Telekom StreamOn und Vodafone Pass tragen erheblich zum Mobilfunktraffic bei

2 Minuten
Frau wartet auf ihren Flug und schaut Netflix auf ihrem Smartphone
Bildquelle: Netflix
Knapp 86 Prozent mehr mobile Daten als im Vorjahr wird in den deutschen Mobilfunknetzen übertragen. Wo kommt dieser Traffic her? Nach Einschätzung von Telekommunikations-Experte Torsten J. Gerpott sind vor allem Streaming-Dienste der Treiber – und hier vor allem auch StreamOn und Vodafone Pass.

Auf durchschnittlich 1,6 GB pro Monat und SIM-Karte bringen es die deutschen Mobilfunknutzer derzeit. Das klingt erst einmal wenig, allerdings bezieht sich die Marktstudie des VATM auf insgesamt etwa 133 Millionen SIM-Karten. Darunter sind zahlreiche ungenutzte Zweit- oder Drittkarten, reine Telefon-SIM-Karten und M2M-Karten, die zwar mobile Daten übertragen – aber eher in kleinen Mengen. Daher ist die Menge beachtlich – zumal sie im Vorjahr noch bei 870 MB pro SIM lag.

Woher aber kommt der Datentraffic? Nach Einschätzung von Gerpott, der an der Uni Duisburg einen Lehrstuhl für Telekommunikation betreibt, ist der Traffic bei mobilen Daten auf Video und Musik-Streaming zurück zu führen. „Es hat keine andere Anwendung gegeben, die in den vergangenen Monaten eine derartige Relevanz erreicht hat, dass sie dieses Datenwachstum rechtfertigt.“

Sehr wohl haben aber Telekom und Vodafone ihre Zero-Rating-Dienste StreamOn und Pass eingeführt. Mit diesen können die Kunden bestimmte Video- und Audio-Streaming-Dienste nutzen, ohne dass ihnen der Traffic berechnet wird. Aus anderen Studien wisse Gerpott, dass diese Kunden deutlich mehr Traffic in den Netzen generieren, als Kunden ohne diese Funktion.

Datenwachstum auf dem Oktoberfest

Wie sehr die Datennutzung steigt, zeigen auch aktuelle Berichte der Netzbetreiber vom Oktoberfest. Obwohl die Wiesn zwei Tage kürzer war, als im Vorjahr, hat alleine Telefónica Deutschland in diesem Jahr knapp 60 Terabyte Datenvolumen gemessen. Damit wurde der Vorjahresverbrauch um rund 50 Prozent übertroffen. Binnen einer einzigen Stunde haben die Nutzer dieses Jahr mehr Datenvolumen übertragen als während der gesamten Wiesn 2010.

Auch die Telekom berichtet von neuen Rekorden. Bei einer Verfügbarkeit von 99,9 Prozent habe man ebenfalls 50 Prozent mehr Datenvolumen gemessen. Auffällig dabei ist das Verhältnis zwischen Down- und Upload. Üblicherweise liegt dieses bei 9:1. Auf dem Oktoberfest war es ein Verhältnis von 2:1. Die Nutzer haben also vor allem Nachrichten, Bilder und Videos verschickt, statt sie anzusehen.

Video hat mehr als 58 Prozent Anteil am Datentraffic weltweit

Dass Videoübertragungen generell einen hohen Anteil am Datentraffic im Internet haben, hat vor kurzem auch eine Studie des Netzwerkausrüsters Sandvine ergeben. 58 Prozent des globalen Traffics entsteht durch Videos.

Deine Technik. Deine Meinung.

Und was sagst du?

Bitte gib Dein Kommentar ein!
Bitte gibt deinen Namen hier ein

VERWANDTE ARTIKEL