ZDF: "Jeder zusätzliche Streaming-Zuschauer kostet uns Geld"

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Das Logo des ZDF ist an einem Haus befestigt, rechts ist ein Baum zu sehen
Bildquelle: Pixabay
Viele TV-Zuschauer schauen inzwischen per Internet – live oder auf Abruf. Das bedeutet bei den Sendern steigende Kosten. „Zum Glück ist Deutschland bei der WM früh ausgeschieden. Die Streaming-Kosten wären für uns enorm gewesen“, sagte der Produktionsdirektor des ZDF jetzt auf der Jahrestagung des Bundesverband Breitbandkommunikation.

Viele Käufer von Smart-TVs schließen diese inzwischen auch ans Internet an, stellt Andreas Bereczky, Produktionsdirektor ZDF fest. Am Anfang sei den Kunden das vermutlich zu kompliziert gewesen, doch inzwischen stellt der Sender mit Sitz in Mainz fest: „Wir leiden unter den extrem steigenden Streaming-Kosten“, sagt er auf der Breko-Tagung in Berlin in dieser Woche. Anders als bei Netflix oder Amazon Prime Video, wo jeder neue Zuschauer auch mehr Geld in die Kassen bringt, koste jeder weitere Zuschauer per Streaming dem ZDF Geld.

Streaming-Kosten zusätzlich zu eigentlichen Verbreitungswegen

Dabei geht es vor allem um jene Zuschauer, die die Mediathek des ZDF nutzen. Wer seine Inhalte über Streaming-Dienste wie Zattoo und waipu.tv oder einen IPTV-Dienst seines Internet-Anbieters nutzt, dessen Stream wird hingegen nicht vom ZDF ausgeliefert. Hier sieht Bereczky auch eine der möglichen Lösungsansätze. Mit MagentaTV und der Medathek forcieren ARD und ZDF seit kurzem den Abruf von Inhalten über eine Telefongesellschaft.

Generell sei das Problem der Streaming-Kosten, die für das ZDF zusätzlich zu den Verbreitungskosten per Satellit oder DVB-T anfallen, kein neues. Bisher hätten aber sinkende Kosten pro Terabyte die steigenden Nutzerzahlen aufgefangen. Es zeichne sich aber ab, dass das nicht mehr funktioniere.

64.000 Terabyte Streaming-Daten im August ausgespielt

Bereczky nannte auch Traffic-Zahlen. „Im August haben wir 64.000 Terabyte Daten ausgespielt. 2017 waren es 570.000 Terabyte im gesamten Jahr.“ Dieser Wert verdoppele sich jedes Jahr. „Wir haben eine Prognose, dass wir 2021 zwischen 1,5 und 3 Millionen Terabyte übertragen werden“, sagte der Produktionsdirektor. Zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM sagte er, dass die Kosten für das Streaming dadurch im Rahmen geblieben seien. Am 27. Juni, dem Tag des letzten Spiels der deutschen Mannschaft, hätten 1,8 Millionen Zuschauer per Stream beim ZDF zugeschaut. „Die Datenrate, die unsere Streams zusammen erreicht haben, lag bei 5.200 Gbit/s.“

Der Verbreitungsweg Internet wird künftig noch wichtiger werden. Denn Bereczky sagte den Teilnehmern der Breko-Tagung, dass das ZDF keinen UHD-Kanal per Kabel oder Satellit plane. UHD-Inhalte werde das ZDF ausschließlich per Stream anbieten. Daher sei auch der Breitband-Ausbau in Deutschland wichtig, auch wenn für den Moment wohl Datenraten von 50 bis 100 Mbit/s für viele Haushalte ausreichen dürften.

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3 KOMMENTARE

  1. Ganz einfache Lösung: Die duzenden öffentlich rechtlichen Regional Sender überdenken und zusammenstreichen und einen Werbespot vor und hinter die Streams packen.

  2. Also wieder gejammer, das sie nicht genug Geld hinten rein geblasen bekommen, weil sie mit selbigen nicht umgehen können. Ich habe eine Idee, schaltet diese Sender für die jeder zahlen muss, auch wenn er sie nicht nutzt einfach komplett ab und geht alle nach Hause, oder schaltet komplett auf Streaming um, dann kann umgestellt werden das nur der zahlt der die Sender auch sieht.

  3. Wie, ZDF möchte kein UHD via Sa bereitstellen? Verschlafen die alles? Oder wollen die für ewig und immer auf ihrem 720P gemurkse stehen bleiben? Es wird auch weiterhin immer user geben die nur via Sat schauen, sind die denn egal?

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