternativen

Wer mehr als eine SIM-Karte benötigt, kann sich auch mal das Dual-SIM-Smartphone Getaway des französischen Herstellers Wiko anschauen. Es kommt ebenfalls mit 5-Zoll-Display, 16 GB internem Speicher und sogar einer 13-Megapixel-Kamera. Der Preis liegt bei rund 200 Euro.

Etwas günstiger ist das Huawei Ascend G610, das schon für gut 150 Euro zu haben ist und zwei SIM-Karten aufnimmt. Auch hier kommen ein 5-Zoll-Display und ein Quad-Core-Prozessor zum Einsatz. Beim internen Speicher muss sich der Nutzer allerdings einschränken, der liegt bei nur 4 GB.

Eine ausführliche Darstellung von Dual-SIM-Alternativen bietet der große Vergleichstest auf inside-handy.de.

Autor: Andreas Krambrich

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