Für Zweitwohnung und DSL-freie Regionen LTE-WLAN-Router im Test: So schlägt sich der Vodafone GigaCube in der Praxis

vom 04.08.2017, 16:16
Vodafone GigaCube im Test
Bildquelle: Michael Stupp / inside-handy.de

Vodafone schickt sich an, dem Congstar HomeSpot Konkurrenz zu machen. Die Gerüchte haben sich in weiten Teilen bestätigt und Vodafone schlägt gegen die Telekom-Tochter mit seinem neuen Angebot GigaCube zurück. Darin sind unter anderem 50 GB Datenvolumen mit bis zu 150 MBit/s integriert. Die inside-handy.de-Redaktion stellt den GigaCube samt Tarif vor und zeigt im Praxis-Test, wozu der LTE-Router fähig ist.

Der transportable Internet-Anschluss über LTE wird von Vodafone in zwei Paketen mit jeweilis zwei Preisstaffelungen angeboten und kommt mit einem Huawei-WLAN-Router zum Kunden.

GigaCube und GigaCube Flex

Für einmalig 1 Euro gibt es im GigaCube-Basis-Tarif einen mobilen LTE-WLAN-Router von Huawei zu kaufen, der für knapp 35 Euro pro Monat mit einer LTE-Internet-Flat samt 50 GB Highspeed-Datenvolumen nutzbar ist. Weiteres Datenvolumen ist im Anschluss auf Wunsch gegen Aufpreis nachbuchbar, die maximal mögliche Downstream-Geschwindigkeit liegt mit dem Huawei-Router bei 150 Mbit/s, im Upstream sind bis zu 50 Mbit/s möglich. Wer bereits einen Red-Tarif nutzt, erhält beim Giga-Cube-Tarif einen Vorzugspreis von 25 Euro monatlich. 

Rabattberechtigt sind dabei die RED-/Young-Tarife Red S, Red M, Red L, Red XL, Red XXL, Red 1,5 GB, Red 3 GB, Red 8 GB, Red 20 GB, Red Young, Red Young L, Red Young XL, Young M, Young L und Young XL. Einen ähnlichen Rabatt gibt es auch für Nutzer des Tarifs GigaCube Flex, der sich durch die gleichen Grundleistungen auszeichnet, jedoch nur dann eine monatliche Zahlung erfolgt, wenn auch über den Router im Internet gesurft wird. 

Vodafone GigaCube mit Rabatt für Red-Kunden

Die Flex-Variante besitzt eine Grundgebühr in Höhe von knapp 35 Euro monatlich. Die Flex-Option ist ideal für all diejenigen, die nur saisonal einen Internetanschluss benötigen. Einmalig wird ein Anschlusspreis in Höhe von knapp 40 Euro berechnet. Wer sich für diese Flex-Variante entscheidet, muss für die Hardware allerdings mehr zahlen. Dann werden einmalig knapp 50 Euro fällig.

Vodafone GigaCube Unboxing

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    Der Vodafone GigaCube kommt im Pappschuber mit Vodafone-Logo …
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de
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    … dahinter verbirgt sich jedoch Design von Huawei.
    Bildquelle: Stefan Winopal / inside-handy.de

Von der Qualität des neuen GigaCube ist Vodafone Deutschland CEO Hannes Ametsreiter überzeugt: "Mit dem GigaCube bringen wir Kunden das größte Datenpaket im Markt – und Highspeed-WLAN auch dorthin, wo kein Kabel liegt. Denn dort liefert das herkömmliche Festnetz aus der Dose oft nur wenige Megabit. Der GigaCube bringt Highspeed einfach und überall. Und damit WLAN ohne Anschlussdose. Und ohne warten auf den Festnetztechniker.“ Zu beachten ist: Videostreams sind nicht in HD-Qualität möglich, sondern werden auf 480p komprimiert. Gegen einen einmaligen Aufpreis lässt sich das Komprimierungsverfahren deaktivieren.

GigaCube
Bildquelle: Vodafone

Keine stationäre Bindung

Anders als beim Congstar Homespot ist der Vodafone GigaCube nicht an eine feste Adresse gekoppelt, sondern lässt sich deutschlandweit nutzen. Allerdings muss für die Nutzung ein recht sperriger WLAN-LTE-Hotspot transportiert werden, denn die von Vodafone zur Verfügung gestellte SIM-Karte ist an diese Hardware gekoppelt. Die Nutzung in anderen LTE-Geräten ist nicht möglich. Ausgeschlossen ist es darüber hinaus, den LTE-Tarif auch im Ausland zu nutzen; Roaming-Verbindungen sind deaktiviert. Vodafone folgt mit seinem neuen Angebot also einem Trend, der nationale Tarife für die Nutzung ausschließlich in Deutschland vorsieht: Handytarife ohne Roaming.

Interessant ist ein solcher Tarif nicht nur für Menschen, die in einer Ferienwohnung oder auf dem Campingplatz von einer schnellen Internetverbindung profitieren möchten, sondern vor allem auch für all jene, die in einer Region wohnen, wo noch kein schneller (V)DSL- oder Kabel-Internet-Anschluss verfügbar ist. Zu beachten ist natürlich, dass intensive Video-Streamings das Datenvolumen schnell an seine Grenze stoßen lassen werden. Der GigaCube-Tarif ist deswegen eher für den "normalen" Internet-Gebrauch ideal, bei dem auf datenhungrige Dienste verzichtet wird.

Der Vodafone GigaCube im Praxistest

Ein Handy- oder Tablet-Test bei inside-handy.de beginnt im Normalfall mit dem sogenannten Hands-On, einer Bewertung des Designs, der Verarbeitung und vor allem der Handlichkeit. Nun, letzteres fällt hier aus, der GigaCube von Vodafone ist gemeinhin ein Gegenstand, der nicht vorwiegend über die Mobilität überzeugen will. Tatsächlich stellt man das Gerät aber wohl in eine ausgewählte Ecke, von wo das WLAN-Netz den gewünschten Verbreitungseffekt am effizientesten herbeiführt.

Vodafone GigaCube
Bildquelle: Vodafone

Der Deko-Gedanke ist bei der Fertigung des GigaCube allerdings auch nur bedingt gelungen: Der nach oben leicht zulaufende Kegel besticht jedenfalls nicht sonderlich durch Anmut oder kann gar als Kunstwerk angesehen werden. Hobby-Innenarchitekten, die den GigaCube nutzen wollen, sollten daher eher eine dunklere oder verstellte Ecke für das Router-Türmchen reservieren.

Außen herum besteht der weiße GigaCube aus Plastik, das sich an keiner Stelle öffnen lässt um das Innere zu offenbaren. Auf der Unterseite, inmitten eines eingelassenen Kreises befinden sich alle relevanten Angaben zur Nutzung, wie die WLAN-Kennung SSID, der Sicherheitsschlüssel und auch der SIM-Karten-Slot. Auf der Front sind Status-LED-Leuchten und zwei Tasten für Power und WPS-Verbindung angebracht. Die Rückseite bietet LAN- und Telefon-Ports, sowie Main-, DIV und Power-Steckdosen.

Aufgebaut: So richtet man den Vodafone GigaCube ein

Der GigaCube von Vodafone ist denkbar einfach einzurichten, es gibt keine Ikea-eske Bauanleitung für das Gerät selbst, das in einem Stück geliefert wird. Es ist tatsächlich so einfach wie es beworben wird: SIM-Karte rein, Strom ran und los geht es. Über die Daten auf der Unterseite kann man seine WLAN-fähigen Endgeräte einwählen und lossurfen. Die LED-Leuchten geben dabei stets Aufschluss darüber, wie es um die Verbindung zur Außenwelt bestellt ist. Der GigaCube funkt mit den Wellenlängenbereichen 2,4 und 5 GHz. Der LTE-Standard ist mit Cat6 angegeben und erlaubt somit eine theoretische Downloadrate von 150 Mbit/s.

Vodafone GigaCube: Produktbilder

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    Der Vodafone GigaCube von allen Seiten
    Bildquelle: Michael Stup / inside-handy.de
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    Oben prangt das Huawei-Logo: Die Chinesen dienen als Hersteller des Routers.
    Bildquelle: Michael Stup / inside-handy.de

GigaCube im Praxis- und Belastungstest

Das Einwählen geht denkbar schnell und störungsfrei. Der 4G-Empfang des GigaCubes wird gefühlt eins zu eins ins WLAN-Netz gespeist. Bei gutem Empfang ist es ohne weiteres möglich, mehrere Endgeräte parallel mit dem GigaCube zu verbinden und nach Herzenslust in den Weiten des Internets zu surfen.

In den Redaktionsräumen von inside-handy.de konnte beispielsweise das komplette Redaktionsteam, inklusive Marketing und Geschäftsführung, seine Arbeit nur mit WLAN-Internet über den GigaCube problemlos verrichten – immerhin eine zweistellige Anzahl an PCs, von denen aus munter hoch und heruntergeladen wurde. Auch ein weiterer Belastungstest, bei dem von verschiedenen Endgeräten parallel Videos gestreamt wurden, verlief ohne Ruckler oder lange Lade- und Verzögerungszeiten.

Fazit zum Vodafone GigaCube

Bei gutem Empfang holt das schnelle LTE-Netz von Vodafone viel aus dem GigaCube heraus. Mehrfach-Belastung machen Netz und GigaCube wenig aus. Optisch trifft der kleine Internet-Tower nicht zwingend jeden Geschmack, aber das sollte nicht im Vordergrund stehen.

Vom einfachen Aufbau über die Einrichtung bis hin zur Nutzung im Alltag gibt es am GigaCube kaum etwas auszusetzen. Natürlich kann der LTE-Router auch nur das leisten, was das Netz hergibt. Auch bei gutem HSDPA- oder UMTS-Empfang dürfte das Surferlebnis halbwegs ruckelfrei ablaufen. Wenn die Netzabdeckung allerdings zu wünschen übrig lässt, wird auch der GigaCube keine Wunder mehr vollbringen können.

Kauf-Ratgeber: Für wen lohnt sich der GigaCube?

Der GigaCube ist bei Vodafone mit zugehörigem Tarif erhältlich. Sobald der Router angeworfen wird, kostet es - dafür stehen aber auch 50 GB zum versurfen zur Verfügung. Dennoch, für den häuslichen Gebrauch ist der GigaCube neben einem Kabel- oder DSL-Anschluss ein eher teures Vergnügen. Viel eher lohnt sich die Anschaffung etwa für die Zweitwohnung, die man zeitweise für die Arbeit bezogen hat oder für das Ferienhaus (Achtung: Roaming ist beim GigaCube deaktiviert). Wie erwähnt taugt das Gerät auch als Notfall-Internetzugang für Büros und Unternehmen – eine Etage mit 4 oder 5 Büroräumen kann der Gigacube dabei in der Regel versorgen.

Auch als Organisator eines Ferienlagers, bei dem man zeitweise WLAN-Zugang ermöglichen will, kann der GigaCube die Lösung sein: Denn in Sachen Reichweite und Belastung hat der GigaCube deutliche Vorteile gegenüber mobilen Hotspots. Nachteil: Der GigaCube ist auf eine Steckdose angewiesen, Akkubetrieb ist nicht vorgesehen.

Konkurrenzprodukt: So funktioniert der Congstar HomeSpot ›


Quelle: Vodafone | Bildquelle kleines Bild: Michael Stupp / inside-handy.de | Autor: Redaktion inside-handy.de
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