Wegen Huawei: USA drohen Deutschland - Huawei wehrt sich

3 Minuten
Ein Huawei-Logo an einer Feuerstelle
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy
Der Bann von Huawei scheint den USA ernst zu sein. Dabei geht es der Regierung Trump nicht nur um das eigene Land. Auch strategische Partner werden ins Boot gezogen. Ganz unverhohlen droht nun US-Botschafter Grenell der deutschen Regierung mit dem Ende der Sicherheitskooperation. Huawei wehrt sich.

Deutschland hatte sich bislang zwar nicht ausdrücklich an die Seite Huaweis gestellt. Aber auch kein explizites Verbot der Technik der Chinesen für den Ausbau der 5G-Netze in Deutschland ausgesprochen. Was jedoch passiert ist: Die Anforderungen an die Sicherheitsbedingungen für derartige Lieferanten befinden sich in der Anpassung. Entsprechende Eckpunkte hat die Bundesnetzagentur unlängst vorgelegt.

US-Botschafter: „Alles was ihr macht, betrifft auch uns“

Doch das reicht den USA nicht. „Lieber Herr Altmeier“, soll US-Botschafter Richard Grenell am 7. März an den Bundeswirtschaftsminister geschrieben haben, berichtet die „Welt“. Doch lieb scheint Grenell den Minister gar nicht zu haben. Denn er macht dem Bericht nach auf seine Bedenken aufmerksam, was den Ausbau von 5G angeht. Die USA setzten sich dafür ein, dass „wir und unsere Partner und Verbündete weiterhin auf sichere und verlässliche Kommunikationsnetzwerke zurückgreifen können.“ Da der Datenaustusch inzwischen so intensiv sei, habe Altmeier lesen müssen, habe jede Attacke auf einzelne Netzwerke Konsequenzen für die Sicherheit aller Partner.

So soll Grenell dann auch sehr direkt geworden sein: „Um es auf den Punkt zu bringen: Deutschland und die USA arbeiten so eng zusammen, dass alles, was ihr macht, auch uns betrifft“, zitiert die „Welt“ weiter. Die USA befürchten Spionage durch Huawei oder den chinesischen Staat. Der Grund: Nach einem chinesischen Gesetz sind Unternehmen zur Zusammenarbeit mit der dortigen Regierung verpflichtet, wenn es um die nationale Sicherheit geht.

Zusammenarbeit der Geheimdienste steht auf dem Spiel

Letztlich droht der US-Botschafter Deutschland gar damit, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA in geheimdienstlichen Angelegenheiten künftig einzuschränken. „Ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen werden die USA künftig nicht in der Lage sein, Geheimdienstinformationen und andere Daten im bisherigen Umfang auszutauschen“, heißt es. Altmeiers Sprecher hat nach Welt-Angaben den Eingang eines Schreibens bestätigt, sich aber nicht zum Inhalt geäußert.

Huawei: „Damit gehen die USA zu weit“

Huawei hat indes den den US-Botschafter in Deutschland für dessen Warnung kritisiert. Vincent Pang, Westeuropa-Chef und Vorstandsmitglied von Huawei, sagte dem Handelsblatt, dass er über Grenells Brief nur den Kopf schütteln könne. „Meiner Meinung nach sollte ein Land nicht seine politische Macht einsetzen, um einem kommerziellen Unternehmen zu schaden. Damit gehen die USA zu weit“, sagte Pang im Huawei-Hauptquartier in Shenzhen.

Der Manager hat sich laut eigenen Angaben in den letzten Monaten mit mehr als 200 Politikern getroffen. Hauptsächlich sei er bei diesen Gesprächen damit beschäftigt, zu erklären, wer Huawei ist und was es tut, sagte Pang dem Handelsblatt. Man versuche, transparenter zu werden und die Ängste rund um Cybersicherheit zu adressieren.

Schon seit einigen Wochen ist Huawei auch in der Öffentlichkeit bemüht, sich offen und transparent in Bezug auch die Spionage-Vorwürfe zu zeigen.

Deine Technik. Deine Meinung.

1 KOMMENTAR

  1. Hallo,
    5G und KI . Wenn die beiden in Zukunft vereinen,dann haben einige Staaten Probleme.
    KI-Künstliche Intelligenz kann mit 5G sein potential voll ausschöpfen.
    Die Welt Ordnung,die wir kennen ,wird sich ändern.Alle Verschlüsselungssysteme sind dann gefährtdet.Denn KI kann jede Krypttechnik innerhalb von Sekunden dechiffrieren.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

geschützt durch reCAPTCHA Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen

VERWANDTE ARTIKEL