USA verklagen Huawei: Schwere Vorwürfe gegen chinesischen Konzern

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Huawei-Logo auf Scheibe
Der Streit zwischen dem chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei und den USA schwelt schon lange. Schien zuletzt die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin in Kanada der vorläufige Höhepunkt, so wird Huawei jetzt in den USA vor Gericht gestellt. Dabei geht es um erhebliche Vorwürfe.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, umfasst die Anklage stolze 13 Anklagepunkte und fast zwei Duzend einzelne Vorwürfe. Dabei geht es beispielsweise um das Unterlaufen von Sanktionen gegen den Iran durch die Huawei-Tochterfirma Skycom. In diesem Zusammenhang wollen die USA auch die Auslieferung der Finanzchefin Meng Wanzhou sehen. Ein Teil der weiteren Vorwürfe: Geldwäsche, Betrug und mehr. Dabei soll es um einen Umfang von mehreren hundert Millionen Dollar gehen, heißt es in der Anklage.

Außerdem geht es um Industriespionage: Huawei soll sich Betriebsgeheimnisse von T-Mobile US in Bezug auf Testroboter für Mobiltelefone angeeignet haben. Der „Tappy“ genannte Roboter soll von Huawei-Ingenieuren vermessen und fotografiert worden sein, ein Teil wurde angeblich sogar gestohlen.

China kritisiert Verhalten der USA

Wenig überraschend kritisiert China die erhobene Anklage scharf. Der FAZ zufolge bezeichnet das dortige Industrieministerium den Schritt der Anklage als unfair und unmoralisch. Man fordere die umgehende Aufhebung des Haftbefehls von Meng Wanzhou. Außerdem werde China die Interessen seiner Unternehmen im Ausland verteidigen. Im Außenministerium des asiatischen Staates spricht man gar von politischen Motivationen und Manipulationen.

Huawei war zuletzt in Bezug auf die kommenden 5G Netze in zahlreichen Ländern in die Kritik geraten. Der chinesische Konzern ist einer der Anbieter, die die notwendige Technik für die Netzbetreiber liefern können. Doch es gibt Bedenken im Hinblick auf die Sicherheit der jeweiligen Staaten. Australien hatte den Einsatz von Huawei bereits verboten und auch in Deutschland zeigte sich die Regierung vor kurzem sehr kritisch.

Quellen:

Huawei-Stand auf der CeBIT 2018.

Huawei unter Druck: Jetzt sind auch die Kirin-Chips gefährdet

Nächster Hieb gegen Huawei. Aufgrund der Auflagen der US-Regierung hat nun auch der Chip-Hersteller ARM seine Zusammenarbeit mit Huawei vorerst auf Eis gelegt. Und das obwohl das Unternehmen nicht in den USA, sondern in Großbritannien ansässig ist. Für Huawei könnte die Entscheidung von ARM schwere Folgen haben, denn das chinesische Unternehmen benötigt die ARM-Lizenzen für seine Kirin-Prozessoren.
Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 bei inside handy als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht, schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen, der schon seit vielen Jahren Bayern München die Treue hält, angetan.

Handy-Highlights

Das Huawei P30 Lite auf weißem Grund.

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2 KOMMENTARE

  1. China ist der größte Geldgeber der USA. China ist der größte Gläubiger der USA. Wenn China den Geldsack zu dreht, bricht die Wallstreet zusammen. Trump weiß gar nicht, mit wem er sich anlegt. Aber seine Berater wissen es und gehen ein Risiko ein was unvorhersehbare Folgen auch für Deutschland haben kann.

  2. Als ob die US-Amerikanische Regierung NICHT ihre eigenen (und alle anderen!) Bürger ausspionieren würde (Bestes und berühmt-berüchtigtes Beispiel: NSA)
    Die sollen gefälligst vor ihrer eigenen Haustür kehren.

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