Sky Ticket TV Stick im Test: Die Tops und Flops des günstigen Sticks

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Der Sky Ticket TV Stick in der Box von Sky
Bildquelle: Thorsten Neuhetzki / inside handy
Google Chromecast, Amazon Fire TV Stick und jetzt auch noch der Sky Ticket Stick: Sky hat einen eigenen Streaming-Stick auf den Markt gebracht, um Sky Ticket auf den Fernseher zu bringen. Doch wer braucht diesen Stick eigentlich? Und was kann er, was andere nicht können – und vor allem: Was kann er nicht. Dieser Test zeigt es.

Was ist der Sky Ticket Stick?

Sky Ticket ist die Streaming-Plattform von Sky, die kein festes Abo voraussetzt. Verglichen mit einem normalen Sky-Abo ist der Streaming-Dienst vor allem beim Sport deutlich teurer als ein reguläres Abo – und er ist nur per Internetempfang zu bekommen. Sky Ticket kann beispielsweise per Chromecast auf aktuellen TV-Geräten oder auf mobilen Endgeräten genutzt werden. Um sich unabhängig von Sticks wie dem Chromecast zu machen und auch Nutzern mit einem sonst nicht unterstützten Amazon Fire TV zu versorgen, gibt es jetzt den Sky Ticket TV Stick.

Der Lieferumfang

Sky liefert den Stick in einer grauen Pappschachtel mit einem simplen Aufdruck aus: Sky Ticket TV Stick. Das sieht zwar schlicht und emotionslos aus, hat aber bei genauerer Betrachtung einen Hintergrund: Die Verpackung besteht eben nur aus Pappe. Es ist keinerlei überflüssiges Plastik zu finden. Selbst die beigelegten Batterien für die Fernbedienung kommen ohne die eigentlich obligatorische Einschweißfolie daher.

Im Lieferumfang des Sky Ticket TV Stick ist neben dem auffallend kleinem HDMI-Stick ein passendes USB-Ladekabel und ein Netzstecker, der unter Umständen aber nicht benötigt wird. Außerdem im Lieferumfang: Die angesprochene Fernbedienung nebst Batterien, Sicherheitshinweise und Bedienungsanleitung. Letztere benötigen erfahrene Technik-Nutzer sicherlich nicht, für alle anderen ist es eine gute Unterstützung.

Inbetriebnahme des Sky Ticket TV Sticks

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach: Der Stick wird an einen freien HDMI-Eingang an Fernseher oder Verstärker gesteckt und per USB mit Strom versorgt. Möglicherweise reicht dafür der USB-Ausgang des TV aus. Direkt nach der Versorgung des Sticks mit Strom beginnt die Installationsroutine, in der unter anderem das heimische WLAN angegeben werden kann. Gut beraten ist, wer bis hierhin die Fernbedienung noch nicht mit den Batterien bestückt hat. Denn die Fernbedienung kommuniziert per Bluetooth mit dem Stick und der Pairing-Vorgang startet mit Einlegen der Batterien. Wer die Batterie-Abdeckung noch nicht wieder drauf gemacht hat, findet aber einen kleinen Kopf im Batteriefach und kann den Vorgang erneut starten.

Etwas nervig: Das WLAN-Passwort muss zwingend über die Fernbedienung und das On Screen Menü eingegeben werden. WPA wird nicht unterstützt.

Postitiv: Sogar Hotspots und Hotel-WLAN sind nutzbar

Ein großes Plus bekommt der Sky Ticket TV Stick für ein Feature, das man bei anderen Geräten dieser Art vergeblich sucht. Es ist möglich, den Stick auch in Hotel-WLANs und an öffentlichen Hotspots zu nutzen. Dafür gibt es bei der Installation einen eigenen Menü-Punkt, der erscheint, wenn ein Hotspot ausgewählt wurde. Wer diesen Menüpunkt auswählt, bekommt eine Anleitung, wie er sich mit seinem Smartphone, PC oder Tablet per WLAN mit dem Stick verbindet. Über den Browser des mobilen Gerätes werden dann die Hotspot-Zugangsdaten eingegeben und der Stick ist online. Im Test funktionierte das mit einem Vodafone-Hotspot makellos.

Die Fernbedienung: Keine Sprachsteuerung, aber Bluetooth

Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und hat einen angenehmen Druckpunkt. Ungewöhnlich ist die Lautstärke-Steuerung auf der rechten Seite der Fernbedienung. Ein Rechtshänder nutzt sie mit dem Daumen, ein Linkshänder wohl mit dem Zeigefinger. Im Testaufbau bei inside handy übernahm der Stick die Lautstärke-Steuerung des TV, es wird also nicht das Lautstärke-Ausgangspegel des HDMI-Sticks geregelt.

Die Fernbedienung des Sky Ticket TV StickQuelle: Thorsten Neuhetzki

Durch die Bluetooth-Steuerung muss kein direkter oder indirekter Sichtkontakt zwischen Fernbedienung und Stick bestehen. Aber anders als bei der neuen Fernbedienung für den Sky-Q-Receiver hat die Fernbedienung des Sky TV Stick keine Sprachsteuerung an Bord.

Steuerung des Sky Ticket TV Stick ist sehr gewöhnungsbedürftig

Ungewöhnlich und nicht gut gelöst ist die (un)intuitive Steuerung. Ein Beispiel: Wer einen Stream auf Sky Ticket schaut und einen anderen sehen will, möchte eine Menü-Ebene zurückgehen. Dafür hätte er nun drei mögliche Zurück-Pfeile. Der eigentliche Zurück-Pfeil, der linksdrehende Halbkreis, ist es jedoch nicht, auch nicht das Navigations-Kreuz. Vielmehr muss der Nutzer einen Linkspfeil ganz oben auf der Fernbedienung drücken. Wer auf das Häuschen klickt, findet sich hingegen gleich im Hauptmenü des Sticks wieder.

Und auch, wer glaubt, mit der Taste „TV Guide“ aus einem Stream im EPG – einem elektronischen Programmführer – zu landen, irrt. Er landet erst einmal auf der App-Informationsseite. Es lohnt sich aber, ruhig durchzuatmen: Die App startet nämlich automatisch neu und schickt den Nutzer dann in den EPG. Gleiches gilt für die Kids-Taste: Die App schließt, startet nach einer Wartezeit neu und der Nutzer findet sich im Kids-Menü wieder. Warum man diesen Umweg gehen muss, weiß man vermutlich nicht einmal bei Sky Deutschland – die App wurde nämlich von der britischen Muttergesellschaft BSkyB entwickelt.

Schade: Fehler beim Streaming

Im Test kam es zu einem Streaming-Fehler, der das Vergnügen am Sky Ticket TV Stick massiv schmälerte. Dabei startete der Stream des gewünschten Programms oder On-Demand-Inhaltes nach einiger Zeit der Benutzung nicht mehr. Erst, als die Zugangsdaten aus der App komplett gelöscht und neu eingetragen wurden, startete der HDMI-Stick den Stream – bis zum nächsten Crash.

Im Laufe des Tests trat der Fehler so oft auf, dass die Redaktion von inside handy Sky damit konfrontierte. Ein Sprecher bestätigte, dass es diesen Fehler gebe. Er werde zeitnah behoben. Der Fehler tritt auch nur in Kombination von Sky Ticket zusammen mit dem noch neuen HDMI-Stick auf. Auf allen anderen Plattformen ist die Nutzung von Sky Ticket auch weiterhin ohne diesen Fehler möglich.

Auch fiel im Test auf, dass der Stream häufiger aufgrund einer angeblich fehlerhaften WLAN-Verbindung abriss. Nach Einschätzung der Redaktion trat das Problem immer dann auf, wenn andere Geräte im Netz größere Datenmengen anforderten. Der TV-Stick scheint hier also besonders empfindlich zu reagieren, wenn er nur wenige Sekunden weniger Bandbreite zur Verfügung hat, als er bräuchte. Beim Chromecast oder Fire TV in der gleichen Testumgebung war das kein Problem.

Was der Stick nicht kann

Der Sky Ticket Stick ersetzt keinen Chromecast und kein Amazon Fire TV. Zumindest nicht, wenn der Zuschauer auch wesentliche andere Inhalte als Sky sehen möchte. Zwar gibt es Apps von ARD, ZDF, arte und YouTube, aber das war es dann auch schon. Weder Netflix noch maxdome noch weitere Mediatheken der anderen großen TV-Sender oder Streaming-Dienste wie waipu.tv oder Zattoo werden von dem Stick aus dem Hause Roku unterstützt. So bleibt die Nutzung auf die genannten Apps und Anwendungen wie Radio über TuneIn oder Musik über Deezer beschränkt. Insgesamt sind gerade einmal 32 Apps im App-Katalog zu finden.

Der Stick unterstützt auch keinen Sky-Go-Zugang. Es ist also klassischen Sky-Pay-TV-Kunden nicht auf diesem Weg möglich, ihren Sky-Go-Zugang auch auf dem großen TV-Bildschirm zu nutzen.

Fazit: Günstiger Stick für Sky Ticket – nicht mehr, nicht weniger

Sky vermarktet den TV-Stick zusammen mit dem Zugang zu Sky Ticket. Bei der Buchung von drei Monaten Sky Ticket Serie oder 2 Monaten Film oder einem Monat Live-Sport gibt es den Stick jeweils kostenlos dazu. Die Kosten für die Streaming-Dienste liegen bei jeweils 29,99 Euro, was bis auf wenige Cent dem Preis für den Streaming-Dienst entspricht. Insofern ist der TV Stick von Sky eine Gratis-Zugabe, von der der Kunde nicht zu viel erwarten sollte und auch nicht kann. Wer aber keinen aktuellen Smart-TV oder Chromecast hat oder häufiger mal in Hotels gastiert und dort Sky schauen möchte, der ist mit den TV Stick sicherlich erst einmal zufrieden.

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