Deutsche surfen so viel per LTE wie noch nie - aber telefonieren deutlich weniger

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Mit dem Laptop auf der gründen Wiese per LTE surfen
Bildquelle: Telekom
Zum Jahresende wird es in Deutschland voraussichtlich 132,9 Millionen aktive SIM-Karten der Netzbetreiber in Deutschland geben. Das sind im Schnitt 1,6 SIM-Karten pro Einwohner. Besonders beliebt: Die mobile Datennutzung.

Der Datenverkehr aus Mobilfunknetzen beziehungsweise die mobile Internetnutzung wächst in diesem Jahr besonders rasant. Das stellt der Branchenverband VATM in seiner Marktstudie 2018 fest, die maßgeblich der Telekommunikation-Experten Torsten J. Gerpott, Professor an der Uni Duisburg und die Firma Dialog Consult erstellte.

Das Gesamt-Datenübertragungsvolumen steigt im Mobilfunkbereich voraussichtlich um fast 86 Prozent an – so viel wie noch nie zuvor. Das bedeutet Ende 2018 ein Plus in Höhe von 1,18 Milliarden auf 2,6 Milliarden Gigabyte. 63 Prozent dieses Datenverkehrs wird über LTE-Netze übertragen, über GSM gerade einmal 1,8 Prozent.

Heruntergebrochen auf jeden einzelnen Nutzer bedeuten diese Zahlen, dass im Schnitt pro SIM-Karte und Monat in diesem Jahr 1,6 GB übertragen werden. Das sind 83,8 Prozent mehr als im Vorjahr und aktuell rechnerisch etwas mehr als 50 MB pro Tag. Zum Vergleich: 2013 lag der Vergleichswert bei 200 MB – im Monat.

Überraschung: Vodafone hat die meisten aktiven SIM-Karten im Netz

Die 132,9 Millionen SIM-Karten sind zu 32,4 Prozent im Netz von Telefónica (O2) geschaltet. Damit verliert O2 200.000 Kunden, während Vodafone gleich 800.000 SIM-Karten mehr im Netz zählt und auf 46,8 Millionen (46,8 Prozent) kommt. Die Telekom stagniert bei 43,1 Millionen SIM-Karten. Vodafone ist damit der nach SIM-Karten größte deutsche Anbieter.

Anders sieht das gemäß der Marktstudie bei den Umsätzen aus: Mit 7,9 Milliarden Euro wird die Telekom 2018 fast 30 Prozent der Mobilfunkumsätze halten, gefolgt von Telefónica mit schätzungsweise 6,5 Milliarden Euro (24,4 Prozent) und Vodafone mit 6,1 Milliarden Euro (22,9 Prozent). Damit liegt die Telekom beim Umsatz weiterhin deutlich vorne, obwohl sie die wenigsten SIM-Karten auf sich vereint. Von Netzbetreibern unabhängige Service Provider wie freenet (3,3 Milliarden Euro), 1&1 Drillisch (2,1 Milliarden Euro) und andere halten zusammen einen Anteil von fast 23 Prozent am Mobilfunkumsatz. Der Umsatz pro SIM-Karte liegt in Deutschland aktuell bei 16,68 Euro. Er ist damit kurzfristig gesehen stabil, hat binnen 20 Jahren aber drastisch eingebüßt: 1998 lag er noch bei umgerechnet 57,26 Euro.

Mobile Daten machen mehr als die Hälfte am Umsatz aus

Unangefochtener Umsatzbringer sind übrigens auch hier wieder die mobilen Daten. 53 Prozent des Umsatzes erzielen die Anbieter mit Daten. Dazu gehören auch SMS. Nur 35,1 Prozent des Umsatzes der deutschen Mobilfunker stammt aus der Sprachtelefonie, knapp 12 Prozent aus den Endgeräte-Umsätzen.

Trotz Allnet-Flat: Menschen telefonieren weniger

Wer übrigens glaubt, dank inflationär vermarkteter Allnet-Flatrates wird in deutschen Mobilfunknetzen mehr telefoniert, der irrt. Die Zahlen sind rückläufig. 306 Millionen Minuten am Tag telefonieren die Deutschen derzeit per Handy – drei Millionen weniger als im Vorjahr. Im Festnetz sind es noch 325 Millionen Minuten pro Tag – 15 Millionen weniger als 2017. Über OTT-Anbieter wie Skype wachsen die Gesprächsminuten hingegen: 265 Millionen Minuten sind es hier pro Tag, hat die Marktstudie ergeben.

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