Telekom Speedbox gestartet: Das taugt der neue Internetzugang ohne DSL

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Das Logo der Telekom auf einem Messestand
Bildquelle: inside handy / Thorsten Neuhetzki
Die Telekom startet ein neues Produkt: Mit der Speedbox springen die Bonner auf die Tarifgattung der Homespots auf. Das sind kleine Router, die ihr Signal per LTE bekommen und ein WLAN-Netz aussenden. Wie gut ist der neue Tarif gegenüber Vodafone GigaCube und den anderen Mitbewerbern?

Über den bevorstehenden Start von Telekom Speedbox hat inside handy bereits vergangene Woche berichtet. Nun stellte die Telekom ihr neues Homespot-Produkt offiziell vor.

Im direkten Vergleich mit den anderen am Markt befindlichen Angeboten aus der Kategorie der Homespot-Tarife zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede, die für oder gegen die Buchung der Speedbox sprechen. Grundsätzlich bietet die Telekom zwei Tarife an, die sich jedoch nur durch ihre Laufzeit und die damit verbundenen Einmalkosten unterscheiden. Bizarr: Auch die Flex-Variante hat eine Laufzeit von zwei Jahren, zahlen muss der Kunde aber nur, wenn er einen Datenpass bucht.

 Telekom SpeedboxTelekom Speedbox Flex
Datenvolumen100 GB100 GB
Datenratebis 300 MBit/sbis 300 MBit/s
Laufzeit24 MonateBei Bedarf nutzbar
Kosten39,95 Euro pro Monat44,95 Euro pro 31 Tage
Einmalkosten 39,95 Euro39,95 Euro
Gerätekosten1 Euro99,95 Euro
Mobile NutzungInnerhalb Deutschlands nomadisch nutzbar, Speedbox hat 4-Sunden-AkkuInnerhalb Deutschlands nomadisch nutzbar, Speedbox hat 4-Sunden-Akku

Wie unterschiedet sich Telekom Speedbox von Vodafone GigaCube?

Der GigaCube war das erste Produkt der Homespot-Gattung auf dem deutschen Markt. Im direkten Vergleich Telekom Speedbox und Vodafone GigaCube Max zieht die neue Speedbox den Kürzeren. Der Grund: Die Preise sind bei Vodafone im Vergleich zur Leistung attraktiver. Während Telekom-Kunden 100 GB bekommen und dafür entweder monatlich 39,95 Euro zahlen oder für jeweils 31 Tage ein Datenpaket für 44,95 Euro in der Flex-Variante buchen, bekommen Vodafone-Kunden 200 GB. Dafür zahlen sie 44,99 Euro als Vertragskunden. Nutzer, die einen Mobilfunk-Vertrag bei Vodafone haben, zahlen mit 34,99 Euro sogar noch weniger. Der Preis pro Gigabyte ist bei den Düsseldorfern somit deutlich attraktiver.

Allerdings: Dieser 200-GB-Vorteil bei Vodafone gilt nur durch eine Aktion, die bis Mai läuft. Danach bekommen Neukunden nach aktuellem Stand ebenfalls 100 GB statt derzeit 200 GB. Das 200-GB-Paket gibt es zudem nicht in der Flex-Variante. Wer bei Vodafone flexibel sein will, kann nur das 50-GB-Paket buchen. Dieses Paket gibt es für 34,99 Euro monatlich. Darüber hinaus gilt auch hier: Mobilfunk-Kunden zahlen nur 24,99 Euro. Wer also einen flexiblen Tarif von Telekom oder Vodafone sucht, ist unter Umständen bei der Telekom besser aufgehoben.

Akku vs. Strom

Vorteil bei GigaCube gegenüber Speedbox ein der Flex-Variante: Die Einmalkosten sind deutlich niedriger. Mobil einsetzbar sind beide Router, jedoch verfügt nur die Speedbox Speedbox über einen Akku. Der GigaCube hingegen muss am Strom hängen oder an einem KFZ-Converter von 12V auf 230V für das Auto.

Vorteil der Telekom Speedbox: Sie liefert bis zu 300 Mbit/s, bei Vodafone sind es nur 200 Mbit/s. Aufgrund der Shared-Medium-Eigenschaften eines Mobilfunknetzes sind am Ende aber ohnehin der eigene Standort und die Anzahl andere Nutzer im Netz ausschlaggebend.

Wie unterscheidet sich Telekom Speedbox von Congstar Homespot?

Die Telekom hatte das Feld der Homespot-Produkte lange seiner Discounter-Tochter Congstar überlassen. Der Congstar Homespot hat jedoch gegenüber allen Mitbewerbern einen großen Nachteil: Er lässt sich nicht nomadisch in Deutschland nutzen. Vielmehr gibt der Kunde eine Adresse an und in einem nicht näher definierten Umkreis dieser Adresse kann er surfen. Ein Adresswechsel kostet 20 Euro.

Telekom SpeedboxQuelle: Telekom

Kein Gerätezwang

Im reinen Preisvergleich ist der Congstar Homespot 100 attraktiver als das Vergleichsprodukt der Telekom. Denn für 100 GB zahlt man hier nur 30 Euro. Der Vertrag lässt sich bis zu 180 Tage unterbrechen. Doch der Nachteil der Flex-Variante bei Congstar: Hier fallen auch monatliche Kosten an, wenn der Tarif nicht genutzt wird. Die Flexibilität bezieht sich nur auf die kürzere Laufzeit, nicht auf das sporadische Nutzen. Weitere Einschränkung: Genutzt werden kann zwar das LTE-Netz der Telekom – jedoch nur mit maximal 50 MBit/s.

Vorteil bei Congstar: Der Tarif ist nicht an einen Router gebunden. Denn die von Congstar angebotenen Router sind optional. Somit lassen sich Kosten sparen, wenn ein altes Smartphone für Tethering oder ein kleiner LTE-WLAN-Router im Haus vorhanden ist und die Nutzung nicht auf Dauer geschehen soll. Außerdem: Wer sein Datenvolumen für den Nutzungsmonat versurft hat, kann weiterhin mit 384 kBit/s im Netz unterwegs sein.

Wie unterscheidet sich Telekom Speedbox von Ortel Mobile?

Ortel Mobile ist der Exot unter den Homespot-Anbietern. Denn der sogenannte Ethno-Discounter bietet den Homespot-Tarif an Prepaid-Variante an. Er beinhaltet lediglich 60 GB für 29,99 Euro. Regulär sind es gar nur 40 GB. Darüber hinaus ist das Datenvolumen nur 28 Tage gültig und auch nur im O2-Netz mit maximal 21,6 MBit/s nutzbar. Somit ist Ortel beim reinen Preis pro Gigabyte der teuerste Anbieter.

Immerhin: Mit 69,99 Euro sind die Einmalkosten hier im Vergleich zur Telekom niedrig  – sie beinhaltet schon den erforderlichen Router. Darüber hinaus könnte der Anbieter für Kunden, die keinen Vertrag bekommen, die einzige Alternative für einen sporadischen Internetanschluss sein. Zu haben ist er aber ausschließlich bei stationären Verkäufern von Ortel-Mobile-Produkten.

 Telekom SpeedboxVodafone Gigacube Maxcongstar Homespot 100Ortel Mobile Homespot
MobilfunknetzTelekomVodafoneTelekomO2
Datenvolumen/Monat100 GB200 GB100 GB60 GB
Datenratebis 300 MBit/sbis 200 MBit/sbis 50 MBit/sbis 21,6 MBit/s
Laufzeit24 Monate / 31 Tage24 Monate24 Monate oder monatlich kündbar, bis zu 180 Tage Unterbrechung am Stück möglich28 Tage
Kosten39,95 Euro pro Monat / 44,99 Euro pro 31 Tage
10 Euro Rabatt für Unter-28-Jährige
44,99 Euro pro Monat
34,99 Euro pro Monat für Mobilfunk-Kunden von Vodafone
30 Euro pro Monat29,99 Euro pro 28 Tage
rechnerische Kosten pro GB39,95 Cent / 44,99 Cent22,50 Cent / 17,50 Cent30 Cent49,98 Cent
Einmalkosten 39,95 Euro49,99 EuroFlex-Variante 30 Euro
Laufzeit 10 Euro
69,99 Euro
Gerätekosten1 Euro / 99,95 Euro1 Eurooptional, zwischen 25 und 85 Euroenthalten
Mobile Nutzungja, innerhalb Deutschland, Speedbox hat 4 Stunden AkkuJa, innerhalb Deutschlands, Gigacube benötigt StromNein, nur innerhalb einer "Homezone", Adresswechsel kostenpflichtig möglichJa, innerhalb Deutschlands
Kosten nach Ende des Inklusivvolumens15 GB für 14,95 Euro

30 GB für 29,95 Euro
Bei Flex nicht möglich
1 GB für 2,99 Euro

5 GB für 9,99 Euro

10 GB für 14,99 Euro

25 GB für 24,99 Euro
keine, surfen mit 384 kBit/s möglich-
nur in Ladengeschäften

Wie gut ist Telekom Speedbox nun wirklich?

Der direkte Vergleich insbesondere mit Vodafone zeigt, dass die Kosten für die Speedbox-Nutzung hoch sind. Vorteil der Telekom ist das gut ausgebaute Netz und ein Router, der auch per Akku funktioniert. Allerdings sind die Einmalkosten für die Flex-Kunden im Vergleich zum Marktumfeld am höchsten.

Gegenüber der Alternative im gleichen Netz punktet Telekom Speedbox vor allem durch die nomadische Nutzung und – sofern relevant – die höhere Datenrate. Wer auf die nomadische Nutzung verzichten kann, ist bei Congstar zunächst besser aufgehoben. Bei dem Anbieter wird die flexible Nutzung allerdings schlechter umgesetzt.

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