WhatsApp greift durch: Kettenbriefe, Fake News und Co. sollen verschwinden

3 Minuten
WhatsApp-Icon auf dem Handy-Display neben vielen anderen Apps
Ob Kettenbriefe, Spam oder Betrug: Immer wieder ist WhatsApp mit Negativschlagzeilen in der Presse. Nun reagieren die Macher des beliebten Messengers und beschneiden eine Funktion. Damit will man vor allem Betrügern das Handwerk legen. Aber auch alle anderen Nutzer müssen künftig mehr tippen, um Nachrichten weiterzuleiten.

Was sich bereits im Dezember des vergangenen Jahres andeutete, setzt die Facebook-Tochter nun um. Ab sofort schränkt WhatsApp in Deutschland seine Weiterleitungsfunktion deutlich ein. Um die Verbreitung von Fake News und Kettenbriefen einzudämmen, können Nutzer Nachrichten nur noch an fünf Kontakte oder Chatgruppen gleichzeitig weiterleiten; bisher lag das Limit bei 20.

In einem Test von inside handy ist die Beschränkung am Montag, den 21. Januar, bereits in Kraft getreten. Eine Nachricht konnte nur an fünf Kontakte weitergeleitet werden. Will man mehr Personen oder Gruppen auswählen, erscheint auf dem Handydisplay: „Du kannst nur in 5 Chats teilen“.

Mord – wegen einer Falschmeldung bei WhatsApp

In erster Linie will WhatsApp mit diesem Vorgehen die Flut an Falschmeldungen und Kettenbriefen eindämmen und nicht seine anständigen Nutzer bestrafen. Ausschlaggebend für die Reduzierung der Weiterleitungen in Deutschland dürften die Todesfälle in Indien gewesen sein. Dort kam es aufgrund von über WhatsApp verschickten Falschmeldung zu Morden und Lynchjustiz. Aus diesem Grund hat WhatsApp die maximal Zahl der Weiterleitungen in Indien bereits vor geraumer Zeit auf fünf reduziert.

Die Aussichten auf Erfolg sind zweifelhaft

Inwiefern WhatsApp Fake News und Spam mit diesem Schritt eindämmen kann, bleibt fraglich. Nachdem man nämlich eine Nachricht an fünf Kontakte weitergeleitet hat, lässt sich die gleiche Nachricht zum erneuten Weiterleiten markieren und an fünf weitere Kontakte versenden.

Eigenen Aussagen zufolge arbeite die Facebook-Tochter ständig daran, Spam-Nachrichten zu reduzieren, die Nutzer das System versenden. „Es ist eine Priorität für uns, einen sicheren Ort, an dem unsere Benutzer miteinander kommunizieren können, zu schaffen“, schreibt man auf der eigenen Website.

WhatsApp-Kettenbriefe: von hohen Kosten und zerstörten Handy-Festplatten

Derzeit machen bei WhatsApp diverse Kettenbriefe die Runde. Einerseits wird behauptet, WhatsApp werde kostenpflichtig. Reine Panikmache. Andererseits wird vor einem Kontakt namens „Ute Lehr“ gewarnt, der die Handy-Festplatte zerstören soll. Auch hierbei handelt es sich um eine Falschmeldung.

Kettenbriefe nicht weiterleiten

Sollte man von Bekannten, Verwandten oder Freunden Kettenbriefe dieser Art erhalten: nicht weiterleiten. So verunsichert man nämlich weitere WhatsApp-Nutzer. inside handy empfiehlt, die Nachricht zu löschen und den Kontakt, sollte es ein unbekannter sein, zu sperren. Kommt die Nachricht von einem Bekannten, sollte man diesen über die Falschmeldung aufklären.

Deine Technik. Deine Meinung.

2 KOMMENTARE

  1. Also werden jetzt zu 100% unser Nachrichten abgefangen, durchgelesen usw.? Trotz verschlüsselung von WhatsApp? Also hat die verschlüsselung garkein Sinn?!

    • Nein, keine Sorge. Wobei … wer weiß? 😀 Ne, es geht hier darum, dass du eine Nachricht nur an 5 Personen weiterleiten kannst, nicht mehr an 20.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL