Stiftung Warentest: Gute Handys müssen nicht teuer sein

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Huawei Mate 20 Pro im Vergleich mit dem Mate 10 Pro
Die Stiftung Warentest unterzieht Smartphones nicht nur kurzweiligen Falltests, sondern auch ausführlichen Labortests. Diese beleuchten sämtliche Funktionen und Seiten eines Mobiltelefons. Im November testete Stiftung Warentest nicht weniger als neunzehn Handys. Dabei fiel vor allem eines auf: Die Testnote war gleich, der Preis aber birgt einen beträchtlichen Unterschied.

Im aktuellen Monat hat die Stiftung Warentest in der ersten Novemberhälfte bereits neunzehn Smartphones getestet. Darunter alle Klassen und verschiedenste Hersteller. Um eine kleine Auswahl zu nennen: Unter den Geräten befinden sich Spitzenmodelle wie Apples günstigeres iPhone XR, das Huawei P20 und HTC U12+, aber auch Mittelklasse- und Einsteiger-Handys wie das Alcatel 1X, das Aquaris X2 von BQ oder das Sony Xperia XZ2. Trotz des teils großen Preisunterschieds, der technische Unterschiede suggeriert, erhalten teure und erschwingliche Handys oftmals die gleiche Note.

So erreicht das iPhone XR ein Qualitätsurteil von 2,0 und kann im Detail vor allem durch seine sehr gute Internetperformance, die Stabilität im Falltest und die Kamera überzeugen. Ein ähnliches Ergebnis erzielt HTCs Flaggschiff U12+ mit dem Wert 2,4 unter anderem durch seine Kamera und Handhabung. Den Handys dicht auf den Fersen ist auch der Mittelklässler Blackberry KEY2 sowie Samsungs Einsteiger-Smartphone Galaxy J6. Technisch gesehen sind beide Modelle im Vergleich deutlich abgespeckter ausgestattet. Trotzdem bewertet Stiftung Warentest beide mit dem Urteil „gut“. Die Gründe liegen beim Galaxy J6 und Blackberry KEY2 ebenfalls in der hervorragenden Internetleistung, der Stabilität und auch in der Handhabung. Einziger Unterschied: Die Kameras der preisgünstigeren Smartphones schneiden nicht so gut wie der der Oberklasse-Handys ab.

Unterschiede zwischen günstigen Handys

Diese Benotung lässt sich auch ins Gegenteil umkehren: Teurere Smartphones wie beispielsweise das Xperia XZ2 von Sony, von dem man für 650 Euro mehr erwartet, schneidet genauso durchschnittlich ab wie Handys, die weniger als 200 Euro kosten. Gleichauf fährt das Sony-Handy unter anderem mit dem Nokia 3.1 und dem LG K9. Trotz guter Performance im Netz sowie in der Handhabung, bewertet die Stiftung Warentest alle drei Geräte lediglich mit „befriedigend“. Im Vergleich eher schlecht fallen die Kamera-Module, die Telefonqualität und der Akku aus – im Falle des Xperia XZ2 ist das Akku-Urteil sogar nur „ausreichend“.

Fazit der Stiftung Warentest

Vergleicht man die getesteten Smartphones und deren Ergebnisse miteinander, sieht man, das Verbraucher nicht zwingend knapp 1.000 Euro oder mehr für ein gutes Smartphones auslegen müssen. Denn, wie die Stiftung Warentest bemerkt, fällt der Preis gerade für Android-Handys rapide. Vorjahres-Flaggschiffe mit nach wie vor aktueller Technik sind schon zu erschwinglicheren Preisen zu haben. Je nach Bedürfnissen können auch Handys unter 200 Euro vollkommen ausreichen. Denn nicht nur der Preis ist ein Kaufkriterium, sondern beispielsweise auch die Telefonqualität. Ein hoher Preis garantiert nicht, dass das jeweilige Smartphone in sämtlichen Bereichen glänzen kann.

Darüber hinaus bestehen laut Stiftung Warentest nicht sonderlich viele Handys den Kameratest – im Gegenteil: Sie seien Mangelware, heißt es. Eine große Rolle spielen letztlich auch die Falltests, die die Stiftung Warentest den Smartphones unterzieht. Gerade gläserne Gehäuse gehen bei einem Fall leicht zu Bruch. Knackpunkt sind ferner Akkus: Gerade bei Modellen mit großem Display, wie beim iPhone XR oder Honor P20 bietet der Akku zu wenig Nennladung, um das Gerät mit ausreichend Energie zu versorgen. Das Verhältnis aller Komponenten ist bei günstigeren Handys mit weniger aktueller Technik oft stimmiger.

Gleiche Beobachtungen in der Branche

Ähnliche Beobachtungen konnte auch inside handy machen: Auch wenn das iPhone XR zu den Sahneschnitten der Smartphone-Branche zählt, schließt es den Test dennoch „nur“ mit 4 von 5 Sternen ab. Getitelt wird mit einer Sinnkrise – denn auch wenn das iPhone XR im Vergleich zu seinen Geschwistermodellen günstiger ist, müssen Nutzer im Hinblick auf das iPhone XS und iPhone XS Max technisch einige Abstriche machen.

Das Blackberry KEY2 kommt mit etwas schwächerer Hardware auf 4,5 Sterne im Testbericht und kann ebenfalls durch eine gute Performance, das Software-Paket und eine sehr gute Akku-Leistung gefallen. Ähnlich fällt das Urteil des Nokia 3.1 aus. Das Sony Xperia XZ2 überzeugt mit 4,5 Sternen im Test jedoch mehr als bei Stiftung Warentest.

Die Schere zwischen Preis-Leistungs-Verhältnis fällt in den vergangenen Jahren immer deutlicher auf. Ein hoher Preis bedeutet nicht zwingend, dass das Smartphone ein Alleskönner ist. Für Otto-Normal-Verbraucher reichen des Öfteren auch schon Mittelklasse-Geräte, die mit allen grundlegenden Funktionen sowie ein paar wenigen Zusatz-Features ausgestattet sind. Zu beobachten ist letztlich der Trend, dass immer mehr Nutzer gute Kameras verlangen – unabhängig vom Preis des Smartphones.

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