So tricksen Amazon und Co. bei Rabatten

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Online Shopping bei Amazon mit dem Smartphone
Bildquelle: Pixabay
Immer wieder verleiten Online-Händler mit einem Cyber Monday, Black Friday oder dem Amazon Prime Day Menschen zum Kauf von Dingen, die sie häufig nicht benötigen. Sie locken mit Angeboten und Tiefstpreisen. Allerdings sind die Rabatte sehr häufig Nebelkerzen; der aufgedruckte Rabatt hat meist wenig mit der Realität zu tun. inside handy gibt Tipps, mit denen sich falsche und gute Angebote unterscheiden lassen.

Ob „70 Prozent“ auf ausgewählte Ware oder „zwei zum Preis von einem“: Bei der Amazon Cyber-Monday-Woche soll man das Gefühl bekommen, richtige Schnäppchen zu schießen. Die Ware wird dem geneigten Schnäppchen-Käufer mehr oder weniger hinterher geschmissen. Gerade Technikprodukte wie Smartphones werden gerne „knallhart rabattiert“ angeboten. Doch das ist oft mehr Schein als sein.

Tipps und Tricks zum Rabatt-Kauf im Überblick

  • Preise vergleichen
  • Seriosität des Verkäufers prüfen
  • Nicht mehr Kaufen als man braucht
  • Widerrufsrecht nutzen
Pärchen beim Online-Shopping

Herstellerpreis vs. Straßenpreis

Oft wirbt der Hersteller mit Rabatten in Höhe von XY Prozent. Der Kunde denkt, dass das Gerät vor der Aktion noch ein Vielfaches mehr gekostet hat. Tatsächlich ist der Referenzpreis, von dem die Prozentzahl abgezogen wird, häufig die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Dieser Preis ist gegebenenfalls längst überholt im Vergleich zum sogenannten „Straßenpreis“. Der „Straßenpreis“ besagt, wie teuer das Smartphone im freien Handel erhältlich ist.

Ein Beispiel: Ein Hersteller bringt ein Handy für 200 Euro auf den Markt. Nach einiger Zeit kostet es im Handel regulär 150 Euro. Am Black Friday – oder dem Prime Day – bietet der Händler das Gerät allerdings für 100 Euro an und bewirbt es mit einem Preisnachlass von 50 Prozent. Die tatsächliche Ersparnis, nämlich die gegenüber der vorher beim selben Händler veranschlagten 150 Euro, liegt dann allerdings nur bei knapp 33 Prozent.

Mit diesem Trick, den mancher Händler auf die Spitze treibt, entstehen „Mega“-Rabatte wie 70 Prozent. Gerade im Bereich Smartphones lässt sich offensiv mit hohen Rabatten werben, da die Geräte – insbesondere solche mit Android-Betriebssystem – relativ schnell an Wert verlieren. inside handy bietet zu jedem Gerät einen Preisvergleich an, der den aktuell günstigsten und realistischsten Preis angibt – ein Vergleich vor dem Kauf lohnt sich immer.

Die Mär von der geschenkten Mehrwertsteuer

Eine gern gesehene Rabattaktion bei Technik-Angeboten ist die geschenkte Mehrwertsteuer. Zwar ist vielen Kunden geläufig, dass der Staat keinesfalls auf die ihm zustehenden 19 Prozent verzichtet. Allerdings wird durch die Werbung suggeriert, dass man eben diese 19 Prozent tatsächlich einspart. Unabhängig davon, dass als Referenz womöglich ebenfalls der Herstellerpreis angegeben wird, geht die Trickserei in diesem Punkt noch etwas weiter. Im Regelfall wird die Mehrwertsteuer auf den Netto-Preis der Ware erhoben, anstatt vom Bruttobetrag abgezogen.

Mehrwertsteueraktion bei Media Markt
Mehrwertsteueraktion bei Media Markt im September 2018Quelle: Media Markt

Was mathematisch klingt, ist mit einem Beispiel einfach zu erklären: Beträgt der Warenwert eines Geräts 100 Euro, wird es an einer deutschen Kasse normalerweise 119 Euro kosten. Da von diesen 119 Euro die Steuer abgeführt werden muss. Wenn der Händler nun mit „Mehrwertsteuer geschenkt“ wirbt, reicht es aus, wenn er etwas mehr als 15 Prozent abzieht, um auf einen Nettobetrag zu gelangen, der plus 19 Prozent den Ausgangs-Brutto-Betrag ergibt. Der tatsächliche Rabatt beträgt bei dieser Masche also keineswegs 19, sondern knapp 16 Prozent.

Mehrwertsteuer geschenkt?

Aus aktuellem Anlass: Die Mär von der geschenkten Mehrwertsteuer.https://www.inside-handy.de/news/43247

Gepostet von inside handy am Freitag, 21. September 2018

Zeit- und Mengen-Limits mit Argwohn beachten

Speziell im Online-Handel werden Kunden zum Kauf gedrängt: Viele Angebote werden als zeitlich und in der Menge limitiert angeboten. Damit wird dem Kunden Druck gemacht, ein Produkt möglichst schnell und am besten ohne weiter nachzudenken zu kaufen. Ansonsten läuft entweder ein Countdown ab oder das Produkt ist angeblich vergriffen. Zwar sind diese Angebote nicht immer zwingend gelogen. Eine etwaige Warenknappheit wird jedoch nicht selten künstlich erzeugt.

Augen auf beim Zubehör-Kauf

Online-Händler haben ein Ziel: verkaufen, verkaufen, verkaufen. Natürlich pro Kunde möglichst viel. So werden Systemangebote geschnürt, bei denen ein Kunde ein Produkt mit Zubehör angeboten bekommt. Der Endpreis des Pakets liegt zwar über dem des eigentlich zu kaufen beabsichtigten Produkts, aber unter dem der summierten Einzelpreise der zusammengeschnürten Waren. Dennoch sollte auch hier mit Argusaugen verglichen werden. In der Regel beabsichtigt man nur für ein Produkt Geld auszugeben. Die Rechnung steigt durch ungeplantes Zubehör in die Höhe.

  • Sind die Zusatzprodukte bei anderen Händlern günstiger?
  • Braucht man das Zubehör wirklich?
  • Ist man bereit mehr Geld auszugeben?

Seriosität des Angebots prüfen

Günstige Angebote können zu überhasteten Käufen führen. Das ruft natürlich auch Betrüger auf den Plan, die das schnelle Geld suchen. Die Amazon Plattform ist dadurch schon seit langem Ziel solcher Geschäfte. Oft und gerne werden unbemerkt Technikangebote zu Traumpreisen angeboten – sie können sich jedoch schnell als Fake herausstellen. Man sollte die Angebote genau überprüft und nicht mit Cyber Monday, Black Friday oder Prime Day-Angeboten verwechseln. Im Zweifel sollte man lieber vom Kauf absehen. Am sichersten ist es, direkt über die Amazon-Kasse zu kaufen. Das böse Erwachen gibt es spätestens dann, wenn der Artikel nicht die gewünschte Qualität aufweist. Doch noch schlimmer – gar nicht erst zu Hause eintrifft. In einem solchen Fall sollte man sich sofort mit dem Kundendienst in Verbindung setzen. Amazon verhält sich dabei kulant. Auch, wenn man nicht direkt über den Amazon-Store einkauft.

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