Vernetztes Fahren in der EU: 5G gegen WLAN

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Vernetztes Fahren mit niedrigen Latenzzeiten.
Niedrige Latenzzeiten und Edge-Computing sind essentiell für vernetztes Fahren.Bildquelle: Adobe Stock
Der Streit um die Basistechnik, auf der vernetztes Fahren in der EU realisiert werden soll, ist vorbei. Das Europaparlament hat am Mittwoch über den kommenden Standard abgestimmt. Im Vorfeld gab es noch eine Lobbyschlacht zwischen Auto-Herstellern, Mobilfunkanbietern und Ausrüstern. Dabei spielten unterschiedliche Auslegungen eine wichtige Rolle.

Das moderne Auto rollt so langsam an den Start: Elektronisch, vernetzt und sogar teilweise autonom soll es sein. Nun hat sich die EU darauf geeinigt, mit welcher Technik die PKWs und LKWs von morgen miteinander kommunizieren sollen. Diese Frage hatte im Vorfeld für einige Streitereien und Lobbyarbeit gesorgt. Die Trennlinie waren dabei die unterschiedlichen Technologien, die zur Auswahl standen.

Einerseits schlug die EU-Kommission schon im März vor, auf einen Technik-Mix zu setzen. So sollte für zeitkritische Dienste oder auf kurze Distanz der WLAN-Standard 802.11p genutzt werden. Dieser funkt im 5,9-GHz-Frequenzband und wird auch pWLAN oder ITS-G5 genannt. Bei längeren Strecken und Diensten mit einer gewissen Vorlaufszeit sollten bestehende oder künftige Mobilfunkstandards wie LTE oder 5G zum Einsatz kommen.

Andererseits gab es Kritik vonseiten einiger Autohersteller, Mobilfunkanbieter und Ausrüster. Sie wollten direkt auf Mobilfunktechnik wie 5G beziehungsweise den auf Fahrzeuge ausgerichteten Standard LTE-V2X nutzen. Laut eines Schreibens der Unternehmen, das Golem vorliegt, fürchtet man beim Akzeptieren des WLAN-Standards eine „Entscheidung gegen die 5G-Technologie.“ Deutschland solle deshalb ein Veto gegen den Rechtsakt einlegen.

EU stimmte ab

Die Argumentation der beiden Lager sah wie folgt aus: WLAN-Befürworter wiesen darauf hin, dass die Technologie schon weit verbreitet ist und sich nicht gegen die Einführung von 5G stellt. Im Gegenteil: Sie soll adaptiert werden, sobald sie Marktreife erreicht hätte. Die 5G-Befürworter lehnen das ab und bescheinigen der Technologie, heute schon bereit zu sein. Darüber hinaus befürchte man, dass die parallele Infrastruktur erhebliche Investitionskosten verursacht. So stehen sich also eine Kompromisslösung und ein „Wenn, dann richtig“-Ansatz gegenüber.

Mittlerweile hat die EU nun aber eine Entscheidung getroffen. So stimmte das Parlament am 17. April mit einer Mehrheit für den Entwurf der Kommission aus dem März 2019. Damit ist der Weg frei für den WLAN-Standard und die Kompromiss-Lösung. Einzig die Mitgliedstaaten könnten den Rechtsakt nun nur noch blockieren.

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