Telekom verspricht 5G-Start in Deutschland noch in diesem Jahr

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Telekom-Technologie-Vorstand Claudia Nemat auf dem MWC 2019
Bildquelle: Hayo Lücke / inside handy
"5G wird 2019 Realität." Dieser Auffassung ist Claudia Nemat. Sie ist Vorstand Technologie und Innovation der Deutschen Telekom. Auf dem Mobile World Congress gab sie heute einen Überblick über das, was die Telekom heute oder bald im Bereich der 5G-Netze macht.

Sie wolle aufräumen mit einigen Mythen und falsch verstandenen Informationen in Bezug auf 5G, so Claudia Nemat. „Seine volle Kraft wird 5G dort entfalten, wo viele Menschen zusammen sind oder viele Maschinen miteinander interagieren: in Städten, Dörfern, Stadien, Konzerten, Universitäten, Verwaltungen, Fabrikhallen.“ Damit machte sie deutlich, dass das Netz mindestens in den ersten Jahren nicht überall mit allen Funktionen zur Verfügung stehen wird.

„Mitten im Wald und an der Milchkanne braucht man sicherlich Sensoren, aber es ist nicht zu erwarten, dass tausende Nutzer mitten im Wald Online-Spiele spielen und riesige Datenmengen herunterladen werden.“ Die 5G-Technologie ermöglicht es, für verschiedene Anwendungen verschiedene Netze innerhalb des 5G-Netzes zu realisieren. Der Fachbegriff dafür: Network-Slicing.

Aktuell gebe es bereits 150 Antennen mit 5G im Telekom-Netz. Dabei handelt es sich um Testfelder in insgesamt sechs Ländern, unter anderem in Deutschland, Griechenland, Niederlande, Österreich, Polen und Ungarn. Die Antennen basieren komplett auf dem zukünftigen 5G-Standard 5G New Radio (5G NR). Nemat betonte, dass es sich dabei jeweils um Tests auf der Straße, nicht im Labor handele.

Für Deutschland versprach Nemat noch in diesem Jahr ein kommerzielles Produkt. Wie dieses aussehen soll, sagte sie nicht. Im Herbst vergangenen Jahres hatte die Telekom bereits für 2025 ein nahezu flächendeckendes 5G-Netz versprochen.

Startschuss: Erstes Campus-Netz eingeschaltet

Bei der Pressekonferenz des Mobile World Congress nahm die Telekom derweil das erste für 5G vorgesehene Campus-Netz in Deutschland in Betrieb. Dieses befindet sich am Werk des Leuchtmittel- und -systeme-Herstellers Osram in Schwabmünchen. Ein „Campus-Netz“ nennt man Mobilfunk, der auf ein abgegrenztes Gebiet und für spezielle Anwendungen ausgelegt ist. „Mit unseren Campus-Netzen liefern wir schon heute eine neue individuelle Lösung für unsere Industrie-Kunden. Basierend auf LTE können wir bereits viele Anwendungen verwirklichen“, sagt Claudia Nemat. Entsprechend funkt dieses Netz auch zunächst im LTE-Standard. Wenn die Frequenzen für 5G zur Verfügung stehen, werde man das Netz auf 5G umstellen.

Das Campus-Netz in Schwabmünchen ist ein sogenanntes „Dual-Slice“-Campus-Netz. Dieses kombiniert ein öffentliches und ein privates LTE-Netzwerk zu einer gemeinsamen Infrastruktur. Das private LTE-Netz nutzt Osram für sich allein. Im Werk fahren künftig  Fahrzeuge automatisch geführt durch die Farbrikhallen und transportieren Produkte und Materialien. Zum Start ist es allerdings nur ein Fahrzeug.

Die Telekom errichtet zusätzlich eine lokale Edge-Cloud. Das heißt, es gibt eine Art kleines Rechenzentrum in der Nähe des Sendemastes. In der Edge-Cloud werden Daten besonders schnell und nah an der Anwendung verarbeitet. Weitere Campus-Netze für Unternehmen sollen folgen. Namentlich nannte die Telekom die Autozulieferer ZF Friedrichshafen und BorgWarner.

Edge-Computing für Spielspaß in Echtzeit

Ein weiteres zentrales Versprechen von 5G sind sehr geringe Reaktionszeiten. Das unterscheidet den neuen Standard von früheren Standards im Mobilfunk. Auch hier kommt Edge Computing zum Tragen. Es ermöglicht die niedrigen Reaktionszeiten, weil die Daten nicht erst in ein zentrales Rechenzentrum geschickt werden müssen. Die Rechenleistung wird dazu an den „Rand“ des Netzes verlagert.

Auf dem MWC zeigt die Telekom zusammen mit MobiledgeX und Niantic ein Multiplayer-Spiel mit Unterstützung von Edge Computing: „Codename: Neon“. Mehrere Spieler interagieren hierbei in Echtzeit über verschiedene Endgeräte. Besucher können das digitale Völkerball auf dem Samsung S10+ spielen. „Für Privatkunden wird das neue Spielerlebnis eine der ersten erlebbaren Anwendungen sein“, sagt Claudia Nemat.

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  • Telekom-Technologie-Vorstand Claudia Nemat auf dem MWC 2019: Hayo Lücke / inside handy
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Thorsten Neuhetzki
Thorsten liebt Technik und ist seit 2018 bei inside handy als Redakteur an Bord. Als "alter Hase" in der Branche schreibt Thorsten am liebsten über alles, was mit Breitband zu tun hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Super Vectoring, DOCSIS 3.1 oder 5G geht, schnelles Internet ist für Thorsten und seine Berichterstattung das A und O. Abseits des Newsdesks ist Thorsten mit großer Begeisterung auf seinem Tourenrad unterwegs. Vor allem Schweden hat es dem in Berlin wohnhaften Ostwestfalen, der schon seit vielen Jahren Bayern München die Treue hält, angetan.

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