VDSL 250 bei Telekom, O2, 1&1 und Vodafone: Wer hat den besten Super-Vectoring-Tarif?

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Eine Computertastatur mit einer VDSL-Taste
Bildquelle: Deutsche Telekom
Seit etwa einem halben Jahr sind im Netz der Telekom Anschlüsse mit bis zu 250 Mbit/s im Downstream zu haben. Mehr als 14 Millionen Haushalte können die Anschlüsse schon buchen. Und das nicht nur bei der Telekom, sondern auch bei 1&1, Vodafone und ab sofort auch bei O2. Aber welcher Anbieter hat den besten Tarif?

Zunächst einmal zur Technik. Die Anschlüsse basieren auf VDSL. Mittels verschiedener Berechnungsverfahren kann die Kupferleitung des Telefonanschlusses dann bis zu 250 Mbit/s im Downstream und bis zu 40 Mbit/s im Upstream übertragen. Der Standard heißt Super Vectoring. Schneller geht es per Kupferleitung derzeit nicht.

Die Deutsche Telekom stellt diese Technik seit August vergangenen Jahres bereit und hat inzwischen zahlreiche Gebiete versorgt. Es kann allerdings sein, dass die Nachbarn eine Straße weiter bereits Anschlüsse mit 250 Mbit/s bekommen und man selbst noch nicht – oder umgekehrt. Das liegt daran, dass der Ausbau für jedes Multifunktionsgehäuse einzeln  stattfindet. Das heißt, pro Ausbauschritt kommen nur einige hundert Haushalte in den Genuss der neuen Anschlüsse.

Da die Telekom ihre Anschlüsse auch den Wettbewerbern als Vorleistung anbieten muss, können auch andere Anbieter diese Anschlüsse zu eigenen Konditionen anbieten. Technisch umgesetzt werden die Anschlüsse aber durch die Telekom.

Die Tarife

Generell scheinen die Tarife von Telekom und den Mitbewerbern O2, Vodafone und 1&1 auf den ersten Blick ähnlich. Das liegt daran, dass alle Anbieter einen regulären Grundpreis von 44,99 Euro monatlich verlangen, lediglich die Telekom verlangt mit 54,95 Euro etwas mehr. Daran ändert auch die aktuelle #Dabei-Kampagne nichts, bei der es alle Anschlüsse für scheinbar 19,95 Euro gibt. Die Unterschiede liegen im Detail. So haben zwar alle Anbieter eine Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz mit im Tarif, doch eine Flatrate zu Handy ist nur bei O2 und der Telekom enthalten. Kunden von Vodafone müssen mit 19,9 Cent pro Minute sogar unverhältnismäßig viel für ein Gespräch zum Handy zahlen.

Deutliche Unterschiede bei Neukunden-Angeboten

Eine seit Jahren praktizierte Methode, um Kunden zu gewinnen, sind Promotion-Preise für Neukunden in den ersten Monaten eines Vertrages. Diese wirken sich natürlich unmittelbar auf die tatsächlichen Kosten aus, die ein Kunde zahlen muss. Um die Angebote über die Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren vergleichbar zu machen, hat inside handy den rechnerischen durchschnittlichen Grundpreis in dieser Zeit berechnet.

Aktuell hat hier Vodafone durch einen Rabatt von 30 Euro monatlich im ersten Vertragsjahr ganz deutlich die Nase vorn. 29,99 Euro monatlich kostet der Anschluss rechnerisch in den ersten zwei Jahren. Kunden bei 1&1 zahlen rechnerisch 34,99 Euro. Wer also keinen großen Wert auf günstige Minutenpreise zum Handy legt, bekommt bei diesen beiden Anbietern zumindest günstige Grundkosten.

 O21&1TelekomVodafone
Tarifo2 my Home XL1&1 DSL 250Magenta Zuhause XLRed Internet & Phone DSL 250
Gesprächskosten FestnetzFlatrateFlatrateFlatrateFlatrate
Gesprächskosten MobilfunkFlatrate19,9 ct/minFlatrate19,9 ct/min
einmalige Anschlusskosten0 Euro (Aktion)69,95 Euro Neuanschluss 19,99 Euro Wechsel69,95 Euro49,99 Euro
Grundkosten pro Monat44,99 Euro44,99 Euro54,95 Euro44,99 Euro
Rabatt für Neukunden12 x 10 Euro12 x 20 Euro6 x 35 Euro plus 65 Euro bei Online-Buchung12 x 30 Euro
Rechnerischer Grundpreis nach 24 Monaten38,74 Euro34,99 Euro43,49 Euro
29,99 Euro
Bonus für Mobilfunkkundenbis zu 10 Euro Rabattnein, aber Handy-Tarif mit Festnetz-Flat und 1 GB enthaltenMagentaEins, u,.a, 10 Euro Rabatt, Steam On HD und doppeltes DatenvolumenGigaKombi, u,a. zusätzliches Datenvolumen und 10 Euro Rabatt beim Handyvertrag
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Die Anschlusskosten

Berücksichtigt werden müssen auch die Bereitstellungskosten für einen Anschluss. Diese fallen beim Neueinsteiger O2 derzeit im Rahmen einer Aktion gar nicht erst an. Bei 1&1 ist entscheidend, ob der Kunde bereits einen Telefonanschluss bei einem anderen Anbieter hat oder ob ein Neuanschluss hermuss. Der Unterschied beträgt hier knapp 50 Euro. Die Telekom berechnet – außer bei einem Tarifwechsel – generell knapp 70 Euro, Vodafone 50 Euro. Da die Voraussetzungen bei den einzelnen Kunden jedoch unterschiedlich sind, sind diese Kosten im Gesamtpreis über zwei Jahre von inside handy nicht berücksichtigt. Das gilt übrigens auch für mögliche Hardware, die die Kunden bei den Anbietern mieten oder bestellen können. Um eine bessere Vergleichbarkeit des Tarifes zu erreichen, sind diese Kosten nicht berücksichtigt worden. Dank Routerfreiheit können Kunden jedes passende Modem mit Super Vectoring an dem Anschluss betreiben.

Der Kombi-Vorteil

Zusätzliche Ersparnis gibt bei einigen Anbietern, wenn nicht nur der Festnetz- und DSL-Anschluss bei ihm geschaltet ist, sondern auch noch der Mobilfunkanschluss. Die Telekom lockt hier mit Magenta Eins, Vodafone mit der GigaKombi und O2 mit einem Kombi-Vorteil. Die preislichen Vorteile liegen für die Kunden bei bis zu 10 Euro. Zusätzlich gibt es teilweise Natural-Rabatte wie zusätzliches Datenvolumen. Lediglich 1&1 bietet seinen Mobilfunk- und Festnetz-Kunden keinen solchen Vorteil an. Hier ist im Tarif aber eine Handy-Flat-SIM-Karte mit einer Festnetz-Flatrate und 1 GB enthalten.

Wer hat das beste Angebot für Super Vectoring?

Kunden, die keinen Kombi-Vorteil bei ihrem Anbieter nutzen können, fahren preislich zumindest innerhalb der ersten zwei Jahre bei Vodafone am besten mit einem 250-Mbit/s-Tarif. Sie müssen allerdings damit leben, dass Gespräche in deutsche Handynetze teuer sind. Dafür ist die Bereitstellung des Anschlusses mit knapp 50 Euro preislich im Mittelfeld.

250 Mbit/s ohne lange Vertragsbindung

Wer sich nicht zwei Jahre lang binden möchte, für den haben O2 und 1&1 übrigens Angebote ohne Vertragsbindung im Sortiment. Bei O2 reduziert sich bei diesem Tarif allerdings die Neukundenpromotion auf nur noch sechs Monate statt zwölf Monate. Bei 1&1 entfällt in diesem Fall die Handy-Flatrate. Telekom und Vodafone bieten keine Tarife mit kurzer Vertragslaufzeit an.

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2 KOMMENTARE

  1. „Das liegt daran, dass alle Anbieter einen regulären Grundpreis von 44,99 Euro monatlich verlangen, lediglich die Telekom verlangt mit 54,95 Euro etwas mehr.“
    Etwas mehr? Die Telekom ist mehr als 20% teuerer und Ihr geht da einfach so drüber weg?

    • Wir gehen nicht darüber hinweg, sondern wir haben es genau so geschrieben, wie es ist. Darüberhinaus haben wir auch den gemittelten Monatspreis über zwei Jahre ausgerechnet. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er mehr zahlen will, um wegen anderer Dinge wie etwa Magenta Eins oder Magenta TV zur Telekom zu gehen. Und dass die Telekom teurer ist als die Mitbewerber ist nun wirklich keine Breaking News des Jahres 2019, sondern eher ein seit 1998 gelernter Fakt.

      Grüße aus der Redaktion
      Thorsten

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