Amazons Feuer-Smartphone mit deutlichen Brandzeichen

Datum: 29.10.2014 | Wertung: 83% | Produkt: Amazon Fire Phone
Amazon Fire Phone

Seit dem Marktstart Ende September hagelte es für das Fire Phone eine schlechte Kritik nach der nächsten im Amazon-Online-Shop. Meist lässt sich der Frust der Kunden dabei auf den Telekom-SIM-Lock zurückführen. Ob das feurige Smartphone von Amazon noch weitere Kritikpunkte besitzt oder ob es abgesehen vom SIM-Lock, vielleicht sogar ein sehr gutes Smartphone abgibt, zeigt der folgende Testbericht von inside-handy.de.

Verarbeitung und Design

Bereits beim ersten Kontakt mit dem Fire Phone von Amazon fällt eine Sache besonders auf: das Gewicht. Mit seinen 160 Gramm bei einem 4,7 Zoll großen Display ist das Fire Phone ein ganz schöner Brocken. Ein solches Gewicht entspricht nicht mehr dem derzeitigen Standard, auch wenn das hohe Gewicht unter anderem der beidseitigen Gorilla Glass-Beschichtung geschuldet ist. Zudem ist es mit einer Tiefe von 8,9 Millimetern nicht sonderlich flach, was den klobigen Gesamteindruck bestärkt. Auch wenn die restliche, aus Kunststoff bestehende, Verarbeitung insgesamt in Ordnung geht und sich keinerlei Spaltmaße finden lassen, so kann dem Fire Phone ganz sicher nicht ein Oscar für die schönste und hochwertigste Verarbeitung verliehen werden. Immerhin fühlen sich die gummierten Seiten sehr griffig an, sodass das Fire Phone sicher in der Hand liegt.

Es stellt sich aber auch die Frage, ob man als Kunde, nachdem man rund 450 Euro für das Fire Phone auf den Tisch gelegt hat, ständig Werbung für Amazon machen möchte. Denn auf der Rückseite prangt ein dickes Amazon-Logo, das nicht zu übersehen ist. Natürlich versehen auch andere Hersteller ihre Smartphones mit ihren Logos, jedoch ist das Amazon-Logo überdimensional groß und wirkt fast wie ein Sponsoring.

Amazon Fire Phone: Hands-On

  • 1/10
    Das Amazon Fire Phone
  • 2/10
    Das Amazon Fire Phone

Zur Anordnung der Tasten: Auf der Vorderseite befindet sich lediglich ein Home-Button in einer ovalen Form wie man es von den Galaxy-Smartphones aus dem Hause Samsung kennt. Während auf der rechten Seite keine Tasten zu finden sind, ist die linke Seite voll von Bedienelementen. Links oben ist eine Lautstärkenwippe zu finden und direkt darunter der eine Kamera-Taste. Im unteren Drittel der linken Seite ist außerdem noch der SIM-Karten-Slot zu finden. Davon ausgehend, dass nur circa 10-15 Prozent der Weltbevölkerung Linkshänder sind, ist diese einseitige Verteilung der Tasten auf der linken doch etwas kritisch zu sehen. Schließlich ist das Fire Phone mit seinem 4,7 Zoll Display gerade noch so handlich genug, um es auch mal nur mit einer Hand zu bedienen. Bei vielen Menschen ist dies die rechte Hand. Greift man also mit der rechten Hand an das Fire Phone, so hat man mit dem rechten Daumen den größten Spiel- und Bewegungsfreiraum. Ohne Probleme ließe sich eine Kamera-Taste oder eine Lautstärken-Wippe auf der rechten Seite bedienen. Eine Bedienung mit dem um das Smartphone greifende Zeigefinger auf der linken Seite fällt dem Nutzer wesentlich schwieriger, da es wie bereits erwähnt auch ziemlich breit ausfällt.

Für ein Oberklasse-Smartphone ist das Fire Phone zu schwer und zu klobig. Zudem kann es auch beim Design aufgrund des sehr großen Amazon-Logos nicht punkten.

Bewertung: 3/5

Display

Amazon verbaut im Fire Phone ein 4,7 Zoll großes LCD-Display. Dieses besitzt eine HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln und erreicht somit eine Pixeldichte von 312 ppi. 

Amazon Fire Phone Low Motion Einstellungen
Bildquelle: inside-handy.de

Auch wenn man bei einem Oberklasse-Smartphone, als das das Fire Phone technisch gesehen durchaus bezeichnet werden darf, man mittlerweile mindestens ein Full-HD-Display gewöhnt ist, so kann das Display dennoch mit seiner Schärfe überzeugen. Lediglich ganz feine und kleine Schriften wirken etwas fransig ehe man sie heran zoomt. Auch die Farbdarstellung des LCD-Displays ist zufriedenstellend. Die Farben besitzen eine natürliche Leuchtkraft und ein gutes Kontrastverhältnis. Über dem Durchschnitt liegt auch die Blickwinkelstabilität.

Doch Amazon möchte neben der normalen Displaydarstellung mit einem ganz anderen besonderen Feature bei den Kunden punkten. Als erster Smartphone-Hersteller integriert Amazon vier Infrarotsensoren, das sogenannte „Dynamic Perspective“-Sensor-System, in seinem Smartphone. Die Sensoren sind in den vier Ecken auf der Vorderseite untergebracht. Mithilfe der Sensoren erkennt das Fire Phone somit, in welchem Abstand und Winkel sich der Kopf vor dem Smartphone befindet und zeigt Objekte auf dem Display so an, dass diese dreidimensional wirken.

Dies macht einen netten ersten Eindruck wenn man das Smartphone installiert und wertet die sonst eher schlichte und einfach gehaltene Benutzeroberfläche des Fire Phone deutlich auf. Bis auf einen neumodischen 3D-Effekt ergeben sich für den Nutzer aber ansonsten keine Vorteile. Es ist und bleibt, wie schon bei den Kinofilmen in 3D, eine Spielerei für die man sich entweder begeistert kann oder auch nicht. Besonders innovativ ist dieses Feature ebenfalls nicht. Ähnliche Effekte lassen sich theoretisch auch mit den normalen Lagesensoren, über die mittlerweile jedes aktuelle Smartphone verfügt, erzielen. Amazon nutzt dieses Feature jedoch geschickt, um das Erscheinungsbild des Fire Phone insgesamt aufzuwerten und interessanter zu gestalten.

Die dreidimensional Darstellung wertet das Display optisch auf und bietet ein Feature, über das viele andere Smartphones nicht verfügen. Dennoch löst das Fire Phone nur in HD auf, daher erhält es nicht die volle Punktzahl, sondern einen halben Punkt Abzug.

Bewertung: 4,5/5

Ausstattung und Leistung

Mit einem Preis ohne Vertrag von derzeit 449 Euro für die 32 GB- und 549 Euro für die 64 GB-Speicher-Variante ordnet sich das Fire Phone bereits in der Oberklasse der Smartphones an. Beim Prozessor und Arbeitsspeicher ist das Fire Phone auf dem Papier sehr solide aufgestellt. Angefeuert wird es von einem Snapdragon-800-Quad-Core-Prozessor, dessen vier Kerne auf 2,2 GHz takten. Der Arbeitsspeicher ist 2 GB groß.

Beim alltäglichen Wechsel und Öffnen verschiedener Apps waren im Test keine Aussetzer spürbar. Auch aufwendige 3D-Spiele wurden in guter Qualität und ohne Aufhänger wiedergegeben. Durch das 3D-fähige Display kommen diese natürlich deutlich besser zum Vorschein, als auf normalen Smartphones. Nach einer halben Stunde Spielen war nur eine leichte Wärmeentwicklung spürbar.

Die Telefonqualität bewegt sich auf überdurchschnittlich gutem Niveau. Auf beiden Seiten waren die Gesprächspartner im Telekom-Netz sehr laut und deutlich zu verstehen. Lediglich über den Lautsprecher klang die angerufene Person etwas dumpf.
Dass der Telefon-Test im Telekom-Netz durchgeführt wurde, ist an dieser Stelle kein Zufall, sondern Zwang. Denn das Amazon Fire Phone wird derzeit nur mit einem Telekom-SIM-Lock ausgeliefert. Käufer des Fire Phones können das Gerät also nur mit einer SIM-Karte der deutschen Telekom nutzen. Und auch hier genügt nicht irgendeine SIM-Karte der Telekom, sondern nur eine SIM-Karte, die einem bestehenden Vertrag zuzuordnen ist. Die Telekom Xtra-Karte, eine Prepaid-Karte der Telekom, lässt sich somit nicht nutzen. Der SIM-Lock verärgert viele Kunden, die ihr Fire Phone gerne im Vodafone-, O2- oder E-Plus-Netz nutzen würden. Die schlechte Bewertung des Smartphones auf Amazon mit nur 1,5 von 5 möglichen Sternen beruht auch auf eben diesem Problem. Zu Recht, denn ein ein solcher SIM-Lock ist absolut nicht mehr zeitgemäß.

Beim internen Speicher hat der Nutzer die Wahl zwischen zwei Varianten, mit einem 32 oder 64 GB großen Speicher, die sich preislich um stolze 100 Euro unterscheiden. Per Micro-SD-Karte ist der interne Speicher nicht erweiterbar. Der Nutzer hat lediglich Zugriff auf einen unendlich großen Amazon-Cloud-Speicher für die Amazon-eigenen Inhalte und die eigenen Fotos.

Ansonsten besitzt das Fire Phone die folgenden Verbindungsmöglichkeiten:

Feature

Ja Nein Funktion

HSPA

X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 21 Mbit/s
HSPA+ X   Erweiterung des Mobilfunkstandards UMTS, Down-max. 42 Mbit/s
LTE X   Mobilfunkstandard, Down-max 100 Mbit/s
USB-OTG    X Ermöglicht den Anschluss externer Geräte wie USB-Sticks, Festplatten oder Tastaturen (entsprechender Adapter notwendig)
DLNA X   Standard zu kabellosen Übertragung von Medieninhalten, zum Beispiel auf einen Fernseher
NFC   Ermöglicht eine Bluetooth-Verbindung zu einem anderen Gerät durch kurzes Berühren
Miracast   Ermöglicht das kabellose Teilen der Anzeige mit einem anderem Gerät
MHL    X  Erlaubt die kabelgebundene Verbindung über die Micro-USB-Schnittstelle zu einem HDMI-Port
Infrarot-Fernbedienung    X Ermöglicht den Einsatz als Universal-Fernbedienung
Bluetooth-Version X   3.0
WLAN-Standards X   802.11 a/b/g/n/ac

Das Fire Phone ist derzeit in Deutschland nur mit einem Telekom-SIM-Lock erhältlich. Da der Prozessor aber eine ganz gute Arbeit verrichtet, gibt es für den SIM-Lock „nur“ anderthalb Punkte Abzug.

Bewertung: 3,5/5

Kamera

Die rückseitige Kamera des Fire Phone löst mit 13 Megapixeln auf und liefert nicht nur Full-HD-Videos, sondern auch eine optische Bildstabilisierung. Zudem erhalten Kunden kostenlosen und unbegrenzten Speicherplatz für ihre Fotos in der Amazon-Cloud Drive. So können Kunden ähnlich wie bei der iCloud, auch von anderen Geräten auf ihre Bilder zugreifen.

Die Qualität der Fotos kann sich ebenfalls sehen lassen. Sowohl in Innenräumen bei eher schlechten Lichtverhältnissen, als auch in der Abenddämmerung und bei leichtem Nebel, liefert die Kamera ein scharfes und auch kontrastreiches Bild. Die meisten Bilder besitzen einen satten Farbton, der aber auch nicht zu unnatürlich wirkt. Auch der Dynamikbereich liegt auf einem sehr guten Niveau. Sowohl helle als auch dunkle Bildbereiche sind gut zu erkennen. Serienbild-, Panorama-, Linsenraster- oder auch HDR-Aufnahmen lassen sich mit der Hauptkamera ebenfalls erstellen.

Amazon Fire Phone: Kamera-Fotos

  • 1/8
    Schlos Brühl im morgendlichen Nebel
  • 2/8
    Schlosspark Brühl, früher Morgen.

Hier gibt es die Bilder in voller Auflösung.

Darüber hinaus lässt sich mit einem längeren Druck auf die Kamera-Taste die Firefly-Funktion aktivieren. Dann lassen sich mit der Kamera nicht nur Landschaften, Dinge oder Menschen fotografieren, sondern auch Gegenstände erkennen. So erkennt die Kamera zum Beispiel die Frontseiten von Büchern oder DVDs und findet sie direkt bei Amazon. Zur Erkennung gleicht das Fire Phone das aufgenommene Foto mit dem Produktbildern von Amazon ab. Da der Kunde immer permanent mit seinem Amazon-Konto verbunden ist, kann er so das Produkt auch sofort kaufen. Ebenso ist die Kamera aber auch in der Lage Visitenkarten, Zeitschriften oder andere Textarten einzuscannen und die abgebildeten Telefonnummer, E-Mail- und Internet-Adressen dem Nutzer direkt zur Weiterverarbeitung anzubieten.

Amazon Fire Phone Firefly Kamera
Bildquelle: inside-handy.de

Wie es sich für ein Oberklasse-Smartphone gehört, besitzt das Fire Phone natürlich auch eine Front-Kamera. Diese löst mit 2,1 Megapixeln auf und genügend in ihrer Auflösung für ein schnelles Selfie oder ein Videotelefonat.

Das Fire Phone besitzt eine sehr gute Kamera, die zudem noch eine praktische Produktsuche ermöglicht. Daher erhält es in dieser Kategorie die volle Punktzahl.

Bewertung: 5/5

Software und Multimedia

Das auf Android-basierende Fire OS besitzt nur noch marginale Gemeinsamkeiten mit dem originalen Google-Betriebssystem. Dass es sich bei dem Fire Phone um ein Amazon-Smartphone handelt, ist nicht nur äußerlich an dem großen Logo auf der Rückseite, sondern auch anhand der Benutzeroberfläche deutlich spürbar. Einen klassischen Home-Screen wie man ihn von Android-Geräten gewöhnt ist, gibt es beim Fire Phone nicht. Der Home Screen besteht aus einer fixen Statusleiste mit der Telefon-, Nachrichten, E-Mail und Internet-App und darüber ist ein App-Karussell zu finden. Auch die Anwendungen innerhalb des Karussells, durch das sich schnell nach links und rechts scrollen lässt, kommen in einer beweglichen 3D-Optik daher und bewegen sich entsprechend der jeweiligen Position, des Gerätes.

Neu ist auch, dass man nicht nur mit einem Wisch von links nach rechts oder von rechts nach links die seitlichen Menüleisten öffnen kann, sondern auch mit einem seitlichen Schwenk des Fire Phone in die jeweilige Richtung. Eine ähnliche Steuerung ist zum Beispiel auch beim Scrollen und Surfen im Internet möglich. Dies ist durchaus praktisch, wenn man zum Beispiel unterwegs ist und nur eine Hand zur Verfügung hat. Im Amazon-App-Store finden sich außerdem noch weitere Apps und Spiele, die auf dem Dynamic Perspective-System basieren.

Mit dem Amazon-App-Store wäre man dann auch beim nächsten Thema angelangt. Dieser bietet zwar derzeit schon eine recht große Auswahl von 217.523 Apps und Spielen, die mit dem Fire Phone kompatibel sind, jedoch reicht dies längst nicht an das Angebot einen Google Play Store mit mehreren Millionen Apps heran.

Ein weiteres besondere Feature, das Amazon seinem Fire Phone verpasst hat, ist die Mayday-Funktion. Diese Notruf-Funktion agiert als mobiler Service-Berater. Ruft der Kunde die Mayday-Funktion auf, soll er, so das Ziel von Amazon, spätestens nach 15 Sekunden mit einem Amazon-Support-Mitarbeiter verbunden werden. Dieser erscheint dann als Video-Chat auf dem Fire Phone des Kunden und beantwortet ihm seine technischen Frage. Der Fire Phone-Besitzer ist für den Amazon-Experten jedoch nicht sichtbar. Diese Service-Funktion ist für den Kunden kostenlos.

Amazon Fire Phone: Fire OS - Screenshots

  • 1/25
    App-Karussell
  • 2/25
    App-Karussell

Ähnlich wie schon im Kamera-Teil erwähnt, ist das Fire Phone in der Lage gewisse Dinge mit dem Amazon-Produktportfolio abzugleichen. Neben einem klassischen Abgleich über ein Foto oder einen Barcode, kann das Fire Phone ebenfalls ähnlich wie Spotify, Musik aber auch Serien und Filme erkennen. Besonders die sehr genau Erkennung von Serien und Filmen jeder Art überraschte im Test. So erkannte das Fire Phone zum Beispiel nicht nur, dass es sich bei der vorgespielten Sequenz um die Erfolgs-Serie Breaking Bad handelte, sondern auch ganz genau, um welche Staffel und Folge. Um auch aus dieser Funktion einen Nutzen zu schlagen, hat der Kunde nach der erfolgreichen Erkennung direkt die Möglichkeit, die Serie oder den Film über Amazon Prime zu schauen oder zu kaufen. Gleiches gilt für die Musikerkennung.

Amazon Fire Phone Firefly Film- und Serienerkennung
Bildquelle: inside-handy.de

Als Musik-App kommt ebenfalls die Amazon-eigene Musik-App zum Einsatz. Dort findet der Nutzer, nachdem er sich mit seinem Amazon-Konto angemeldet hat, automatisch sämtliche Titel und Alben, die er bereits als MP3 oder CD bei Amazon gekauft hat. Für all diejenigen, die ihre Musik ohnehin immer über Amazon kaufen, ein sehr nützliches Feature um direkt auf die eigene Musik zugreifen zu können. Hat man bis dato aber zum Beispiel seine Musik immer über iTunes gekauft, geht man als Kunde leer aus. Nach dem Anklicken des Lieblingstitel herrscht jedoch Ernüchterung. Schon bei einer normalen Lautstärke-Regelung fällt der Ton sehr scheppernd und blechernd aus. Auf der höchsten Lautstärke lässt sich die Musik kaum mehr ertragen, was nicht an einer zu lauten Lautstärke liegt. Bässe sind nicht wahrnehmbar.

Amazon Fire Phone Musik-Player
Bildquelle: inside-handy.de

Dieses schlechte Sounderlebnis ist umso verwunderlicher, da das Fire Phone das Mehrkanalsoundsystem Dolby Digital Plus verwendet, das laut Amazon unter anderem „automatisch die Lautstärke reguliert, einen virtuellen Surround Sound erstellt sowie das Audioprofil automatisch optimieren soll, je nachdem ob man gerade einen Film schaut oder Musik hört.“ Immerhin erledigt das eingebaute Soundsystem bei Filmen und Serien hingegen seinen Dienst sehr vorbildlich. Nur bei der Musikwiedergabe weisen die Lautsprecher Schwächen auf.

Das Fire OS mit seinen Schwenk- und 3D-Optionen bietet zwar eine ganz gute Alternative zu dem klassischen Android oder auch iOS und Windows Phone, jedoch spürt man als Nutzer doch an so gut wie jeder Ecke, dass es sich um ein Amazon-Produkt handelt und Amazon mit fast jeder App dem Kunden das Geld aus der Tasche locken möchte. Da dieses Branding dem Kunden jedoch auch einige Vorteile bietet, wie zum Beispiel der schnelle Service-Kontakt, gibt es dafür nur einen Punkt Abzug.

Bewertung: 4/5

Akku

Die Akkukapazität des Fire Phone bemisst sich auf 2.400 mAh. Für ein 4,7 Zoll großes HD-Display sollte dies an sich genügen.
Im Test musste der Akku 30 Minuten Musik- und Video-Streaming, 30 Minuten Surfen sowie ein 30-minütiges Telefongespräch über sich ergehen lassen. Das alles mit aktiviertem WLAN und Bluetooth. Hinzu kommen noch diverse Tests, der Download größerer Dateien und Aufnahmen diverser Bilder. Am Ende des 8-stündigen Testtages standen noch 50 Prozent auf der Akkuanzeige, nach weiteren 10 Stunden im Standby waren es noch 43 Prozent.

Amazon Fire Phone Akkuwerte
Bildquelle: inside-handy.de

Diese Werte liegen im oberen Durchschnitt und sollten den normalen Nutzer absolut zufriedenstellen. Eineinhalb Tage sollte das Fire Phone ohne Akku aushalten können.

Trotz der 3D-Effekte, bei denen man vermutet, dass diese extrem viel Strom fressen, ist die Akkuleistung des Fire Phone absolut zufriedenstellend und etwa auf dem gleichen Niveau eines Galaxy Note 4 oder iPhone 6 Plus.

Bewertung: 5/5

Fazit

Wer einen bestehenden Telekom-Vertrag hat und auf der Suche nach einem Smartphone mit einem etwas anderen Betriebssystem ist, nicht viel Wert auf ein schlankes, leichtes und schickes Design legt und kein Problem damit, dass sämtliche Apps eine Amazon-Verknüpfung besitzen, für denjenigen könnte das Fire Phone eine sehr gute Wahl sein. In der Theorie trifft dies aber wohl nicht auf allzu viele Smartphone-Käufer zu, insbesondere die Telekom-SIM-Lock-Sperre sorgt für bei vielen potenziellen Interessenten für Frust und Unverständnis. Und selbst wenn man Telekom-Kunde ist, besitzt das Fire Phone nicht gerade das beste Preis-Leistungsverhältnis auf dem derzeitigen Smartphone-Markt. Für einen Preis zwischen 449 und 549 Euro gibt es deutlich besser ausgestattete Smartphones, die über kein Netz-Branding verfügen.

Amazon Fire Phone Testsiegel
Bildquelle: inside-handy.de

Pro 

  • Infrarotsensoren, die für 3D-Effekte sorgen
  • Menüsteuerung durch Schwenk-, und Neigebewegung
  • Sehr gute Kamera
  • Praktische Produktsuche durch Firefly

Kontra

  • Telekom-SIM-Lock
  • Starkes Amazon-Branding
  • Kleiner App-Store
  • Schwer und klumpig

Alternative

Das OnePlus One bietet eine mögliche Alternative für all diejenigen, die gerne einmal eine abgewandelte Android-Version ausprobieren möchten. Beim OnePlus One ist die Version 4.4.4 KitKat mit einer CyanogenMod-Nutzeroberfläche überzogen.Diese erinnert zwar vom Grund auf an das reine Android, gibt dem Nutzer allerdings mehr Möglichkeiten zur Individualisierung und viele Einstellungsmöglichkeiten, die Nutzer eines Nexus zum Beispiel nicht haben. Zudem besitzt es eine etwas bessere technische Ausstattung wie zum Beispiel ein Full-HD-Display. Das OnePlus One ist allerdings mit seinen 5,5 Zoll etwas größer als das Fire Phone und derzeit nur über sogenannte Invites von anderen OnePlus-Käufern erhältlich.

Die vollständigen Datenblätter des Amazon Fire Phone und das OnePlus One finden sich hier im Vergleich.

Autor: Katharina Schell

Kommentar schreiben

Dataselling Rainbow
Unser Inhalt, Ihr Projekt

Sie möchten unsere Inhalte (Datenbanken, News, Testberichte, ...) für Ihre Projekte nutzen? Hier erfahren Sie mehr