Smartphone-Verbot für unter 14-Jährige: Das halten Politiker davon

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Zwei Kinder nutzen Smartphones, dabei sitzen sie symbilisch auf einem übergroßen Smartphone
Bildquelle: Pixabay
Politiker von SPD und Grünen halten nichts von einem Smartphone-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Einem entsprechenden Vorschlag erteilten sie eine klare Absage.

Der Vorschlag für ein entsprechendes Verbot kam von der Internetexpertin im Fachbeirat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Julia von Weiler. Die Gefahren der digitalen Welt für Kinder seien zwar „absolut real“. „Ein Zugangsverbot zum Internet für unter 14-Jährige würde ich jedoch als komplettes Ausblenden der Realität betrachten“, sagte der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Zimmermann, dem Handelsblatt.

„Stattdessen sollten die Anstrengungen im Bereich der Medienpädagogik massiv verstärkt werden.“ Außerdem müssten die Schulen bei den vielen Fragen im Umgang mit privaten Smartphones von den Ländern eine „deutlich bessere“ Unterstützung bekommen. In den vergangenen Jahren gab es auch immer wieder Diskussionen um ein Handyverbot an Schulen.

„Wenn Kinder mit pornografischen Bildern und Videos in Kontakt kommen, ist das ein ernstes Problem.“ So zitiert die Zeitung den Obmann der Grünen im Digitalausschuss des Bundestages, Dieter Janecek. Doch ein Handyverbot für unter 14-Jährige sei der falsche Weg. „Es ist Aufgabe von uns Eltern, muss aber auch an Schulen verankert werden, Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsbewussten Umgang mit der digitalen Welt zu vermitteln.“

Forderung: Kinder vor Smartphones schützen wie vor Drogen und Alkohol

Die Internetexpertin im Fachbeirat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung hatte sich für ein Smartphone-Verbot für Kinder unter 14 stark gemacht. Sie begründet das damit, dass schon Neun- bis Elfjährige pornografische Bilder anschauten oder Selbstbefriedigungsvideos von Gleichaltrigen verbreiteten. „Täter und Opfer werden immer jünger“, sagte die Geschäftsführerin des Vereins „Innocence in Danger“ in einem Zeitungsinterview. „So, wie wir Kinder vor Alkohol oder anderen Drogen schützen, sollten wir sie auch vor den Risiken einer zu frühen Smartphone-Nutzung schützen.“

Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom nutzen heute fast 90 Prozent aller 13-Jährigen heute ein Smartphone. Sie nutzten es vor allem für die Kommunikation mit Freunden und der Familie (86 Prozent), für Spiele (84 Prozent) sowie zur Recherche von Informationen (36 Prozent).

Wer seinem Kind ein Handy geben möchte, sollte einiges beachten. Das geht von der Wahl des richtigen Gerätes über den richtigen Tarif hin zur vernünftigen Nutzung. inside handy hat alles Wissenswerte zum ersten Handy für das eigene Kind in einem Ratgeber zusammengestellt.

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