Unerlaubte Telefonwerbung 2018 auf dem Rückzug

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Ein Mann telefoniert mit dem Handy
Bildquelle: Pixabay
In Zeiten von Spam-Mails, Phishing-Apps und Viren-Befall hat es die „gute alte“ unerlaubte Telefonwerbung schwer. Wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht, sind die gemeldeten Verstöße von Rufnummer-Missbrauch im Jahr 2018 rückläufig. Besonders das durch die Bundesnetzagentur verhängte Bußgeld ist um mehr als 50 Prozent niedriger als im Vorjahr. Dennoch gibt es Verbesserungsbedarf.

Unerlaubte Telefonwerbung 2018 – ein Abgesang. So liest sich zumindest die Antwort der Bundesregierung auf eine „Kleine Anfrage“ der FDP-Bundestagsfraktion zum Thema unerlaubter Telefonwerbung. Wie das Handelsblatt exklusiv berichtet, sind die verhängten Bußgelder 2018 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent gesunken. Wurden im gesamten Jahr 2017 Strafen in Höhe von 1,1 Millionen Euro ausgesprochen, sind es aktuell „nur“ 435.000 Euro. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass 2018 noch nicht vorbei ist und der vorliegende Bericht nur bis Mitte Oktober gilt. In den kommenden zwei Monaten kann sich diese Zahl also noch einmal verändern.

Die aktuellen Bußgelder verhängte die Bundesnetzagentur laut des Berichts in 19 von 47.305 Fällen. 2017 waren es insgesamt 57.426 Fälle. Ebenfalls 19 davon hat die Bundesnetzagentur geahndet. Die Ungleichheit zwischen gemeldeten und bestraften Fällen ist laut Regierung darauf zurückzuführen, dass „oft die Angabe der Rufnummer fehle, von der aus angerufen wurde.“ Im gesamten Bereich Rufnummer-Missbrauch, zu dem unerlaubte Telefonwerbung zählt, registrierte die Bundesnetzagentur bis zum 30. September 2018 156.000 Beschwerden. Im gesamten Vorjahr waren es 249.000 Beschwerden.

Unerlaubte Telefonwerbung: Hier gibt es Verbesserungsbedarf

Auch wenn das Jahr noch weniger als zwei Monate lang ist: Die veröffentlichen Zahlen deuten klar auf einen Rückgang der unerlaubten Telefonwerbung in 2018 hin. Auch bei der Abschaltung von Rufnummern spiegelt sich das wider. So schaltete die Bundesnetzagentur bisher knapp 500 Nummern ab. 2017 waren es insgesamt 700.

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Zufrieden ist man mit den Zahlen jedoch nicht. FDP-Rechtspolitiker Roman Müller-Böhm wird vom Handelsblatt mit den Worten „Noch immer werden zu viele Menschen Opfer von Rufnummernmissbrauch“ zitiert. Und auch der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, fordert „einen besseren Schutz von Verbrauchern gegen Abzocke per Telefon.“ Er möchte den Unternehmen die wirtschaftlichen Anreize der Praxis entziehen. Dazu sollen telefonisch geschlossene Verträge noch einmal in Textform wie zum Beispiel per Mail bestätigt werden müssen.

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